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Wasser fließ in Kanal ab
Immer weniger Wasser kann direkt vor Ort versickern. Bild: Feng-Cheng / shutterstock.com

Bodenversiegelung: Regenwasser kann nicht mehr versickern

Immer öfter fällt massiver Starkregen. Die Bodenversiegelung verschärft die Auswirkungen. Und das wertvolle Nass rinnt ab, statt versickern zu können.

Ein Hektar unversiegelter Boden kann rund 2.000 m³ Wasser aufnehmen, doch Beton und Asphalt unterbinden immer öfter das Versickern des Niederschlagswassers. Die infolge der Klimaveränderungen zunehmend auftretenden Starkregen fließen verstärkt oberflächlich ab.

Kanalisation & Kläranlagen überlastet

Vorfälle, bei denen die Kanalisation, Vorfluter und Kläranlagen diese Wassermengen nicht mehr fassen können, nehmen zu. Die Fernsehbilder von lokalen Überschwemmungen, überfluteten Kellern und Feuerwehreinsätzen sind mittlerweile Alltag.

Wasser vermischt

Der natürliche Wasserkreislauf von Niederschlag, Verdunsten und Versickern wird durch oberflächliche Abflüsse empfindlich gestört. Das Regenwasser wird durch Vermischen mit Abwasser oder mit verschmutztem Regenablaufwasser von Straßen verunreinigt.

Regenwasser im natürlichen Wasserkreislauf sollte möglichst dort versickern können, wo es fällt, und so unser Grundwasser regenerieren und zur Sicherung unserer Trinkwasserversorgung beitragen. Das sichert auch die glückliche Lage Österreichs, Trinkwasser zu fast 100 Prozent aus durch den Boden natürlich von Verunreinigungen gefiltertem Grundwasser decken zu können.

Wasserspeicher geht verloren

Bis zum Jahr 2019 wurden laut Umweltberatung in Österreich insgesamt 5.729 km² Boden verbraucht, sprich: durch Versiegelung seiner Nutzung als Ackerland und Wiese und damit auch als Versickerungsfläche dauerhaft entzogen. Das entspricht sieben Prozent der Landesfläche, also fast eineinhalbmal der Fläche des Burgenlandes. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch bis 2030 auf 2,5 Hektar pro Tag zu reduzieren – noch ist er mit rund 11,5 Hektar pro Tag deutlich höher.

Hauptursache für die Bodenversiegelung sind die fortgesetzte Verbauung fruchtbaren Ackerlandes mit Gewerbegebieten, Betriebs- und Verkaufsflächen samt Parkplätzen, die Zersiedelung für Wohnzwecke sowie Verkehrsanlagen wie Straßen und Abstellflächen für den Kfz-Verkehr.

Boden präparieren

Durch das schnelle Abfließen von Niederschlägen auf den versiegelten Flächen geht auch die wichtige Kühlfunktion der Wasserverdunstung des Bodens verloren. Immer mehr Städte versuchen, durch Hitzewellen alarmiert, diesem Wasserverlust im Boden entgegenzuwirken und die kühlende Wirkung von Wasser und Grün zurückzugewinnen – etwa mit dem Schwammstadt-Konzept. Dabei wird der Boden so präpariert, dass er bei starkem Niederschlag das Wasser wieder aufnehmen und speichern kann, statt dass es oberflächlich abfließt. In nachfolgenden Trockenperioden wird es nach und nach wieder an die Umgebung abgegeben.

Privatflächen zugeschottert

Die Bodenversiegelung greift längst auch in privaten Gärten und Grünflächen um sich. Unter dem Motto „pflegeleicht und unkrautsicher“ werden rund um Einfamilien-, Reihen- und Mietshäuser immer mehr Grünflächen zubetoniert, gepflastert und geschottert. Parkplätze, breite Wege, großflächig asphaltierte Zufahrtsbereiche vor dem Haus sowie wasserdicht befestigte Stellflächen für Gartengarnituren, Gartenhäuser, Geräteschuppen und Pools sowie auch die leider modern gewordenen Schottervorgärten summieren sich und verschärfen das Problem zusätzlich.

Regenwasser versickern lassen

Regenwasser, das von befestigten Flächen – dazu gehören auch Dachflächen – abgeleitet wird, sollte möglichst nahe dort, wo es fällt, versickern können. Überprüfen Sie auf Ihrem Grundstück die Notwendigkeit von versiegelten Flächen. Welche Abstellflächen sind wirklich erforderlich? Wo erfüllen vielleicht auch Trittsteine statt betonierter Wege den Zweck? Wo können in asphaltierten und geschotterten Vorgärten, Zufahrtsbereichen und Innenhöfen Grünflächen geschaffen werden?

Mitunter zahlt es sich auch bereits finanziell aus, Niederschlagswasser versickern zu lassen. So reduziert etwa Niederösterreich die Abwassergebühren um 10 Prozent, wenn Regenwasser nicht per Dachrinne ins Kanalsystem abgeleitet wird, sondern am eigenen Grund versickert.

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Bild: Sergey Zaykov/Shutterstock.com

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