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Ein Finger zeigt auf ein weißes Etikett auf einer dunkelgrünen Verpackung. Auf dem Etikett sind mehrere in Schwarz gedruckte Zahlen- und Datumsangaben zu sehen, darunter Produktions- oder Haltbarkeitsdaten. Der Hintergrund ist leicht unscharf, sodass der Fokus klar auf dem Etikett und dem Finger liegt. Die Verpackung zeigt am Rand ein kleines dekoratives Muster.
Bild: stock.adobe.com/Yevhenii

Haltbarkeit von Lebensmitteln

Viele werfen Lebensmittel sofort weg, sobald das Datum auf der Verpackung überschritten ist. Wir erklären, was diese Angabe wirklich bedeutet.

Ein prüfender Blick auf das Etikett – und dann die große Frage: Kann man das noch essen oder wäre nicht eher der Mistkübel der richtige Platz dafür? Die Haltbarkeit von Lebensmitteln betrifft uns täglich. Und sie berührt zwei große Themen unserer Zeit: Nachhaltigkeit und Gesundheit. Wer vorschnell entsorgt, wirft oft gute Lebensmittel weg. Wer zu sorglos ist, riskiert zumindest Bauchweh.

Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist eine der am häufigsten missverstandenen Angaben auf Lebensmitteln. Es sagt nicht: „Ab heute wegschmeißen“, sondern lediglich: Bis zu diesem Datum garantiert der Hersteller bei richtiger Lagerung die für das Produkt typischen Eigenschaften – Geschmack, Geruch, Farbe und Konsistenz. Das bedeutet: Ein Joghurt mit abgelaufenem MHD ist nicht automatisch ein Kandidat für den Abfalleimer. Viele Produkte – vor allem trockene, gekühlte oder konservierte – sind Tage, Wochen oder sogar Monate darüber hinaus genießbar. Nudeln, Reis, Mehl, Konserven, Schokolade oder Butter sind hier klassische Kandidaten. Entscheidend ist der Zustand des Produkts: Sieht es normal aus? Riecht es typisch? Hat sich die Beschaffenheit verändert? Diese einfache Sinnesprüfung reicht oft aus, um festzustellen, ob das Lebensmittel weiterhin verwendet werden kann. Wichtig: Das MHD gilt nur für ungeöffnete Verpackungen, die sachgerecht gelagert wurden. Wird ein Lebensmittel schon vor dem MHD ungenießbar, liegt ein Mangel vor, und Konsument:innen haben Anspruch auf Ersatz oder Rückerstattung.

Ausschnitt einer Konservendose mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum
Bild: stock.adobe.com/Stockfotos-MG

Verbrauchsdatum

Ganz etwas anderes ist das Verbrauchsdatum. Dieses findet sich auf leicht verderblichen Lebensmitteln wie frischem Fleisch, Fisch, Geflügel oder frisch geschnittenen Salaten. Das Verbrauchsdatum zieht eine deutliche, einzuhaltende Grenze. Auch wenn der Sparefroh in Ihnen mit der Vernunft verhandeln will – nach Ablauf gilt: nicht mehr essen! Selbst wenn Geruch und Aussehen unauffällig erscheinen. Hier geht es nicht um Geschmack, sondern um mögliche Krankheitserreger. Kurz gesagt: Beim Verbrauchsdatum endet die Freundschaft zum Lebensmittel pünktlich.

>> Wenn Sie angemeldet sind, gelangen Sie hier direkt zur Tabelle, die Lebensmittel und ihre Haltbarkeit zeigt.

3 Stück Schweinefilets in transparenter Verpackung mit weißem Etikett unten rechts
Bild: stock.adobe.com/krasyuk

Ihren Sinnen vertrauen

          

Nach Ablauf des MHD entscheidet nicht das Datum, sondern Ihre Wahrnehmung: 

  • Sehen: Schimmel, Verfärbungen? 
  • Riechen: säuerlich, faulig, untypisch? 
  • Schmecken: kleine Menge testen (nur wenn alles unauffällig ist) 
  • Genießen: wenn alles passt 

Bei Schimmel: Weiche Lebensmittel immer entsorgen. Bei harten großzügig wegschneiden und rasch verbrauchen.

halbverfaulte Zitrone auf weißem Untergrund
Bild: stock.adobe.com/illustrez-vous

Der Weg nach Hause

Die Haltbarkeit Ihres Essens kann allerdings schon auf dem Weg zu Ihnen nach Hause verloren gehen. Unter anderem, wenn die Kühlkette des Produktes unterbrochen wird. Das mag schon auf dem Transport ins Geschäft beginnen, dort erst passieren oder dann auf dem Weg in Ihren Kühlschrank. Eine unterbrochene Kühlkette kann selbst frische Ware vorzeitig altern lassen. Hinweise auf Probleme sind etwa:

• beschlagene oder vereiste Verpackungen
• aufgeblähte Packungen (Gasbildung durch Keime)
• ungewöhnlich trübe Flüssigkeit in Fleischpackungen
• auffällige Gerüche im Kühlregal
• überfüllte Kühlbereiche
• fehlende oder zu hohe Temperaturanzeigen
• Reif- oder Tauwasser im Tiefkühlregal

Wer solche Anzeichen bemerkt, sollte das Produkt nicht kaufen und das Personal darauf aufmerksam machen. Bei wiederkehrenden Problemen kann auch die Lebensmittelaufsicht informiert werden.

Ihr Kühlschrank

Haben Sie gekühlte oder eingefrorene Lebensmittel gut vor Wärme geschützt nach Hause geschafft, kommt die Frage: Wohin damit? Wird Eingefrorenes nicht gleich verwendet, ab ins Tiefkühlfach. Für Kühlwaren heißt das Ziel Kühlschrank. Aber selbst dort gibt es mit unterschiedlichen Temperaturzonen bessere und schlechtere Plätze: 

• Ganz unten (kälteste Zone): rohes Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier 
• Mitte: Milch, Joghurt, Käse 
• Oben: gekochte Speisen, Reste 
• Gemüsefach: Obst und Gemüse (außer kälteempfindliche Sorten) 
• Tür: Butter, Getränke 

Lebensmittel sollten nicht zu dicht gestapelt werden – Luft muss für gleichmäßige Kühlung zirkulieren können. Ein gut gefüllter, aber nicht überladener Kühlschrank arbeitet zudem energiesparender. Wenn Sie zwischendurch nach vorne räumen, was bald gegessen werden sollte, verringern Sie die Gefahr, Lebensmittel wegwerfen zu müssen.

Der Blick in einen geöffneten Kühlschrank zeigt frische Lebensmittel: vorn liegen rote Tomaten und Weintrauben, daneben eine Salatschüssel und Limetten. Eine Person greift von außen nach einem grünen Apfel. Im Hintergrund stehen weitere Vorräte wie eine Milchflasche. Die Szene vermittelt den Moment der Auswahl eines Snacks, während die Farben der Zutaten Vielfalt und Frische betonen.
Bild: stock.adobe.com/Monkey-Business

Der Tiefkühler

Einfrieren ist eine gute Methode gegen Lebensmittelverschwendung. Die Produkte kommen aber in der Eiseskälte nicht zum „Stillstand“, denn lebensmitteleigene Enzyme sind weiterhin aktiv und können so beispielsweise Fett ranzig werden lassen. Und die meisten Mikroorganismen überleben das Tiefkühlen. Diese können sich dann beim Auftauen explosionsartig vermehren. Daher: Einmal aufgetaute Ware nicht noch einmal einfrieren. Die optimale Einstellung für ein Tiefkühlgerät sind übrigens –18 Grad Celsius. Bei dieser Temperatur wird die Haltbarkeit von Lebensmitteln bereits deutlich verlängert, während der Energieverbrauch bei noch tieferen Temperaturen erheblich ansteigen würde.

Ein rechteckiger Block aus rohem Faschiertem zu sehen, der auf einer hellen, neutralen Fläche liegt. Das Fleisch ist frisch und rötlich gefärbt, mit deutlich erkennbarer, grob gewolf­ter Struktur. Auf der Oberseite sind schwarze Pfefferkörner so angeordnet, dass sie ein Fragezeichen ergeben.
Bild: stock.adobe.com/elypse

Zu kalt

Nicht alle Lebensmittel können eingefroren werden. Dazu zählen etwa ganze Eier mit Schale (rohe und gekochte), rohe Kartoffeln, Gurken, Radieschen und Paradeiser. Bei ganzen Eiern kann die Schale platzen, während rohe Kartoffeln beim Einfrieren ihre Konsistenz verändern und einen süßlichen Geschmack entwickeln. In wasserreichem Obst und Gemüse wie Gurken, Radieschen und Melonen dehnt sich das enthaltene Wasser beim Einfrieren aus, wodurch Zellwände zerstört und die Früchte matschig werden. Nur bedingt fürs Einfrieren tauglich sind Milchprodukte. Joghurt und Frischkäse flocken beim Auftauen oft aus und bekommen eine grießartige Konsistenz. Aufgetautes Obers kann nicht mehr aufgeschlagen, aber zumindest verkocht werden. Milch und Hartkäse können Sie in der Regel problemlos tiefkühlen. Butter sowieso, die hält eingefroren bis zu sechs Monate.

Uncool

Eine kalte Lagerung schadet vielen Lebensmitteln. Südliche Gewächse wie Melanzani, Paradeiser, Melonen oder Zitrusfrüchte verlieren an Geschmack, wenn sie unter 10 Grad Celsius aufbewahrt werden. Auch Trockenes wie Teigwaren, Getreidekörner oder Nüsse will richtig gelagert werden: am besten kühl, trocken und dunkel und wegen der Mottengefahr in gut zu verschließenden Gefäßen.

Tabelle von Lebensmitteln und deren Haltbarkeit

vierspaltige, vielzeilige Tabelle über Lebensmittel und deren Haltbarkeit
Bild: VKI
vierspaltige, vielzeilige Tabelle über Lebensmittel und deren Haltbarkeit
Bild: VKI

Nicht zusammen lagern!

Einige Lebensmittel beschleunigen den Verderb anderer. Äpfel, Bananen, Paradeiser oder Avocados z. B. verströmen das Reifegas Ethylen. Sie sollten daher getrennt von Gemüse wie Karotten, Brokkoli, Gurken, Blattsalaten oder Kohl gelagert werden. Diese werden sonst schneller weich, bitter oder welk.

Auf dem Foto ist ein Protest- oder Infoplakat aus Karton zu sehen, das vor einem hellblauen Himmel hochgehalten wird. Auf dem Schild steht in schwarzer Schrift: „Weniger Essen im Müll! Lebensmittel ver(s)chwenden! Verschwenden beenden!“ Das Wort „verschwendet“ wurde handschriftlich mit roter Farbe korrigiert. Das Bild vermittelt eine klare Botschaft gegen Lebensmittelverschwendung.
Bild: stock.adobe.com/hkama

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