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Dachgarten in der Stadt
Bild: YuRi-Photolife / Shutterstock.com

Stadtgärten: Obst, Kräuter, Blumen auf kleiner Fläche

Obst und Kräuter aus eigener Aufzucht auf dem Teller? Das ist selbst in der Stadt im Grunde kein Problem. Auch Blumen gedeihen auf Fensterbankerl & Co prächtig.

Einen eigenen Garten wünschen sich viele Stadtbewohner. Das spielt es nicht für ­jeden. Doch auch am Fensterbankerl, am Klopfbalkon oder auf der Dachterrasse ­können sich städtische Hobbygärtner austoben.

Pflanzenauswahl, Gestaltung und Pflege

Die COVID-19-Pandemie hat uns für viele Wochen dazu verpflichtet, uns in den eigenen vier Wänden aufzuhalten. Die Sehnsucht nach der Natur wuchs. Kompensiert wurde sie bisweilen durch die Anzucht von Gemüsepflänzchen oder kleinen Blumenwiesen. In Buchgeschäften sind ganze ­Abteilungen dem Thema Garten gewidmet, hier findet jeder und jede das Passende. Und auch im Internet gibt es Tipps zu Pflanzenauswahl, Gestaltung und Pflege sowie hilfreiche Tricks zur Schädlings­bekämpfung oder bei anderen grünen Problemen.

Die Stadt kühlen

„Mehr grün!“, heißt es in urbanen Gefilden nicht nur der Optik wegen. Mittlerweile ist klar, dass es in unseren Städten immer wärmer wird. Begrünte Fassaden und ­Dächer können Abhilfe schaffen. Natürlicher Schatten kühlt die Wände, das Raumklima in den Wohnungen wird verbessert. Manches wird von städtischer oder staatlicher Seite gefördert. Es lohnt sich, die Förder­bedingungen durchzuackern und das ­Antragsprozedere auf den Weg zu bringen.

Anregungen und Tipps

Sie finden in unserem Artikel Anregungen und Tipps, wie Sie Ihre Stadtwohnung bzw. deren Außenflächen bunter, grüner, lebendiger machen können. Von der kleinsten Blumenkiste in „Small“ bis zum urbanen Garten in X-Large.

Small

Der kleinste Garten ist die Blumenkiste. Sie passt fast überall hin und kann vielfältig bepflanzt werden. Wer es einfach nur bunt haben möchte, kreiert sich eine farben­frohe Blumenwiese. Egal ob mit ein paar bunten Pflanzen aus der Gärtnerei oder selbst aus Samen gezogen – bunt ist auf jeden Fall gesund.

Kräutertöpfe, Erdbeeren, ...

Wer gern Essbares ­kultivieren möchte, der kann Kräutertöpfe ans Fenster stellen oder Erdbeeren in ­Blumenkisten pflanzen. Sie freuen sich über einen sonnigen Platz und sorgen Tag für Tag für süße Genüsse. Gerade im Frühjahr haben zahlreiche Händler diverse Anzuchtgefäße im Programm, wo zum Beispiel ­verschiedene Sprossensorten gezogen werden können oder Gemüsesorten aus Samen zu kleinen Pflänzchen heranwachsen. Das Saatgut gibt es meistens im Regal nebenan, Bio-Saatgut bekommt man in zahlreichen Fachgeschäften, etwa im ­Arche-Noah-Shop.

Gut befestigen

Doch Achtung: Wer seine Blumenkiste in einer Mietwohnung außerhalb auf das Fensterbrett stellt, muss dafür sorgen, dass sie ordentlich befestigt ist. Sollte sich ein Topf lösen und auf der Straße ­jemanden verletzen, haftet der Mieter. Eine Befes­tigung sollte daher auf jeden Fall mit dem Vermieter beziehungsweise der Hausverwaltung abgesprochen werden, denn wer einfach drauflosbohrt, riskiert im schlimmsten Fall die Kündigung. Manche Städte, wie etwa Villach, haben Pflanzge­fäße auf ­Fensterbänken generell verboten.

Insektenhotel

Positiver Nebeneffekt eines Ministadt­gartens: ­Sobald irgendwo Blumen blühen, sind Tiere nicht weit. Schmetterlinge, Bienen und ­andere Insekten holen sich hier Nektar, ­verweilen in der Sonne. Man kann sie mit ­bestimmten Blumensorten anlocken, auch ein sogenanntes Insektenhotel lässt sich integrieren.

Medium

Wer über einen Balkon – und sei es auch nur ein Wiener Klopfbalkon – oder eine Loggia verfügt, hat naturgemäß mehr Platz für Pflanzen. Hier gedeihen größere Obst- und Gemüsepflanzen, sogar windsichere Rankgitter lassen sich einsetzen. Eine farben­frohe Kletterrose oder die exotische Passions­blume sind wunderbare Hingucker. Efeu ist immergrün und erfreut das Auge auch an grauen Tagen.

Hochbeete, bepflanzbare Regale, Senkrechtgärten

Zudem gibt es ­Dutzende Arten von Hochbeeten oder ­bepflanzbaren Regalen, sogenannte Hängebeete oder Senkrechtgärten. Je kleiner der Platz, desto wichtiger ist die genaue Planung. Manch einer mag seinen Balkon vollkommen zugewachsen, andere sind ­puristischer unterwegs. Einjährige Pflanzen müssen im Herbst ausgegraben und im Frühjahr durch etwas Neues ersetzt ­werden. Mehrjährige Pflanzen brauchen eventuell einen Rückschnitt, damit sie ­erstens nicht zu sehr wuchern und zweitens im nächsten Jahr wieder neu austreiben.

Feigenbäumchen, Zitrusfrüchte, ...

Immer öfter finden sich auf heimischen ­Balkonen auch exotische Pflanzen wie die bereits angesprochene Passionsblume, die nicht nur besonders schön ist, sondern auch wunderbar duftet. Auf hellen, windgeschützten Balkonen reifen Zitrusfrüchte genauso wie Kaffeepflanzen oder Feigenbäumchen. Letztere erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Allein in Wien gibt es mehrere Feigenbauern, die Dutzende Arten kultivieren, die Pflanzen (und freilich auch die Früchte) zum Kauf anbieten und für gärtnerische Anfragen zu Rückschnitt und Pflege zur Verfügung stehen.

Schädlinge

Wer Pflanzen anbaut, wird nicht nur eigenes Obst und Gemüse ernten – Stadtgärtnerinnen und -gärtner müssen sich wohl oder übel auch mit Schädlingen auseinandersetzen. Läuse, Raupen, Dickmaulrüssler und marmorierte Baumwanzen können alle Bemühungen zunichtemachen. Es lohnt sich aber, zunächst einmal natürliche Schädlings­bekämpfungsmittel auszuprobieren. Es gibt zahlreiche Nützlinge, die eingesetzt werden können. Oder man sammelt Käfer und Wanzen täglich ab, um doch noch für eine gute Ernte zu sorgen.

Large

Natürlich kann man auch die gesamte (Dach-)Terrasse begrünen, Blumenbeete und sogar kleine Wiesen anlegen. Eigen­tümer tun sich da leichter. Mieter müssen vorab natürlich das Okay vom Vermieter oder von der Hausverwaltung einholen.

Wasserablauf, Bewässerung, Terrassenboden abdichten

Egal ob die eigene oder eine Mietterrasse: ­Manche Pflanzen haben extrem starke Wurzeln, die sich ihren Weg durch Mauerritzen suchen, dem dann naturgemäß das Wasser folgt. Unliebsame Wasserschäden bei den unteren Nachbarn sorgen für ­Kosten und schlechte Stimmung. Daher ist es immer wichtig, den Terrassenboden gründlich abzudichten und für einen guten Ablauf des Gießwassers zu sorgen. Be­wässerungsanlagen lohnen sich auch bei kleineren Terrassen. Wer gern selbst gießt, kann Regenwasser in Tonnen sammeln. Dieses „abgestandene“ Wasser tut den Pflanzen besonders gut.

Tomaten, Wein, Holzpergolen

Auf Terrassen ist ein vielfältiger Garten möglich. Es gibt vielleicht Plätzchen im Halbschatten, wo zum Beispiel Fuchsien besonders gut gedeihen. Oder warme, ­sonnige Ecken für Paradeispflanzen, deren bunte Früchte dann frisch geerntet am Frühstückstisch landen. Sogar Wein kann angebaut werden, in Gartenbüchern und im ­Internet sind Anleitungen für den Bau von Holzpergolen zu finden.

Wer glaubt, dass unendlich viel (teures) Werkzeug für Anbau und Pflege eines Stadtgartens notwendig ist, dem sei hier das Triumvirat ans Herz gelegt: Schere, Schaufel und Heindl (eine kleine Handhacke) reichen meist vollkommen aus.

X-Large

Die größte Gemüsefarm der Welt gibt es in Paris. 30 Pflanzenarten gedeihen auf dem Dach des Messegebäudes Paris Expo Porte de Versailles. Geplant ist eine Gesamt­fläche von 14.000 Quadratmetern, ein ganzes Stadtviertel soll mit Obst und Gemüse ­versorgt und jede Menge CO2 eingespart werden.

Dachgärten und begrünte Hausfassaden

Auch in Österreich wird bei zahlreichen Wohnbauprojekten eine Begrünung und Bewirtschaftung des Daches ­bereits von vornherein mitgeplant. Auf ­großen Pflanzflächen oder in Hochbeeten kann gemeinsam gegartelt werden. Das sorgt nicht nur für gesunde Bewegung an der frischen Luft, sondern hat auch einen integrativen Aspekt – Menschen kommen zusammen, Nachbarn werden zu Freunden, die Hausgemeinschaft wird gestärkt. Und auch Fassaden werden grün. In Zeiten von Klimawandel und Energiekrise sind begrünte Hausfassaden besonders sinnvoll, weil sie die Gebäude nachhaltig kühlen. Schatten und Verdunstungskälte sorgen für ein angenehmes Raumklima, der Energieverbrauch wird verringert. Dach- und ­Fassadenbegrünungen sind nicht billig, es gibt aber immer wieder Förderungen von Bund oder Gemeinde.

Professionelle Unterstützung

Wer keine Lust hat, sich selbst die Hände bei der Gartenarbeit schmutzig zu machen, oder einfach keinen grünen Daumen hat, der kann sich helfen lassen. Zahlreiche Gärtnereien bieten professionelle Unterstützung an. Die reicht von der Auswahl der Pflanzen über den Rückschnitt im Frühjahr oder Herbst bis hin zur kompletten Gestaltung von Balkon oder Terrasse.

Außerdem gibt es unzählige Möglichkeiten, sich im Netz auszutauschen – sei es in Facebookgruppen, in Diskussionsforen oder über die ­Kanäle von sogenannten Influencern. Wer lieber persönlich mit Fachleuten plaudern möchte, dem seien zum Beispiel die Umweltberatung oder die Gebietsbetreuungen ans Herz gelegt. Gärtnern Sie los! Denn je grüner die Stadt, desto gesünder ihre Bewohner.

Buchtipps

Breckwoldt M (2020) Selbstversorger-Balkon. Das Monat-für-Monat-Konzept. BLV

Faßmann N (2020) Urlaub auf Balkonien. Zwischen Gemüselust und Blütenmeer. Verlag Eugen Ulmer

Heistinger A (2021) Handbuch Bio-Balkongarten, 8. Aufl. Löwenzahn

Kopp U (2021) Alles Bio vom Balkon. Bassermann

Lahner B (2017) Bio-Gärtnern am Fensterbrett. Löwenzahn

Mayer J (2017) Mini-Hochbeete. Selbst­versorgt auf Balkon und Terrasse. Gräfe und Unzer

Internetlinks

Gebietsbetreuung Stadterneuerung: gbstern.at

Stadt Wien Info zur Fassadenbegrünung: wien.gv.at/umweltschutz/raum/gruene-waende.html

Stadt Wien Förderung Dachbegrünung: wien.gv.at/amtshelfer/umwelt/umwelt schutz/naturschutz/dachbegruenung.html

Mietervereinigung „Frühlingsguide für Mieter“: mietervereinigung.at, ­Suchfeldeingabe: Frühlings-Guide

Die Umweltberatung: umweltberatung.at

Biopflanzen bei Reinsaat: reinsaat.at

Samen bei Arche Noah: arche-noah.at

Biologischer Pflanzenschutz: garten-bienen.at

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