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Handwerker installieren Photovoltaikanlage
Photovoltaikanlagen: Wie steht es um Recycling und Wiederverwertung? Bild: unvar / shutterstock.com

Photovoltaik: Sonnen-Recycling

Können PV-Anlagen wiederverwertet werden?

Wer eine Solaranlage am eigenen Dach hat und damit selbst Strom produziert, tut Umwelt und Klima Gutes. Im Optimalfall halten die Photovoltaik-Module (PV) 20 bis 30 Jahre. Doch was passiert, wenn sie stark an Leistung verlieren oder kaputt werden? Können sie umweltfreundlich entsorgt oder wiederverwertet werden?

Recycling noch in Kinderschuhen

Die Antwort lautet: ja, aber. Denn noch steckt das Recycling der Module und der elektrischen Bauteile von Solaranlagen in den Kinderschuhen. Entsorgungsbetriebe, wie Saubermacher aus Graz, betreiben Pilotprojekte zum PV-Anlagen-Recycling, an Universitäten wie etwa der Montanuni in Leoben wird zu diesem Thema geforscht.

Abbau und Rücknahme problemlos

Für die privaten PV-Anlagenbesitzer aber zunächst eine positive Nachricht: Der Abbau von kaputten Modulen oder der gesamten Anlage ist in der Regel problemlos – sofern die Arbeit vom Elektrounternehmen, das die Anlage installiert hat, durchgeführt wird. Die Rücknahme der Module und Elektrik ist in Österreich durch die Elektrogeräteverordnung geregelt. So wie bei Kühlschränken oder Waschmaschinen zahlt der Konsument beim Kauf der Produkte den Entsorgungsbeitrag schon mit. Wenn das Gerät oder eben die Solarpaneele nicht mehr funktionieren, fallen für die Rücknahme durch den Betrieb, der die Anlage errichtet hat, keine zusätzlichen Kosten mehr an.

Wenn keine neue Anlage errichtet wird

Was aber, wenn es den Errichter der Anlage nicht mehr gibt, er z.B. in die Insolvenz geschlittert ist? Im Fall, dass die alte durch eine neue Anlage ersetzt wird, übernimmt der neue Errichter die Entsorgungs-Agenden. Wenn keine neue Anlage errichtet wird, wird es komplizierter. Dann muss man sich an den nächstgelegenen Abfallverband wenden und dort erfragen, ob er alte PV-Module annimmt (inkl. der gesamten Elektrik), heißt es laut Auskunft des Bundesverbandes PV-Austria. Den Abbau und den Transport der Altanlage muss der Eigentümer allerdings selbst organisieren. Der Abfallverband übernimmt lediglich die Entsorgung, für die keine weiteren Kosten anfallen.

Kleinarbeit

„Die Elektriker und die PV-Anlagenhersteller haben üblicherweise einen Vertrag mit einem Entsorgungsunternehmen, das Sammelstellen in vielen Gemeinden hat“, sagt Thomas Becker, Vorstand von PV-Austria und Geschäftsführer der ATB-Becker Photovoltaik GmbH. Becker etwa hat einen Vertrag mit der European Recycling Plattform mit 600 Abgabestellen in Österreich.

Dann beginnt für die Entsorger die Kleinarbeit. „Bei uns werden die Module zerlegt, die elektrischen Teile vom Plastik und Glas getrennt und versucht Aluminium, Edelmetalle und Silizium herauszuholen“, erklärt Bernadette Triebl-Wurzenberger, Sprecherin von Saubermacher. Noch seien es kleine Mengen an PV-Anlagen, die bei Saubermacher landeten. Meist stammen sie von Industrieunternehmen, kaum noch von Privaten.

Wirtschaftlich?

Sind die Module zerlegt, wird alles, was wieder verwendet werden kann, recycelt: allen voran Metalle und Glas. Schwieriger ist das schon beim Kunststoff. Die Folien in den Modulen seien meist stark verunreinigt, nicht sauber vom Rest zu trennen und könnten daher nicht recycelt werden. Diese Plastikteile werden meist thermisch verwertet, kommen also in die Müllverbrennung. Wirtschaftlich sei das Recyceln von PV-Anlagen derzeit noch nicht. Dazu seien die Mengen viel zu klein.

In der EU gibt es derzeit lediglich zwei größere Unternehmen, die sich des PV-Anlagenrecyclings annehmen: Sasil in Italien, das vor allem auf die Aufbereitung von verunreinigten Glasbruchteilen spezialisiert ist. Sasil will bis zu 3.500 Tonnen an Alt-PV-Modulen pro Jahr recyclieren. Und der Veolia-Konzern in Frankreich, der sich 4.000 Tonnen vorgenommen hat.

Gebrauchte PV-Teile

Müssen einzelne Module einer PV-Anlage oder der Wechselrichter ausgetauscht werden, gibt es grundsätzlich die Möglichkeit gebrauchte Teile zu erwerben. Auf dieses Gebrauchtwaren-Geschäft haben sich Plattformen im Internet spezialisiert. Eine der bekanntesten unter diesen Plattformen ist SecondSol.

Allerdings ist es gar nicht einfach, baugleiche Module oder Wechselrichter zu finden. Denn der technische Fortschritt bei PV ist beachtlich. Und oft seien die alten Teile teurer als neue, sagt PV-Austria-Vorstand Becker. Die Alterung der Solarzellen und die damit verbundene Leistungsminderung sollte bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit auf jeden Fall berücksichtigt werden. Über einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren ist mit einer Reduktion der Leistung um zehn bis maximal 15 Prozent zu rechnen.

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