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junger Mann in offenem Jeanshemd, darunter weißes Leiberl, greift nach einem Kartoffelchip vor gelbem Hintergrund
Bild: stock.adobe.com/Pixel-Shot

Taste:Check gesalzene Kartoffelchips

Knusprig, goldig, gesalzen – Kartoffelchips. Die meisten kamen bei den Verkostenden gut an.

Kartoffelchips gehören zu den beliebtesten Knabbereien überhaupt. Gerade zur Fußball-WM-Zeit ist mit einem erhöhten Aufkommen an Kartoffelchips in fettigen Fingern vor dem Fernseher oder Beamer zu rechnen. Besonders die klassische Variante – gesalzen, ohne zusätzliche Würzung – ist für viele der Maßstab unter den Snacks. Doch welche Chips schmecken den Konsument:innen tatsächlich am besten? Gibt es einen Unterschied zwischen günstigen Eigenmarken und bekannten Markenprodukten?

Diese Produkte haben wir verkosten lassen

  • Bravo Chips gesalzen
  • Clever Gesalzene Chips
  • Funny Frisch Chipsfrisch Chips Gesalzen
  • Kelly's Chips Salz
  • Lay's Chips gesalzen
  • Lorenz Crunchips salted
  • S-Budget Kartoffel-Chips gesalzen
  • Snack Day Salz Chips
  • Snack Fun Chips Salz
  • Spar Premium Nature Chips Kartoffelchips mit Meersalz

    >> Hier gelangen Sie direkt zur Testtabelle (Produktfinder).

10 Kartoffelchipspackungen verschiedener Marken nebeneinander
Bild: VKI / Alexandra Konstantinoudi

Blindverkostung

Im Taste:Check waren ausschließlich klassische gesalzene Kartoffelchips ohne Wellenschnitt und ohne zusätzliche Gewürze. Verkostet wurden insgesamt 10 Produkte von österreichischen Supermärkten und Discountern. Darunter befanden sich sechs Eigenmarkenprodukte des Handels – etwa von Spar, Rewe, Lidl und Hofer – sowie vier bekannte Markenprodukte.

Die Verkostung erfolgte blind. Die Teilnehmer wussten also nicht, welche Chips sie gerade probierten. Die Produkte wurden in nummerierten Schüsseln auf Tischen bereitgestellt. Um Zunge und Gaumen zwischen den Proben neutralisieren zu können, standen Wasser und Apfelspalten bereit.

Prüfpunkte

Bewertet wurden mehrere Merkmale: Aussehen, Geruch, Knusprigkeit, Geschmack. Daraus folgte das Gesamturteil. Zusätzlich wurde abgefragt, ob die Personen das jeweilige Produkt kaufen würden. Auch die wahrgenommene Salzigkeit wurde erhoben – also ob die Chips als zu wenig, genau richtig oder zu stark gesalzen empfunden wurden.
Insgesamt nahmen 68 Personen an der Verkostung teil.

waagrechter angeschnittener Arm: Hand hält ein Kartoffelchip
Bild: stock.adobe.com/-Yeti-Studio

Gaumenfreude

Ganz klarer Testsieger der Verkostung wurden die Kelly’s Chips. Das Markenprodukt schnitt in sämtlichen Punkten am besten ab. Besonders Geschmack und Knusprigkeit hatten es den Verkoster:innen angetan. Auch das Aussehen entsprach den Vorstellungen.

Beachtliche 82 Prozent gaben an, dass sie dieses Produkt kaufen würden. Die Kommentare der Verkostenden fielen entsprechend positiv aus. Zwei Beispiele: „Sind mit Abstand die besten.“ „Großartig. Nichts zu beklagen.“

Positiv fiel außerdem auf, dass die Kartoffeln für das Produkt aus Österreich stammen.

Kelly’s dürfte treuen KONSUMENT-Leser:innen bei uns schon öfters untergekommen sein. 2024 haben wir eine Reportage über die Chipsherstellung bei Kelly’s veröffentlicht. 2020 wurde den Kelly’s Chips wegen Shrinkflation von 175 g auf 150 g die bei Herstellern wenig beliebte KONSUM-Ente verliehen. Im Jahr darauf war dann auch die größere „Party“-Packung wegen Shrinkflation Kandidat im Lebensmittel:Check.

>> Hier gelangen Sie direkt zur Testtabelle (Produktfinder).

Unbeliebt

Am anderen Ende der Tabelle landeten die „Spar Premium Nature Chips Kartoffelchips mit Meersalz“. Es handelte sich dabei um das teuerste Produkt im Test, das einzige mit reduziertem Fettgehalt. Diese Chips wurden von vielen als zu dick und zu hart beschrieben. Auch die helle Farbe kam nicht gut an. Ein Beispielkommentar: „Wirkt künstlich, fast wie Pringles.“ Nur rund jeder Dritte würde das Produkt kaufen.

Das Ergebnis zeigt deutlich: Diese Chips sind anders. Sie kommen aber trotz – oder wegen – der besseren Nährwerte nicht gut an.

dunkle Schale voll mit Kartoffelchips auf dunklem Holztisch
Bild: stock.adobe.com/Ruslan-Mitin

Markenprodukte voran

Besonders auffällig war, dass alle vier getesteten Markenprodukte die ersten vier Plätze belegten. Zumindest bei klassischen gesalzenen Kartoffelchips dürften bekannte Marken also tatsächlich einen geschmacklichen Vorteil haben. Zwei von drei Verkostenden würden die getesteten Markenprodukte kaufen.

Die guten Günstigen

Ganz abgeschlagen waren die Eigenmarken allerdings nicht. Vor allem die Produkte von Clever (Rewe) und Snack Fun (Hofer) lagen bei den Bewertungen relativ nahe an den Markenprodukten. Und das zum Preis von einem Drittel der Markenchips.

Produktionsförderband in Fabrik voll mit Kartoffelchips
Bild: stock.adobe.com/Parilov

Große Preisunterschiede

Denn der Kilopreis der Markenprodukte liegt in etwa bei 17 bis 20 Euro. Die Eigenmarken kosten mit sechs Euro pro Kilogramm deutlich weniger. Nur Spar Premium tanzt mit 22 Euro das Kilo aus der Reihe der günstigen Eigenmarken.

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Salz

Kartoffelchips sind salzig, das überrascht wenig – vor allem mit der Geschmacksrichtung Salz. Und doch gibt es Unterschiede von 60 Prozent im Salzgehalt. Denn dieser lag zwischen 1 und 1,6 Gramm Salz pro 100 Gramm Chips.

Beim Produkt mit dem niedrigsten Salzgehalt – Snack Day von Lidl – meinten mehr als 60 Prozent der Verkoster, dass die Chips zu wenig gesalzen seien. Umgekehrt empfand fast die Hälfte der Personen das Produkt mit dem höchsten Salzgehalt – S-Budget von Spar – bereits als zu stark gesalzen. Die ideale Salzmenge für den durchschnittlichen Geschmack dürfte also irgendwo dazwischen liegen. Wobei davon auszugehen ist, dass sie eher höher ist. Immerhin finden sich in den siegreichen Kelly’s auch 1,5 Gramm Salz pro Kilo. 

Daraus lässt sich auch folgern: Wer in einer Fressattacke den gesamten Inhalt eines 250-Gramm-Sackerls leert, hat bereits drei Viertel der täglichen Maximalmenge von fünf Gramm Salz zu sich genommen, die die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt – das ist also entschieden zu viel. Einmal ganz abgesehen vom Fettgehalt …

nur Kartoffelchips vor weißem Hintergrund
Bild: stock.adobe.com/laboko

Nutri-Score

Ernährungsphysiologisch schneiden klassische Kartoffelchips daher klarerweise schlecht ab. Neun der zehn getesteten Produkte tragen den Nutri-Score D. Hauptgrund dafür sind eben der hohe Salz-, aber auch Fettgehalt.

Nur ein einziges Produkt erreicht den Nutri-Score C: die Spar Premium Chips. Laut Verpackung enthalten diese rund 30 Prozent weniger Fett als herkömmliche Chips.

Portionsgröße

Auf den Verpackungen ist oft eine Portion mit 25 bis 30 Gramm Chips angegeben. Diese Menge erscheint uns jedoch knapp bemessen und kann das Produkt gesünder erscheinen lassen, als es tatsächlich ist. Wir gehen eher von 50 Gramm aus. Eine solche Portion liefert ungefähr 270 Kilokalorien, 17 Gramm Fett und 0,8 Gramm Salz. Chips bleiben damit eindeutig ein Produkt für den gelegentlichen Genuss. Gönnen Sie sich dazu auch noch eine 0,5-Liter-Flasche Bier gegen den aufkommenden Durst, verdoppeln Sie die aufgenommenen Kilokalorien – und haben damit bereits ein Viertel des durchschnittlich angenommenen Tagesbedarfs von rund 2000 Kilokalorien intus.

ganzes Bild gefüllt mit Kartoffelchips
Bild: stock.adobe.com/Kwangmoozaa

3 Zutaten reichen

Grundsätzlich braucht es für klassische gesalzene Kartoffelchips nur drei Dinge: Erdäpfel, Öl und Salz. Damit waren auch alle getesteten Produkte vegan.

Viele Hersteller setzen Mischungen aus Raps- und Sonnenblumenöl ein. Auf den Zutatenlisten findet sich dabei häufig die Formulierung „in veränderlichen Gewichtsanteilen“. Das bedeutet, dass beide Öle enthalten sind, sich ihr Mengenverhältnis aber je nach Verfügbarkeit ändern kann.

Zusatzstoffe

Vier der zehn getesteten Produkte enthielten Zusatzstoffe, konkret sogenannte Antioxidationsmittel wie „stark tocopherolhaltige Extrakte“ (E 306). Sie sollen verhindern, dass das Fett ranzig wird. E 306 gilt als unbedenklich und darf sogar in Bio-Produkten eingesetzt werden. Sechs Produkte kamen hingegen ohne jegliche Zusatzstoffe aus. Denkbar ist, dass dort speziell verarbeitete Öle verwendet werden oder die Chips mit Schutzgas (z.B. Stickstoff) verpackt werden. Vielleicht nehmen die Hersteller auch einfach eine kürzere Haltbarkeit in Kauf.

>> Hier gelangen Sie direkt zur Testtabelle (Produktfinder).

von oben: 5 Schalen voll mit Kartoffelchips in einer Reihe vor weißem Hintergrund
Bild: stock.adobe.com/baibaz

Herkunft der Kartoffeln

Woher die Erdäpfel für die Chips stammen, muss auf der Verpackung nicht verpflichtend angegeben werden, da es sich um ein verarbeitetes Produkt handelt. Einige Hersteller machen dennoch freiwillige Angaben zur Herkunft. Für viele Konsument:innen dürfte das ein wichtiges Kaufargument sein – insbesondere wenn österreichische Erdäpfel verwendet werden. Ein genauer Blick auf die Verpackung kann sich daher lohnen. Die Hersteller für Kelly‘s und Snack Fun von Hofer verwenden laut Packungsangabe österreichische Erdäpfel, für die Funny Frisch Chips werden Kartoffeln aus Deutschland verarbeitet.

Nachspeise

Die Verkostung von gesalzenen Kartoffel-Chips lässt eine seltene Regel erkennen: Markenprodukte schmecken der Mehrheit besser als Eigenmarken. Allerdings ist der Abstand zwischen diesen Gruppen sehr klein. Daher stellt sich auch die Frage, ob ein dreimal so hoher Preis für Markenprodukte gezahlt werden will.

Ernährungswissenschaftlich bleiben Kartoffelchips ein Snack für besondere Gelegenheiten. Wer sie bewusst genießt und auf Portionsgrößen achtet, kann sich den Griff ins Chipssackerl gelegentlich erlauben.

Verkostungstabelle: Kartoffelchips

Klicken Sie auf den Link. Filtern, vergleichen, sortieren, ausdrucken: In unserem Produktfinder stellen wir Ihnen Verkostungsergebnisse von 10 Produkten zur Verfügung. (Stand: Juni 2026)

Bitte beachten Sie, dass Sie mindestens 2 Produkte anhaken und vergleichen müssen, um zu den Detailergebnissen zu gelangen. Näheres zur optimalen Nutzung der Online-Tabelle finden Sie in unserer Produktfinder-Hilfe.

Gesündere Alternativen?

Wer gerne knabbert, hat viel Auswahl im Supermarktregal. In einer früheren Untersuchung haben wir uns bereits angesehen, welche Knabbereien aus ernährungswissenschaftlicher Sicht günstiger als Kartoffelchips abschneiden.

Oft besser bewertet wurden beispielsweise:

  • ungesalzene oder nur leicht gesalzene Nüsse
  • Hirsebällchen
  • Kichererbsen-, Linsen-, Reis- oder Maiswaffeln
  • Tortilla-Chips aus Mais
  • Knuspererbsen, Knabbersojabohnen
  • Linsenchips

Vor allem Produkte auf Basis von Hülsenfrüchten können bei den Nährwerten Vorteile haben, etwa durch mehr Ballaststoffe und Eiweiß. Allerdings gilt auch hier: „Gesünder“ bedeutet nicht automatisch gesund. Viele vermeintlich bessere Snacks enthalten ebenfalls viel Salz und Fett und bleiben damit ebenfalls Produkte für den seltenen Genuss.

Fußball-WM-Chips-Tipps

Satt. Mit einer ausgewogenen, gut sättigenden Mahlzeit in den WM-Abend starten, die Vollkornprodukte (wie Vollkornpasta oder Vollkornbrot), Gemüse und Eiweiß beinhaltet (z.B. aus Hülsenfrüchten wie Bohnen, Linsen, Kichererbsen und daraus hergestellten Produkten wie Tofu oder Hummus oder tierischen Quellen wie Eier, Fleisch und Milchprodukte). So reduziert sich die Gefahr, durch Heißhunger über die Chipsschüssel herzufallen. 

Portionieren. Am besten eine Portion Knabbersnack in eine kleine Schüssel umfüllen und den Rest der Packung verschließen und außer Reichweite bringen. So fällt es möglicherweise leichter, weniger zu essen und der Versuchung besser zu widerstehen. 

viele Hände von auf einem Sofa sitzenden Menschen greifen in eine Glasschüssel voll mit Kartoffelchips
Bild: stock.adobe.com/contrastwerkstatt

Warum wurden keine Bio-Chips getestet?

Angebot. Bio-Chips sind kaum zu bekommen, insbesondere solche mit österreichischen Kartoffeln. Bei der Markterhebung wurden in Supermärkten und Discountern nur wenige Bio-Chips-Sorten gefunden.

Mehraufwand. Laut Kelly’s (Gespräch 2024) erschwert die Produktion von Bio-Chips die vorhandene Infrastruktur: Das Werk verfügt nur über eine Fritteuse, die für Bio- und konventionelle Produktion jeweils vollständig entleert und gereinigt werden müsste. Das ist für das Unternehmen nicht möglich.

Produktionsstätte. In Österreich dürfte es an Bio-Chipsherstellern mangeln, die Bio-Chips in größerem Umfang produzieren können. Ein Lebensmittel:Check von Ende 2025 zeigt, dass österreichische Bio-Kartoffeln für die Herstellung der Billa Bio-Chips in die Niederlande transportiert werden. Die dort produzierten Bio-Chips werden anschließend wieder nach Österreich zurückgebracht und verkauft.

Perspektive aus einem Chipspackerl: Ein lachendes Kind mit Kartoffelchip in der Hand
Bild: stock.adobe.com/Елена-Гурова

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