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TikTok: Videos, Stars, Datenschutz - Was Sie wissen sollten

Wie funktioniert TikTok? Welche Datenschutz- und Sicherheits-Bedenken gibt es? Und worauf sollten Sie achten, wenn Ihre Kinder die Video-Sharing-App nutzen?

Wir erklären Ihnen, wie TikTok funktioniert, welche Datenschutz- und Sicherheits-Bedenken es gibt und worauf Sie achten sollten, wenn Ihre Kinder die Video-Sharing-App nutzen. (Bild: XanderSt/Shutterstock.com)

Kein soziales Netzwerk wächst schneller, keine App wird öfter heruntergeladen: TikTok ist derzeit in aller Munde. Allein im ersten Quartal 2020 wurde die Video-Sharing-App weltweit über 315 Millionen Mal heruntergeladen. Insgesamt bringt es TikTok mittlerweile auf über zwei Milliarden Downloads in Apples App-Store und dem Google-Play-Store. Das haben bisher nur Apps des Facebook-Imperiums geschafft (WhatsApp, Facebook, Messenger oder Instagram). Die Corona-Pandemie und der Wegfall vieler Freizeitaktivitäten haben anscheinend dazu geführt, dass sich noch mehr Menschen mit der kostenlosen Video-Sharing-Plattform beschäftigen.

Wie TikTok funktioniert

Knapp eine Milliarde monatlich aktive Nutzer verfolgen über TikTok ihre Lieblingsstars oder erstellen selbst Inhalte, sogenannte „TikToks“. Mit der Anwendung können kurze Videos im Hochformat aufgenommen, hochgeladen und im Netzwerk geteilt werden. Dafür stellt TikTok Millionen Songs und Sounds bereit, zu denen die Nutzer tanzen oder Playback singen. Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was man alles auf der Plattform findet. Die Palette reicht von Kunst- und Sport-Clips über Tier-Videos bis zu lustigen „Pranks“ (Streichen) und viralen „Challenges“, die Nutzer quer über den Globus nachmachen. Die kurzen Video-Clips werden meist mit Effekten, Filtern oder Stickern versehen und in Dauerschleife wiedergegeben. Je nach Einstellung können die Videos nur Freunden oder aber der ganzen Welt gezeigt werden. Beim Hochladen vergeben die Nutzer sogenannte „Hashtags“ (#), die für bestimmte Themen und Kategorien stehen. So lassen sich die Clips kategorisieren und wiederfinden.

Erfolgsrezept und Vorwürfe

Wem die TikToks anderer Nutzer gefallen, kann sie "liken" – also mit Herzen versehen, kommentieren oder dem Ersteller folgen. Längst gibt es Stars, die beachtliche Follower-Zahlen vorweisen. Immer mehr Firmen entdecken angesichts der großen Reichweite die Plattform und ihre „Influencer“ für Marketing- und Werbezwecke. Für sie ist TikTok, das sich selbst über Werbung finanziert, besonders interessant. Schließlich ist es ein überwiegend sehr junges Zielpublikum, das die Video-Plattform begeistert nutzt. Bewegtbild, Stars, Hits mit Ohrwurm-Potenzial und eine starke Technologie, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basiert – TikTok ist ein Format, das direkt am Puls der Zeit liegt.

In den letzten Monaten häufen sich aber Negativschlagzeilen und Vorwürfe gegenüber dem sozialen Netzwerk und seinem Betreiber. Das hat vor allem mit der Herkunft des Unternehmens, seinem Umgang mit Nutzer-Inhalten und dem Thema Datenschutz zutun. 

Chinesischer Konzern ByteDance

TikTok gehört zum chinesischen Konzern ByteDance, der auch die zensierte chinesische Version der App namens Douyin betreibt. Gegründet wurde ByteDance 2012 von Zhang Yiming. Das Unternehmen bietet verschiedene Plattformen an, die auf Maschinenlernen basieren. Dazu gehören neben TikTok und Douyin etwa der News-Aggregator Toutiao, die Video-Plattformen Xigua und Vigo Video, die Selfie-Anwendung Faceu oder die Plattform Buzzvideo. 2017 kaufte ByteDance die populäre App Musical.ly, den Vorgänger von TikTok.

Datenschutz- und Sicherheitsbedenken

Immer mehr Experten äußern massive Datenschutz- und Sicherheitsbedenken. Kritiker aus der ganzen Welt werfen dem Unternehmen (politische) Zensur vor und befürchten, dass der autoritäre chinesische Staat hier direkt Einfluss nimmt. Zudem wird kritisiert, dass TikTok Unmengen an Daten sammelt. Was genau mit diesen Daten geschieht, bleibt unklar. Das Hacker-Kollektiv Anonymous bezeichnete TikTok deshalb sogar als „chinesische Schadsoftware zum Datensammeln“. Einzelne Regierungen greifen deshalb zu teils drastische Maßnahmen. Ende Juni 2020 sperrte die indische Regierung neben TikTok eine ganze Reihe von Apps chinesischer Entwickler wegen Sicherheitsbedenken. Jetzt will auch US-Präsident Donald Trump die App verbieten. 


  • Wie ist es tatsächlich um den Datenschutz der Plattform bestellt?
  • Unterscheidet sich TikTok diesbezüglich von anderen sozialen Netzwerken?
  • Worauf sollten Sie achten, falls Sie oder ihre Kinder die App nutzen möchten?

Auf den Seiten 5 und 6 dieses Artikels finden Sie das ausführliche Interview mit Datenschutzexpertin Iwona Laub vom VereinEpicenter Works in voller Länge.

Datenschutz: Sicherheitsbedenken

Seit 2019 häufen sich Vorwürfe gegen TikTok, wonach sich die Video-Sharing-App nicht an geltende Datenschutz-Bestimmungen halte und die Möglichkeit des Datenmissbrauchs bestehe. Was ist an diesen Vorwürfen dran? 

Datensammeln für Überwachungs- oder Marketingzwecke

Stellt man diese Frage der Datenschutz-Expertin Iwona Laub, bekommt man nicht die Antwort, die begeisterte TikTok-Nutzer vermutlich hören wollen. „Wenn ich mich bei TikTok anmelde, muss mir im Vornherein klar sein, dass ich keine Macht und kein Wissen darüber habe, was mit meinen Daten passiert. Ich weiß nicht, in welches Land sie überstellt und an welche Unternehmen oder Regierungen sie übermittelt werden.“ Laub ist für epicenter.works – Plattform Grundrechtspolitik tätig. Der 2010 gegründete Verein setzt sich für Datenschutz, (digitale) Bürgerrechte und gegen Vorratsdatenspeicherung ein. „Bei TikTok lässt sich schwer feststellen, ob meine Daten wirklich für Überwachungszwecke eingesetzt werden oder ob es nur um Geldmache für Marketingzwecke geht“, so Laub. Es lässt sich weder bestätigen noch ausschließen, dass personenbezogene Nutzerdaten auf Umwegen auch bei der chinesischen Regierung landen.

TikTok dementiert Vorwürfe

TikTok dementiert das kategorisch: "Weder hat die chinesische Regierung die Herausgabe von Daten verlangt, noch würde TikTok dieser Forderung nachkommen", so eine Unternehmenssprecherin. Die chinesische Regierung habe weder Zugriff auf Nutzerdaten noch Einfluss auf Moderationsentscheidungen. Zensurvorwürfe weist TikTok entschieden von sich: "Wir moderieren keine Inhalte aufgrund ihrer politischen Ausrichtung", heißt es dazu unter Verweis auf die Community-Richtlinien und lokale Gesetze. "Die Privatsphäre und die Sicherheit der Nutzer*innen haben bei TikTok höchste Priorität", betont die Unternehmenssprecherin. TikTok verpflichte sich daher, die geltenden Gesetze und Vorschriften zum Datenschutz einzuhalten.

Jeder Klick wird erfasst

Fest steht: TikTok weiß sehr viel über seine Nutzer. Schon bei der Registrierung müssen Sie Namen, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Fotos oder Sprachauswahl zur Verfügung stellen. „Verwende ich TikTok, muss mir bewusst sein, dass wirklich alles gespeichert und analysiert wird, was ich auf der Plattform mache“, so VKI-Datenschutzbeauftragter Wolfgang Schmitt. Wie Sie auf welche Inhalte reagieren, wonach Sie suchen, was Sie liken, mit wem Sie online Kontakt haben – jeder Klick wird erfasst. Neben dem Nutzungsverhalten hat TikTok auch Zugriff auf Ihren Browserverlauf oder Ihre Standort-, WLAN- und Mobilfunkdaten. Mithilfe der erfassten IMEI-Nummer, einer 15-stelligen internationalen Seriennummer Ihres Smartphones, kann das Unternehmen Ihr Gerät eindeutig identifizieren. Medienberichte, wonach TikTok über die Zwischenablage bei Apple-Geräten möglicherweise auch Zugriff auf teils sensible Daten haben könnte, dementiert das Unternehmen.

Generell empfehlen wir, jede App vor der Installation auf eingebaute Tracker zu prüfen. Die französische Datenschutzorganisation Exodus Privacy erstellt z.B. regelmäßig Reports zu Android-Apps, die man auf deren Webseite Reports zu eingebauten Trackern bei Android-Apps unter "Browse Reports" findet.

 

Unzulässige Analysetools

Worauf TikTok letztendlich wirklich Zugriff hat, bleibt unklar. Für die Analyse Ihrer Daten verwendet das Unternehmen jedenfalls drei verschiedene Cookies: ein eigenes TikTok-Analysetool, Google Analytics und OneLink von AppsFlyer. Für die Analysetools der Drittanbieter holt TikTok von Ihnen als Nutzer zwar eine Einwilligung ein – für das hauseigene Analysetool allerdings nicht. Eigenen Angaben zufolge speichert es Ihre Daten für 13 Monate und scheint jederzeit aktiv zu sein. Datenschutzrechtlich sei dieses Vorgehen nicht zulässig, ist VKI-Datenschutzbeauftragter Schmitt überzeugt. „TikTok holt hier keine Einwilligung ein, obwohl die Verwendung von Cookies das in Österreich verpflichtend voraussetzt“, so Schmitt.

Datenschutz: DSGVO-konform?

Weitergabe an US-Drittanbieter rechtens?

„Trotz Einwilligung ist auch die Verwendung der beiden US-amerikanischen Drittanbieter seit der jüngsten Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu EU-Gericht zerschlägt Privacy Shield unzulässig", erklärt der VKI-Datenschutzbeauftragte. TikTok behauptet hingegen, es sei falsch, dass dieses Urteil die Verwendung der US-Drittanbieter verbietet. "Solche Anbieter können weiterhin genutzt werden - vorausgesetzt, es sind angemessene Schutzvorkehrungen vorhanden (beispielsweise Standardvertragsklauseln)", so die Unternehmenssprecherin gegenüber konsument.at. Zur Erklärung: Die Standardvertragsklauseln sind ein Mustervertrag zwischen zwei Unternehmen, in dem sie sich dazu verpflichten, ein Schutzniveau einzuhalten, das dem der EU entspricht. Der EuGH entschied, dass US-amerikanische Unternehmen dieses Schutzniveau aufgrund der US-Überwachungsgesetze nicht einhalten können. "Deshalb muss auch TikTok die Datenübertragung in die USA aussetzen", kritisiert Datenschutzbeauftragter Schmitt die Stellungnahme des Unternehmens.

Unterschied zu Facebook & Co

Wie unterscheidet sich TikTok von anderen sozialen Netzwerken beim Datenschutz? Daten sammeln, speichern, analysieren und verkaufen – das ist schließlich auch bei Facebook & Co gängige Praxis. Laut Datenschutz-Expertin Iwona Laub sei Facebook aber deutlich transparenter. Das Netzwerk schlüssle in seiner langen Datenschutzerklärung z.B. genau auf, wo bei Messenger, WhatsApp oder Instagram welche Daten hingehen. „Natürlich teilt auch Facebook seine Daten mit Dritten – aber man weiß ganz konkret, wer das ist“, so Laub. Auch TikTok müsste eigentlich alle Unternehmen auflisten, an die es Nutzerdaten weitergibt. Danach sucht man in der Datenschutzerklärung allerdings vergebens.

Datenschutzerklärung nicht EU-rechtskonform

Die Datenschutzerklärung des Unternehmens bezeichnet Laub deshalb als „abenteuerlich“. Sie verstoße klar gegen die DSGVO: Bilanz nach einem Jahr - Ein großer Schritt (DSGVO), die seit 2016 EU-weit gilt. „Als Unternehmen muss ich mich an die DSGVO halten – egal, ob meine Server in Österreich, China oder Sibirien sind“, kritisiert die Datenschutz-Expertin das Unternehmen. "Wir erfüllen die DSGVO", verwehrt sich TikTok diesen Vorwürfen. "Nutzer*innendaten werden in den USA und Singapur gespeichert und verarbeitet, wo wir mit Datenzentren von etablierten und führenden Anbietern im Bereich Cloud-Computing zusammenarbeiten, um die Informationen unserer Nutzer*innen sicher zu speichern und zu schützen." Zudem baue das Unternehmen derzeit ein neues Datenzentrum in Irland. "Dieses Datenzentrum wird das erste in Europa sein und signalisiert unser langfristiges lokales Engagement", so die Unternehmenssprecherin.

"Wir bezahlen mit unseren Daten“

Ist eine bedenkenlose Nutzung möglich oder sollten wir lieber TikTok sofort löschen? Um Datenschutz-Bedenken auszuräumen, müsse das Unternehmen zumindest seine Datenschutzerklärung an die DSGVO anpassen und für mehr Transparenz sorgen, so Iwona Laub. Eine generelle Empfehlung will der Verein epicenter.works dazu aber nicht abgeben. Laub möchte lieber allgemein mehr Bewusstsein für das Thema Datenschutz schaffen. „Wenn im Internet ein Service kostenlos ist, bezahlen wir in Wirklichkeit immer mit unseren Daten“, gibt sie zu bedenken. Lesen Sie auch Datenschutz: Google-Konto verwalten - Mehr Privatsphäre  Der Datenhandel: Milliardengeschäft - Postprivates Zeitalter? ist mittlerweile ein Milliardengeschäft, die Verknüpfung der Daten ist bereits sehr hoch. Da sie die meisten von uns bereitwillig hergeben, lassen sich damit inzwischen exakte Persönlichkeitsprofile erstellen.

Jugendschutz im Fokus

Die begeistertsten Nutzer von TikTok sind Kinder und Jugendliche. Für sie scheint die Video-Sharing-Plattform maßgeschneidert zu sein. Rund 70 Prozent der Nutzer sind unter 25, die Mehrheit von ihnen sind Teenager. Aber sogar Volksschulkinder nutzen bereits die App. Das kann mitunter problematische Konsequenzen haben.

Jugendgefährdende Inhalte

Immer wieder werden auf TikTok jugendgefährdende Inhalte verbreitet. Antisemitische, rechtsextreme oder islamistische Inhalte sind leider keine Seltenheit. Dasselbe gilt für Videos, die Gewalt oder Selbstgefährdung verherrlichen. Erst vor kurzem kursierte ein Video auf der Plattform, indem ein Mann vor der Kamera Suizid beging. Das Unternehmen reagiert meist nur zögerlich auf solche Vorfälle. Viele Eltern sind angesichts der Medienberichte zu diesem Thema beunruhigt. Sie sind unsicher, ob sie ihre Kinder TikTok weiterhin nutzen lassen sollten. Datenschutzrechtliche Verstöße und geringe Jugendschutz-Maßnahmen befeuern die Skepsis weiter.

Keine Altersüberprüfung

Offiziell liegt das Mindestalter für die Nutzung von TikTok bei 13 Jahren, sofern sich die Eltern in einer E-Mail einverstanden erklären. Ist das nicht der Fall, darf die App laut AGB eigentlich erst ab 18 Jahren genutzt werden. Die Realität sieht aber anders aus. Um sich bei TikTok zu registrieren, müssen Sie lediglich ein gültiges Geburtsdatum eingeben – laut dem Sie mindestens 13 Jahre alt sind. TikTok überprüft diese Angaben nicht. „Gibt man ein falsches Datum ein, ist man zwar kurzfristig gesperrt, kann es allerdings wenige Tage später erneut versuchen oder einfach über ein anderes Gerät einen Account registrieren und sich anmelden“, erklärt VKI-Datenschutzbeauftragter Wolfgang Schmitt.

Nur wenige Schutzmechanismen

Testversuche zeigten, dass TikTok auch keine Einverständniserklärung der Eltern einfordert, wenn man ein Geburtsdatum eingibt, laut dem man unter 18 ist. „Es gibt hier also keine angemessenen Schutzmechanismen“, so Schmitt. TikTok betont, man sei bemüht, die Schutzmaßnahmen kontinuierlich zu verbessern. "Wenn wir erfahren, dass sich ein Kind unter 13 Jahren für ein TikTok-Konto angemeldet hat, ergreifen wir umgehend entsprechende Maßnahmen, beispielsweise die Entfernung des Accounts", so die Unternehmenssprecherin. 2019 habe man etwa eine Altersgrenze von 18 Jahren für virtuelle Geschenke eingeführt. Davor konnten auch minderjährige Nutzer in der App für echtes Geld virtuelle Geschenke für ihre Lieblingsstars kaufen.

"Cybergrooming"

Zudem habe man den optionalen "begleiteten Modus" eingeführt. Dieses In-App-Feature verknüpft das TikTok-Konto eines Elternteils mit dem Konto seines Teenagers. Sobald das Kind auf TikTok aktiv ist, kann der Elternteil über den begleiteten Modus die Handlungen des Teenagers verfolgen. Auch, wenn dieser Modus nicht aktiviert ist, können Kinder unter 16 Jahren seit Ende April 2020 keine Privatnachrichten mehr versenden oder empfangen. Das dient dazu, sogenanntes „Cybergrooming“ einzudämmen – also die sexuelle Belästigung durch Erwachsene im Internet. Der Jugendschutz greift hier aber nur, wenn Ihre Kinder ihr wahres Alter angegeben haben.

Datenschutz vs. Jugendschutz

Effektive Alterskontrollen einzuführen, ohne noch mehr Daten zu sammeln, sei allerdings schwierig, gibt unser VKI-Datenschutzbeauftragter zu bedenken. Ähnlich sieht das auch Iwona Laub vom Verein epicenter.works. „Dafür bräuchte es einen Überprüfungsmechanismus, bei dem man seine Identität preisgeben und nachweisen muss“, so Laub. „Die Lösung kann nicht sein, dass europäische TikTok-Nutzer ihre Ausweise auf chinesische Server hochladen müssen. Damit würde der Staat seine Identifikationshoheit an ein chinesisches Unternehmen auslagern.“

Zu jung für Zustimmung zur Datenverarbeitung

Beim Thema Datenschutz führt TikToks lascher Umgang mit der Altersbeschränkung zu rechtlichen Problemen. Laut DSGVO genießen Kinder und ihre Daten „besonderen Schutz“, da sie sich der Risiken und Folgen bei der Verarbeitung ihrer persönlichen Daten weniger bewusst sind. In Österreich darf man deshalb erst ab 14 Jahren die Einwilligung zur Datenverarbeitung geben, davor müssen das die Erziehungsberechtigten tun. Nutzt Ihr Kind also TikTok und ist jünger als 14, stimmt es der Datenverarbeitung zu, obwohl es das rechtlich noch gar nicht darf. „Das ist, als würde ich einen Vertrag unterschreiben, den ich gar nicht unterschreiben darf“, ärgert sich Datenschutz-Expertin Iwona Laub. „Die eigene Zustimmung wird dadurch rechtsungültig.“

TikTok rechtfertigt Datenverarbeitung von Kindern

Bei TikTok ist man aber überzeugt, dass die Datenverarbeitung auch bei Jugendlichen unter 14 Jahren rechtens sei. Die Unternehmenssprecherin verweist darauf, dass die Plattform dafür nicht zwingend eine Einwilligung holen muss. TikTok rechtfertigt die Datenverarbeitung mit einer "vertraglichen Notwendigkeit" bzw. einem "berechtigten Interesse". Für diese Ausnahmenregelungen gäbe es keine Altersgrenze. Das bestätigt zwar auch VKI-Datenschutzbeauftragter Schmitt. Er hat aber Zweifel, ob eine dieser beiden Rechtfertigungen tatsächlich auf TikTok zutrifft und hier rechtlich anwendbar ist.

Aufklärung statt Verbot

Trotz aller Kritik hält Datenschutz-Expertin Laub nur wenig von einem TikTok-Verbot für Kinder. „Das macht es für sie nur interessanter", so Laub. Viel wichtiger fände sie, Kindern endlich mehr über den richtigen Umgang mit dem Internet beizubringen. Aufklärende Gespräche über TikTok können gewisse Risiken minimieren und das Bewusstsein für den Umgang mit den eigenen Daten stärken. So ist vielen Kindern z.B. nicht bewusst, dass die Voreinstellung der Konten „öffentlich“ ist und aktiv auf „privat“ geändert werden muss, damit nicht jeder Nutzer das eigene Profil und die hochgeladenen „TikToks“ sehen kann.

Interview mit epicenter.works

Interviewpartnerin und Datenschutzexpertin Iwona Laub arbeitet für epicenter.works - Plattform Grundrechtspolitik. Der 2010 gegründete Verein mit Sitz in Wien entstand aus dem Arbeitskreis Vorratsdaten Österreich. epicenter.works setzt sich für Datenschutz, (digitale) Bürgerrechte und gegen Vorratsdatenspeicherung ein.

Der Verein epicenter.works - Plattform Grundrechtspolitik setzt sich für Datenschutz, (digitale) Bürgerrechte und gegen Vorratsdatenspeicherung ein. (Bild: epicenter.works/CC BY 4.0)

konsument.at: Wie realistisch ist die Befürchtung, dass TikTok eigentlich eine „chinesische Malware zum Datensammeln“ ist?
epicenter.works: Das Unternehmen legt keine Beweise auf den Tisch, dass es nicht so ist. TikTok ist ein chinesisches Unternehmen und China ist ein Überwachungsstaat, in dem strenge Zensur herrscht. Der Staat hat sehr viel Macht und Einfluss auf die chinesische Wirtschaft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nicht auch bei einem Unternehmen wie TikTok involviert ist. Wofür sammelt die Plattform sonst Nutzerdaten? Niemand tut das ohne Grund. Bei TikTok lässt sich jedenfalls schwer feststellen, ob sie wirklich für Überwachungszwecke eingesetzt werden oder ob es nur um Geldmache für Marketingzwecke geht.
"Wenn ich mich bei TikTok anmelde, muss mir im Vornherein klar sein, dass ich keine Macht und kein Wissen darüber habe, was mit meinen Daten passiert."
Inwiefern unterscheidet sich TikTok beim Datenschutz von anderen etablierten sozialen Netzwerken wie Facebook?
Facebook ist transparenter und hat eine sehr lange Datenschutzerklärung. Darin wird ganz genau deklariert, wo bei Messenger, WhatsApp oder Instagram welche Daten hingehen. Natürlich teilt Facebook seine Daten mit Dritten – aber man weiß ganz konkret, wer das ist. Bei TikTok ist es hingegen überhaupt nicht klar, was mit den Daten geschieht. Es ist wirklich eine abenteuerliche Datenschutzerklärung, die es so eigentlich nicht geben dürfte. Wir haben in der EU grundsätzlich einen sehr hohen Datenschutzstandard. Das Problem ist nur: Unser umfangreiches Regelwerk bleibt letztendlich zahnlos. Natürlich wären Strafen bei Verstößen vorgesehen, in der Praxis wird aber einfach nicht gestraft. Deshalb wiegen sich Unternehmen wie TikTok in Sicherheit. Es bräuchte einen konkreten Anlassfall, damit sich der Gesetzgeber TikTok zur Brust nimmt. Auch große Player wie Facebook oder Twitter sollten ein Interesse daran haben, dass das Netzwerk mit den gleichen Regeln spielen muss.  
 
Was kritisieren Sie an TikToks Datenschutzerklärung?
Wie TikTok Nutzerdaten verarbeitet, ist völlig unklar. Eigentlich müsste TikTok alle Unternehmen auflisten, an die Nutzerdaten weitergegeben werden. Danach sucht man in der Datenschutzerklärung allerdings vergebens. TikTok verstößt damit klar gegen die DSGVO. Ich verstehe daher nicht, wie sich dieses Netzwerk so lange halten kann – ohne, dass jemand rechtlich dagegen vorgeht. Alle Unternehmen, die in irgendeiner Form in der EU agieren, müssen sich daran halten. Die App ist in hiesigen App-Stores verfügbar, das Unternehmen verdient Geld mit europäischen Nutzern. Also muss es sich auch an die hier geltenden Regeln halten.
 
Wenn TikTok dazu Stellung bezieht, heißt es immer wieder, man habe keine Rechenzentren in China und die Daten würden andernorts sicher gespeichert…
Es ist völlig irrelevant, wo TikTok seine Rechenzentren hat. Als Unternehmen muss ich mich an die DSGVO halten – egal, ob meine Server in Österreich, China oder Sibirien sind. Der europäische Nutzer muss sich darauf verlassen können, dass sein Grundrecht auf Privatsphäre gewahrt wird. Nicht WIR müssen uns rechtfertigen, wenn wir keine Daten hergeben wollen. Die Unternehmen müssen sich rechtfertigen, wenn sie Daten von uns wollen. Alles andere ist eine Grundrechtsverletzung. Viele Menschen scheinen das zu vergessen. Es wäre wirklich wichtig, hier mehr Aufklärungsarbeit zu leisten und bei Verstößen konsequent zu strafen. Passiert das nicht, nutzen Unternehmen das natürlich aus.
 
Lässt sich feststellen, welche Nutzerdaten TikTok in Wahrheit noch abgreift?
Worauf TikTok letztendlich wirklich Zugriff hat, bleibt unklar. Das Unternehmen hat den Code nicht offengelegt. Und wenn schon die Datenschutzerklärung so schwammig ist, gehe ich davon aus, dass im Hintergrund noch sehr viele Dinge passieren, von denen wir gar nicht wissen, dass sie passieren. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.
 
Kann ich mich als Privatperson gegen datenschutzrechtliche Verstöße wehren?
Sie haben immer die Möglichkeit, sich bei der Datenschutzbehörde in Österreich zu beschweren. Theoretisch hat man auch ein Recht auf Schadensersatz, wenn man selbst betroffen ist. Aus Österreich ist aber bisher kein einziger Fall bekannt, wo jemand versucht hat, den Rechtsweg gegen TikTok zu beschreiten. Es stimmt aber nicht, dass wir Konsumenten gar keine Möglichkeit haben, uns zu wehren. Es ist nur leider ein mühsamer Weg, für den man ausreichend Geld, Zeit und Nerven braucht.
  
Was müsste TikTok machen, damit die Datenschutz-Bedenken ausgeräumt sind?
Transparenz ist immer das A und O. Das Vertrauen wird größer, sobald man als Unternehmen offenlegt, wie man arbeitet und was man mit den Daten macht. Wir wissen auch, dass Facebook unsere Daten in hunderttausende Werbenetzwerke weiterleitet – und trotzdem hält das kaum jemanden davon ab, das Netzwerk zu nutzen. Um bestehende Bedenken auszuräumen, müsste die Datenschutzerklärung auf jeden Fall detaillierter werden. Zumindest DSGVO-konform muss sie sein, daran führt kein Weg vorbei.
 
Fassen wir zusammen: Was sollte ich bedenken, wenn ich mir TikTok installiere, mich anmelde und es nutze?
Wenn ich mich bei TikTok anmelde, muss mir im Vornherein klar sein, dass ich keine Macht und kein Wissen darüber habe, was mit meinen Daten passiert. Ich weiß nicht, in welches Land sie überstellt und an welche Unternehmen oder Regierungen sie übermittelt werden. Wenn im Internet ein Service kostenlos ist, bezahlen wir in Wirklichkeit mit unseren Daten. Und da wir bereitwillig viele Daten von uns hergeben, ist die Verknüpfung dieser Daten mittlerweile relativ hoch. Das müssen wir uns immer wieder bewusst machen.

konsument.at: Die Vorwürfe gegen TikTok beziehen sich nicht nur auf Datenschutzbedenken. Welche Kritikpunkte gibt es sonst noch?
epicenter.works: Es gibt auch den Vorwurf der Reichweitenbeschränkung, z.B. bei Menschen mit Behinderungen oder Menschen, die offensichtlich „anders“ sind. TikTok versucht das zu rechtfertigen, indem das Unternehmen behauptet, dadurch nur für Mobbing-Prävention zu sorgen. In Wirklichkeit ist das aber Zensur. Es sind auch Fälle von chinesischen Nutzern bekannt, die das chinesische System kritisiert haben und dann gelöscht oder gesperrt wurden. TikTok zensiert auch politisch und das ist absolut nicht in Ordnung. Diese Vorwürfe muss sich die Plattform gefallen lassen.
 
Laut TikTok darf man offiziell ab 13 Jahren einen Account erstellen. Ist man da aber nicht eigentlich noch zu jung, um der Datenverarbeitung zustimmen zu dürfen?
Exakt. Rechtlich kann man in Österreich erst ab 14 Jahren die Einwilligung zur Datenverarbeitung geben. Soziale Netzwerke gehen unterschiedlich mit diesem Thema um. Ist man etwa bei der Registrierung auf Facebook jünger als 14 und gibt sein echtes Geburtsdatum an, muss ein Elternteil zustimmen und dann werden die Accounts verknüpft. Bei TikTok gibt es das nicht. Hier stimmt man bei der Datenschutzerklärung etwas zu, das von vornherein schon gegen bestehendes Datenschutzrecht verstößt. Ist man auch noch jünger als 14, gibt man die Zustimmung zur Datenverarbeitung, obwohl man das rechtlich noch gar nicht darf. Das ist, als würde ich einen Vertrag unterschreiben, den ich gar nicht unterschreiben darf. Die eigene Zustimmung wird dadurch rechtsungültig.
 
Wäre es sinnvoll, das Alter bei der Registrierung eingehend zu prüfen?
Dafür bräuchte es einen Überprüfungsmechanismus, bei dem man seine Identität preisgeben und nachweisen muss. Es kann aber keine Lösung sein, dass europäische TikTok-Nutzer ihre Ausweise auf chinesische Server hochladen müssen. Damit würde der Staat seine Identifikationshoheit an ein chinesisches Unternehmen auslagern. Es wird immer Menschen geben, die bei der Anmeldung falsche Angaben machen. Das lässt sich nicht vermeiden. Es ist mein Recht, anonym in Internet unterwegs zu sein. Das gilt insbesondere auch für Jugendliche.
 
Lässt sich verhindern, dass Kinder auf TikTok mit Gewaltdarstellungen und anderen problematischen Inhalten konfrontiert werden? Wie könnte man hier den Jugendschutz verbessern?
Immer, wenn es darum geht, Jugendliche vor Inhalten im Internet zu schützen, wird sofort der Ruf nach „Porno-Filtern“ oder „Extremismus-Filtern“ laut. Wir von epicenter.works sind aber strikt gegen solche Filter. Als der „Porno-Filter“ in Großbritannien eingeführt wurde, waren plötzlich auch Webseiten gesperrt, die wichtige Aufklärungsarbeit leisten oder Homosexuellen-Initiativen unterstützen. Diese Filter erkennen oft den Unterschied nicht, das funktioniert technisch noch nicht einwandfrei. Wir werden „problematische“ Inhalte nicht loswerden, indem wir sie vor Jugendlichen wegsperren. Alles, was gesperrt ist, wird automatisch interessanter. Noch dazu reden wir über ein chinesisches Unternehmen und kritisieren die politische Zensur. Und dann verlangen wir im gleichen Atemzug, dass dieses Unternehmen zum „Schutz unserer Kinder“ erst recht Inhalte zensiert? Das ist doch ein Widerspruch! Viel wichtiger wäre es, endlich einmal zu beginnen, Kindern und Jugendlichen den richtigen Umgang mit dem Internet beizubringen. Im Schulsystem wird es künftig mehr Medienbildung geben müssen. Es ist dringend notwendig, dass man mit den Jugendlichen über TikTok spricht. Auch, um ihnen aufzuzeigen, welche sozialen Implikationen das hat.
 
Welchen Weg schlagen Sie stattdessen vor, um mit problematischen Inhalten umzugehen?
Wir plädieren dafür, dass tatsächlich problematische Darstellungen von Gewalt, Extremismus oder Antisemitismus sofort von TikTok gelöscht werden müssen, sobald jemand diese Inhalte meldet. Genauer regeln wird das die kommende Plattform-Regulierung, der „Digital Service Act“. Das soll ein EU-Regelwerk werden, das die Plattformen beim Umgang mit problematischen Inhalten stärker in die Pflicht nimmt. Im Grunde geht es darum, dass Inhalte innerhalb einer bestimmten Zeit gelöscht und letztendlich von Menschen überprüft werden müssen. Aber auch darum, dass man als Nutzer eine Beschwerdemöglichkeit hat, wenn etwas rechtswidrig gelöscht wurde. Dem wird sich auch TikTok unterwerfen müssen.
 
Sollte man Kindern und Jugendlichen die Nutzung von TikTok verbieten bzw. davon abraten?
Wir geben generell keine Empfehlungen ab, ob man Apps und soziale Netzwerke nutzen sollte oder nicht. Das haben wir auch bei der Corona-App des Roten Kreuzes - Neuer Anlauf nicht getan. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Bei Kindern und Jugendlichen ist das immer auch mit Gruppendruck verbunden. Wenn ich z.B. wegen meiner Datenschutz-Bedenken der Einzige bin, der nicht auf TikTok aktiv ist, werde ich bei meinen Freunden wohl auf Unverständnis stoßen und mich ausgeschlossen fühlen. Wenn ich TikTok aber nutze und Inhalte hochlade, sollte mir klar sein: Theoretisch kann es passieren, dass ich damit auf einem Werbeplakat in Shanghai lande.
 
Ist das Bewusstsein für Datenschutz durch die Diskussion um die Stopp-Corona-App gestiegen oder ist das Thema für viele Menschen noch immer zu wenig greifbar?
Ich denke schon, dass viele Menschen sensibler für dieses Thema geworden sind. Aber nur, solange es sie nicht in ihrer Bequemlichkeit stört. Deshalb sind nur wenige bereit, aus datenschutzrechtlichen Bedenken auf Facebook oder WhatsApp zu verzichten. Anders sieht es aus, wenn der Staat Daten sammelt oder etwas vorschreibt. Deshalb war der Aufschrei groß, als kurz diskutiert wurde, ob man die Menschen nicht zur Nutzung der Stopp-Corona-App verpflichten sollte. In sozialen Netzwerken geben viele Menschen freiwillig ihre Daten her. Sie spüren keine direkten Konsequenzen – außer vielleicht, wenn ihre Bilder weiterverwendet werden. Das ist generell das Problem beim Datenschutz: Man selbst bekommt nur schwer mit, wenn er verletzt wird. Der Staat muss deshalb dafür sorgen, dass es ein gewisses Schutzniveau gibt. Ob Sie als Privatperson Plattformen wie TikTok weiterhin verwenden, müssen Sie selbst entscheiden können. Ist TikTok aber auch künftig nicht dazu bereit, sich an geltendes Recht zu halten, sollte man auch in Europa darüber nachdenken, den Dienst aus den App-Stores zu verbannen.

VKI-Tipps für Eltern

VKI-Tipps für Eltern mit Kindern, die TikTok bereits nutzen oder künftig nutzen wollen:

  • Reden statt verbieten. Auch wenn Sie skeptisch sind, ist ein reines Verbot eher kontraproduktiv – vor allem, wenn TikTok im Freundeskreis Ihres Kindes gerade sehr beliebt ist. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, warum es die App unbedingt nutzen möchten und klären Sie gemeinsam mögliche Risiken ab. Sollten Sie sich entscheiden, dass Ihr Kind TikTok nicht nutzen darf, können Sie den Download der App verhindern, indem Sie die Jugendschutzeinstellungen im App Store anpassen bzw. die gerätebasierte Kindersicherung verwenden. TikTok ist im App Store ab 12 Jahren freigegeben.
  • Gemeinsam entdecken. Probieren Sie TikTok einfach einmal selbst aus oder begeben Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind auf „Entdeckungsreise“. Sie werden nicht nur die Faszination dahinter besser verstehen, sondern auch mögliche Risiken besser einschätzen können. Schauen Sie sich auch gemeinsam an, wo man gemeine Kommentare und ungeeignete Videos melden kann.
  • Privatsphäre bestmöglich schützen. Die Voreinstellung der Konten bei TikTok ist „öffentlich“. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, warum ein privates Konto sinnvoll sein kann und werfen Sie gemeinsam einen Blick auf die Privatsphäre-Einstellungen. Dort können Sie auch personalisierte Werbung deaktivieren.
  • Begleiteten Modus in Betracht ziehen. Dieses In-App-Feature verknüpft das TikTok-Konto eines Elternteils mit dem Konto seines Teenagers. Sobald das Kind auf TikTok aktiv ist, kann der Elternteil über den begleiteten Modus die Handlungen des Teenagers verfolgen. Zur Aktivierung des begleiteten Modus sind zwei Geräte erforderlich: das eingeloggte TikTok-Konto eines Elternteils bzw. Erziehungsberechtigten und das eingeloggte TikTok-Konto des Kindes. Navigieren Sie auf beiden Geräten zum Abschnitt "Digital Wellbeing" unter Einstellungen. Um die Konten zu koppeln, müssen Sie als Elternteil einen QR-Code scannen, der vom Konto Ihres Kindes in der Anwendung angezeigt wird.
  • Regeln vereinbaren. Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, welche Arten von Videos auf TikTok in Ordnung sind und welche nicht. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es keine freizügigen Inhalte teilen oder Informationen über den eigenen Wohnort und ähnliche private Details preisgeben sollte. Zudem kann es sinnvoll sein, eine maximale Bildschirmzeit pro Tag zu vereinbaren.
  • Urheberrechte und Persönlichkeitsrechte beachten. Erklären Sie Ihrem Kind, was Urheberrechte sind und warum es die selbstproduzierten TikToks nicht woanders hochladen darf. Sollten darauf andere Personen zu sehen sein, muss ihr Kind diese vor der Veröffentlichung um Erlaubnis fragen, um deren Recht am eigenen Bild zu wahren.

 

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