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Bestattungskosten - Sparbuch schlägt Versicherung

, aktualisiert am

Bei Bestattungskosten-Versicherungen fallen hohe Kosten an - ein Produktvergleich kann mehrere Tausend Euro ersparen. Die billigste Alternative: ein Sparbuch.

Wer sein Ableben betreffend für eine würdige Verabschiedung und eine letzte Ruhestätte nach eigenen Vorstellungen sorgen will, kann das auf unterschiedliche Weise tun. Eine davon ist der Abschluss einer Bestattungskostenversicherung, auch Sterbeversicherung, Bestattungsvorsorge, Begräbnis(kosten)versicherung oder Abschiedsvorsorge genannt.

Versicherungssummen von 2.000 bis 20.000 Euro

Im Gegensatz zur herkömmlichen Ablebensversicherung, die oft erst ab einer Versicherungssumme von 50.000 Euro zu haben ist, geht es hier üblicherweise um eine Bandbreite von 2.000 bis 20.000 Euro (bei Zürich bis 30.000 Euro, beim Wiener Verein maximal 50.000 Euro). Die Begräbniskosten variieren je nach den persönlichen Wünschen sehr stark; mit einer Versicherungssumme von 5.000 bis 10.000 Euro sollten aber die meisten Kosten abgedeckt sein.

Die Ansparzeiten sind mit fünf bis zehn Jahren – in Ausnahmefällen bis zu 15 Jahren – bei dieser Versicherung eher kurz angesetzt. Über die festgelegte Zeitspanne wird die Versicherungssumme angespart, dann läuft der Vertrag prämienfrei weiter. Um das ohnehin schon recht kostenintensive Produkt nicht noch teurer zu machen, empfiehlt sich die jährliche Zahlungsweise, denn für monatliche oder halbjährliche Zahlungen kann ein Unterjährigkeitszuschlag verrechnet werden.

Wartefrist oder Geld zurück

Ein bedeutender Unterschied zur herkömmlichen Ablebensversicherung liegt darin, dass oft (aber nicht bei jedem Anbieter!) keine Gesundheitsprüfung erforderlich ist. Dadurch bietet sich auch für Menschen mit Vorerkrankungen, die keine Risikolebensversicherung abschließen können, die Möglichkeit, für den Ablebensfall finanziell vorzusorgen.

Wer schwer krank ist, muss allerdings ins Kalkül ziehen, dass viele Versicherer eine Wartefrist von drei Jahren ab Vertragsabschluss vorgeben, bis die Versicherungssumme ausgezahlt wird. Tritt der Todesfall innerhalb der Wartefrist ein, werden die einbezahlten Prämien an die begünstigten Angehörigen zurückgezahlt, wenn auch abzüglich Abschluss-, Verwaltungs- und Stückkosten.

Ausnahme: tödlicher Unfall

Eine Ausnahme bilden Unfälle: Bei Versicherten, die während der Wartezeit tödlich verunglücken, wird die vereinbarte Versicherungssumme auch in den ersten Jahren ausgezahlt.

Große Bandbreite bei den Kosten

Abschluss zwischen 18 und 85

Meistens werden das eigene Begräbnis und die damit verbundenen Kosten erst in reiferen Jahren ein Thema; bei manchen Versicherern kann diese Versicherung aber auch schon in jungen Jahren (z.B. bei der Allianz ab 18, bei Merkur oder Zürich ab 30) abgeschlossen werden. Wird eine laufende Prämienzahlung gewählt, liegt das Höchstalter zwischen 70 und 75 Jahren, bei Einmalerlag mitunter auch bei 80 (Generali, Wiener Verein) oder 85 Jahren (Merkur, Helvetia).

Die Versicherungssumme wird nach Ablauf der Wartefrist im Todesfall ausbezahlt. Möglich ist auch eine Direktverrechnung mit dem Bestatter. Die Bestattungskosten werden im Rahmen der Versicherungsleistung gedeckt, ein allfälliger Restbetrag wird an die Hinterbliebenen ausbezahlt bzw. übernehmen diese etwaige Mehrkosten.

Große Bandbreite bei den Kosten

In Österreich bieten elf Assekuranzen eine Bestattungskostenversicherung an. Die Prämienhöhen variieren natürlich je nach gewünschter Versicherungssumme und Einzahlungsdauer. Um dennoch einen Vergleich zu ermöglichen, haben wir gemeinsam mit Chegg Angebote für eine Musterperson verglichen.

Die Unterschiede sind – in Anbetracht des relativ kleinen Auszahlungsbetrags – enorm: So liegt die Bandbreite der jährlichen Prämien für eine 70-jährige Person bei einer Versicherungssumme von 10.000 Euro zwischen 1.130,04 (Oberösterreichische) und 1.380,82 Euro (Wüstenrot).

Angebote unbedingt vergleichen

Über die zehn Jahre gerechnet würden also beim günstigsten Anbieter in unserem Musterfall mindestens 11.300,40 Euro einbezahlt, um eine Leistung von 10.000 Euro zu erhalten, beim teuersten Anbieter sogar 13.808,20 Euro. Durch eine überlegte Produktwahl ließen sich in unserem Musterfall 2.500 Euro einsparen! Ein Vergleichen vor dem Abschluss ist somit unbedingt angesagt.

Alternativen zur Versicherung

Alternativen zur Versicherung

Oder man überlegt sich gleich eine andere Variante: Anstatt eine Versicherungspolizze abzuschließen, kann man den Betrag auch auf einem Sparbuch ansparen; entweder regelmäßig das, was am Monatsende auf dem Konto „übrig bleibt“, oder – für jene, die es gern ein wenig strukturierter und disziplinierter haben – im Rahmen eines Sparplans, für den monatlich ein bestimmter Betrag auf ein Sparkonto gebucht wird. Das kommt unterm Strich günstiger als das Ansparen auf die Versicherung (siehe „Nachgerechnet: Sparbuch schlägt Versicherung“).

Die günstigste Variante ist, einen Einmalerlag auf ein täglich fälliges Sparbuch zu tätigen. Hier wird das Geld von Beginn weg verzinst, wenn auch derzeit zu minimalen Prozentsätzen. Immerhin fallen aber keine Kosten wie bei der Versicherung an.

Wichtig ist beim Ansparen wie beim Einmalerlags-Sparbuch, dass die Angehörigen bzw. ein absolut vertrauenswürdiger Freund oder Nachbar mit der Verwaltung und zweckmäßigen Verwendung des Sparbuchs betraut werden und ein eventuelles Losungswort kennen. Sonst fließt das Spargeld nämlich in die Erbmasse ein und steht für das Begleichen der Begräbniskosten (noch) nicht zur Verfügung.

Bestattung auf Vorbestellung

Eine weitere Möglichkeit ist, sich gleich direkt an einen Bestatter zu wenden. Diese bieten oft ebenfalls Vorsorgeverträge an. Auf diese Weise können persönliche Wünsche schriftlich festgehalten werden und die Rechnung wird im Vorhinein beglichen. Das ist wahrscheinlich auch die sicherste Methode, dass Beisetzung und Grabstätte letztlich so ausfallen, wie der Verstorbene es sich gewünscht hat. Ein Sparbuch kann zweckentfremdet verwendet werden.

Auch eine Begräbniskostenversicherung bietet keine hundertprozentige Garantie, dass die Wünsche des Versicherten berücksichtigt werden: Die Angehörigen können sich über die Pläne des oder der Verstorbenen hinwegsetzen, bei Sarg, Feierlichkeiten, Kränzen und Grabstätte sparen und sich den Rest des Versicherungsgeldes auszahlen lassen.

Tabelle: Bestattungskostenversicherung

Nachgerechnet: Versicherung gegen Sparbuch

Die Sterbeversicherung ist vom Konzept her eigentlich ein Sparplan, der für eine vorher vereinbarte Dauer eine Prämienzahlung vorsieht. Bei Ableben des Versicherten wird die vereinbarte Summe fällig. Der Vorteil gegenüber einem Sparbuch: Stirbt der Versicherte bereits vor Ende der Prämienzahlungsdauer, wird trotzdem die gesamte vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt. Andernfalls ruht das angesparte Geld bis zu seinem Tod. Der Nachteil gegenüber einem Sparbuch: Es fallen deutlich höhere Kosten an.

Zur Veranschaulichung jeweils Beispiele:

Für eine Summe von 10.000 Euro müsste man jährlich über zehn Jahre auf ein Sparbuch mit 1 % Verzinsung 959,52 Euro einzahlen. Davon ist die 25-prozentige Kapitalertragsteuer als einziger „Kostenfaktor“ schon abgezogen.

Bei einem Versicherungsprodukt mit einer Versicherungssumme von 10.000 Euro (Laufzeit 10 Jahre) würden die laufenden Zahlungen ungleich höher ausfallen. Grund dafür ist die hohe Kostenbelastung.

Prämie jährlich inkl. VSt*) 1.189,40
Gesamtprämiensumme inkl. VSt*) 11.894,00
   
Abschlusskosten 571,83
Verwaltungskosten 981,19
Versicherungssteuer 457,35
Gesamtkosten 2.010,37
   
*) Versicherungssteuer (Beträge in Euro)

 

VKI-Tipps

Vorsorge für die letzte Ruhestätte. Über 5 bis 15 Jahre werden Beträge zwischen 2.000 und 20.000 Euro angespart, damit im Todesfall ausreichend Geld für alle mit der Beerdigung verbundenen Kosten, die Grabstelle und eventuell auch deren Pflege vorhanden ist.

Hohe Kosten, große Unterschiede. Die Gesamtprämien in unserer Erhebung unterscheiden sich bei völlig gleichwertigen Voraussetzungen um bis zu rund 2.500 Euro. Ohne Vergleich sollte daher nicht abgeschlossen werden.

Alternativen überlegen. Wer die Summe verfügbar hat, ist mit einem Sparbuch besser dran. Dieses sollte einer Vertrauensperson übergeben werden. Eine weitere Möglichkeit ist, einen Vorsorgevertrag direkt mit einem Bestatter seines Vertrauens abzuschließen und die Rechnung im Vorhinein zu begleichen.

Leserreaktionen

Beispielhafte Transparenz

Mit großem Interesse verfolge ich immer wieder Ihre Berichterstattungen und bin regelmäßiger Leser Ihres Magazins. Als ich Ihre beiden Artikel zu Preistransparenz und Kosten von Bestattungen las, war ich sehr enttäuscht, dass unser Online-Bestattungskosten-Rechner, den wir seit 2013 betreiben, nicht erwähnt wurde.

In unserem (in Österreich einzigartigen) Online-Rechner ist es möglich auf allen Linzer Friedhöfen die Preise inkl. Friedhofkosten, Steinmetz, Gebühren und allfälligen Kremationskosten einzusehen und dies ab dem ersten Klick. Sobald die Bestattungsart (Feuer/Erd/Gruft-Bestattung) gewählt ist, erhalten Sie einen Preis, der zuverlässig und inkl. aller anderen Kosten angeführt ist. Es werden hierbei die meistgewählten Produkte voreingestellt, die jedoch in den weiteren Schritten selbst angepasst werden können und der Preis sich somit dem der exakten, individuellen Zusammenstellung immer weiter annähert (Dobretsberger - Bestattungskosten).

Preistransparenz aus Respekt und Wertschätzung dem Kunden gegenüber ist mir ein hohes Anliegen, weshalb wir allen (gutgemeinten) Warnungen von Kollegen zum Trotz diesen Online-Rechner entwickelt haben und damit im deutschsprachigen Raum ein Zeichen für mehr Transparenz und Offenheit setzen wollten.

Bestattung Dobretsberger
Linz
(aus KONSUMENT 1/2018)

Fehlender Wille?

Die Branche der Bestatter fragt sich, „wie das mit der Angabe von Pauschalpreisen gehen soll“. Also so etwas kann heute jedes qualifizierte Softwarehaus nach Auftrag programmieren. An der Komplexität kann es also nicht liegen, eher am fehlenden Willen. Jeder mit dem PC einigermaßen vertraute Mensch konfiguriert sich heute eine in beliebig vielen Varianten angebotene Dienstleistung bzw. ein Produkt, z.B. sein Wunschfahrzeug, und erhält eine Vorstellung von den zu erwartenden Kosten.

Die Konfiguration einer Wunschbeisetzung erfordert gleichermaßen eine gewisse Vorlaufzeit und hier scheint das Problem zu liegen: Viele gehen erst im Anlassfall zum Bestatter und sind diesem dann unter Zeit- und Emotionsdruck mehr oder weniger ausgeliefert.

Dr.tech. Wolfgang Hirschberg
St. Ulrich
(aus KONSUMENT 1/2018)

Zeit nehmen

Normalerweise muss jeder Mensch irgendwann ein Begräbnis (Eltern?) organisieren und dann denkt man nach, was will ich einmal für ein Begräbnis, wer wird es ausrichten, Kosten etc.? Kurz und gut: Ich möchte darauf hinweisen, dass man die Parte, Dankekarten udgl. auch selbst zuhause am PC entwerfen kann, damit zur Druckerei geht, Papier und Kuverts aussucht. In der Regel sind die Drucksorten zwar nicht billiger als über den Bestatter, aber sie sind einzigartig, so wie der Verstorbene.

Beim Begräbnis für meinen Mann habe ich das so gemacht, daher spreche ich aus Erfahrung. Muss aber dazusagen, das war vor 9 Jahren, ich war 55 und kenne mich mit Layout- und Textgestaltung aus. Die Organisation hat mich abgelenkt von meiner Trauer. Kann nicht jeder, ist klar. Einladungen werden heute mit dem PC zuhause gestaltet, warum also nicht auch Parten? Ja, man braucht mehr Zeit, aber ich halte ohnehin nichts von diesen husch-pfusch Begräbnissen innerhalb von drei Tagen. Das ist mir im Beitrag abgegangen: Sich Zeit lassen für die Organisation eines Begräbnisses.

Ingrid Hochfellner
Enzersdorf/Fischa
(aus KONSUMENT 1/2018)

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