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Schadstoffe in Lebensmittel-Verpackungen - Photoinitiatoren: Schön unnötig

Beim Bedrucken von Lebensmittelverpackungen werden häufig Photoinitiatoren eingesetzt. Auch solche, über deren gesundheitliche Gefahren überhaupt keine Daten vorliegen.

Kinderlebensmittel sind bei den Kids ein Hit. Und ob süß oder salzig: Die Produkte ­ kommen immer in einer knallig bunten Verpackung daher, die niemand übersehen kann. Auch uns lachten in den vergangenen Monaten Ferreros Kinder Pingui Schoko und ­Danone Fruchtzwerge an, um nur die abso­luten Renner zu nennen. Diesmal wollten wir aber nicht wissen, wie viel Zucker und Fett in diesen angesagten Schleckereien ­stecken. Was uns interessierte war, womit ­Süßigkeiten eingewickelt und in welche ­Becher Joghurts abgefüllt werden.

Untersuchung auf Photoinitiatoren

Lebensmittel sind heikel. Mindestens so ­heikel ist, wie sie in den Verkauf gelangen. Immer wieder tauchten in den vergangenen Jahren Schadstoffe in Verpackungen auf – und nicht nur dort. Das ist schon für Erwachsene keine angenehme Vorstellung. Noch unerfreulicher wird es in Zusammenhang mit Kindern. Insgesamt 14 bunt foliierte bzw. bunt bedruckte Produkte, der Großteil davon Kinderlebensmittel, schickten wir daher nach dem Einkauf in ein Labor. Der Auftrag an die Prüfer: Untersuchung auf Photoinitiatoren, auch PI genannt.

Hinter diesem sperrigen, fast unaussprech­lichen Namen verbergen sich Stoffe, die beim Bedrucken von Verpackungen eingesetzt werden. Die PI sorgen dafür, dass die verwendeten Druckfarben innerhalb kürzester Zeit vollständig aushärten.

Gefahr: Schadstofftransfer

Doch nicht immer bleiben diese Substanzen dort, wo sie hingehören. Sie können auf verschiedenen Wegen in Lebensmittel übergehen (migrieren). Möglich ist beispielsweise die Durchdringung der Verpackung, wenn im verwendeten Material keine Barriere – etwa eine Aluminiumschicht – verwendet wird.

Eine andere Möglichkeit der Migration ist der sogenannte Abklatsch. Bis zu ihrem Einsatz werden auch Verpackungen gelagert. Folien kommen häufig auf eine Rolle, Becher werden ineinander gestapelt. In beiden Fällen kommt die bedruckte Außenseite mit der ­Innenseite einer Verpackung in Kontakt. ­Lagern sich dort Substanzen ab, können sie auch ins Lebensmittel geraten.

Belastete Lebensmittel

Dass es diesen Stofftransfer gibt, ist längst bekannt. Schon 2006 und 2009 wurden PI in Lebensmitteln gefunden. Trotzdem gibt es bis heute auf EU-Ebene für diese Substanzen ­keine rechtlichen Regelungen. Wir haben ­tiefer gegraben und verstreut in verschiedenen Verordnungen schließlich gezählte vier PI gefunden, zu denen zumindest eine toxikologische Bewertung eines wissenschaftlichen Gremiums, wie beispielsweise der EFSA, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, vorliegt. Von diesen wenigen Stoffen weiß man immerhin, wie sie wirken und ab welcher Konzentration ein Gesundheitsrisiko für Verbraucher besteht. Über den Rest an verwendeten PI herrscht in der EU Schweigen.

Verpackungen belastet, Lebensmittel sauber

Nur in der Schweiz geregelt

Anders ist die Situation in der Schweiz. Die gründlichen Eidgenosssen haben über 90 ­verschiedene PI aufgelistet. An die 30 davon wurden bewertet (evaluiert). Das heißt, für diese Stoffe gibt es einen maximal zulässigen Grenzwert für Lebensmittel. Der ist allerdings nicht für die Ewigkeit in Stein gemeißelt, sondern er wird laufend überprüft. Aktuell stehen 5 bereits bewertete PI unter Beobachtung. Für weitere fast 70 Substanzen liegen auch bei den Schweizern keine offiziell anerkannten wissenschaftlichen Gutachten und damit ­keine Risikoabschätzung vor.

Auf 30 Substanzen getestet

Wir haben unsere eingekauften Produkte auf insgesamt fast 30 Substanzen untersuchen lassen. Wurde von den Experten in einer ­Verpackung mehr als 1 mg PI pro kg Ver­packungsmaterial gefunden, kam auch das Lebensmittel auf den Prüfstand. Die gute Nachricht: Sieben Testkandidaten waren sauber. Bei ihren Verpackungen lagen alle untersuchten Substanzen unter der Bestimmungsgrenze.

50 Prozent der Verpackungen belastet

Die weniger gute Nachricht: Bei den rest­lichen sieben Produkten – Kindersnacks, ­Süßigkeiten und Fruchtjoghurts – spürten die Experten in den Folien und Bechern relativ hohe PI-Werte auf. In den Lebensmitteln selbst wurden die Prüfer dann aber zum Glück nicht fündig.

Ferrero, Clever, Milfina, Danone ...

Negative Spitzenreiter sind hier Ferrero Kinder Pingui Schoko, der Milch Snack mit Honig von Milfina und das Joghurt Erdbeere von Clever. In der Verpackung von Ferrero Kinder Pingui, einer mit ­üppiger Creme gefüllten Schokolade, stecken insgesamt 4 verschiedene PI und damit in Summe 74,60 mg/kg. Deutlich darunter, aber auch ganz schön belastet die Verpackung des Milch Snacks mit Honig – zwei Biskuit-Schnitten mit Creme dazwischen – von Milfina. Gleich 8 verschiedene PI und in Summe 42,94 mg/kg lautete hier die Bilanz.

Direkt bescheiden dagegen das Ergebnis von Clever. Der Becher des Joghurts Erdbeere enthält 3 verschiedene PI, die in Summe 15,92 mg/kg ausmachen. In den Behältern der Frucht­zwerge von Danone, den bunten Folien der Celebrations von Mars und den Milch Mäusen von Choceur sowie der Verpackung des Cocos Vollmilch Schokoriegels von Alnatura zählten die Chemiker 1 bis 3 PI und kamen auf Summenwerte von 0,15 (Choceur) bis 2,60 mg/kg (Danone).

Restrisiko: Gesetzgeber gefordert

Restrisiko

Obwohl kein einziges Lebensmittel belastet war (selbst bei Verpackungen, in denen PI nachweisbar waren, kam es zu keiner Übertragung): Das Beispiel der sieben "sauberen" Verpackungen zeigt, dass es auch anders geht. Außerdem haben wir bei den meisten Produkten nicht bis zum Ende der MHD ­(Mindesthaltbarkeitsfrist) gewartet, sondern wegen der Brisanz des Themas sofort untersucht. Denn so viel ist klar: Je länger die Lagerzeit, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass PI ins Lebensmittel wandern.

Über 1.000 Stoffe werden inzwischen unfassbarerweise für das Bedrucken von Lebens­mittelverpackungen eingesetzt. Für den allergrößten Teil dieser Chemikalien liegen derzeit überhaupt keine oder nur geringe Erkennt­nisse zu möglichen gesundheitlichen Wir­kungen vor. Für den Fall einer Migration von Substanzen ist deshalb eine aussagekräftige Risikobewertung schlicht unmöglich.

Gesetzgeber gefordert

Auf EU-Ebene fehlen spezifische Regelungen. Die Schweizer haben immerhin an die 30 verschiedene PI bewertet. Zu diesen Stoffen gibt es definierte Grenzwerte. Sie legen fest, ­welche Mengen des jeweiligen PI in einem Lebensmittel zulässig sind. Beim Verpackungsmaterial gibt es aber auch in der Schweiz ­keine Beschränkungen.

Wie unsere Untersuchung leider zeigt, greifen nicht alle Hersteller von Verpackungen auf diese evaluierten PI zurück, sondern sie setzen auch Stoffe ein, über die praktisch nichts ­bekannt ist. Das Verwenden von Substanzen, für die keine toxikologischen Bewertungen vorliegen, nennt das deutsche Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) "nicht sachgerecht". Für uns ist der Einsatz dieser Stoffe schlicht unverständlich, vor allem im Hinblick auf den vorsorgenden Verbraucherschutz.

Testtabelle: Schadstoffe in Lebensmittelverpackungen

Reihung nach Summe der Photoinitiatoren in der Lebensmittelverpackung in mg/kg
Die Bestimmungsgrenze für Benzophenon (CAS 119-61-9) liegt bei 0,5 mg/kg. Für alle anderen Photoinitiatoren liegt die Bestimmungsgrenze in Lebensmittelverpackungen bei 0,1 mg/kg.
Die Bestimmungsgrenze ist die kleinste Konzentration eines Analyten, die quantitativ mit einer festgelegten Präzision bestimmt werden kann. Erst oberhalb der Bestimmungsgrenze werden quantitative Analysenergebnisse angegeben.

Zur Tabelle

Es gibt aus Tierversuchen Hinweise darauf, dass manche Photoinitiatoren (PI) krebserregendes Potential haben. Genaues weiß man aber nicht. Die Zahl der PI ist groß; nur für ganz wenige liegt eine toxikologische Bewertung vor (Beurteilung der Giftigkeit) und selbst die gibt es nur in der Schweiz. Auch in der Schweiz existieren lediglich Grenzwerte dafür, wie viel des jeweiligen PIs von der Verpackung ins Lebensmittel gelangen darf. Für den Anteil an PIs in der Verpackung gibt es überhaupt keine Festlegungen.

CAS: Das ist jene Nummer, mit der man jeden bekannten chemischen Stoff eindeutig zuordnen kann. Sie ist eine andere Bezeichnung wie die Summenformel, die wir noch in der Schule gelernt haben.

Die Fußnoten sagen, in welchem Teil der Schweizer Verordnung man den betreffenden Stoff findet. Und bei den wenigen, zu denen es überhaupt Daten gibt, ist dort noch der SML-Wert (= Spezifischer Migrationswert) angegeben. Er definiert die höchstzulässige Menge eines bestimmten Stoffes, die aus einem Material auf ein Lebensmittel übergehen darf.

Tabelle öffnen

Unter der Lupe:

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Zusammenfassung

  • Keine Entwarnung. Auch wenn wir diesmal nichts gefunden haben: Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass Schadstoffe aus Verpackungen in ein Lebensmittel übergehen.
  • Unverhältnismäßig. Je kleiner der Inhalt, desto größer in Relation dazu die Oberfläche der Verpackung. Bei der Miniaturausgabe eines Produkts ist die Gefahr einer möglichen Belastung daher im Verhältnis größer.
  • Handlungsbedarf. Für den Einsatz von Substanzen im Druckverfahren, über die man nichts weiß, braucht es im Sinne des vorsorgenden Verbraucherschutzes dringend einheitliche Regelungen.

Testkriterien

Im Test: 14 bunt foliierte bzw. bunt bedruckte Produkte. Der Schwerpunkt lag auf Kinderlebensmitteln bzw. auf Verdachtsfällen, die in einem Vortest PI in der Verpackung aufgewiesen hatten. Untersucht wurde auf 5 verschiedene Gruppen von Photoinitiatoren, die insgesamt fast 30 Substanzen umfassen:

Benzophenonderivate:
Benzophenon
2-Methylbenzophenon
4-Methylbenzophenon
Methyl-2-benzoylbenzoat
4-Hydroxybenzophenon
4-Phenylbenzophenon
4-Methoxybenzophenon
Michlers Keton
2-Carboxybenzophenon
Michlers Ethylketon

Thioxanthonderivate:
1-chloro-4-propoxy-9H-thioxanthen-9-one (CPTX)
2,4-Diethyl-9H-thioxanthen-9-on (DETX)
2-Isopropylthioxanthon (ITX)

Aminobenzoate:
Ethyl-4-dimethyl-aminobenzoate
2-Ethylhexyl 4-(dimethylamino)benzoate

Phosphinoxide:
Phenylbis(2,4,6-trimethylbenzoyl)phosphinoxid
Diphenyl(2,4,6-trimethylbenzoyl)phosphine oxide

Weitere Photoinitiatoren:
N-Phenylglycine
2-Hydroxy-4′-(2-hydroxyethoxy)-2-methylpropiophenone
1-Hydroxycyclohexyl phenyl ketone

2-Methyl-4′-(methylthio)-2-morpholinopropiophenone
2-Benzyl-2-(dimethylamino)-4′-morpholinobutyrophenone
4-(Dimethylamino)benzophenone
Leucocrystal Violet
Leucomalachite Green
2,2-Diethoxyacetophenone

Prüfverfahren: LC-MS/MS (Flüssigchromatographie-Tandem-Massenspektrometrie) nach Extraktion

Gewichtung: Photoinitiatoren 100 %

Reaktionen

Nach Abschluss unseres Tests baten wir jene Firmen um Stellungnahme, in deren Verpackungen wir Photoinitiatoren gefunden hatten.

Milfina Milch Snack mit Honig und Choceur Milch Mäuse

"Im Sinne unseres ganzheitlichen Qualitätsverständnisses werden laufend zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, damit sämtliche, von Hofer vertriebenen Produkte den höchsten Ansprüchen an Produktqualität und Lebensmittelsicherheit entsprechen. Dazu zählen auch Materialien die dazu bestimmt sind mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen. Sie müssen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und unterliegen einer besonderen Kontrolle. Für Verpackungen werden nur Materialien eingesetzt, die den Anforderungen der Rahmenverordnung VO(EG) 1935/2004 entsprechen. Als Grundforderung daraus gilt, dass keine Bestandteile von Verpackungsmaterialien (dazu zählen auch die Photoinitiatoren als Bestandteile von Druckfarben) auf das Lebensmittel abgegeben werden, die geeignet sind, die menschliche Gesundheit zu gefährden, eine unvertretbare Veränderung der Zusammensetzung der Lebensmittel herbeizuführen, oder eine Beeinträchtigung der organoleptischen Eigenschaften der Lebensmittel herbeizuführen.

Zu den von Ihnen genannten Produkten „Milfina Milch Snack mit Honig“ und „Choceur Milch Mäuse“ liegen uns von beiden Herstellern Konformitätserklärungen vor, die bestätigen, dass die eingesetzten Verpackungsmaterialien die angeführten Bedingungen einhalten und entsprechend für das verpackte Lebensmittel geeignet sind. Dennoch prüfen wir die Möglichkeiten einer Umstellung auf eine mehrlagige Folie, ähnlich der Folie, die bereits beim Milfina Milch Snack Kakao und Kokos eingesetzt ist. Damit wird die Barriere zwischen Verpackung und Lebensmittel nochmals erhöht. Um Ihre Untersuchungsergebnisse dennoch im Detail verfolgen zu können, bitten wir Sie um Übermittlung des kompletten Prüfberichtes bzw. um Bekanntgabe der Chargendaten."

Hofer KG

Kinder Pingui Schoko

"Unserer Kenntnis nach werden Photoinitiatoren nur bei UV-Druckverfahren eingesetzt, da sie dort zum Härten der Farbstoffe benötigt werden. Für unsere Primärverpackungsmaterialien, die direkt mit dem Produkt in Kontakt kommen, wird entsprechend unserer Gruppenspezifikation nur das Tiefdruckverfahren verwendet, bei dem keine Photoinitiatoren eingesetzt werden. Dies ist bei der metallisierten PP-Folie von Kinder Pingui Schoko der Fall. Dies wurde bereits durch schriftliche Erklärungen aller unserer Lieferanten in Italien und Deutschland sowie von internen Qualitätsaudits bestätigt.

Wir werden das weiterhin durch ein unabhängiges Prüflabor bestätigen lassen, das wir bereits beauftragt haben. Das von Ihnen gesetzte Timing ist allerdings zu knapp bemessen, daher werden wir Ihnen die Ergebnisse des unabhängigen Prüflabors leider erst in der kommenden Woche bereitstellen können. Außerdem werden wir durch diese externe Analyse auch bestätigen, dass das Produkt Kinder Pingui Schoko selbst keine Photoinitiatoren enthält.

Als Sekundärverpackungsmaterial verwenden wir bei dem Kinder-Pingui-Multipack Banderolen, die die vier Einzelpackungen zu einem Multipack verbinden. Diese Etiketten haben eine UV-Bedruckung, die Spuren von Photoinitiatoren enthalten kann. Bei diesen Banderolen handelt es sich jedoch nicht um eine Primärverpackung, sie wirken also nicht auf das Produkt selbst ein, das sehr gut durch eine luftdicht versiegelte metallisierte PP-Folie geschützt ist. Beim Druckverfahren der metallisierten PP-Folie kommen wie gesagt gar keine Photoinitiatoren zum Einsatz."

Ferrero

Clever Joghurt Erdbeere

"Sämtliche eingesetzte Verpackungen wurden von unserem Lieferanten und dessen Verpackungsmaterial-Lieferanten vor Einsatz auf Übereinstimmung mit den derzeit gültigen Rechtsnormen für Lebensmittelverpackungen geprüft. Dazu wurden die Schweizerische Bedarfsgegenständeverordnung, die Leitlinie der EuPIA sowie das Policy-Statement des Europarates zu Druckfarben herangezogen, da es bisher noch keine europäische Gemeinschaftsregelung bzw. österreichische Regelung zum Thema Druckfarben und Photoinitiatoren gibt.

Bei den untersuchten Bechern und Platinen werden folgende Photoinitiatoren eingesetzt, die im Test auch nachgewiesen wurden:
. Phenylbis (2,4,6-trimethylbenzoyl)phosphinoxid) (CAS 162881-26-7)
. 2-Benzyl-2-(dimethylamino)-4’morpholinobutyrophenon (CAS 119313-12-1)
Bei diesen Produkten handelt es sich definitiv nicht um ‚ungeprüfte Substanzen, deren Auswirkung sich nicht abschätzen lässt‘. In der Leitlinie der EuPIA über Druckfarben aus 2010 werden beide Substanzen in der Liste jener Stoffe angeführt, die toxikologisch bewertet sind und von denen kein Migrationsrisiko für das Produkt ausgeht.

Das in Spuren in der Verpackung gefundene 4-Hydroxybenzophenon wird laut Angabe der Lieferanten bei der Verpackung nicht eingesetzt. Die Bestätigung darüber liegt dem Lieferanten vor (diese können wir bei Bedarf gerne nachreichen). Bei der gefundenen Konzentrationsmenge von 0,12 mg/kg handelt es sich laut Kunststoffrichtlinie 2002/72/EG um einen unbedenklichen Wert, da selbst bei vollständiger Übertragung ins Lebensmittel der festgelegte Grenzwert von max.10 ppm nicht erreicht würde."

Mag. (FH) Karin Nakhai
Pressesprecherin und Leiterin Media Relations
REWE International AG

Fruchtzwerge

"Sowohl der Lieferant der Deckelfolie als auch die Lieferanten der Bodenfolie bestätigen, dass Photoinitiatoren und insbesondere die von Ihnen detektierten Substanzen nicht eingesetzt werden. Zudem wird bei diesen Materialien keine UV-Drucktechnik verwendet. Dementsprechend können wir uns derzeit nicht erklären, warum die von Ihnen aufgeführten Substanzen detektiert wurden.

Um diesem Vorfall gezielt nachgehen zu können und Ihnen weitere Informationen zukommen lassen zu können, benötigen wir noch folgende Informationen von Ihnen:
. Welches Material wurde geprüft (Deckelfolie, Bodenfolie)?
. Um welchen FruchtZwerg handelt es sich genau? (FruchtZwerge Standard, FruchtZwerge Duo, FruchtZwerge Maxi?
. Können Sie uns die Produktionsdaten auf der Deckelfolie, den EAN-Code und das Mindesthaltbarkeitsdatum mitteilen?
. Von welcher Institution wurde die Analyse durchgeführt und können Sie uns evtl. den Analysenbericht zukommen lassen?
Basierend auf diesen Informationen können wir ebenfalls Analysen des Verpackungsmaterials durchführen und Ihnen eine ausführliche Stellungnahme zukommen lassen."

Danone

Cocos Vollmilch Schokoriegel

"Sämtliche Hinweise auf Qualitätsaspekte unserer Produkte einschließlich ihrer Verpackungen nehmen wir außerordentlich ernst und gehen ihnen umfassend und gründlich nach. Wo immer wie Verbesserungspotenziale erkennen, suchen wir diese konsequent und nachhaltig umzusetzen, auch wenn es sich um kleinste Schritte handelt.

In der Verpackung unseres Produktes Cocosriegel wurde für Sie ein Befund der Substanz 4-Phenylbenzophenon (CAS 2128-93-0) in Höhe von 0,33 mg/kg ermittelt (das Produkt selbst, so haben wir verstanden, wurde nicht auf diesen Parameter getestet).
Photoinitiatoren sind photoaktive Substanzen. Sie absorbieren UV-Licht und wandeln über reaktive Zwischenprodukte Lichtenergie in chemische Energie um. Durch die UV-Lichtbestrahlung von Farben oder Lacken, die Photoinitiatoren enthalten, können diese innerhalb von Sekundenbruchteilen ausgehärten. In lösemittel- oder wasserbasierten Druckfarben sind Photoinitiatoren nicht enthalten.
Der Hersteller der Folie für das Produkt bestätigt, dass er keine Druckfarben einsetzt, die auf diese Weise gehärtet werden und auch keine solchen Photoinitiatoren für die Farben verwendet. Der Hersteller des Riegels selbst schließt eine Kontamination aus: die Verpackungsfolienrollen sind im Lager jeweils mit neutralen (unbedruckten) Folien umhüllt.

Als mögliche Kontaminationsquelle wurde auch der Umkarton des Produktes betrachtet. Der Kartonhersteller bestätigt, dass für die Herstellung, Verarbeitung und Bedruckung der Kartons kein 4-Phenylbenzophenon eingesetzt wird. Da es sich bei dem Umkarton um Recyclingmaterial handelt, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass Spuren von Substanzen über den Altpapieranteil an die Verpackung gelangen. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Kontamination der Folie, die das Produkt umhüllt, über den Umkarton ist jedoch sehr gering. Nach den Informationen, die wir umfassend recherchiert haben, ist die Anwesenheit von 4-Phenylbenzophenon nicht nachvollziehbar. Allenfalls eine unbeabsichtigte Verunreinigung an irgendeiner Stelle der Folien- bzw. Farbenproduktion ist denkbar.

Zur Substanz: Bei 4-Phenylbenzophenon handelt es sich um einen noch nicht umfassend durch neutrale Stellen evaluierten Photoinitiator. Bisher wurden die Photoinitiatoren Benzophenon und 4-Methylbenzophenon im Tierversuchen getestet und dabei Geschwüre an Leber und Niere beobachtet. Der TDI für Benzophenon, d. h. für die Aufnahme der Substanz, z. B. mit der Nahrung : 0,3 mg/kg Körpergewicht täglich. Das spezifische Migrationslimit (SML) für die Summe von Benzophenon, 2-3- und 4-Methylbenzophenon wird mit 0,6 mg/kg angegeben. Diese Limits für diese ähnlichen Substanzen deuten darauf hin, dass es sich bei dem für Sie ermittelten Wert von 0,33 mg/kg in der Folie um eine Verunreinigung handeln muss.

Wir haben noch weitere Prüfungen veranlasst, erkennen derzeit jedoch kein Versäumnis, dass es zu beheben bzw. dem gegenzusteuern wäre. Sollten sich solche Ansatzpunkte in der Zukunft ergeben, werden wir diese selbstverständlich sogleich aufgreifen."

Alnatura

Clebrations

"Vorab wollen wir festhalten, dass sowohl die unmittelbare Verpackung der Celebrations-Riegel (Produktschleifen) als auch der äußere Celebrations-Karton ohne Verwendung der von Ihnen genannten Photoinitiatoren bedruckt werden. Wir haben allerdings festgestellt, dass der Display-Behälter, in dem die Kartons im Handel präsentiert werden, unter Verwendung der genannten Photoinitiatoren bedruckt werden. Die von Ihnen analysierten Spuren stammen daher höchstwahrscheinlich aus einer Migration der Photoinitiatoren vom Display in die äußere Kartonverpackung. Der Lieferant des Displays ist Mitglied der EuPIA (European Printing Inks Association) und hat sich verpflichtet, deren Richtlinien einzuhalten. Wir sind derzeit dabei auch für Displays auf Low Migration UV-Druckfarben umzustellen. Die Umstellung wird in den nächsten zwei bis drei Monaten stattfinden."

Mars

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