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6 Manner Produkte im Vergleich
Bild: VKI

Manner wegen Mogelpackung bei Mozart-Schnitten verurteilt

Zu viel Luft, zu wenig Schnitten: Wir hatten geklagt und das Handelsgericht Wien betrachtete die Verpackung als „irreführend“.

Jeder kennt die rosa Manner-Schnitten. Aber das Unternehmen hat noch mehr Produkte im Sortiment, etwa die Mignon-Schnitten. Wir haben die Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft (Manner) geklagt. Es ging um die Füllmenge bzw. den Luftgehalt von Verpackungen. Nun bestätigte das Handelsgericht (HG) Wien unsere Rechtsauffassung und beurteilte die Verpackung des Schüttelbeutels von „Manner Mozart Mignon“ als irreführend. Das Urteil ist – Stand 11.7.2022 - nicht rechtskräftig. Für Manner ist die Verurteilung nicht nachvollziehbar. Das Unternehmen wird das Urteil bekämpfen.

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Manner-Schnitten gibt es in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und Verpackungen. Im Verfahren wurden die Produkte „Original Neapolitaner“, „Haselnuss Mignon“ und „Mozart Mignon“ im Schüttelbeutel miteinander verglichen. Die Säckchen der drei Produkte sind gleich groß und werden in den Verkaufsregalen nah beieinander präsentiert. Bei der Füllmenge gibt es allerdings Abweichungen: Während „Original Neapolitaner“ und „Haselnuss Mignon“ mit 400 Gramm befüllt sind, enthält „Mozart Mignon“ 100 Gramm weniger – also nur 300 Gramm.

Weniger als 40 Prozent Füllung

Der Befüllungsgrad der „Mozart Mignon Schnitten“ beträgt somit nicht einmal 40 Prozent. Die Irreführung der Verpackung der „Mozart-Schnitten“ ist aber vor allem deshalb so gravierend, weil das Produkt in enger Verbindung mit ähnlichen Produkten –  die lediglich eine andere Geschmacksrichtung aufweisen – angeboten wird.

Gewicht von vielen nicht wahrgenommen

Das HG Wien folgte unserer Auffassung. Konsumentinnen und Konsumenten rechnen nicht damit, dass sich in der Verpackung der „Mozart Mignon Schnitten“ nur 300g befinden. Auch der auf allen Seiten der Verpackung angebrachte Hinweis der Nettofüllmenge vermag die Irreführung nicht zu verhindern: Hinweise auf das Füllgewicht werden von vielen nicht wahrgenommen. Kundinnen und Kunden dürfen damit rechnen, dass sich in gleich großen Packungen auch die gleiche Füllmenge befindet. Das Gericht erklärt im Urteil: "(...) ist eine Angabe im Geschäftsleben, also eine Äußerung mit objektiv feststellbarem Inhalt, unzulässig, die nicht der Wahrheit entspricht oder für die angesprochene Verkehrskreise irreführend ist."

HG Wien: Urteil vom 30.06.2022, Aktenzahl 11 Cg 38/22h

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