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Jugendliche beim Videospiel
Immer mehr Computerspiele verlangen Geld dafür, dass man sinnvoll weiterspielen kann Bild: Pixel-Shot/Shutterstock

Sony Playstation: 4000 € für FIFA-21-Spieler ausgegeben

Gute Fußballspieler sind alles. Das gilt auf dem Rasen und das gilt beim Online-Spiel FIFA 21. Wer gewinnen will, muss laufen oder kaufen.

Allein am 18.12.2021 ballert der 13-jährige Peter auf seiner PlayStation im Spiel FIFA 21 zehn Käufe in den digitalen Äther – um 14 Uhr 20, 14:21, 16:04, 20:00, 20:01, 20:08, 21:06 (2 x), 21:11 und 22:15. Kopf, Rechner und Mastercard glühen. Die Rechnung für Dezember beträgt über 3.600 Euro, im November waren es über 400 Euro. Mutti glüht dann auch.

Früher zahlte man für den Kauf des Spieles. Heute muss man im Spiel kaufen, damit man weiterkommt (sogenannte Lootboxes). FIFA spielen ist okay. Aber die FIFA Ultimate Team Points über den Sony-PlayStation-Store ohne Zustimmung der Mutter zu kaufen, ist dann doch etwas anderes. Die FIFA-Points sind eine virtuelle Währung für Spieler-Käufe, um das eigene Fußballteam zu verbessern.

Wie ein Glücksspiel

Ob man Klasse-Kicker bekommt, ist ungewiss; das Ganze hat Glücksspielcharakter, und Peter hatte wenig Glück. Die Abrechnung zeigt, dass er im Spielrausch ständig nachkaufte. Die Mutter berichtet: Am Anfang habe der Bub sie – wie vereinbart – bei kleinen Käufen gefragt. Aber diese Serie habe sie nicht autorisiert.

Über 4.000 Euro ausgegeben

Ein minderjähriger Schüler ist durch Ausgaben von über 4.000 Euro in seinem Unterhalt gefährdet, das Geschäft daher, so der Fachbegriff, „schwebend unwirksam“. Ohne Zustimmung des Erziehungsberechtigten sind die Käufe ungültig. Das österreichische Recht ist da sehr streng.

Konten für Erwachsene, Konten für Kinder

Wir intervenieren also über das Europäische Verbraucherzentrum Großbritannien. Sony Interactive Entertainment Network Europe schreibt, dass es eigene Konten für Kinder gebe. Dort könnten Eltern die Aktionen der Kinder kontrollieren. Die Mutter: Ich habe einen Erwachsenen-Account angelegt, von einem für Kinder wusste ich nichts. Und es wäre schon gut, wenn das so programmiert wäre, dass kein Kaufrausch möglich ist. – Das Unternehmen hat die 4.068,71 Euro refundiert.

Screenshot des Online-Spiels FIFA 21
Spielen ist spannend aber manchmal sehr teuer Bild: Screenshot 14.7.2022/FIFA21 - EA

Sony schreibt

„Um über den PlayStation Store einkaufen zu können, benötigen Verbraucher ein PSN-Konto. Das PSN ist ein Online-Videospielservice und ein globales Netzwerk, das es Nutzern (die über ein Konto verfügen müssen) ermöglicht, Spiele zu spielen, Spiele und andere Inhalte im PlayStation Store zu kaufen und mit anderen Nutzern über ihre PlayStation-Konsolen zu interagieren. Es stehen zwei Arten von Konten zur Verfügung: ein Konto für erwachsene Familienmitglieder für Nutzer ab 18 Jahren und ein Konto für Kinder im Alter von 7 bis 17 Jahren, das von einem erwachsenen Inhaber eines Familienkontos erstellt werden muss. Wird bei der Einrichtung eines Kontos ein Geburtsdatum eingegeben, das auf ein minderjähriges Kind hindeutet, kann der Nutzer kein Konto für Erwachsene einrichten.

Familienmitgliedskonten für Kinder verfügen über eine Reihe ausgeklügelter elterlicher Kontrollmechanismen, mit denen Eltern oder Erziehungsberechtigte Ausgaben verhindern oder begrenzen, den Zugang zu bestimmten Inhalten und Nachrichten einschränken können usw. Diese Kontrollen können entsprechend dem Alter und der Reife des Kindes eingestellt werden und ermöglichen so ein altersgerechtes Erlebnis.“

Betreut hat den Fall

... unser Berater Mag. Reinhold Schranz.

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