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Ein paar heruntergebrochene Stücke Bitterschokolade.
Leider haben wir Mineralöl in einigen Proben von Bitterschokolade gefunden. Bild: Sea Wave/Shutterstock

Katastrophaler Bitterschokoladetest

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Was passiert wenn ein Test veröffentlicht ist? Ist dann alles gesagt und erledigt oder beginnt die Arbeit erst richtig?

Ein schönes Beispiel dafür ist für mich der Test Bitterschokolade, veröffentlicht im Konsument 11/2016. Bei der Bitterschokolade haben wir das erste Mal auf Mineralölrückstände getestet. Das Ergebnis ist wenig erfreulich – von 20 Schokoladen wurden fünf mit „nicht zufriedenstellend“ und zwei mit „weniger zufriedenstellend“ beurteilt. Ausschlaggebend für das schlechte Ergebnis ist der Nachweis von aromatischen Mineralölbestandteilen (MOAH). Sie haben in Lebensmitteln nichts verloren.

Was macht Mineralöl in der Schokolade?

Ein paar heruntergebrochene Stücke Bitterschokolade auf einer kleinen runden Glasplatte.
Wie kommt das Mineralöl in die Schokolade? Bild: Beck/VKI

Nach der Veröffentlichung wurde ich mehrmals von Konsumenten gefragt, ob die Firmen das Mineralöl absichtlich dazugeben. Nein, das ist sicher nicht der Fall. Aber wie das Mineralöl in die Schokolade kommt, ist auch nicht so klar. Als verdächtige Quellen werden unter anderem Jutesäcke (Stichwort Batching Oil), Schmieröle in den Produktionsanlagen oder Druckfarben aus recyclierten Altpapier-Verpackungen genannt. Fakt ist, dass die aromatischen Mineralölbestandteile (MOAH) krebserregende Substanzen enthalten können und damit nicht ins Essen gelangen sollen. Das ist für mich auch das einzig Wichtige was zählt.

Nach der Veröffentlichung wurde ich mehrmals von Konsumenten gefragt, ob die Firmen das Mineralöl absichtlich dazugeben. Nein, das ist sicher nicht der Fall. Aber wie das Mineralöl in die Schokolade kommt, ist auch nicht so klar. Als verdächtige Quellen werden unter anderem Jutesäcke (Stichwort Batching Oil), Schmieröle in den Produktionsanlagen oder Druckfarben aus recyclierten Altpapier-Verpackungen genannt. Fakt ist, dass die aromatischen Mineralölbestandteile (MOAH) krebserregende Substanzen enthalten können und damit nicht ins Essen gelangen sollen. Das ist für mich auch das einzig Wichtige was zählt.

Das ist doch alles nichts Neues, oder?

Nein, das Thema ist nicht neu – schon 2012 fand die Stiftung Warentest Mineralölbestandteile in Adventkalender. Aber in Österreich braucht man für manches etwas länger. Als ich mich im Sommer 2016 auf die Suche nach einem Labor für den Schokoladetest machte, konnte mir kein österreichisches Labor die Mineralölbestandteile analysieren. Unsere Bitterschokolade mussten wir in Deutschland untersuchen lassen.

Und was sagen die Hersteller dazu?

Die Reaktionen der Hersteller waren recht unterschiedlich. Wenig erfreulich sind für mich jene, die sich auf einen fehlenden Grenzwert oder eine nicht europaweit anerkannte Untersuchungsmethode hinaus reden. Das ist meiner Meinung nach bei krebserregenden Substanzen nicht in Ordnung. Hier sollte man einfach nur schnell reagieren.

Gewohnt professionell reagierten die beiden betroffenen Handelsketten Hofer und Lidl. Sie nahmen die von uns untersuchte Charge (ein bestimmtes Mindesthaltbarkeitsdatum) aus dem Regal. Doch Achtung – einige Leser verständigten uns, dass diese Eigenmarken nach wie vor zu kaufen sind. Das sind sie auch, denn aus den Regalen genommen wurden nur einzelne Tafeln, und zwar nur jenen mit diesem einem von uns untersuchten Mindesthaltbarkeitsdatum.

Besonders erfreulich finde ich das Vorgehen der Firma Berger – diese zeigte durch viele Gespräche wirkliches Interesse daran eine Verunreinigung mit Mineralölbestandteilen in Zukunft nachhaltig zu vermeiden.

Was sich sonst noch tut

Sonst tut sich endlich auch in Österreich etwas:

  • Ein großes Labor, das primär für die österreichische Lebensmittelindustrie und große Handelsketten Analysen macht, bietet eine Schulung zum Thema Mineralölrückstände in Lebensmitteln an.
  • Die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH) hat Ende November FAQs zu diesem Thema veröffentlicht und bietet nun auch Analysen von Mineralölbestandteilen erstmals in Österreich an, allerdings mit einer relativ hohen Bestimmungsgrenze.
  • Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat im November einen Test von Schokoladenikolos veröffentlicht. Bei diesem Test wurden keine MOAH gefunden – Grund zur Freude ist das meiner Meinung nach nicht. Die Bestimmungsgrenze bei dieser Untersuchung war meiner Information nach vergleichsweise hoch.

Was wir tun

Wir haben im November Schokolade-Nikolos ins Labor geschickt – meine liebe Kollegin Nina Siegenthaler kann dazu in ihrem Blog-Beitrag mehr berichten. Ich selbst arbeite an einem Test von Grüntee und Matcha, auch hier schauen wir, ob die Tees mit Mineralölbestandteilen belastet sind. Mehr dazu gibt es im Konsument 1/2017 zu lesen, der knapp vor Weihnachten erscheint.

Und vor allem werden wir bei diesem Thema nicht locker lassen! Mineralölbestandteile werden wir solange in Lebensmittel analysieren bis zumindest die bedenklichen MOAH nicht mehr zu finden sind.

Birgit Beck - Expertin: Ernährung
Mag.ª Birgit Beck - Expertin: Ernährung Bild: VKI

Ich arbeite als Projektleiterin im Bereich Untersuchungen und blogge über Lebensmittel- und Ernährungsthemen.

Birgit Beck, Ernährungswissenschafterin

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