Autokindersitze: aktueller Test - Die besten für Kinder bis 14 Jahre

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22 neue Autokindersitze in sieben Größen: Der Test ist gut ausgefallen.

Vater schnallt Kind im Autokindersitz fest (Bild: Maria Sbytova/Shutterstock.com)

In unserem aktuellen Test finden Sie 22 Modelle folgender Marken:

  • ABC Design
  • Avova
  • Axkid
  • Babyzen Yoyo
  • BeSafe
  • Britax Römer
  • CBX
  • Chicco
  • Cybex
  • Foppapedretti
  • Graco
  • Hauck
  • Inglesina
  • Jané
  • Joie
  • Kinderkraft
  • Lettas
  • Maxi-Cosi
  • Mifold
  • Migo
  • Mima
  • Nuna
  • Osann
  • Peg-Pérego
  • Recaro
  • Silver Cross
  • Stokke
  • Swandoo

In unserem Produktfinder (große Testtabelle zum Filtern, Sortieren, Ausdrucken) finden Sie unter anderem Angaben zu: ECE-Normgruppe, Gewicht, Sitzrichtung, Anschnallen des Kindes, Ruheposition, Sitzbefestigung mit Gurt oder Isofix, Stützfuß, Top Tether, Sicherheit bei Front-, Seitenaufprall, Sitzkonstruktion, Schutz vor Fehlbedienung, Einbau, Anschnallen, Größenanpassung, Bedienungsanleitung, Reinigung/Verarbeitung, Platz und Komfort für das Kind, Platzbedarf im Fahrzeug, Sitzposition, Vorkommen von Schadstoffen: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Weichmacher (Phthalate), Flammschutzmittel, phenolische Verbindungen, Formaldehyd.

Hier unser kurzer Testbericht:


Zwei mal im Jahr neuer Kindersitz-Test

In Österreich müssen Kindern im Auto in geeigneten Rückhaltesystemen (Babyschalen, Kindersitze) transportiert werden. Das gilt für Kinder bis 14 Jahre mit einer Körpergröße von unter 135 cm. Die Produktpalette ist sehr groß. Entsprechend testen wir gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen zwei Mal pro Jahr Autokindersitze.

Die meisten sind gut oder durchschnittlich

In der aktuellen Tranche sind es 22 Produkte aus insgesamt sieben Sitzgrößen. Die erfreuliche Nachricht: Der weitaus größte Teil der Kindersitze schnitt im Test mit "gut" bzw. "durchschnittlich" ab. Diese Sitze übertreffen die gesetzlichen Vorschriften zum Teil deutlich.

Zwei Modelle mussten wir allerdings mit "wenig zufriedenstellend“ bewerten. Es handelt sich dabei um sogenannte "mitwachsende“ Autokindersitze. Sie können für Kinder bis ca. 12 Jahre genutzt werden. Das ist eine Spanne, in der drei verschiedene Sitztypen zum Einsatz kommen könnten.

"Mitwachsende" Kindersitze mit Kompromissen

Einer für alle: Diese Idee ist zwar prinzipiell gut und nachvollziehbar. Allerdings müssen bei der Entwicklung solcher mitwachsenden Sitze einige Kompromisse gemacht werden. Kompromisse, die sich in den vorliegenden Fällen deutlich negativ auf die Sicherheit und die Handhabung der Produkte auswirken.

Konkret handelt es sich um die Kindersitze Lettas Murphy (916) und Nuna Tres LX, die wir unterdurchschnittlich bewerten mussten. Details der Modelle dieser Tranche finden Abonnenten in unserem Produktfinder, Testurteile von weiteren 297 Autokindersitzen in unserem Autokindersitze - Sicher fahren, besser kaufen. Dort können Sie auch mehrere Modelle miteinander vergleichen.

Testergebnisse 2021: Produktfinder Autokindersitze

Klicken Sie auf den Link und wir führen Sie zu unserer großen Übersicht.

Filtern, vergleichen, sortieren, drucken: In unserem Produktfinder stellen wir Ihnen Testergebnisse und Ausstattungsmerkmale von 85 Modellen (2020 und 2021) zur Verfügung.

Produktfinder

Produktfinder

Zur Testtabelle

Testkriterien ab 2020

Im Rahmen einer internationalen Kooperation mit Autofahrerclubs und Verbraucherorganisationen werden regelmäßig Autokindersitze getestet.

Jährliche Untersuchungen

Ziel der jährlichen Untersuchung ist, das Angebot an Kindersitzen möglichst umfassend darzustellen. Die Vielzahl an Modellen erfordert eine Vorauswahl, die – entsprechend Marktbedeutung und Innovation – in Abstimmung mit den Testpartnern erfolgt. Die Testmuster werden anonym im Einzel- oder Versandhandel eingekauft.

Aktualisierung der Testkriterien

Die folgenden Testkriterien beschreiben die Prüfungen ab 2020. Mit der Aktualisierung wird sich ändernden Normen für die Zulassung von Kindersitzen sowie Produktneuentwicklungen und -trends am Markt Rechnung getragen. Die früheren Testkriterien für die Jahre von 2015 bis 2019 weichen teilweise ab. Die Ergebnisse ab 2020 sind daher nur bedingt mit früheren Tests vergleichbar. Referenzversuche haben jedoch gezeigt, dass die Unterschiede nicht besonders groß sind, so dass „sehr gut“, „gut“ und „befriedigend“ bewertete Kindersitze aus den Vorjahren weiterhin empfohlen werden können.


SICHERHEIT (50 %)
Die dynamischen Prüfungen sind angelehnt an die EU-Verordnungen ECE R44 und R129. Bewertet werden u.a. die Vorverlagerung und die Belastung des Kopfes sowie die Belastung der Brust und das Bauchverletzungsrisiko.

Bietet ein Kindersitz unterschiedliche Befestigungsarten – beispielsweise Isofix oder Dreipunktgurt, vorwärts- oder rückwärtsgerichtet, mit oder ohne Basis, Rückenlehne mit Ruheposition –, wird eine entsprechende Anzahl von Crashtests für alle Varianten durchgeführt. Das gilt auch für unterschiedlich große Dummys zum Beispiel bei mitwachsenden Kindersitzen.

Bei der Versuchsauswertung werden alle Messdaten und Videos von mehreren Mitarbeitern unabhängig auf Plausibilität geprüft. Tritt während des Crashtests am Kindersitz ein gravierendes Versagen auf, so wird der jeweilige Versuch wiederholt, um das Ergebnis abzusichern. Auch wenn Dummy-Messwerte unplausibel erscheinen oder Defekte auftreten, wird der Versuch wiederholt.

  • Frontaufprall: Ein Prüfschlitten mit aufgebauter VW Polo VI Karosserie (5-Türer) wird in Anlehnung an die Testvorgaben von Euro NCAP auf 64 km/h beschleunigt. Der simulierte Aufprall gegen ein Hindernis wird mit Hochgeschwindigkeitskameras dokumentiert. Vorwärts gerichtete Kindersitze werden mit dem größt- und dem kleinstmöglichen Dummy geprüft, rückwärts gerichtete Kindersitze mit dem größtmöglichen Dummy. Alle Versuche werden, sofern am Kindersitz vorhanden, sowohl in Sitz- als auch in Liegeposition durchgeführt. Isofix-Kindersitze mit optionaler Gurtbefestigung werden sowohl mit Isofix- (vollumfänglich), als auch mit Gurtbefestigung (nur größtmöglicher Dummy in Sitzposition) getestet.
  • Seitenaufprall: Eine auf einem Prüfschlitten montierte Testbank prallt bei 27 km/h seitlich gegen eine bodenfest montierte Holztüre mit Styrodurplatte. Die maximale Eindringtiefe der Türe beträgt 100 mm, die Testbank und die Türe sind gegenüber der Fahrachse des Testschlittens um 10° gedreht. Alle Versuche werden, sofern vom Hersteller gemäß Bedienungsanleitung zugelassen, in Sitzposition durchgeführt. Isofix-Kindersitze mit optionaler Gurtbefestigung werden nur mit Isofix-Befestigung getestet.
  • Sicherheit der Sitzkonstruktion: Drei Experten beurteilen den Gurtverlauf, die Kopfabstützung und die Standsicherheit des Kindersitzes auf dem Fahrzeugsitz (Rückbank).

HANDHABUNG (40 %)
Das Urteil Handhabung beinhaltet folgende Einzelprüfungen:

  • Schutz vor Fehlbedienung: Drei Experten und zehn Testpersonen prüfen die Sitze im Praxistest. Falsch montierte Systeme stellen den Unfallschutz infrage. Die Experten bewerten das konzeptionelle Fehlbedienungsrisiko – auch mit Blick darauf, dass die Kindersitze manchmal von Personen bedient werden, die mit dem System nicht vertraut sind.
  • Einbauen, Anschnallen, Sitzumbau und Größenanpassung: Beurteilung durch drei Experten. Für die Bewertung des Sitzeinbaus kommen unterschiedliche Fahrzeugmodelle (Citroën Berlingo, Ford Fiesta, VW T-Cross) zum Einsatz. Als zusätzliches Kriterium wird auch der Ausbau des Sitzes bewertet.
  • Bedienungsanleitung: Ein Experte beurteilt die Anleitung nach einer umfangreichen Checkliste.
  • Reinigung und Verarbeitung: Drei Experten beurteilen das Abnehmen und die Waschbarkeit des Bezugs sowie die Verarbeitung des Sitzes.

ERGONOMIE (10 %)
Drei Experten beurteilen mit Kindern und Handhabungs-Dummys unterschiedlicher Größe unter anderem den Platzbedarf im Fahrzeug, die Beinauflage, Polsterung und Sichtverhältnisse für das Kind und die Sitzposition (Winkel der Sitzlehne und Platzangebot für die Beine). Die Einbauversuche wurden in Prüffahrzeugen (Citroën Berlingo, Ford Fiesta, VW T-Cross) auf dem äußeren und mittleren Rücksitzplatz durchgeführt.

SCHADSTOFFE (0 %)
Getestet werden Materialien im direkten Kontaktbereich des Kindes (Sitzbezüge und Gurtpolster) u.a. auf:

  • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): angelehnt an die Spezifikation AfPS GS 2019:01 PAK des Ausschusses für Produktsicherheit
  • Phthalate (Weichmacher): angelehnt an die Richtlinien 2005/84/EG und 76/769/EWG sowie an den Ökotex-Standard 100
  • Organophosphor-Flammschutzmittel: angelehnt an die EN 71-9 und die Richtlinie 2014/79/EU
  • Phenolische Verbindungen: angelehnt an den Ökotex-Standard 100
  • Formaldehyd: angelehnt an die EN ISO 14184-1 und EN 71-9
  • Zinnorganische Verbindungen: angelehnt an den Ökotex-Standard 100

BEWERTUNG
Deckt ein Kindersitz mehrere Gewichtsklassen, Körpergrößen oder Einbauarten ab, so werden diese getrennt getestet. Das Testergebnis wird aus den schlechtesten Einzelergebnissen errechnet („Mindestschutzpotenzial“). Ein Sitz, der für mehrere Gewichtsklassen, Körpergrößen oder Einbauarten ausgelegt ist, muss dem größer werdenden Kind während der gesamten Gebrauchszeit maximale Sicherheit bieten.

ABWERTUNGEN
Abwertungen sorgen dafür, dass sich gravierende Mängel auch deutlich auf das Testurteil auswirken. Wichtig sind Abwertungen immer dann, wenn die rein rechnerische Bewertung den Mangel nicht deutlich macht. Bei Autokindersitzen werden auch gleitende Abwertungen eingesetzt. Diese wirken ab einer Notengrenze gleitend auf das übergeordnete Urteil: Je schlechter das auslösende Ergebnis, umso stärker wirkt die jeweilige Abwertung. Abwertungen sind mit einer Fußnote gekennzeichnet.

Folgende Abwertungen werden angewendet:

  • Testurteil: Sind die Sicherheit, die Handhabung oder die Schadstoffe „nicht zufriedenstellend“, kann das Testurteil nicht besser sein. Sind die Sicherheit oder die Handhabung schlechter als „gut“, führt dies zu einer gleitenden Abwertung des Testurteils. Ist die Note für Schadstoffe schlechter als „durchschnittlich“, führt dies zu einer gleitenden Abwertung des Testurteils.
  • Sicherheit: Sind der Front- oder Seitenaufprall „nicht zufriedenstellend“, kann das Urteil Sicherheit nicht besser sein. Sind die Noten für Front- oder Seitenaufprall oder Sicherheit der Sitzkonstruktion schlechter als „gut“, führt dies zu einer gleitenden Abwertung des Urteils Sicherheit.
  • Handhabung: Sind der Schutz vor Fehlbedienung, das Einbauen des Sitzes oder das Anschnallen des Kindes „nicht zufriedenstellend“, kann die Handhabung nicht besser sein. Sind die Noten für Schutz vor Fehlbedienung, Einbauen oder Anschnallen schlechter als „gut“, führt dies zu einer gleitenden Abwertung des Urteils Handhabung.
  • Schadstoffe: Das Urteil für Schadstoffe kann nicht besser sein als die schlechteste Note für PAK, Phthalate (Weichmacher), Organophosphor-Flammschutzmittel, phenolische Verbindungen oder Formaldehyd.

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