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Reinigen im Haushalt - Verschmutzungen mit einfachen Mitteln entfernen

Oft stehen wir vor dem Schmutz und wissen nicht, wie wir ihn am wirkungsvollsten bekämpfen können. Dieser Leitfaden soll Hilfe bieten.

Schmutz kommt meistens von allein. Aber in den seltensten Fällen geht er auch von allein. Deshalb verbringen wir einen Teil unseres Lebens außer mit elementaren Dingen wie Essen, Schlafen und Arbeiten mit – Putzen. Damit diese von den meisten wenig geliebte Beschäftigung zumindest Erfolg zeigt, möchten wir für Sie gern die Erfahrungen von zahlreichen Tests zusammenfassen.

Wohnung allgemein

Allzweckreiniger

Böden und Oberflächen sind oft mit staubigem und fettigem Schmutz überzogen. Das ist das richtige Einsatzgebiet für Allzweckreiniger, die in anderen Bereichen wie Küche oder Bad Schwächen haben (siehe Allzweckreiniger im Test - Keine Alleskönner). Ihre Tenside können Fett lösen. Bei hartnäckiger Fett-Verschmutzung sollten Universalreiniger unverdünnt angewendet werden. Um Böden von Staub und Fett zu reinigen, reicht die verdünnte Anwendung als Wischwasser.

Empfindliche Oberflächen wie geöltes Holz sollten wegen der Gefahr von Verfärbungen aber nicht mit Allzweckreiniger geputzt werden. Haben Sie keinen Allzweckreiniger zur Hand, tut’s auch ein fettlösendes Handgeschirrspülmittel. Ohne entsprechende Zusätze verleiht es aber meist weniger Glanz und das Trocknen dauert länger.

Bad, Küche und Fenster reinigen

Küche

Damit wären wir schon in der Küche. Hier entstehen nicht nur – absichtlich oder nicht – die kreativsten Gerichte, sondern auch eine beachtliche Mischung an Verschmutzungen. Diese ruft verschiedene Reiniger auf den Plan.

Spülmittel, Alles- oder Küchenreiniger

Fettiger Brat-Nebel auf Fronten und Flächen lässt sich mit einem Allzweckreiniger oder Küchenreiniger entfernen. Auch hier sollte bei empfindlichen Materialien wie Holz achtgegeben werden. Ebenfalls geeignet und meist verfügbar: ein fettlösendes Geschirrspülmittel.

Angebranntes

Schwieriger wird es bei Übergekochtem, Klebrigem oder Angebranntem. Hier hilft Tempo: den noch warmen – nicht heißen – Herd und Backofen wischen, bei Bedarf mit etwas Spülmittel. Sonst muss wohl auf spezielle Reinigungsmittel wie Kraft- oder Backofenreiniger zurückgegriffen werden.

Schaber

Dann gibt es noch Scheuermilchen mit sogenannten Abrasivstoffen. Sie können aber Mikroplastik enthalten. Wenn Sie solche Reiniger mit einem Schwamm auftragen und diesen danach ausspülen, landet etwaiges Mikroplastik im Abwasser. Daher solche Mittel besser auf Küchenpapier geben. Um den gröbsten Dreck ohne Spezialreiniger zu entfernen, gibt es Schwämme oder Schaber, z.B. für Glaskeramikkochfelder.

Trocken halten

Saure Mittel wie Essigreiniger gegen Kalk sind in der Küche verzichtbar, wenn die Abwasch nach Benutzung schnell trocken gewischt wird.

Bad

Kalk, Seifen und Pflegeprodukte heißen die Herausforderungen im Badezimmer. Hilfsmittel können Hartnäckigkeit und oft auch Säure sein.

Vorbeugung

Zahnpasta und Seife direkt mit klarem Wasser abspülen. Sofortiges Trockenwischen verhindert Kalkablagerungen: an Waschbecken und Armaturen mit fusselfreiem Tuch, in der Dusche mit Abzieher und weichem Tuch.

Säure gegen Kalk

Bilden sich doch leichte Kalkränder und -flecken, lassen die sich oft noch mit etwas Zitrone aufweichen und dann entfernen. Da auch solche Hausmittel Oberflächen schädigen können, zunächst an unauffälliger Stelle ausprobieren. Bei stärkeren Kalkrändern ist nicht unbedingt ein Kraftreiniger notwendig.

Oft reicht ein normaler Badreiniger: etwas einwirken lassen und gut nachspülen. Schaber nur mit Vorsicht einsetzen. Allzweckreiniger sind gegen Kalk nicht geeignet.

Allesreiniger gegen Staub

Gegen Staub auf Wand- und Bodenfliesen sind Allzweckreiniger brauchbar. Sie schonen säureempfindliche Fugen und Marmor.

Schimmel

Mit einem Anti-Schimmel-Mittel mit Bleichwirkung lässt sich der Pilz am besten entfernen, etwa mit Wasserstoffperoxid (H2O2). Aber auch Alkohol kann gegen Schimmel helfen.

Keine Hygienereiniger

Die desinfizierenden Wirkstoffe von Hygienereinigern können Allergien auslösen und zu Keimresistenzen beitragen. Außerdem können sie die Gewässer belasten. Für Ihre Hygiene ist regelmäßiges gründliches Händewaschen sinnvoller. Verzichtbar sind auch WC-Steine, die umweltschädliche Duftstoffe ins Wasser abgeben. Bei verstopften Abflüssen statt mit einem Rohrreiniger zuerst mechanisch mit Gummisauger oder Spirale arbeiten. 

Fenster

Glasreiniger oder Spülmittel

Nur Wasser und Spülmittel, das funktioniert zwar. Leichter machen es aber Glasreiniger, die in der Regel kaum Salze, dafür aber Alkohole – gegen Schlieren und Streifen – enthalten. Sie belasten Gesundheit und Umwelt kaum: Die Reiniger enthalten kaum mehr Chemie als ein gängiges Hausmittel aus destilliertem Wasser, Brennspiritus und Geschirrspülmittel.

Abzieher

Ein vernünftiger Abzieher oder ein elektrischer Fenstersauger sorgen für streifenfreies Putzen größerer Flächen.

Staub und Flecken entfernen

Staub

Staub ist für die meisten nur ein optisches Problem. Für Menschen, die auf Pollen oder Hausstaubmilben allergisch reagieren, aber auch ein gesundheitliches. Sie nehmen am besten zwei bis drei Mal pro Woche das Staubwischen in Angriff. Die Fenster sollten wegen den Staub aufwirbelnder Zugluft geschlossen sein. Dann von oben nach unten vorgehen. Bei großen Mengen eventuell (zuerst) mit dem Staubsauger und aufgesetzter Möbelbürste – wo möglich – reinigen. Danach empfiehlt sich die Verwendung von speziellen waschbaren Mikrofaser-Staubtüchern – möglichst ausgebreitet.

Bei 40 Grad waschen

Am besten waschen Sie diese Tücher bei 40 Grad ohne Bleiche mit einem Colorwaschmittel und trocknen sie auf der Leine. Bei allen Mikrofasertüchern lösen sich beim Waschen allerdings sehr kurze Kunststoff-Fasern und belasten so das Abwasser. Wenn Sie einen Wäschetrockner besitzen, können Sie die Tücher vor der Verwendung in den Trockner geben – dabei werden die lose sitzenden Fasern herausgeschüttelt und können im Restmüll entsorgt werden.

Mikrofasertücher umweltfreundlicher als Staubwedel

Alte Baumwollfetzen können Mikrofaser-Staubtücher nicht ersetzen, denn sie schieben den Staub mehr zusammen, als dass sie ihn aufnehmen. Die waschbaren Mikrofasertücher sind noch deutlich umweltfreundlicher als Staubwedel, von denen die meisten ihrer Aufgabe nur ungenügend nachkommen. Falls Sie doch Wegwerftücher oder gar -wedel nehmen, nutzen Sie sie so lange, bis diese mit Staub „vollgeladen“ sind. Siehe auch Staubentfernung - Tücher putzen Wedel weg.

Flecken

Geschwindigkeit

Die beste Fleckenbekämpfung ist die rasche. Denn frische Flecken lassen sich deutlich leichter entfernen als getrocknete. Da reicht oft auch ein Hausmittel. Die Stiftung Warentest hat die vier Hausmittel flüssige Handseife, Salz, Natron und Zitrone auf Baumwolle ausprobiert und an klassischen Alltagsflecken wie Espresso, Gras, Pesto und Rotwein geprüft.

Flüssige Handseife

Dabei erwies sich flüssige Handseife als wirksamer Fleckentferner. Damit vorbehandelt, war von den frischen Rotwein- und Grasflecken nach der Wäsche fast nichts mehr zu sehen. Gegen Espresso und Pesto wirkt die Seife zwar nicht so gut, aber besser als ein Colorwaschmittel allein. Auch die Hausmittel Salz, Zitrone und Natron halfen bei diesen Flecken kaum. Die von vielen verwendete feste Gallseife wurde nicht getestet.

Vollwaschmittel

Bei eingetrockneten Flecken einfach das Textil in der Maschine mit Colorwaschmittel zu waschen, reicht bei hartnäckigerer Verschmutzung meist nicht aus. Gute Vollwaschmittel sind hier die beste Wahl. Eingesetzt wie Fleckensalz sind sie erfolgreicher als Universalfleckentferner in Form von Pulver, Gel, Spray oder Flüssigseife. Vollwaschmittel bleichen aber, was schlecht für Farben ist. In diesem Fall arbeitet ein Fleckenspray schonender.

Ultraschallstifte

Die können Sie vergessen. Andere Mittel sind besser, einfacher und günstiger. Teilweise verschlimmern die Stifte Flecken sogar. Lesen Sie dazu auch auf Seite 8 „Weg mit dem Fleck“.

Frische Flecken bekämpfen

Reinigen im Haushalt: Wie den Schmutz am wirkungsvollsten bekämpfen? Bild: Hand mit gelbem Putzhandschuh und rosa Putztuch macht Reinigungsbewegung auf einer glatten Oberfläche. Foto: Africa-Studio/Shutterstock.com

  • Fleck schnellstmöglich mit Küchenpapier abtupfen. Schmutziges Gewebe nicht reiben, sonst wird der Fleck eingearbeitet oder der Stoff aufgeraut.
  • Saugfähige Unterlage unter das Textil. Vorsichtig mit Wasser und etwas Seife abtupfen.
  • Dann laut Pflegeetikett waschen.
  • Blut, Gras oder Kakao sind eiweißhaltig. Immer zuerst mit kaltem Wasser behandeln. Bei über 40 Grad Celsius gerinnt Eiweiß und setzt sich im Stoff fest. Für Fettiges und viele andere Flecken eignet sich Seife mit warmem Wasser.
  • Keine Selbstversuche bei schwierigen Flecken oder empfindlichen Textilien wie einer Seidenbluse. Oft verschlimmert sich der Fleck oder es bleiben unschöne Ränder zurück. Bringen Sie solche Kleidungsstücke gleich in die Reinigung.

Putzmittel, die unsere Gesundheit gefährden

Gesundheit

Viele Putzmittel sind gesundheitsgefährdend. Achten Sie auf die Inhaltstoffe und die Gefahrenhinweise. Das Österreichische Umweltzeichen, der Blaue Engel oder das Ecolabel können bei einer gesunden Wahl helfen.

Wegsperren

Das Wichtigste ist aber: Lagern Sie Ihre Putzmittel unerreichbar für Kinder und füllen Sie niemals Chemikalien in Lebensmittelbehälter oder Getränkeflaschen um! Denken Sie außerdem daran, dass viele Kraftreiniger (Backofen-, Grill-, Abflussreiniger usw.) ätzend sein können. Mischen Sie niemals chlorhaltige Reinigungsmittel mit sauren wie Essig- oder WC-Reiniger. Dabei bildet sich giftiges Chlorgas, das Lunge und Atemwege schädigt. Viele Reiniger-Bestandteile können Allergien wie Hautausschläge oder Juckreiz auslösen. Achten Sie deshalb auf die Inhaltstoffe. Hinweise auf den verantwortungsvollen Umgang mit Reinigungsmitteln finden Sie unter cleanright.eu.

Vergiftungsverdacht

Wenden Sie sich bei einem Vergiftungsverdacht schnellstmöglich an die Vergiftungsinformationszentrale unter +43 (0)1 406 43 43. Ausführlichere Informationen gibt es unter Vergiftungsinformationszentrale .

Die optimale Wirkung

Sie beruht auf vier voneinander abhängigen Faktoren: chemische Zusammensetzung, Temperatur, Zeit und Mechanik. Ist ein Punkt stärker vertreten, können andere schwächer ausfallen. So lässt sich durch Einwirkzeit, kräftiges Schrubben oder warmes Wasser gegen Fett Putzmittel sparen.

Wie viele Putzmittel brauche ich im Haushalt?

Vier bis fünf: Handgeschirrspülmittel zum Fettlösen, sauren Reiniger gegen Kalk, Universalreiniger für abwaschbare Böden und Oberflächen und eine Scheuermilch oder Schaber gegen Eingebranntes. Und eventuell einen Glasreiniger.

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