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Gruppenfoto von verschiedenen Produkten aus dem Supermarkt, in welchen Titandioxid enthalten ist.
Unser Supermarktfundus: Titandioxid ist in diesen Produkten enthalten. Bild: Konstantinoudi/VKI

Warnung vor Titandioxid (E 171)

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In der Kritik steht Titandioxid schon länger. Frankreich ging bereits so weit diesen Zusatzstoff zu verbieten. Jetzt endlich hat auch die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) die Verwendung von E 171 als „nicht sicher“ eingestuft.

Doch beginnen wir von Anfang an. Titan ist ein Metall, das in der Natur vorkommt. Die wichtigsten Produzentenländer sind Australien und Südafrika.

In der Lebensmittelindustrie wird Titandioxid als sehr beständiger weißer Farbstoff eingesetzt. Titandioxid wird in Form von Nanopartikeln eingesetzt und ist nicht löslich.

Warum steht Titandioxid in der Kritik?

Titandioxid steht aufgrund seines Vorliegens in Form von Nanopartikeln schon länger in der Kritik.

Doch erst jetzt, im Mai 2021, kam die Europäische Lebensmittelbehörde zum Schluss, dass Bedenken hinsichtlich der Genotoxizität von Titandioxid-Partikeln nicht ausgeschlossen werden können. Bei Genotoxizität handelt es sich um eine schädliche Wirkung auf die Zellen im Körper, die zu Veränderungen im Zellmaterial führt. Die Folge können Krebserkrankungen sein. Deshalb hat die EFSA Titandioxid als nicht mehr sicher für den Einsatz als Lebensmittelzusatzstoff eingestuft.

In welchen Lebensmitteln ist Titandioxid zugelassen?

Das meiner Meinung nach erschreckende ist, dass Titandioxid derzeit ohne Höchstmengenbeschränkung für Lebensmittel allgemein zugelassen ist. Ausgenommen sind nur solche, die unbehandelt sind, oder die vom Gesetzgeber her keine Zusatzstoffe enthalten dürfen.

Besonders häufig findet man E 171 in Dragees, Kaugummis und weißen Überzügen.

Wo wird Titandioxid noch eingesetzt?

Titandioxid wird in vielen weiteren Produkten verwendet, unter anderem in Kosmetika (Lippenstift, Sonnenschutzmittel), Farben und Medikamenten.

Wie geht es jetzt weiter?

Die EFSA darf einen Stoff nicht verbieten. Ihre Aufgabe ist die wissenschaftliche Einschätzung von konkreten Fragestellungen. Jetzt sind die Behörden am Zug. Denn nur sie dürfen den Einsatz von Titandioxid auch verbieten.

Welche Lebensmittel mit E 171 gibt es in Österreich?

Wir waren für euch in den gängigsten Supermärkten unterwegs und haben einige Produkte mit Titandioxid gefunden. In Kaugummis wurden wir nicht mehr fündig, obwohl sowohl die Onlineshops von Spar und Billa E 171 bei Kaugummis noch in den Zutatenlisten anführen. Wir haben für euch Schokoladeprodukte, Riegel und Backzubehör gekauft. Unsere Ausbeute könnt ihr auf dem Foto sehen.

Gruppenfoto der Produkte aus dem Supermarkt, in welchen Titandioxid enthalten ist. Daneben die Namensliste der Produkte in Tabellenform.
Unser Supermarktfundus: Titandioxid ist in diesen Produkten enthalten. Bild: Liste: Beck/VKI, Foto: Konstantinoudi/VKI

Süßigkeiten

  • Billa Keks Riegel Schokodrops
  • Hofbauer Marc de Schlumberger Trüffel
  • M&Ms Cookies Double Chocolate
  • S Budget Choco Nuts

Backzubehör

  • Decocino Cake Decor
  • Decocino Fondant weiß
  • Dr. Oetker Dekor Rainbow Mix
  • Dr. Oetker Rarty Mix

Nahrungsergänzung

  • Abtei Feste Nägel
  • dm Mivolis Magnesium + Calcium + D3

Wir bleiben dran!

Potentiell krebserregende Stoffe im Essen gehen meiner Meinung nach gar nicht. Deshalb bleibe ich für euch an dem Thema dran. Ist euch E 171 schon in Lebensmitteln aufgefallen? Bitte schickt uns ein Foto eurer Fundstücke – entweder über Facebook oder per Mail an lebensmittel-check@konsument.at oder einfach direkt hier im Blog als Kommentar.

Nachtrag - ein wichtiger Schritt in Richtung Verbot

Am 8.10.2021 haben die EU-Mitgliedsstaaten einem Vorschlag der EU-Kommission zugestimmt nach dem Titandioxid als Zusatzstoff für Lebensmittel verboten wird. Ab dem Sommer 2022 sollen keine Produkte mit Titandioxid mehr in Verkehr gesetzt werden dürfen.

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