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Menschenmenge bei einem Konzert
Sind Ticketversicherungen sinnvoll? Bild: Roman-Voloshyn / Shutterstock.com

Ticketversicherungen: Entbehrlich

Sie leisten oft weit weniger, als Besucher von Veranstaltungen sich davon erhoffen. Warum Ticketversicherungen aus unserer Sicht nicht sinnvoll sind.

Von vielen Kultur- und Sportbegeisterten wurde es schon sehr lange herbeigesehnt: Konzerte & Co finden wieder statt – und zwar uneingeschränkt und in vollen Häusern. Trotzdem bleibt dieser leise Zweifel: "Was, wenn mir die Pandemie doch wieder einen Strich durch die Rechnung macht?"

Ticketversicherungen scheinen die probate Lösung zu sein. Das sind sie aber nur auf den ersten Blick. Wir haben genau hingeschaut und finden: Dieser Versicherungsschutz ist nicht nötig. Warum, lesen Sie hier.

Wann greift der Schutz?

Wer am Tag der Veranstaltung keine große Lust verspürt, aufs gebuchte Konzert zu gehen, der braucht definitiv nicht damit zu rechnen, die Kosten via Ticketversicherung ersetzt zu bekommen. Das gilt auch für den Fall, dass man die Eintrittskarten verlegt hat. Ticketversicherungen greifen meist nur im Erkrankungsfall (oder bei coronabedingter Quarantäne). Ein Umzug, Todesfall oder schwerer Unfall sind andere übliche versicherte Fälle. Wer es genau wissen will, und dazu raten wir jedenfalls, der muss in den Versicherungsbedingungen nachlesen – aber Achtung: Versicherungschinesisch garantiert!

Auch bei Absage?

Der wohl größte Irrglaube ist, dass Ticketversicherungen auch dann greifen, wenn die Veranstaltung abgesagt oder verschoben wird. Tut sie aber nicht. In so einem Fall muss nämlich ohnedies der Veranstalter für die Kosten gerade­stehen. Auch Reise- oder Hotelkosten sind in den Bedingungen nicht inkludiert, dazu bräuchte man zusätzlich eine umfassende Reisestornoversicherung.

Schließ ab!

Bei Weitem nicht alle Veranstalter bzw. Ticketportale bieten Ticketversicherungen an. Wenn, dann werden die Versicherungen den Konsumenten am ­Ende des Online-Bestellvorganges noch schnell schmackhaft gemacht, teilweise werden sie sogar dezidiert empfohlen. Details zu den Versicherungsbedingungen? Mangelware. So mancher schließt dann ohne ­langes Überlegen ab.

Nach dem Motto: „Schnell noch ein Hakerl, was kostet die Welt.“ Wer so denkt, der sollte nicht die Zusatzkosten der Versicherung freigebig bezahlen, sondern lieber dem Worst Case, also dem Verfall der Eintrittskarte, ins Auge sehen. Auch wenn manche Tickets durchaus teuer sind – existenzbedrohend sind die Summen nicht. In der Praxis ist es ohnedies so, dass gerade die teuren Events oft ausverkauft sind und die Tickets somit heiß begehrt. Wer am Tag X also nicht kann, der sollte lieber die Eintrittskarte im Bekanntenkreis oder auf einer Internetplattform feilbieten.

Nur für einen Tag

Noch ein Wort zu den Kosten der Versicherung. Die Prämie richtet sich zumeist nach dem Ticketpreis. Bei ­wien-ticket.at, die mit der Europäischen Reiseversicherung kooperieren, sind es ­beispielsweise 7,5 Prozent vom Ticketpreis. Bei Oeticket (gemeinsam mit der Ergo Reiseversicherung) sind es 5,5 Prozent. Für Top- Eventtickets im Premiumsegment (also ganz vorn, auf Tuchfühlung mit den Stars) legt man schnell nochmal ein paar Zehner auf den Ticketpreis drauf. Nicht viel? Wir finden schon, zumal hier eine Versicherung nur für eine einzige Veranstaltung abgeschlossen wird.

Mühsam im Fall des Falles

Die Beweisführung bei Inanspruchnahme der Versicherung kann sich als beschwerlich entpuppen. Schaden melden, ärztliches Attest bringen, langwierige Korrespondenz mit übereifrigen Sachbearbeitern etc. Ist das die Mühe wert?

Fazit

Eine Ticketversicherung ist wahrlich kein essenzielles Ver­sicherungsprodukt. Es gibt weit wichtigere Dinge, die abgesichert werden sollten, als eine Eintrittskarte für ein Rolling-Stones-Konzert. Welche Risiken das sind, und zwar abgestimmt auf Ihre persönliche Lebens­situation, können Sie mit dem interaktiven VKI-Risiko-Check mühelos identifizieren (konsument.at/risiko-check).

Mehr zum Thema

Das EVZ Österreich hat alle Informationen rund um Konsumenten-Rechte beim Thema Konzerte zusammengetragen, abrufbar auf europakonsument.at/konzerttickets.

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