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Funktions-Unterwäsche - Gut gerüstet

, aktualisiert am

Funktionsunterwäsche ist entscheidend dafür, wie angenehm sich das Sporteln in der Kälte anfühlt. Im Test schnitten zwei Produkte mit sehr gut ab.

Folgende Funktionswäsche haben wir getestet:

  • Craft Be Active Comfort
  • Decathlon/Wed'ze FreshWarm
  • Falke Underwear Warm
  • Hervis/Benger Seamless Underwear Set warm
  • Hofer/Inoc Nordic-Touren Unterwäsche Set
  • Löffler Transtex Underwear Warm Seamless
  • Mammut Go Dry
  • McKinley Seamless Underwear Set
  • Odlo Evolution Warm
  • Schöffel Underwear Merino Sport
  • Skinfit Klima
  • Tchibo/TCM Thermo-Funktionsunterwäsche 2-teilig
  • X-Bionic Invent

In unserer Testtabelle finden Sie Infos und Bewertungen zu: Wasserdampfdurchlässigkeit, Wärmeleitfähigkeit, Wasseraufnahmefähigkeit, Haltbarkeit, Reißfestigkeit, Maßänderung beim Waschen, Oeko-Tex Standard, Praxistest (Passform, Anliegen, Wärmegefühl, ...), Preis, uvm.

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.


Wer im Winter Sport betreibt, weiß, wie wichtig dabei die richtige Kleidung ist. Das Zusammenspiel von eisigen Temperaturen, Körperwärme und Schweiß erfordert Materialien, die warm halten, schnell trocknen und im Gebrauch sowie danach noch halbwegs gut riechen.

Es gilt das Zwiebelprinzip

Grundsätzlich gilt bei Outdoor-Betätigung das Zwiebelprinzip: Die Sportbekleidung besteht aus mehreren atmungsaktiven Schichten, die je nach Sportart und Kälteempfinden übereinander getragen werden. Die unterste Schicht, die direkt mit der Haut in Kontakt ist, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Denn die beste Jacke nützt wenig, wenn das Da­runter die Nässe nur langsam aufsaugt oder nicht atmungsaktiv ist.

Die Vorteile von Naturfaser

Die Hersteller setzen bei der Unterwäsche derzeit auf zwei Materialgruppen: Natur­fasern und Synthetikfasern (in der Fachsprache Chemiefasern genannt; siehe Inhaltsverzeichnis rechts: Warenkunde Chemiefasern). Merinowolle eignet sich besonders gut für schweiß­treibende Sportarten in der Kälte, da sie sich nicht so schnell feucht anfühlt und selbst in nassem Zustand wärmt und klimaregulierend wirkt. Sie ist sogar von Natur aus schmutzresistent, antibakteriell und geruchshemmend.

Synthetikfasern sind varianten­reicher

Funktionsunterwäsche aus Synthetikfasern hingegen ist varianten­reicher. Von der Zusammensetzung bis zur Her­stellung gibt es einen großen technischen Spielraum, der es ermöglicht, die Produkte besonders funktional zu gestalten. Empfindliche Hauttypen sollten eher zu synthetischen Produkten greifen. Die feinen Polyamid- und Polyesterfasern sind weich und oft besser verträglich als Wolle, obwohl sich Merino aufgrund der dünnen Fasern im Vergleich zu herkömmlicher Schafwolle ­wesentlich weniger kratzig anfühlt. Ein weiterer Vorteil von Synthetikfasern gegenüber Merino ist ihr geringerer Verschleiß.

Wärme, Länge, Schnitt

Wärme, Belastbarkeit, Geruch

Wir haben 13 in Österreich erhältliche Synthetikfaser-Modelle von Funktionsunterwäsche im Rahmen eines internationalen Tests genauer unter die Lupe genommen und auf ihre Wintertauglichkeit getestet. Dabei fokussierten wir auf mittelwarme Modelle. Für die Wärme der Unterwäsche ausschlaggebend ist die Stoffstärke. Diese führen manche Hersteller als Gewicht an.

Zur Orientierung: Für die Übergangszeit im Frühjahr oder Herbst finden Sie mit 150 Gramm pro Quadratmeter das Auslangen, bei besonders niedrigen Temperaturen sollten Sie zu Modellen mit 280 Gramm pro Quadratmeter greifen. Neben der Stoffstärke ist auch die Belastbarkeit durchs Waschen ein maßgebliches Kriterium bei der Wahl der Funktionsunterwäsche, weil diese häufig gewaschen werden muss.

Problematisch ist oft die Empfehlung einer zu niedrigen Waschtemperatur durch die Hersteller. Denn mit 30 oder 40 Grad wird man den Schweißgeruch nur schwer los. Aus hygienischer Sicht wäre eine Waschtemperatur von 60 Grad wünschenswert. Finger weg vom Weichspüler: Er verschließt die Poren und erschwert dadurch die Feuchtigkeitsaufnahme des Materials.

Wie eng soll es sein?

Eine höchst individuelle Entscheidung ist der Schnitt der Funktionsunterwäsche. Während der eine eng anliegende Kleidung bevorzugt, empfindet der andere sie als einengend. Auch hautenge Kompressionsunterwäsche ist Geschmack­sache. Sie soll die Blutzirkulation erleichtern und dadurch Regeneration und Leistungsfähigkeit steigern.

Oben lang, unten kürzer

Ob eng oder weit, in jedem Fall sollte das Oberteil lang genug sein. Es sollte Bauch und unteren Rücken auch dann noch be­decken, wenn Sie die Arme nach oben strecken. Der Hosenbund sollte deutlich oberhalb des Ge­säßes liegen und im Idealfall die Nieren schützen. Bei Hosen ist die Dreiviertel-Beinlänge vorteilhaft, da sich die Hose so nicht mit den Ski­socken überlappt und Druckstellen durch Faltenbildung vermieden werden.

Am besten ist, Sie probieren beim Kauf die Hose mit den Ski­socken an, um die optimale Länge zu finden und einen möglichen Spalt zu vermeiden. Für andere Sportarten wie Wandern, Laufen oder Radfahren eignet sich hingegen eine lange Funktions­hose besser.

Angebot in guter Qualität

Gute Qualität

Beim Test haben wir pro Marke Sets bestehend aus Oberteil und (Dreiviertel-)Hose zusammengestellt. Bis auf die Sets von McKinley, TCM, Inoc und Benger können Sie Oberteil und Hose jeweils separat kaufen (wobei diese vier Sets allesamt lange Hosen beinhalten).

Die von uns getesteten Modelle schnitten bis auf vier sehr gut oder gut ab. Testsieger sind die Modelle von Falke und Odlo. Die guten Ergebnisse des Labortests hinsichtlich Wärmeleit- und Wasseraufnahme­fähig­keit haben sich auch in der Praxis über­wiegend bestätigt. Eine optische Fehlentscheidung trafen die Hersteller jedoch bei der Farbwahl ­mancher Damenoberteile. Sowohl das ­Odlo- als auch das Falke-­Modell ist weiß und durchsichtig.

Im Praxis-Test siegte die ­Garnitur von Schöffel, die etwas dicker und deshalb optimal für niedrige Temperaturen geeignet ist. Sowohl das Oberteil als auch die Hose sind sehr angenehm zu tragen und sitzen perfekt. Im Labor hielt die Schöffel-Wäsche der Zerreißprobe nicht ganz stand – diese Schwäche hat sich aber in der Praxis nicht bestätigt.

Nur Durchschnitt

Weniger gute Bewertungen, nämlich nur durchschnittlich, erzielten die doch eher hochpreisigen Modelle von X-Bionic, Skinfit und Löffler. Grund dafür war ihr schlechtes Abschneiden im Labortest hinsichtlich Wasseraufnahmefähigkeit. In der Praxis fühlten sich die Garnituren allerdings trocken an. Am schlechtesten schnitt das Set von Benger ab – mit 40 von möglichen 100 Punkten in der Gesamtbewertung gerade noch „durchschnittlich“. Auch diesem Produkt wurde die schlechte Wasseraufnahmefähigkeit zum Verhängnis.

Bei den Oberteilen von Skinfit und Mammut fiel darüber hinaus der Schweißgeruch negativ auf. Die Wäsche von X-Bionic entpuppte sich auch in Sachen Reißfestigkeit und Scheuerbeständigkeit (Pilling) nur als durchschnittlich bis weniger zufriedenstellend. Das X-Bionic-Modell ist eine Kompressionswäsche. Es kann beim ersten Anziehen als eng empfunden werden. Dieses Gefühl legt sich jedoch nach längerem Tragen. An den Bünden können sich leichte Druckstellen bilden.

Preis-Leistungs-Sieger wurde das Set von TCM , das die Bestnote „sehr gut“ nur um einen Punkt verpasste. Bei diesem um 19,99 Euro bei Tchibo erhältlichen Produkt muss man lediglich leichte Abstriche beim Wärmeempfinden und beim Geruch hinnehmen.

Testtabelle: Funktionsunterwäsche

Steckbriefe

Falke - Underwear Warm
Testurteil: sehr gut
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Angenehmes Wärmegefühl, guter Sitz. Sehr gute Bewertung im Labor, insbesondere Top-Ergebnisse hinsichtlich Abrieb, Farbechtheit und Veränderung nach dem Waschen.

Odlo - Evolution Warm
Testurteil: sehr gut
Trocknet schnell. Sehr gutes Wärmegefühl, das auch im Labortest bestätigt wurde. Angenehmer Tragekomfort. Sehr enger Schnitt, aber elastisches Material. Kann als einschnürend empfunden werden.

Schöffel - Underwear Merino Sport
Testurteil: gut
Eher hochpreisiges Set, Oberteil und Hose mit Merino-Anteil. Sehr gute Ergebnisse in der Praxis. Hoher Tragekomfort. ­Optimal bei niedrigen Temperaturen. Schnitt im Labor gut ab, nur bei der Reißfestigkeit zeigten sich Schwächen.

Tchibo/TCM - Thermo-Funktionsunterwäsche 2-teilig
Testurteil: gut

Gemeinsam mit Hofer/Inoc das günstigste von uns getestete Set. Im Schulterbereich eher eng. Am Rücken ist Naht zu spüren. Leicht kratzig. Oberteil reicht weit hinunter (angenehmes Fleece). Das dünnere Material (Rücken, Achseln) neigt dazu, stärker nach Schweiß zu riechen. Hose eher eng; im Bundbereich etwas kurz. 

Mammut - Go Dry
Testurteil: gut
Das Set schnitt im ­Labor sehr gut ab. Der Tragekomfort ist noch verbesserungswürdig, verrutscht. Material fühlt sich wie "Plas­tik" an. Unangenehmer Schweißgeruch.

Decathlon/Wed'ze - FreshWarm
Testurteil: gut
Stoff dick und warm - v.a. für kalte Tage geeignet.  Angenehmes Tragegefühl. Halsöffnung hochgeschlossen und recht eng. Hosenbund eher weit, dafür elastisch. Hose etwas zu lang geschnitten für die angegebene Größe.

McKinley - Seamless Underwear Set
Testurteil: gut
Gutes ­Ergebnis im Labor und in der Praxis. Eher dünnes Material, aber gutes Wärmegefühl. Kleine ­Löcher beim Anziehen der Hose. Neigung zum Ausleiern. Farbveränderung nach mehrmaligem Waschen.

Craft - Be Active Comfort
Testurteil: gut
Nimmt Schweiß nicht so gut auf. Feuchtes Gefühl für längere Zeit. Neigung zum Ausleiern. Wäsche wirkt sehr dünn, wärmt aber ausreichend. Schlechtes Laborresultat bei der Wasseraufnahmefähigkeit, dafür sehr gut ­hinsichtlich Haltbarkeit.

Hofer/Inoc Nordic - Touren Unterwäsche Set
Testurteil: gut
Gemeinsam mit Tchibo/TCM das günstigste von uns getestete Set. Etwas unangenehmes Tragegefühl. Halsöffnung zu weit ausgeschnitten, an den Ärmeln dafür umso enger. Ausreichende Länge über das Gesäß. Kann sich nach starker sportlicher Betätigung klamm und kühl anfühlen. Hose im Schritt zu eng geschnitten. Bund an den Beinen zu weit (es zieht rein). Insgesamt etwas zu wenig elastisch.

X-Bionic - Invent
Testurteil: durchschnittlich
Kompressionswäsche in der oberen Preisklasse. Zuerst eng, dann angenehm. ­Hinterlässt möglicherweise Druckstellen an den Bünden. Fiel im Labortest beim wesent­lichen Kriterium ­Wasseraufnahmefähigkeit durch und schnitt auch bei der Reißfestigkeit und ­Scheuerbeständigkeit nur durchschnittlich ab.

Skinfit - Klima
Testurteil: durchschnittlich
Wäsche trocknet gut. Guter Tragekomfort, aber etwas rauer Stoff. Verstärkung an Knie und Gesäß. Bedingt Schweiß­geruch. Nicht zufriedenstellend bei der Wasseraufnahme­fähigkeit im Labortest.

Löffler - Transtex Underwear Warm Seamless
Testurteil: durchschnittlich
Oberteil lässt sich einfach anziehen, liegt bequem am Körper an und ist kaum zu spüren. Im Taillenbereich ausreichend lang. Kann sich bei stärkerem Schwitzen feucht und kühl anfühlen. Es trocknet eher langsam. Schweißgeruch nur gering wahrnehmbar. Hosenbund etwas breit, schließt am Bein nicht so schön ab. Material insgesamt sehr dehnbar, kann mit der Zeit zum Ausleiern führen.

Hervis/Benger - Seamless Underwear Set warm
Testurteil: durchschnittlich
Liegt eng am Körper an, schnürt aber nicht ein und ist kaum spürbar. Oberteil eher starkes Feuchtegefühl, was sich auch im Labortest bestätigt hat. Die Hose ist etwas eng und sitzt nicht optimal. Auch im Schrittbereich nicht ganz optimal geschnitten.

Warenkunde: Chemiefasern

Wie der Name schon vermuten lässt, existieren Chemiefasern in der Natur nicht, sie werden auf chemischen Weg erzeugt. Es werden zwei Gruppen unterschieden: synthetische und zellulosische. 

Synthetische Chemiefasern: werden aus Rohstoffen hergestellt, die in der Natur nicht vorkommen, weshalb sie künstlich hergestellt werden. Die wichtigsten Chemiefasern sind Polyamid, Polyester und Elastan.

Zellulosische Chemiefasern: werden aus dem natürlichen Rohstoff Zellulose hergestellt (aus Fichten-, Eukalyptus-, Pinien- oder Buchenholz oder aus flüssiger Spinnmasse). Bekannte zellulosische Chemiefasern sind Viskose, Modal und Lyocell. 

Häufige Chemiefasern in Funktionsunterwäsche:

  • Polyester: weich, pflegeleicht und hautsympathisch; trocknet schnell, transportiert Feuchtigkeit gut ab, speichert Wärme, knittert nicht; widerstandsfähig und reißfest.
  • Coolmax:  eine Polyesterfaser des Faserherstellers Invista. In mehreren Qualitäten erhältlich. Größere Oberfläche als herkömmliche runde Polyesterfasern – ermöglicht hohe Atmungsaktivität, rascheres Feuchtigkeitsmanagement und verbesserte Pflegeeigenschaften.
  • Polyamid: elastischer, starker, hochglänzender Kunststoff. Sehr gute chemische Beständigkeit. Polyamid-Textilien sind strapazierfähig, pflegeleicht, knittern nicht und sind weich und leicht. Faser wird oft beigemischt, um Textilien strapazierfähiger zu machen. 
  • Polypropylen: Material wird praktisch nicht nasse, da es kaum Feuchtigkeit aufnimmt. Mit Polyester gemischt verbessert es die Trocknungseigenschaften von Textilien.
  • Elastanfasern:  Chemiefasern aus Polyurethan. Beinhalten sowohl elastische als auch starre Segmente. Dadurch sehr hohe elastische Dehnbarkeit. Kleidungsstücke aus Elastan sind reißfester und haltbarer als alle anderen Textilien. Produkt zieht sich nach jeder Ausdehnung wieder in ursprüngliche Form zurück. Elastan-Textilien sind pflegeleicht, haben hohen Tragekomfort und große Bewegungsfreiheit. Elastan wird immer mit anderen Fasern kombiniert.
  • Viskose: Zellulose wird aus Buchen- oder Fichtenholz gewonnen; glatte Oberfläche, weich, hohe Feuchtigkeitsaufnahme. Nachteile: höheres Gewicht, knitterempfindlich und wenig strapazierfähig.
  • Modal: besteht aus Zellulose (aus Holz gewonnen). Im Vergleich zu Viskose höhere Festigkeit und Elastizität; auch weniger hitze- und knitterempfindlich. Modal fühlt sich sehr angenehm auf der Haut an (weich). Im Vergleich zu Baumwolle saugfähiger.
  • Lyocell (Tencel): Grundsubstanz Zellulose aus Eukalyptusholz gewonnen. Einfache Herstellung, sehr umweltfreundlich. Verfügt über glatte Oberfläche und hohe Festigkeit. Ist pflegeleicht. Kann Feuchtigkeit sehr gut aufnehmen und transportieren. Die Faser wird v.a. für Sommerwäsche verwendet. 
     

VKI-Tipps

  • Zwiebelprinzip. Das Tragen von mehreren Kleidungsschichten ermöglicht es, sich optimal auf die Temperatur einzustellen. Die Standardkleidung besteht aus Sportunterwäsche, Fleecejacke oder -Pullover sowie einer wasser- und winddichten Überjacke.
  • Funktion. Sportunterwäsche sollte vor allem warm sein und Feuchtigkeit rasch vom Körper wegtransportieren. Auf die Wärme lässt sich aus der Materialzusammensetzung und der Stoffstärke schließen. Diese geben manche Hersteller als Gewicht an. Materialien mit 150 Gramm pro Quad­ratmeter zählen zur Leichtbekleidung, 280 Gramm pro Quadratmeter eignen sich bei besonders niedrigen Temperaturen.
  • Pflege. Neue Kleidung sollte man vor dem ersten Tragen waschen. Wer Sportunter­wäsche mehrere Tage hintereinander anzieht und keine ausreichende Waschmöglichkeit hat, zum Beispiel bei Skitouren, sollte die Garnitur zumindest nach jedem Gebrauch mit klarem Wasser ausspülen.
  • Schnitt. Der eine mag es lieber enger, der andere weiter. Wichtig ist, die Wäsche vorher anzuprobieren und sie auf ihren Tragekomfort zu testen. Allerdings fühlen sich manche Modelle beim ersten Gebrauch eng an, weiten sich dann aber aus.

Testkriterien

Im Rahmen eines internationalen Gemeinschaftstests wurden 13 Funktionsunterwäschen (Oberteil und Hosen) untersucht. Die Modelle sind in Österreich im Handel bzw. online erhältlich.

Funktion

Wasserdampfdurchlässigkeit: Die Bestimmung erfolgte gemäß ISO 11092. Das textile Gewebe wird über einer porösen Metallplatte angeordnet. Die Platte wird erhitzt und Wasser in die Metallplatte geleitet. Es entsteht Wasserdampf,  wodurch Schweiß simuliert wird. Der Ret-Wert (Resistance to Evaporating Heat Transfer) bestimmt den Widerstand, den das Gewebe dem Wasserdampf entgegensetzt. Je niedriger der Ret-Wert, desto höher die Atmungsaktivität.

Wärmeleitfähigkeit: Sie definiert den Temperaturunterschied, mit dem textiles Gewebe einer Wärme pro Zeiteinheit standhält. Die Testapparatur besteht aus zwei Blöcken mit jeweils unterschiedlichen Temperaturen (30 °C und 60 °C). Referenzplatten werden zwischen diese beiden Blöcke eingefügt, danach wird in der Mitte dieser Referenzplatten die Probe eingefügt. Das Ergebnis der Wärmeleitfähigkeit wird als der Wert der gemessenen Temperatur zwischen zwei Referenzplatten angegeben.

Wasseraufnahmefähigkeit: Die Bestimmung erfolgte gemäß DIN 53924. Die Kante des Textils wird in Flüssigkeit getaucht, die Adsorption beginnt (Dochteffekt). Nach einer definierten Zeit wird die Höhe gemessen, auf die die Flüssigkeit gestiegen ist. Die Geschwindigkeit des Flüssigkeitsfortschritts und die endgültige Höhe der Flüssigkeit sind Indikatoren für die Fähigkeit des Materials, die Flüssigkeit zu absorbieren. Die Wasseraufnahme wird in Quer- und Längsrichtung des nicht gewebten Textils gemessen.

Haltbarkeit

Reißfestigkeit: Die Bestimmung der Reißfestigkeit und Reißdehnung erfolgte mit dem Streifen-Zugversuch gemäß SIST EN ISO 13934-1. Aus dem Kleidungsstück wurden  je Richtung (längs und quer) jeweils 5 Teststreifen (300 x 60 mm) geschnitten, wobei die lange Seite die Richtung anzeigte. Diese Streifen wurden an den Längskanten so weit ausgefranst, dass die Probe noch eine Breite von 5 mm aufwies. Je Richtung wurden die Teststreifen nun einzeln in eine Zugprüfmaschine gespannt und unter vorgeschriebenen Bedingungen so lange gezogen, bis der Streifen riss. Das Endergebnis wurde aus dem Durchschnitt der 5 ermittelten Einzelergebnisse errechnet.

Maßänderung beim Waschen: Die Bestimmung erfolgte gemäß SIST EN ISO 5077. Die Änderung der Abmessungen von Textilien wird nach Behandlungen wie Waschen, Trockenreinigung oder Bügeln bestimmt. Maßänderungen, die sich als Schrumpfung oder Ausdehnung des Materials zeigen, werden durch Vermessen des Textils in Längs- und Querrichtung vor und nach dem Waschen bestimmt.

Farbechtheit: Die Farbbeständigkeit erfolgte gemäß SIST EN ISO 105-E04, die Farbbeständigkeit gegenüber Wasser erfolgte gemäß SIST EN ISO 105-E01. Die Textilprobe wurde  zwischen zwei Begleitgewebe eingenäht und danach in alkalische und saure Schweißlösungen bzw. Wasser eingetaucht. Die überschüssige Flüssigkeit ließ man ablaufen. Nun wurde die Probe in ein Prüfgerät zwischen zwei Platten unter definiertem Druck gelegt. Anschließend wurden Probe und Begleitgewebe getrennt getrocknet. Die Änderung der Farbe der Probe und das Anbluten der Begleitgewebe wurden durch Vergleich mit einem Graumaßstab bewertet.
Die Farbbeständigkeit zum Waschen erfolgte gemäß SIST EN ISO 20105-C01 bis SIST EN ISO 20105-C05. Die Textilprobe wurde  zwischen zwei Begleitgeweben eingenäht. Danach wurde sie in einer Waschmaschine mit destilliertem Wasser und einem standardisierten Waschmittel gewaschen. Nach dem Trocknen wurde die Farbänderung der Probe und das Anbluten der Begleitgewebe durch Vergleich mit einem Graumaßstab bewertet.

Scheuerbeständigkeit: Die Bestimmung der Scheuerbeständigkeit erfolgte gemäß SIST EN ISO 12947-2 (Martindale-Verfahren). Die Prüfmuster wurden auf dem Martindale-Prüfgerät mit einem Scheuergewebe mit gleichmäßigem Druck (9 kPa) durch Rotationsbewegungen belastet. Es wurde die Anzahl der Scheuerzyklen bis zur einfachen Fadenzerstörung bzw. Lochbildung ermittelt.

Pilling: Die Bestimmung der Neigung zur Flusenbildung auf der Oberfläche und der Pillneigung erfolgte gemäß SIST EN ISO 12945-2 (Martindale-Verfahren). Das Martindale-Prüfgerät wurde mit den zu prüfenden Proben bestückt. Unter standardisierten klimatischen Bedingungen (Temperatur 20 ± 2 °C, relative Luftfeuchtigkeit 65 ± 2 %) wurden die Proben nun für eine definierte Anzahl an Tourenzyklen beansprucht. Die Beurteilung des Pillings erfolgte nach fotografischen Standards.

Praxistest

Je fünf Personen testeten die Funktionsunterwäsche bei sportlichen Aktivitäten (u.a. Skifahren, Laufen). Anhand eines Fragebogens beurteilten sie u.a. Passform und Komfort der Unterwäsche, das Wärme- und Nässegefühl, die Verarbeitung des Textils sowie den Geruch am Tagesende und am Folgetag.

Abwertungen

Ist die Reißfestigkeit "weniger zufriedenstellend" oder schlechter, kann das Urteil Oberteil bzw. Hose nur um eine Note besser sein. Ist die Farbechtheit "weniger zufriedenstellend" oder schlechter, wird vom Urteil Oberteil bzw. Hose eine halbe Note abgezogen.
Ist die Wasseraufnahmefähigkeit "weniger zufriedenstellend" oder schlechter, kann das Urteil Oberteil bzw. Hose nur um eine Note besser sein.
Ist das Urteil Funktion "weniger zufriedenstellend" oder schlechter, kann das Testurteil nur eine Note besser sein.

Testplakette

Achten Sie beim Kauf auf die KONSUMENT-Testplakette.

Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

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Leserreaktionen

Wo bleibt Löffler?

Meine Frau ist schon seit vielen Jahren Abonnentin Ihres Blattes und ich darf da manchmal auch mitlesen. Als altgedientem Sportler sind für mich natürlich Tests die sich mit Sportbekleidung beschäftigen ein absolutes Muss. Deshalb war ich auch wirklich überrascht, als ich beim Test der Funktionsunterwäsche ausgerechnet einen österreichischen Bekleidungshersteller (Löffler) nicht unter den Getesteten finden konnte. Mich würde wirklich interessieren, warum ausgerechnet die Jungs aus Ried da nicht mitmachen durften?

Felix Leukermoser
E-Mail
(aus KONSUMENT 2/2018)

Unsere Tester hatten im Herbst aufgrund mangelnder Verfügbarkeit im Handel erhebliche Schwierigkeiten, ein Modell der Firma Löffler einzukaufen. Sie konnten das Produkt erst nach Redaktionsschluss unserer Jänner-Ausgabe ins Labor schicken. Mittlerweile liegen die Testergebnisse vor: Die Löffler Transtex Underwear Warm Seamless (Setpreis 134,98 €) wurde von uns mit „durchschnittlich“ bewertet. Alle Details unter Funktions-Unterwäsche - Gut gerüstet.

Die Redaktion

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