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Chellas Marillen Bites
Chellas Marillen Bites - in der Dose ist viel Luft enthalten, außerdem ist die Hauptzutat Apfelsaftkonzentrat. Bild: VKI

Chellas Marillen Bites: Viel Luft, wenig Inhalt

Weniger Fruchtsnacks als erwartet, überraschend mehr Apfel als Marille - die "Chellas Marillen Bites" halten nicht, was Verpackungsgröße und -aufmachung versprechen. Zudem: sehr hoher Zuckergehalt!

Was alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: "Chellas Marillen Bites" enthalten hauptsächlich Apfelsaftkonzentrat und weniger Marille, als die Aufmachung glauben lässt.

Das steht drauf: Chellas Marillen Bites 

Gekauft bei: Billa

Das ist das Problem

Frau B. ärgert sich über den Fruchtsnack "Chellas Marillen Bites", den sie bei Billa gekauft hat. Sie übermittelt uns daher einen kleinen Beitrag zum Thema "Viel Luft und wenig Inhalt": "So bio kann dieses Produkt gar nicht sein, wenn der Inhalt weniger als die Hälfte der Verpackungshöhe einnimmt!", schreibt uns die enttäuschte Konsumentin. 

Natürlich hat biologische Erzeugung nichts mit der Verpackungsgröße zu tun, doch gerade bei einem nachhaltig erzeugten Lebensmittel erwarten Konsument:innen auch eine nachhaltige Verpackung. So lässt uns auch Frau B. wissen: "Zwar schmeckt das Trockenobst wirklich sehr gut, aber die Verpackungsphilosophie sollte überdacht werden."

Chellas Marillen Bites Blick in die offene Dose
Chellas Marillen Bites - Die Dose ist nur etwa bis zur Hälfte gefüllt. Bild: VKI

Viel Luft, wenig Inhalt

Dieser Kritik schließen wir uns an. Die Fruchtsnacks in Dosen sind in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen bei Billa im Regal für Start-ups und neu auf den Markt gebrachte Produkte zu finden. 

Von außen ist die Füllhöhe nicht sichtbar. Wir haben die Dose "Chellas Marillen Bites" aus dem Regal genommen und leicht geschüttelt: Schon das Geräusch verrät einen großen Luftraum im Inneren der Dose. 

Tatsächlich, die viereckigen Fruchtsnack-Stücke füllen das Behältnis nur etwa zur Hälfte. Gut vorstellbar, dass Konsument:innen beim Öffnen das Gefühl haben, sie wären einer Mogelpackung auf den Leim gegangen. Wir haben den Hersteller kontaktiert und erfahren, dass das Zwei-Personen-Unternehmen, die Maias OG, bereits an einer Umstellung der Verpackung arbeitet. Fein, wir sind gespannt, ob die Fruchtsnack-Dosen des Start-ups bald besser befüllt im Regal stehen.

Mehr Apfel als Marille

Was wir auch nicht ganz in Ordnung finden: Die "Chellas Marillen Bites" "mit Mandeln und Marillenstückchen" bestehen größtenteils aus Apfel und nicht aus Marille, wie es der Produktname nahelegt. Die Verpackung zeigt nur Marillen sowie einen Mandelkern. Der hauptsächlich enthaltene Apfel ist auf der Schauseite der Dose weder genannt noch abgebildet. 

Chellas Marillen Bites - Zutatenliste
Chellas Marillen Bites: Die Zutatenliste Bild: VKI

Durch diese Aufmachung nimmt die Kundschaft wohl an, Marille sei zumindest die "Hauptfrucht" des Produktes. Doch es sind nur 24 Prozent Marillenbestandteile enthalten. Das Apfelsaftkonzentrat macht hingegen 55 Prozent des Produkts aus. 

In der Zutatenliste finden wir "färbendes Karottensaftkonzentrat". Sollen dadurch die Fruchtsnacks farblich mehr nach Marille ausschauen? Unserer Meinung nach gibt es neben dem Missverhältnis zwischen Packungsgröße und der Füllmenge auch Verbesserungsbedarf bei der Produktaufmachung. Der Apfel sollte deutlich sichtbar auf der Schauseite abgebildet sein. 

Chellas Marillen Bites
Chellas Marillen Bites: Die Nährwertangabe Bild: VKI

Viel Zucker durch Trockenfrüchte

Auf der Verpackung ist "ohne Zuckerzusatz" zu lesen. Laut Nährwerttabelle haben die "Chellas Marillen Bites" einen Zuckergehalt von 45 Prozent. 

Dieser hohe Zuckeranteil ergibt sich aus den getrockneten und konzentrierten Fruchtbestandteilen. Dadurch erhält das Produkt den Nutri-Score D.

Reaktion der Maias OG

Das Start-up-Unternehmen arbeitet an einer Verpackung mit weniger Luft:

"Das Problem ‚viel Luft-wenig Inhalt‘ ist uns sehr wohl bewusst. Es gibt aber Gründe, warum wir diese Verpackung gewählt haben, bzw. zu Beginn wählen mussten.

Wir sind ein sehr kleines 2-Personen-Unternehmen und machen von A–Z alles selbst. Mischen, Kochen, Verpacken. Die gewählte Verpackung ist eine der wenigen, die wir selbst befüllen, verschließen und somit praktikabel verarbeiten können.

Zum Verschließen der Dose wird der Boden mit einer Handpresse in die Dose gedrückt. Dadurch entsteht in der Dose leider ein leichter Überdruck. Manchmal mehr, manchmal weniger. Wir haben zu Beginn auch kleinere Dosen (80 mm bzw. 90 mm) getestet. Leider kam es dabei manchmal zum Riss der Aromamembran, die beim Öffnen der Dose entfernt wird. Der Luftdruck in den kleineren Dosen war zu groß und ließ die Membran teilweise reißen und den Deckel hinausdrücken. Aus diesem Grund mussten wir die 100-mm-Dose verwenden, um dieses Problem zu lösen.

Zusätzlich ist zu sagen, dass der Boden ca. 10 mm in die Dose ragt. Auch die Membran ist ca. 8 mm unter dem Deckel versenkt, was den Effekt ‚leere Dose‘ nach entfernter Membran zusätzlich verstärkt.

Der Vorrat an den betreffenden Dosen neigt sich aber dem Ende zu und es sind Änderungen geplant. Ein geänderter Verschlussmechanismus ermöglicht es nun, dass die Luft in der Dose beim Verschließen entweichen kann. So kann auch eine etwas kleinere Dose (z. B. 80 mm) verwendet werden. Auch der Umstieg auf recycelbare Standbodenbeutel wird gerade geprüft. Es wird hier also Änderungen geben, um dieses ‚Problem‘ zu lösen."

Maias OG 
15.8.2023

Wir empfehlen

Dosen für Müsli, Gewürze und Snacks enthalten oft viel Luft. Um die tatsächliche Füllmenge abzuschätzen, schütteln Sie die Packung am besten vor dem Kauf leicht. 

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