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Eine junge Frau im Sportgewand mit Apple AirPods Pro 3 im Ohr macht Liegestütze
Bild: Apple

Apple AirPods Pro 3: Gesundheitsfeatures im Test

Hören, messen, übersetzen. Die AirPods Pro 3 bringen Funktionen, die weit über den Musikgenuss hinausgehen. Apple setzt auf smarte Features wie Gesundheitsmessungen, Hörgerätefunktionen und Live-Übersetzungen.

Die Übersetzungsfunktion überrascht wohl am wenigsten. Aber In-Ear-Kopfhörer als Hörgerät und zur Herzfrequenzmessung? Wie gut das funktioniert, haben wir uns im Rahmen eines internationalen Tests angeschaut.

Abbildung der Apple AirPods Pro 3 mit Ladeschale
Bild: Apple

Fest steht: Die AirPods Pro 3 von Apple (249 Euro) markieren einen Wendepunkt in der Entwicklung von Kopfhörern. Statt rein akustischer Verbesserungen, die vergleichsweise gering ausfallen, stehen sensorbasierte Funktionen im Mittelpunkt. Konkret geht die Entwicklung in die Richtung von Gesundheits- und Barrierefreiheitsfeatures.

Nach dem Test können wir sagen: Manche der von Apple umgesetzten Neuerungen sind tatsächlich vielversprechend.

Herzfrequenzmessung

Die AirPods Pro 3 messen die Herzfrequenz direkt im Ohr. Das funktionierte im direkten Vergleich zur Messung mit einem gängigen, mit Elektroden ausgestatteten Brustgurt (konkretes Modell: Polar H10) erstaunlich genau, besonders bei gleichmäßigen Aktivitäten wie Joggen. Bei raschen Änderungen der Herzfrequenz, typisch etwa für Intervalltrainings, traten Verzögerungen von 3 bis 5 Sekunden auf, die aufgrund der Messung mittels PPG-Sensor als systembedingt anzusehen sind.

PPG-Sensor

PPG steht für Photoplethysmographie. Das ist eine Methode zur optischen Messung von Volumenänderungen in Blutgefäßen. Wie sich im Test zeigte, dürfte der Gehörgang eine gute Position für die PPG-Messung sein. Der Blutfluss ist relativ stabil und anders als etwa am Handgelenk ist die Gefahr von externen Störeinflüssen gering.

Daten in der Health-App von Apple

Die von den AirPods gemessenen Daten landen via Bluetooth automatisch in der Apple Health-App und stehen somit auch ohne Apple Watch über das iPhone zur Verfügung.

Hörtest und Hörhilfe

Die AirPods Pro 3 sind auch in Österreich als frei erhältliche Hörhilfe für leichten bis mittleren Hörverlust zugelassen. Nach einem kurzen Hörtest mithilfe des iPhones und der AirPods passt das System den Klang individuell an. So werden für jedes Ohr gezielt bestimmte Frequenzen verstärkt. Nachträgliche manuelle Anpassungen sind möglich, um etwa den Klang zu beeinflussen, die Klarheit von Musik oder Anrufen zu verbessern oder auf eine bestimmte Person zu fokussieren.

Gute Messergebnisse

Das Ergebnis unseres Hörtests mit einem älteren Mann lag tatsächlich nahe an der medizinisch ermittelten Hörkurve. Bei dem 85-Jährigen war bereits ein altersbedingter Hörverlust in beiden Ohren diagnostiziert worden und er verwendete ansonsten professionelle Hörgeräte.

Verbessertes Hören im Alltag, aber ...

Die alternative Nutzung der AirPods brachte eine deutliche Verbesserung beim Hören im Alltag. Fest steht allerdings auch: Bei schweren Hörproblemen sind die AirPods Pro 3 kein Ersatz für professionelle Hörgeräte. Die maximale Verstärkung wird vom System begrenzt, um Rückkoppelungen zu vermeiden. Die Akkulaufzeit reicht für eine ganztägige Nutzung ohne Aufladen nicht aus.

Live-Übersetzung (Beta)

Eine grundsätzlich spannende Idee ist die Übersetzung von Gesprächen in zwei verschiedenen Sprachen in Echtzeit. In der Praxis funktionierte das aber mit der zum Testzeitpunkt verfügbaren Beta-Version noch nicht zuverlässig.

Derzeit beschränkte Sprachauswahl

In Österreich war die Übersetzungsfunktion zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht freigeschaltet, und es stand nur eine sehr beschränkte Auswahl an Sprachen zur Verfügung (neben Deutsch waren das britisches und US-amerikanisches Englisch, Französisch, Italienisch, brasilianisches Portugiesisch, Spanisch, Japanisch, Koreanisch und Mandarin-Chinesisch in traditioneller und in vereinfachter Variante). An den obigen Aussagen hat sich bis Redaktionsschluss wenig geändert, abgesehen davon, dass die Beta-Version der Übersetzung mittlerweile auch in Österreich funktioniert. Getestet wurde mit den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch.

Die positiven Aspekte

Es wurde nicht Wort für Wort übersetzt, was oft keinen Sinn ergeben hätte, sondern es erfolgte eine Übersetzung in Bedeutungseinheiten. Dadurch kam es zwangsläufig zu einer Verzögerung von etwa vier bis sechs Sekunden zwischen dem gesprochenen Satz und der Audioübersetzung. Die Übersetzungsqualität war akzeptabel, da die Eingabe in der Regel korrekt interpretiert und ein verständliches deutsches Audio erzeugt wurde.

Während der Live-Übersetzung im Ohr konnte die Transkription in beiden ausgewählten Sprachen gleichzeitig auch auf dem iPhone-Display mitgelesen werden. Die Stimmen wurden selbst dann überraschend gut erkannt, wenn laute Hintergrundgeräusche vorhanden waren.

Die negativen Aspekte

Die deutsche Stimme klang recht künstlich, mit falschen Betonungen und Pausen an unpassenden Stellen. Das machte es schwierig, dem Gesagten zu folgen. Außerdem gab es Probleme beim Verständnis beziehungsweise bei der Übersetzung von Zahlen und einzelnen Wörtern – und das nicht nur im Deutschen. So wurde etwa das englische fifteen (15) als fifty (50) interpretiert und entsprechend falsch übersetzt. In einzelnen Fällen kam es vor, dass die Übersetzungen keinen Sinn ergaben.

Unser Fazit. Zum Testzeitpunkt war die Live-Übersetzung technisch unzuverlässig. Sie war als schnelle Verständigungshilfe zwar brauchbar, konnte jedoch (noch) keinen echten Dolmetscher ersetzen.

UWB-Tracking fürs Ladecase

Das Ladecase verfügt über Ultra-Wideband-Technologie (UWB). Dabei handelt es sich um eine hochpräzise Ortungstechnologie, die Funkwellen nutzt, um die Entfernung zwischen Geräten exakt zu messen. Die Genauigkeit liegt weit über der von WLAN oder Bluetooth und die Technologie ist generell weniger störungsanfällig.

Wie funktioniert UWB in der Praxis?

Das iPhone sendet kurze Funkimpulse, das AirPods-Ladecase empfängt diese Signale und sendet sie zurück. Durch die Messung der Zeit für den Hin- und Rückweg berechnet das System die Entfernung mit einer Genauigkeit im Zentimeterbereich und kann zudem die Richtung bestimmen.

Nur auf kurze Distanz

Die Präzisionssuche funktioniert allerdings nur auf kurze Distanz. Zunächst erkennt das System über Bluetooth, ob sich das Gerät in der Nähe befindet. Bei unserem Test im Freien kam die erste UWB-Verbindung nach etwa 22 bis 24 Metern zustande, der Richtungspfeil erschien bei etwa 16 Metern. Wobei man anmerken muss, dass die Verbindungsaufnahme nicht in jedem Fall klappte.

Nur auf derselben Etage

Möglicherweise spielten die kalten Außentemperaturen eine Rolle, denn in Innenräumen trat das Problem nicht auf. Im Testumfeld, einem Bürogebäude mit Stahlbeton- und Trockenbauwänden, war die Erkennung recht zuverlässig, allerdings nur, wenn sich die Geräte im selben Stockwerk befanden. Auch musste die Entfernung erwartungsgemäß etwas kürzer sein als im Freien, und der Pfeil zeigte nicht immer sofort in die richtige Richtung.

Praktisches Tonsignal

Hilfreich ist, dass man bei bestehender Verbindung über das iPhone ein Tonsignal am Ladecase auslösen kann, was das Auffinden erheblich erleichtert.

Weitere smarte Funktionen

Die AirPods Pro 3 verfügen über diverse weitere Funktionen, die Sie über die Einstellungen am iPhone individuell anpassen beziehungsweise auch deaktivieren können.
Personalisierte Lautstärke. Passt die Medienlautstärke automatisch an die Umgebungsgeräusche an.
Gesprächserkennung. Die Musik wird automatisch leiser, wenn man spricht.
Kopfgesten. Nicken für das Annehmen, Schütteln für das Ablehnen von Gesprächen.
Gehörschutz. Reduziert laute Umgebungsgeräusche, ohne deren Wahrnehmung vollständig zu blockieren.

Testgeräte und Betriebssystem

Die Tests wurden mit drei verschiedenen iPhone-Modellen (17 Pro Max, 17, 16e) durchgeführt, zunächst alle mit iOS 26.1 (Build 23B85), später wurde das iOS-Update 26.2 (Build 23C55) installiert.

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Für Sie von Interesse sein könnte aber auch unser Test von Schadstoffen in Kopfhörern auf konsument.at/schadstoffe-kopfhoerer.

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