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dm Bio Schoko Reiswaffeln Zartbitter. Reiswaffeln in der Verpackung
dm Bio Schoko Reiswaffeln Zartbitter: Die Zutaten für die Schokolade der Reiswaffeln werden in der EU verarbeitet. Zwar muss der Hersteller das Ursprungsland der verwendeten Kakaobohnen nicht angeben, Konsumentinnen und Konsumenten interessiert aber woher die Rohware stammt. Bild: A. Konstantinoudi/VKI

dm Bio Schoko Reiswaffeln Zartbitter: Kakao aus der EU? Verwirrung um Herkunft und Ursprung

Seit wann werden Kakaobohnen in der EU angebaut? Diese Frage stellt sich angesichts der Herkunftsbezeichnung „Zartbitterschokolade aus der EU“. Konsumentinnen und Konsumenten hinterfragen die irritierende Angabe auf den dm Bio Schoko Reiswaffeln Zartbitter.

Was alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Zartbitterschokolade aus der EU - das kann doch nicht sein! Die Zutaten der Schokoladenseite der dm Bio Schoko Reiswaffeln Zartbitter werden in der EU verarbeitet. Das Ursprungsland der Kakaobohnen muss nicht angegeben sein, doch es interessiert uns!

Das ist das Problem

Das steht drauf: dm Bio Schoko Reiswaffeln Zartbitter

Gekauft bei: dm

„Wie kann es sein, dass eine Zartbitterschokolade aus der EU kommt? Seit wann werden denn Kakaobohnen in der EU angebaut?“, fragt sich eine Konsumentin verwundert beim Lesen der Herkunftsbezeichnung am Etikett der dm Bio Schoko Reiswaffeln Zartbitter. Dm hat verschiedene Reiswaffeln im Sortiment, so auch jene mit Schokoladenüberzug, auf die uns die Konsumentin aufmerksam gemacht hat. Auf der Rückseite des Etiketts liest sie „hergestellt in Italien“, darunter den Hinweis „Zartbitterschokolade aus der EU, Vollkornreis aus der EU und nicht EU“.

Hersteller muss Herkunft der Primärzutaten angeben

Aufgrund der Auslobung „Hergestellt in Italien“ muss der Produzent die Herkunft der Primärzutaten (hier: Reis und Schokolade), die nicht aus Italien stammen, angeben. Daher befindet sich der Hinweis zu Reis und Schokolade am Etikett. Doch das schafft keine ausreichende die Klarheit für Konsumentinnen und Konsumenten. Denn bei der Angabe der Herkunft von verarbeiteten Lebensmitteln beziehen sich Hersteller oft auf den Zollkodex und führen nur jenes Land oder Gebiet an, in dem der letzte Verarbeitungsschritt stattgefunden hat.

Ärgerliche Kennzeichnung bei verarbeiteten Zutaten

dm Bio Schoko Reiswaffeln Zartbitter: Angabe der Herstellung
dm Bio Schoko Reiswaffeln Zartbitter: Herstellungsangaben zu Reis und Schokolade befinden sich am Etikett. Rechtlich ist das in Ordnung. Konsumentinnen und Konsumenten interessiert auch die Herkunft der Rohware. Bild: A. Konstantinoudi/VKI

So argumentiert dm in der Stellungnahme gemäß der EU-Verordnung: Maßgeblich für die Herkunftsangabe auf den Reiswaffeln wäre, wo der letzte wesentliche Verarbeitungsschritt der jeweiligen Primärzutat stattfand. Das sei im Falle der Zartbitterschokolade innerhalb der EU. Verarbeitete Produkte, deren Primärzutaten zuvor schon einige Verarbeitungsschritte durchlaufen hätten, erhalten eine Aufschrift, die das Land oder Gebiet der letzten Verarbeitung angibt.

Woher kommen die Rohstoffe?

Bei unverarbeiteten Produkten, also bei Rohzutaten, nennt der Hersteller das Ursprungsland oder -gebiet. Schön und gut, diese Art der Herkunftsangabe ist rechtlich in Ordnung. Das setzen wir voraus. Aber viele Konsumentinnen und Konsumenten interessiert bei verarbeiteten Lebensmitteln und Zutaten nicht nur der Ort der Bearbeitung, sondern vor allem auch der Ursprung der Rohstoffe. Das hat auch unsere kleine Umfrage zum Thema Sonnenblumenöl auf Facebook gezeigt.

Zurück zu den Bio Schoko Reiswaffeln. Konsumenten und Konsumentinnen ist wohl bewusst, dass in Europa keine Kakaobohnen angebaut werden. Doch bei der Verwendung von verarbeiteten Zutaten, deren Rohstoffe auch bei uns wachsen oder hergestellt werden, sieht es schon schwieriger aus. Beispielsweise könnte ein Mohnstrudel mit dem Hinweis „hergestellt in Österreich“ gekennzeichnet werden, wenn die Mohnfülle in Österreich produziert wird. Der Mohn müsste für diese Kennzeichnung nicht aus Österreich stammen. Auch die Herkunft des Mohns müsste der Produzent nicht ausloben.

Die Schoko Reiswaffeln sind ein Beispiel dafür, welche Herkunftsangaben derzeit möglich sind. Leider entsprechen diese nicht immer den Erwartungen von Verbraucherinnen und Verbraucher.

Reaktion von dm-Österreich

Die Drogeriekette beruft sich auf die EU-Verordnung und hält Ort des letzten Verarbeitungsschrittes für maßgeblich bei der Herkunftsbezeichnung.

„Bei der Kennzeichnung unserer dm-Marken Produkte möchten wir im Sinne unserer Kunden transparent informieren und halten uns dabei an die rechtlich vorgeschriebenen Angaben. Seit dem 01.04.2020 regelt die Durchführungsverordnung (EU) 2018/775, dass die Herkunft der Primärzutat eines Lebensmittels anzugeben ist, wenn deren Herkunft von der deklarierten Herkunft des Produkts als solches abweicht.

Die rechtliche Definition der primären Zutat erfolgt dabei mittels zweier Kriterien: Erstens anhand eines mengenmäßigen Kriteriums, nach dem die Zutat über 50 Prozent dieses Lebensmittels ausmacht und zweitens, anhand eines qualitativen Kriteriums, nach dem die Kunden die Zutat üblicherweise mit der Bezeichnung des Lebensmittels assoziieren.

Des Weiteren ist nach der Bekanntmachung der Europäischen Kommission über die Anwendung der Regelungen bezüglich der Primärzutaten ausdrücklich anerkannt, dass auch eine zusammengesetzte Zutat – wie die hier vorliegende 'Zartbitterschokolade' der dm Bio Schoko Reiswaffeln Zartbitter – die selbst aus mehr als einer Zutat besteht, ebenfalls primäre Zutat sein kann. Maßgeblich für die Herkunftsangabe ist dabei, wo der letzte wesentliche Verarbeitungsschritt der jeweiligen Primärzutat liegt – im Falle der Zartbitterschokolade innerhalb der EU.

Demnach sind bei unseren dm Bio Schoko Reiswaffeln Zartbitter sowohl die Zutat 'Vollkornreis' als auch die Zutat 'Zartbitterschokolade' als primäre Zutat anzusehen. Da die Herkunft dieser beiden Zutaten von der Herkunft des Produkts als solches ('Hergestellt in Italien') abweicht, wurde deren Herkunft direkt unterhalb der Herkunftsangabe auf dem Produkt klarstellend wie folgt aufgenommen: 'Zartbitterschokolade aus der EU, Vollkornreis aus der EU und Nicht-EU’. Die vorliegende Deklaration entspricht damit den rechtlichen Vorgaben. Uns liegt es fern, unsere Kunden durch irreführende Angaben zu verunsichern, weshalb wir uns für die Möglichkeit der Klarstellung bei Ihnen bedanken.“ 

dm-Österreich
20.12.2012

Wir meinen

Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Primärzutat(en) ist ein Schritt in die richtige Richtung. Lesen Sie genau am Etikett nach und bleiben Sie skeptisch.,

Die derzeitige Herkunftskennzeichnung bringt mitunter zu wenig Klarheit für Interessierte. Gerade bei verarbeiteten Zutaten ist der Ursprung der Rohstoffe oft nicht nachvollziehbar. Schade, denn Konsumentinnen und Konsumenten interessieren sich vorrangig für den Ort der Ernte von Zutaten, weniger dafür wo der letzte Verarbeitungsschritt stattgefunden hat.

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