Wohnen im Alter - Finanzielle Hilfe

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Für die altersgerechte Adaptierung einer Wohnung und Hilfsmittel gibt es Zuschüsse und Förderungen.

Für die altersgerechte Adaptierung einer Wohnung und Hilfsmittel gibt es Zuschüsse und Förderungen.

Mit zunehmendem Alter oder auch durch Ereignisse wie einen Schlaganfall kommt es zu Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit. Viele diese Einschränkungen können (noch) durch einfache und kostengünstige Maßnahmen ausgeglichen werden. Aber es gibt auch kostenintensive Maßnahmen wie einen Umbau von Badezimmer oder Küche, die Verbreiterung von Türen oder den Einbau eines Treppenlifts. Es bestehen mehrere Möglichkeiten, die damit verbundene finanzielle Last zu mindern.

Bundesländer

Die Bundesländer fördern den altersgerechten Umbau von Wohnungen und Häusern. Im Beispielsfall von Wien werden 35 Prozent der förderfähigen Umbaukosten gezahlt, jedoch maximal 4.200 Euro. Wichtige Voraussetzungen sind ein Mindestalter von 60 Jahren, der Hauptwohnsitz im fördernden Bundesland, Umbaukosten von mindestens 3.000 Euro und zusätzlich maximale Einkommensgrenzen, die von der Anzahl der Familienmitglieder im Haushalt abhängen. Wesentlich ist auch die Inanspruchnahme einer fachlichen Beratung beim Infopoint für Wohnungsverbesserung und die Durchführung durch einen Fachbetrieb. Reine Materialkosten und Eigenleistungen werden nicht unterstützt.

Sozialministerium

Der Unterstützungsfonds des Sozialministeriums fördert u.a. Umbaukosten der Wohnung mit bis zu 6.000 Euro. Andere Förderungsgegenstände sind die behindertengerechte Adaptierung eines Pkw oder die Anschaffung eines Assistenzhundes. Wesentliche Voraussetzung ist ein Behinderungsgrad von zumindest 50 Prozent. Auch in diesem Fall darf ein maximales Familieneinkommen nicht überschritten werden.

Pensionsversicherung

Der Unterstützungsfonds der Pensionsversicherung hat zur finanziellen Unterstützung von Pensionisten und Versicherten bei unverschuldeten Notlagen durch ein unvorhersehbares Ereignis einen Unterstützungsfonds eingerichtet. Eine Leistung aus dem Unterstützungsfonds muss vom Pensionsbezieher selbst beantragt werden. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Leistung der Pensionsversicherung, bei der auf die individuellen Familien-, Einkommens- und Vermögensverhältnisse Rücksicht genommen wird. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Finanzamt

Finanzamt

Vom Finanzamt werden unter anderem nicht regelmäßig anfallende Aufwendungen für Hilfsmittel (z.B. Rollstuhl, rollstuhlgerechte Adaptierung der Wohnung, Hörgerät oder Blindenhilfsmittel) als außergewöhnliche Belastungen zusätzlich zu Krankheitskosten und ohne Kürzung durch den Selbstbehalt anerkannt. Kosten für eine Infrarotkabine oder eine Therapieliege gehören nicht dazu.

Außergewöhnliche Belastungen

Grundsätzlich sind Krankheits- und Umbaukosten vom betroffenen (Ehe-)Partner selbst zu tragen, wobei der betroffenen Person ein steuerfreies Existenzminimum von 11.000 Euro pro Jahr bleiben muss. Werden außergewöhnliche Belastungen wie Krankheitskosten für den (Ehe-)Partner übernommen, sind diese beim zahlenden (Ehe-)Partner dann als außergewöhnliche Belastung ohne Selbstbehalt zu berücksichtigen, wenn er den Alleinverdienerabsetzbetrag bezieht oder die Einkünfte des (Ehe-)Partners 6.000 Euro pro Jahr nicht überschreiten.

Übernahme der Kosten durch Angehörige

Immer wieder kommt es vor, dass die zu betreuende Person keine ausreichenden Mittel für eine umfangreiche medizinische Versorgung, für den Umbau der Wohnung etc. hat bzw. aufbringen kann. Sofern dann nahe Angehörige diese Kosten übernehmen, stellt sich die Frage, ob diese die übernommenen Kosten steuerlich geltend machen können. Voraussetzung für die Berücksichtigung der Kosten ist, dass sie außergewöhnlich sind, zwangsläufig entstehen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Betroffenen wesentlich beeinträchtigen.

Genaue Prüfung

Bei der Übernahme von Kosten durch Angehörige (mit höherem Steuersatz) prüft die Finanz sehr genau, warum der Betroffene/Pflegebedürftige die Kosten nicht selbst tragen konnte. Liegt dies z.B. nur daran, dass er kurz vorher sein Vermögen den Kindern geschenkt hat und diese ihn deshalb jetzt unterstützen, so wird die steuerliche Nutzung verneint.

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