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Zwei gebratene Lachsfilets liegen auf einem Teller, angerichtet mit Rosmarin, buntem Pfeffer und einer Zitronenscheibe
Bild: Dash / stock.adobe.com

Biolachs, Wildlachs und Alternativen

Lachs erfreut sich in Österreich großer Beliebtheit und gilt als gesundes Lebensmittel. Doch wie steht es ums Tierwohl, die Umweltfolgen von Aquakultur und Fang, was ist von Gütesiegeln zu halten, welche tierischen und pflanzlichen Alternativen gibt es und woher kommt die Rosafärbung?

Bio-Lachs im Handel

Der im österreichischen Handel angebotene Bio-Lachs (unter anderem bei Spar und Rewe/Billa) stammt in der Regel aus Aquakulturen, überwiegend aus Norwegen, Schottland oder Irland. Auch in Bio-Aquakulturen werden Lachse zumeist in Netzkäfigen im Meer gehalten. Im Vergleich zur konventionellen Aquakultur gelten jedoch strengere Vorgaben, unter anderem geringere Besatzdichten und damit etwas mehr Platz pro Tier, streng regulierter bzw. stark eingeschränkter Einsatz von Antibiotika, Bio-zertifiziertes Futter sowie externe Kontrollen im Rahmen der EU-Bio-Verordnung.

Besser, aber nicht problemlos

Diese Standards stellen aus Konsument:innensicht eine Verbesserung gegenüber konventionellem Zuchtlachs dar, ändern jedoch nichts daran, dass auch Bio-Lachs aus offenen Meeresanlagen Umweltprobleme verursachen kann, etwa durch Nährstoffeinträge, Parasitenübertragung auf Wildfische und regionale Gewässerbelastungen.

Woher die Farbe stammt

Die Rosafärbung des Lachsfleisches wird häufig thematisiert. Tatsächlich hängt die Farbe des Lachsfleisches vom Futter ab. Wildlachs ernährt sich unter anderem von Krabben und Krebsen, die Astaxanthin enthalten (das ist ein auch in der Natur vorkommender Farbstoff). Bei Aquakultur-Lachs wird dem Futter selbst Astaxanthin zugesetzt.

Aussagekraft von Bio- und Gütesiegeln

Bio-Siegel bieten eine Orientierungshilfe, garantieren aber keine umweltneutrale Produktion. Untersuchungen und Marktanalysen zeigen, dass auch Bio-Fischprodukte hinsichtlich Herkunft, Fütterung und Umweltfolgen kritisch zu bewerten sind.

Aus Konsument:innensicht ist daher wichtig, Herkunftsangaben, Produktionsland und Zuchtmethode genau zu prüfen und das Bio-Siegel nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit unabhängigen Ratgebern (zum Beispiel WWF-Fischratgeber 2026, Guter-Fisch-Liste) zu betrachten.

Wildlachs und Überfischung

Der häufig empfohlene Wildlachs ist aus Naturschutzsicht auch nicht unproblematisch. Viele Wildlachsbestände gelten als gefährdet oder stark zurückgegangen. Lediglich wenige, streng gemanagte Populationen (zum Beispiel pazifischer Wildlachs aus Alaska: Ketalachs, Rotlachs) werden von Umweltorganisationen eingeschränkt als vertretbar eingestuft.

Heimische Alternativen und Aquakultur in Österreich

Aus Konsument:innenschutz- und Umweltsicht deutlich positiver zu bewerten sind regionale Süßwasserfische aus Österreich, insbesondere aus Bio-Teichwirtschaft oder gut kontrollierten Kreislaufanlagen. Dazu zählen etwa Karpfen, Forelle, Saibling oder Wels. Diese Systeme arbeiten mit geringeren Transportwegen, überwiegend pflanzlichem Futter und klareren Kontroll- und Rechtsstrukturen. Allerdings ist das Angebot begrenzt, und die höheren Preise spiegeln reale Umwelt- und Produktionskosten wider. Wir haben zuletzt 2022 geräucherten Fisch (Forellen, Lachsforellen, Saiblinge) getestet.

Empfehlungen zum Fischkonsum

In der Fachwelt gilt, dass neben der Wahl der Fischart auch die Menge des Konsums ein entscheidender Faktor ist. Die aktuelle Österreichische Ernährungspyramide empfiehlt ein bis maximal zwei Portionen Fisch pro Woche. Aus ökologischer Sicht wird ein reduzierter Fischkonsum (z. B. seltene, bewusste Mahlzeiten) nahegelegt.

Besonders hervorzuheben sind pflanzliche Alternativen zu den Omega-3-Fettsäuren, die im fetten Fisch enthalten sind. Omega‑3‑Fettsäuren können z. B. über Leinöl, Walnüsse oder Algenöle aufgenommen werden, ohne die Meeresökosysteme weiter zu belasten. Einen guten Überblick, welche Lebensmittel außer Fisch Omega-3-Fettsäuren in welchen Mengen enthalten, finden Sie bei der Veganen Gesellschaft Österreich.

Nährstoffe von Fisch

  • Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA): Wichtig für Herz-Kreislauf, Gehirn und Entzündungsregulation
  • Jod: Baustein für Schilddrüsenhormone, auch in jodiertem Salz enthalten
  • Eiweiß: Rund 20 % im Fisch, mit allen essenziellen Aminosäuren
  • Vitamine: Vor allem Vitamin D und B12 als Pluspunkte

Pflanzliche Fischalternativen

Vegane Alternativen können nicht bei allen Nährstoffen mithalten, werden aber teils angereichert. Siehe auch unseren Taste:Check Vegane Fischalternativen.

Einkaufstipps für vegane Fischalternativen

Nährwerte und Zutaten vergleichen: 

  • Eiweiß: Die Gehalte können sehr unterschiedlich ausfallen
  • Omega-3-Fettsäuren: Algenöl oder Lein-/Rapsöl sind ein Plus
  • Salz: Gerade Räucherprodukte sind oft sehr salzig
  • Zusatzstoffe und Aromen: Je weniger, desto besser
  • Abwechslung: In der täglichen veganen Ernährung sollten natürliche Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte, Tofu, Sojadrinks und Nüsse bevorzugt werden. Pflanzliche Ersatzprodukte, beispielsweise Fischalternativen, können gelegentlich für Abwechslung sorgen.

So decken Veganer:innen „Fisch-Nährstoffe“

  • Vitamin B12: Nahrungsergänzung oder angereicherte Produkte
  • Vitamin D: Sonne im Sommer; im Winter meist Nahrungsergänzung sinnvoll
  • Jod: Jodsalz verwenden; Algen mit moderatem Jodgehalt
  • Omega-3: Leinsamen/-öl, Walnüsse/-öl, Rapsöl, Algenöl

Zusammenfassung

  • Bio-Lachs stellt gegenüber konventionellem Zuchtlachs eine Verbesserung dar, ist jedoch kein uneingeschränkt nachhaltiges Produkt.
  • Wildlachs ist nur in sehr eingeschränkten Fällen vertretbar.
  • Regionale Bio-Süßwasserfische sind aus Konsument:innensicht vorzuziehen, aber nur begrenzt verfügbar und entsprechend teuer.
  • Eine Reduktion der Fischkonsumhäufigkeit und die Einbindung pflanzlicher Alternativen sind derzeit die wirksamste Strategie, um Umwelt-, Tierwohl- und Ressourcenschutz miteinander zu vereinbaren

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