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Schwamm, Bürste, Putzmittel zur Reinigung
Bild: FotoDuets/Shutterstock

Blitzblank und keimfrei? Desinfektion und Gift im Haushalt

, aktualisiert am

Sie möchten etwas gegen lästige Tiere, gegen Motten, Käfer und Ameisen, gegen Schimmel und Gerüche tun? Verwenden Sie Biozide im Haushalt nur, wenn es gar nicht anders geht. - Der Artikel beantwortet folgende Fragen:

  • Wie groß ist der Nutzen?
  • Welche gesundheitlichen Folgen können Desinfektionsmittel haben?
  • Wann reichen Wasser und Seife?
  • Wie heiß soll man Handtücher und Waschlappen waschen?
  • Welche Krankheiten können Biozide auslösen?

Blitzblank und möglichst keimfrei, so stellen sich viele, zumal in Zeiten von Corona, den eigenen Haushalt vor. So verwundert es nicht, dass in Supermärkten und Dro­gerien zahlreiche Reinigungs- und Waschmittel angeboten werden, die eine desinfizierende Wirkung haben sollen. Schaut man sich etwa die Inhaltstofflisten von als „antibakteriell“ oder „antiviral“ ausgezeichneten Produkten genauer an, stößt man in der Regel auf Wirkstoffe, die eine abtötende, zerstörende oder abschreckende Wirkung gegen bestimmte Lebewesen haben. Derartige Chemikalien werden allgemein als Biozide bezeichnet. Der Begriff leitet sich von dem griechischen Wort für Leben (bios) und dem lateinischen Wort für töten (caedere) ab. Biozide finden sich in unterschiedlichsten Produktkategorien. Sie sind etwa als Rattengift, Hygienespüler, Händedesinfektionsmittel oder Ameisen- und Mottenfallen auf dem Markt.

Zulassung geregelt

Das Inverkehrbringen und die Verwendung von Biozidprodukten ist in der Biozidprodukte-Verordnung (BPR) der Europäischen Union geregelt. Die BPR sieht ein Genehmigungsverfahren für Biozid-Wirkstoffe vor, sowie eine EU-weite wie auch nationale ­Produktzulassung mit der Möglichkeit einer gegenseitigen Anerkennung zwischen den Mitgliedstaaten. Auch die Vermarktung von mit Bioziden behandelten Waren ist geregelt. Im Rahmen des Zulassungsverfahrens muss die Wirksamkeit nachgewiesen werden.

Auswirkung auf Menschen, Tiere, Umwelt

Außerdem werden die Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt geprüft. Ärgerlich ist, dass ­Biozide oft eingesetzt werden, obwohl es für Mensch und Tier deutlich weniger belastende Alternativen gäbe. In bestimmten Waschmitteln werden Biozide etwa zur Fleckentfernung verwendet, dies funktioniert jedoch auch mit anderen Substanzen wie unsere Tests von Color- und Vollwaschmitteln immer wieder zeigen.

Korrekt anwenden

Für Konsumenten und manchmal sogar für Experten ist es nicht immer einfach, zu erkennen, ob es sich bei einem Mittel um ein Biozid handelt oder nicht. Auf dem Markt kursieren nämlich auch normale Reini­gungsmittel, die ähnlich wie Biozidprodukte beworben werden. Zudem müssen Biozidprodukte nicht zwingend als „biozid“ ausgewiesen werden. Dies stiftet Verwirrung. Für Verbraucher wäre Klarheit jedoch gleich aus mehreren Gründen wichtig.

Korrekte Anwendung ist wichtig

Damit bio­zide Substanzen ihre Wirkung entfalten ­können, müssen sie nämlich korrekt angewendet werden. So sind die richtige Dosierung oder eine ausreichende Einwirkzeit von entscheidender Bedeutung. Eine fehlerhafte Anwendung kann gefährliche Kon­sequenzen haben, etwa wenn man Kontakt zu einer Person mit geschwächtem Immunsystem hat und ein Händedesinfektions­mittel nicht wirkt. Bei langfristiger falscher Anwendung von Bioziden besteht auch die Gefahr, dass sich bei den Bakterien oder Schimmelpilzen, die damit bekämpft werden sollen, Resistenzen entwickeln und sich die Organismen in der Folge noch schwerer beseitigen lassen.

Schädlich für die Gesundheit

Ein weiterer Grund, warum Biozide korrekt angewendet werden müssen, besteht in ihrer schädlichen Wirkung auf die Gesundheit. So können die Produkte etwa Asthma oder Hauterkrankungen auslösen. Werden bei der Anwendung gewisse Vorsichtsmaßnahmen nicht beachtet, kann dies ebenfalls gefährliche Folgen haben. So können Bio­zide, die in die Umwelt gelangen, für diverse Organismen eine tödliche Gefahr sein.

Vorsicht bei "geruchshemmend", "antibakteriell"

Vorsicht geboten ist jedenfalls bei Pro­dukten, die mit Attributen bzw. Aussagen beworben werden wie

  • „geruchshemmend“
  • „Mottenschutz“
  • „antibakteriell“
  • „verhindert Schimmel“
  • „hygienisch“
  • „bekämpft Bakterien bzw. Viren“
  • „entfernt 99,99 Prozent der Bakte­rien bzw. Viren“ oder
  • „hemmt das Pilz­wachstum“.

Wenn Sie ein derart ausgelobtes Produkt vor sich ­haben, sollten Sie sich die Gebrauchs­information bzw. das Etikett zur sicheren Anwendung genau durchlesen.

Empfohlene Dosierung einhalten

Wichtig ist etwa, dass die empfohlene Dosierung eingehalten wird. Dies ist absolut sinnvoll, denn es ergibt keinen Sinn, mehr Putzmittel als nötig einzusetzen, weil es kein Mehr an Sauberkeit bringt.

Richtig lagern

Die richtige Lagerung von Bioziden ist ebenfalls ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Als oberstes Gebot gilt, dass die Produkte – wie Putzmittel generell – außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Nur so können die leider nach wie vor häufig auftretenden Unfälle und Vergiftungen verhindert werden. Beachtet werden sollten auch Hinweise auf der Verpackung, wie die Produkte korrekt zu lagern sind.

Manche ziehen Feuchtigkeit an

Manche Mittel ziehen beispielsweise Feuchtigkeit an und müssen deshalb unbedingt trocken gelagert werden und nicht etwa im Badezimmer. Leicht entzündliche Mittel müssen unbedingt kühl gelagert werden und keinesfalls an Orten, die sich im Sommer stark erwärmen. Bei chlorhaltigen Mitteln ist es wichtig, dass sie nicht gemeinsam mit ­anderen Reinigungsmitteln gelagert bzw. vermischt werden.

Reinigen oder desinfizieren?

Wasser und Seife

Desinfizierende Produkte sollte man nur einsetzen, wenn dies unbedingt nötig ist. Geht es nur darum, Schmutz zu entfernen, sind Wasser und Seife bzw. ein normales Reinigungsmittel völlig ausreichend. Auch dabei können bestimmte Bakterien oder Viren abgetötet werden. Wie stark der Effekt ist, hängt von der Art der Mikro­organismen, der Einwirkdauer der Seife und den ent­haltenen Tensiden ab. Meist sind nor­male Reinigungsmittel ausreichend.

Abtöten ohne Reinigung

Beim Desinfizieren kommen, wie bereits erwähnt, Produkte zum Einsatz, die nachweislich Bakterien, Schimmelpilze bzw. Viren unschädlich machen. Bei diesem Vorgang wird allerdings nicht zwangsläufig auch Schmutz entfernt. Ob ein Mittel mit biozider Wirkung auch als Reinigungsmittel taugt, hängt von seiner Zusammensetzung ab. Es kann also durchaus sein, dass eine Oberfläche nach der Desinfektion nicht sauberer aussieht als zuvor. Prinzipiell gilt: Zuerst reinigen, dann desinfizieren.

Hygiene im Haushalt

Desinfektionsmittel sollten nur eingesetzt werden, wenn dies absolut notwendig ist, z.B. wenn im Haushalt kranke und ­be­sonders gefährdete Menschen, etwa mit geschwächtem Immunsystem, leben. (Siehe auch: konsument.at/desinfektions mittel20). Bakterien und Viren können im Haushalt allerdings unter Kontrolle gehalten werden, wenn einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

  • Spülschwämme und -tücher regel­mäßig bei 60 Grad waschen bzw. tauschen.
  • Putz­tücher: Beim Putzen eigene Tücher für WC, Bad, Küche, Wohnräume verwenden. Dabei kann es hilfreich sein, Putz­tücher in unterschiedlichen Farben zu verwenden.
  • Kühlschrank regelmäßig reinigen und verdorbene Lebensmittel aussortieren.
  • Rohe und gekochte Lebensmittel im Kühlschrank getrennt voneinander aufbewahren.
  • Handtücher und Waschlappen nach Gebrauch rasch trocknen lassen und regelmäßig bei 60 Grad waschen.
  • Hände waschen: Vor jedem Kontakt mit Lebensmitteln und nach jedem Toilettengang.
  • Mistkübel häufig leeren und trocken halten.

VKI-Tipps

  • Zurückhaltung bei Biozidprodukten. Wasch- und Reinigungsmittel mit bioziden Wirkstoffen enthalten in der Regel Sub­stanzen, die sowohl Gesundheit als auch Umwelt schädigen. Sie sollten äußerst zurückhaltend und nur wenn absolut nötig eingesetzt werden.
  • Umweltzeichen: Zu empfehlen sind etwa Mittel, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen oder der „EU-Blume“ gekennzeichnet sind. Diese Mittel belasten die Umwelt deutlich weniger und sind für die Reinigung im Haushalt fast immer ausreichend.
  • Gebrauchsinformation beachten. Wenn Sie Biozidprodukte bzw. Desinfektionsmittel im Haushalt einsetzen müssen, sollten Sie unbedingt die Gebrauchsinformation beachten. Werden die Mittel nicht korrekt angewendet, können sie etwa zu Resistenzen bei Mikroorganismen führen.
  • Fraglicher Nutzen. Verlassen Sie sich nicht auf die Werbung. Der Nutzen von Biozidprodukten wird häufig übertrieben dargestellt. So sind Desinfektionsmittel nicht per se als Reinigungsmittel geeignet, weil sie keine reinigungsaktiven Wirkstoffe enthalten.
  • Gesundheitsschädlich. Die häufige Verwendung von Desinfektionsmitteln kann zu Asthma und oder Hauterkrankungen führen. Betroffen können dabei auch Kinder sein, deren Mütter in der Schwangerschaft in Kontakt mit Bioziden kamen.
  • Vergiftungzentrale: Um im Notfall rasch Hilfe holen zu können, sollte man sich die Telefonnummern der Vergiftungsinformationszentrale (01/406 43 43) bzw. des Hausarztes einspeichern.

Die wichtigsten Gefahrenzeichen

Auf dem Etikett eines Biozidproduktes müssen verschiedene Informationen ersichtlich sein:

  • Gefahrenpiktogramme
  • Produktidentifikator (um welches Produkt handelt es sich)
  • Anwendungshinweise
  • Name und Telefonnummer des Lieferanten
  • Gefahren- und Sicherheitshinweis

Biozidprodukte müssen gemäß EU-Verordnung mit den entsprechenden Gefahrenpiktogrammen gekennzeichnet sein. Das bloße Vorhandensein solcher Symbole sagt allerdings nichts darüber aus, ob es sich um ein Biozidprodukt handelt oder nicht. Vielmehr müssen seit 1.6.2017 alle in der EU verkauften Chemikalien mit diesen Piktogrammen gekennzeichnet sein. Die folgenden Piktogramme stellen eine Auswahl dar, diese sind am häufigsten auf handelsüblichen Bioziden zu finden.

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Küche, Bad und Abfluss

Jeder Wohnbereich stellt andere Anforderungen an die Reinigung, deshalb ist es sinnvoll, die Reinigungsmittel auf die jeweilige Situation abzustimmen. Die Umweltberatung (umweltberatung.at) hat dazu einige Tipps zusammengestellt.

Küche. Meist reicht etwas Handgeschirrspülmittel, in Wasser gelöst. Wenn Fettverschmutzungen hartnäckig sind, kann gut verdünnte Schmierseife helfen oder ein ökologischer Küchenreiniger, der konzentriert auf den Fettfleck aufgetragen wird. Schmierseife sollte dabei immer nur mit Handschuhen verwendet werden. Beim Küchenboden empfiehlt sich für das Wischen ein milder Allzweckreiniger. Holzböden sollten dabei immer nur staubtrocken, bei hartnäckigen Flecken nebelfeucht gewischt werden. Nebelfeucht bedeutet, dass das Reinigungstuch befeuchtet und vor dem Einsatz stark ausgepresst wird. Verschmutzungen am Herd am besten sofort entfernen, wenn der Herd noch lauwarm ist, statt stark alkalische Backofen- und Grillreiniger einzusetzen. Ist der Herd stark verschmutzt, ein mildes Scheuermittel dünn auftragen und über Nacht einwirken lassen.

Bad und WC. Im Bad und WC machen Kalk­flecken zu schaffen. Bad-Oberflächen sind am besten mit einem ökologischen Bad- oder Sanitärreiniger auf Basis von Zitronen-, Milch- oder Essig­säure zu reinigen. Armaturen glänzen mithilfe angefeuchteter Mikrofasertücher auch ohne Reinigungsmittel. In der Klomuschel kann sich Urinstein ablagern. Die Ablagerungen können durch einen einfachen Trick beseitigt werden: Klopapier auf die Flecken legen und aufgelöste Zitronen­säure (2 Esslöffel auf 1 Liter Wasser) oder puren Haushaltsessig darauf gießen und einwirken lassen. Keine festen oder flüssigen Beckensteine verwenden. Diese belasten unnötig das Wasser und haben keinen besonderen Reinigungseffekt.

Wohn- und Schlafzimmer. Staubsaugen wirbelt weniger Staub auf als Kehren. Glatte Böden am besten regelmäßig mit einem Bodenwischgerät mit Mikrofaseraufsatz staubtrocken wischen. Auch Glasoberflächen werden mit Mikrofaser­tüchern glänzend. Für geölte Holzböden, Möbel aus Holz und Plexiglas oder andere Kunststoff­oberflächen sind Mikrofasertücher dagegen nicht geeignet, da sie diese Oberflächen aufrauen. Für unlackierte Holzmöbel gibt es natürliche Pflegemittel mit Leinöl oder Bienenwachs. Bei Flecken auf Holzmöbeln am besten einige Tropfen Speiseöl und etwas Salz auf ein weiches Tuch geben und den Fleck wegpolieren. Einwegtücher sind nicht sinnvoll, da sie viel Müll verursachen.

Abflussreinigung. Hier gilt, besser vorbeugen. Mit Abflusssieben lässt sich eine Verstopfung mit Haaren oder Speiseresten weitgehend ver­hindern. Kommt es dennoch dazu, genügt oft ­heißes Wasser. Ätzende Abflussreiniger sollten das letzte Mittel sein, vorher lieber mechanisch mit Saugglocke oder Rohrspirale der Verstopfung zu Leibe rücken.

Biozide Substanzen

Bestimmte Substanzen werden in Wasch- und Reinigungsmitteln immer wieder eingesetzt. Wir geben einen Überblick über die Chemikalien, wo sie eingesetzt werden und welche Gefahren für Mensch und Umwelt davon ausgehen können. Anzumerken ist, dass dies immer für die unverdünnte Chemikalie gilt. Im gebrauchsfertigen Produkt liegen die Verbindungen in einem verdünnten Gemisch vor.

Didecyldimethylammoniumchlorid

Eingesetzt in Desinfektionsmitteln, Schädlingsbekämpfungsmitteln, Wasch- und Reinigungsmitteln, Pflanzenschutzmitteln sowie Kosmetika und Körperpflegemitteln.

Gefunden haben wir Didecyldimethylammoniumchlorid etwa in Sagrotan Wäsche Hygienespüler-Sensitiv (beworben für sensible Haut und Babywäsche), Kiwi Sneaker Deodorizer.

Bei dieser giftigen Chemikalie handelt es sich um eine entzündbare Flüssigkeit, deren Dämpfe Schläfrigkeit oder Schwindel verursachen können. Didecyldimethylammoniumchlorid kann zudem schwere Verätzungen der Haut und Augenschäden verursachen und darf keinesfalls verschluckt werden. Die Verbindung wirkt langfristig toxisch auf Wasserorganismen.

Benzalkoniumchlorid

Die Verbindung wirkt gegen Bakterien, Pilze, Hefen und Algen und in geringem Maße auch antiviral. Sie wird in Desinfektionsmitteln und Reinigungsmitteln sowie zur Wäschedesinfektion und Schimmelpilzentfernung eingesetzt. Außerdem ist die Chemikalie Bestandteil vieler Algizide (etwa für die Anwendung in Pools). Sie wird zur Haut- und Schleimhautdesinfektion sowie in niedrigen Konzentrationen zur Konservierung von Nasen- und Augentropfen verwendet. Gefunden haben wir Benzalkoniumchlorid etwa in Calgon antibakterieller Wasserenthärter, Lysoform Küchen-Reiniger, Vanish oxi action – Fleckentferner Extra Hygiene.

Die Bezeichnung „Benzalkoniumchlorid“ beschreibt ein Gemisch aus mehreren Stoffen, die folgende Einstufung gilt für die Substanz Alkyldimethylbenzylammoniumchlorid. Dieser Stoff ist giftig und darf weder eingeatmet noch verschluckt werden. Alkyldimethylbenzylammonium verursacht schwere Verätzungen der Haut und Augenschäden, ist giftig bei Kontakt mit der Haut und hochtoxisch für Wasserorganismen.

Peressigsäure

Dieser Stoff wird als Bleichmittel in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt, und wird etwa auch bei der Papierherstellung verwendet. Gefunden haben wir Peressigsäure in Vanish oxi action – Fleckentferner Extra Hygiene.

Die leicht entzündbare Chemikalie darf nicht verschluckt werden, sie verursacht schwere Verätzungen der Haut und Augenschäden und ist sehr giftig für Wasserorganismen, und ein entzündbarer Dampf, ist gesundheitsschädlich beim Verschlucken.

Ameisensäure

Diese Substanz wird in Wasch- und Reinigungsmitteln, Lederbehandlungsmitteln, Polymeren, Textilbehandlungsmitteln und Farbstoffen, Desinfektionsmitteln, Schädlingsbekämpfungsmitteln, Beschichtungsprodukten, Metalloberflächenbehandlungsmitteln, pH-Regulatoren und Wasserbehandlungsmitteln sowie Pflanzenschutzmitteln, Autopflegeprodukten, Farben, Beschichtungen, Klebstoffen, Duftstoffen und Lufterfrischern, Bodenbelägen, Möbeln, Spielzeug, Baumaterialien, Vorhängen, Schuhen, Lederprodukten, Papier- und Kartonprodukten sowie elektronischen Geräten. Gefunden haben wir die Chemikalie in Lysoform Küchen-Reiniger.

Ameisensäure darf nicht eingeatmet werden, da er Organe schädigt. Die entzündliche Verbindung verursacht zudem schwere Hautverbrennungen und Augenschäden. Zurzeit wird untersucht, ob Ameisensäure eine hormonähnliche Wirkung hat.

Wasserstoffperpoxid

Dieser Stoff wird in Kosmetika und Körperpflegeprodukten, Wasch- und Reinigungsmitteln, Desinfektionsmitteln, Schädlingsbekämpfungsmitteln, pH-Regulatoren und Wasseraufbereitungsprodukten, Textilbehandlungsmitteln sowie Farbstoffen und Wasseraufbereitungschemikalien, Autopflegeprodukten, Farben, Beschichtungen, Klebstoffen, Duftstoffen, Lufterfrischer, Kühlflüssigkeiten in Kühlschränken, elektrischen Heizgeräten auf Ölbasis, Hydraulikflüssigkeiten in Fahrzeugaufhängungen sowie Schmiermitteln in Motoröl und Bremsflüssigkeiten eingesetzt. Gefunden haben wir die Chemikalie in Vanish oxi action – Fleckentferner Extra Hygiene.

Die leicht entzündbare Chemikalie verursacht schwere Verätzungen der Haut und Augenschäden und reizt die Atemwege. Sie darf nicht verschluckt und eingeatmet werden. Wasserstoffperoxid ist zudem schädlich für Wasserorganismen.

Chlor

Chlorreiniger können Bakterien und Viren abtöten, zudem hat Chlor eine aufhellende Wirkung. Die Chemikalie wird in Wasch- und Reinigungsmitteln, Textilbehandlungsmitteln, Farbstoffen, Wasserbehandlungschemikalien, Parfüms, Duftstoffen sowie Kosmetika und Körperpflegeprodukten verwendet. Außerdem kommt sie in Autopflegeprodukten, Farben, Beschichtungen, Klebstoffen, Duftstoffen und Lufterfrischern zum Einsatz.

Der Hauptwirkstoff von Chlorreinigern ist Natriumhypochlorit (Aktivchlor). Bei Hautkontakt kann die Chemikalie schwere Verletzungen bzw. Ekzeme verursachen. Aktivchlor ist umweltschädlich und in Kombination mit säurehaltigen Reinigern können lebensgefährliche Dämpfe entstehen.

Auch wenn Chlorreiniger vielseitig einsetzbar und wirkungsvoll sind, sollten Sie nicht wie ein Allzweckreiniger eingesetzt werden. Aus gesundheitlichen wie Umweltschutzgründen können wir nicht zur Verwendung von chlorhaltigen Reinigungsmitteln raten. Wer sie verwendet, sollte dabei Handschuhe tragen, die Augen schützen und auf eine ausreichende Lüftung der Räume achten. Chlorhaltige Putzmittel dürfen nicht mit Säuren oder sauren Reinigern, wie zum Beispiel WC-Reinigern oder Entkalkern, benutzt oder gemischt werden. In Kombination mit säurehaltigen Reinigern bildet sich nämlich das höchstgiftige Chlorgas. Im schlimmsten Fall kann dies tödliche Konsequenzen haben. Selbst nach der Verwendung können natriumhypochlorithaltige Mittel zur Gefahr für die Umwelt werden. In Verbindung mit organischen Materialien (z.B. Fett) kann Natriumhypochlorit nämlich organische Halogenverbindungen bilden. Diese sind schwer biologisch abbaubar. Da Aktivchlor für Wasserorganismen zudem äußerst giftig ist, stellt er eine große Umweltbelastung dar.

Silber

Es gibt auch silberhaltige Produkte, die beim Wäschewaschen eingesetzt werden. Ein Beispiel sind Bälle aus Silber. Silber belastet die Umwelt. Das Edelmetall wird vorwiegend im Textil-Bereich angewendet, deshalb werden wir auf Silber in einer späteren Folge unserer Serie zum Thema Biozide eingehen.

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