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3 Kinder schauen durch geschlossenes Fenster auf verschneite Landschaft
Auch im Winter ist regelmäßiges Lüften wichtig. Bild: Gajus/Shutterstock

Richtig lüften: 5 Tipps für die Heizsaison

Energiesparen ist in aller Munde. Gerade wer weniger heizt, muss aber auch richtig lüften. Sonst freut sich der Schimmelteufel.

„Dreh klein, spar ein!“, heißt es bei Mission 11, der Energiespar-Aktion des Bundes. Und weiter: „Heiztemperatur über die gesamte Heizperiode um 2 Grad senken und so die Heizkostenrechnung um jährlich zwölf Prozent reduzieren.“ Das ist ein probater Tipp. Allerdings weniger für jene unter Ihnen geeignet, die auch in der Vergangenheit schon bei 19 Grad im Wohnzimmer gesessen sind.

Wer heuer im Winter Energie sparen und die eigenen vier Wände entsprechend wenig beheizen will, sollte eine Folgeentwicklung im Auge behalten: Schimmel! Je kühler der Raum und je schlechter gedämmt die Außenwände, desto höher die Gefahr von Schimmelbildung – insbesondere dann, wenn kein regelmäßiger Luftaustauch erfolgt. In anderen Worten: Wenn nicht regelmäßig gelüftet wird.

Auch hier hat „Mission 11“ einen Tipp parat: „Mindesten drei Mal tägliches Stoßlüften statt Dauerkippen verhindert das Abkühlen der Wände und spart so etwa fünf Prozent Energie ein.“ Das hat schon etwas für sich. Und Dauerkippen im Winter ist tatsächlich ein No-Go. Allerdings sollten Tipps zu Lüftungsintervallen eher als grobe Richtwerte gesehen werden.

Vertrau dem Hygrometer

Der bessere Tipp ist die Anschaffung eines Hygrometers, oder noch besser mehrerer Hygrometer (optimalerweise analoge, die ohne Batterie betrieben werden). Hygrometer zeigen an, wie hoch die (relative) Luftfeuchtigkeit im Raum ist. Weniger als 35–40 Prozent ist gerade in der Heizperiode zu wenig. Zu trockene Luft trocknet nicht nur die Schleimhäute aus, auch die Haut wird stark belastet. Viren fühlen sich umso wohler, je trockener es ist.

Auf der anderen Seite erhöht zu viel Luftfeuchtigkeit die Gefahr von Schimmelbildung. Wenn das Hygrometer mehr als 60 Prozent Luftfeuchtigkeit anzeigt, dann ist Stoß- oder Querlüften angesagt. Und hier gilt: Je kälter es draußen ist, desto schneller erfolgt der Luftaustausch (desto weniger lang muss gelüftet werden).

Analoges Hygrometer
Optimalbereich: 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte. Bild: peterschreiber.media/Shutterstock

Regelmäßig lüften, auch wenn es kalt ist

Es ist nachvollziehbar, dass die Lust auf Lüften nicht gerade groß ist, wenn es draußen kalt ist. Dann bleiben die Fenster auch gerne einmal den ganzen Tag zu. Feuchtere Luft lässt uns Temperaturen als wärmer empfinden. Gerade dann, wenn man sich vorgenommen hat, Energie zu sparen, also die Raumtemperaturen runterzusetzen, ist das eine trügerische Angelegenheit. Wer kein Hygrometer hat, merkt bisweilen nicht, wie hoch die Luftfeuchtigkeit tatsächlich schon ist. Gerade in schlecht gedämmten Häusern eine gefährliche Kombination, die Gefahr von Schimmelbildung steigt. Also nicht aufs Lüften vergessen, auch wenn es draußen kalt ist!

Das gilt übrigens auch bei Regen, Schneefall oder Nebel. Denn so feucht kann es draußen gar nicht sein, dass die frische Luft mehr Luftfeuchtigkeit ins Innere bringt, als dort ohnehin schon vorherrscht. Je wärmer Luft ist, desto mehr Luftfeuchtigkeit kann sie aufnehmen.

Zimmerpflanzen und Wäsche mitbedenken

Heimliche Luftfeuchtigkeits-Erhöher sind Zimmerpflanzen, sie geben viel vom Gießwasser wieder an die Umgebung ab. Wer ohnedies eher geringere Feuchtigkeitswerte in der Wohnung hat, für den sind Pflanzen natürlich gut geeignet. Das Raumklima verbessert sich. Hat man hingegen konstant viel Feuchtigkeit in der Wohnung, könnte man die Notwendigkeit von 15 Zimmerpflanzen womöglich überdenken.

Gerade im Winter wird Wäsche zumeist drinnen getrocknet. Das machen auch jene, die Balkon, Terrasse oder Garten zur Verfügung haben. Geht ja auch viel schneller. Fürs Raumklima ist das allerdings weniger günstig. In einem Korb voller frisch gewaschener Wäsche befinden sich (je nach zuvor angewendeter Schleuderdrehzahl) gut und gerne zwei Liter Wasser und mehr. Dieses verdunstet beim Trocknen und erhöht entsprechend die Luftfeuchtigkeit im Raum. Je nach Raumgröße zum Teil massiv. Deshalb ist es auch in der kalten Jahreszeit angebracht, Wäsche nach Möglichkeit draußen zu trocknen. Das dauert zwar länger, funktioniert aber gerade bei Minusgraden mit viel Wind erstaunlich gut. Wenn die Wäsche draußen nicht ganz trocken wird: Resttrocknung in der Wohnung. Ein Gutteil der Feuchtigkeit ist dann schon im Freien verdunstet.

Wäsche auf Wäscheleine vor Winterlandschaft
Auch im Winter kann Wäsche fallweise im Freien getrocknet werden. Bild: Inga Gedrovicha/Shutterstock

Tür zu!

Nicht jeder Raum in der Wohnung/im Haus sollte gleich stark beheizt werden. Als Faustregel gilt:

  • Flur: ~16 °
  • Schlafzimmer: ~16 °-18 °
  • Küche: ~19 °-20 °
  • Wohnzimmer: ~20 °-21 °
  • Badezimmer: ~23 °

16 Grad Innentemperatur gilt als Schwellenwert in Zimmern mit Außenwänden, gerade bei schlecht gedämmten Häusern sollte es nicht kälter sein. Sonst ist die Gefahr zu hoch, dass sich Feuchtigkeit an den Wänden absetzt und es in weiterer Folge zu Schimmelbildung kommt.

Die Türen zwischen den einzelnen Räumen sollten geschlossen bleiben. Warum? Nicht nur wärmere Luft verteilt sich in Richtung kältere Räume, auch Feuchtigkeit „fließt“ mit. Das erhöht die Gefahr von Schimmelbildung in den kalten Räumen (denn, zur Wiederholung: Je kälter ein Raum, desto höher das Schimmelrisiko).

In innenliegenden Räumen ohne Fenster ist das Schimmelrisiko in der Regel weniger hoch. Trotzdem sollten auch Speisekammer, Flur & Co regelmäßig quergelüftet werden.

Heizungsventile aus

... und zwar immer dann, wenn gelüftet wird. Je nach Außentemperatur, Raum- bzw. Fenstergröße sollten 5 bis 10 Minuten Stoßlüften ausreichend sein. Man sollte sich jedenfalls die Mühe machen, die Heizungsventile in dieser Zeit abzudrehen. Andernfalls heizt man buchstäblich beim Fenster hinaus.

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