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Zwei Kinder liegen umgeben von bunten Holzklötzen am Boden und schauen lachend durch je zwei Holzbausteine mit Loch wie durch eine Brille
Mehr als ein Drittel der getesteten Holzspielsachen können wir nicht empfehlen. Schuld daran sind durchwegs Schadstoffe in Lack, Sperrholz oder Textil. Bild: shutterstock - FamVeld

Holzspielzeug Test 2023: Schadstoffe als Spielverderber

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Mehr als ein Drittel der getesteten Holzspielsachen können wir nicht empfehlen. Schuld daran sind durchwegs Schadstoffe in Lack, Sperrholz oder Textil.

Welches Holzspielzeug ist gut?

  • In unserem Test finden Sie Fotos, Preise, Testergebnisse und Produktbeschaffenheit.
  • Die wichtigsten Fragen lauten: Welches Holzspielzeug ist das beste? Welche Marke wurde Testsieger? Welches Holzspielzeug ist schadstofffrei?
  • Wir haben Holzspielzeug unabhängig und objektiv getestet – und können einige empfehlen.

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So testen wir Holzspielzeug:

  • Zur Anwendung kommen einheitliche Testkriterien. So werden die Ergebnisse vergleichbar.
  • Der Einkauf der Muster erfolgte anonym im Einzel- oder Versandhandel.
  • Unabhängige Tester:innen haben die Produkte beurteilt.
  • Getestet wurde die Sicherheit. Einerseits, ob und welche Schadstoffe vorhanden sind. Andererseits, ob mögliche Verarbeitungsmängel eine Gefahr darstellen.

Diese Informationen enthält unser Vergleich:

  • Testergebnisse von 13 Holzspielsachen.
  • Der Test bietet werbefreie, unabhängige Testergebnisse, beschreibt alle Vorteile und Nachteile der Produkte und stellt eine objektive Entscheidungshilfe dar.
  • Unsere Expert:innen beraten Sie und geben Ihnen Tipps.

Holzspielzeug im Sicherheits-Test:

  • Brio Mein erstes Brio Bahn Spiel Set
  • Eichhorn Rollbahn Haus
  • Goki Steckpuzzle Bauernhof I
  • Goula Magnetisches Angelspiel
  • Grimm's 30 bunte Geo-Klötze
  • Haba Steckspiel Farbkringel
  • Hape Nachziehhund Pepe
  • IKEA UPPSTÅ Motorikschleife bunt
  • PlanToys Activity Blocks
  • Ravensburger My first wooden puzzles Unterwegs im Zoo
  • Selecta Pedella Schiebespielzeug Ente
  • Squirrel Play Holzbausteine 50 Teile
  • Walter Schiebefigur Froschkönig

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13 verschiedene Holzspielzeuge
Bild: Stiftung Warentest

Welche Gefahren lauern bei Holzspielzeug?

Spielsachen müssen sicher sein. Klingt logisch, ist aber oft nicht so. Das zeigen auch die vielen Produktrückrufe von Kinderspielzeug. Der Grund ist meist Erstickungsgefahr. Etwa dass sich kleine Teile vom Spielzeug lösen können oder durch schwache Nähte in Plüschtieren die Füllung herausquillt oder -ziehen lässt. Von den Kinderhänden können diese Teile dann in den Kindermund gelangen. Daher müssen Spielsachen so verarbeitet sein, dass sich Kleinteile nicht lösen können und Nähte fest genug sind. Ein weiterer häufiger Anlass für Rückrufe sind Schadstoffe in Spielsachen. Und hier lauern viele Gefahren.

Was haben wir getestet?

Die Auswahl an Spielwaren ist riesig. Diesmal haben wir mit der Stiftung Warentest Holzspielzeug für Kinder unter drei Jahren auf Sicherheit überprüft. Einerseits auf Schadstoffe, andererseits auf direkte Gefahren – wie eben lose Kleinteile. Getestet wurden 13 Produkte: von Bauklötzen über Nachzieh- und Schiebespielzeug bis hin zu Steckspielen.

Wie gefährlich ist das Spielzeug?

Zu den direkten Gefahren zählen wir Risiken wie Erstickungsgefahr durch verschluckbare Kleinteile, Strangulationsgefahr, Entflammbarkeit und akustische Sicherheit – etwa wenn ein Spielzeug zu laute Geräusche erzeugt. Zu diesen Gefahren haben wir mehr als 200 Belastungstests durchgeführt. Das beruhigende Ergebnis: An keinem der 13 getesteten Produkte gibt es im Hinblick auf direkte Gefahren irgendetwas auszusetzen.

Schadstoffe belasten

Bei Schadstoffen sieht es schon anders aus. Die Schadstoffprüfung spannte sich von der Suche nach Schädlingsbekämpfungsmitteln, Farbmitteln, Flammschutzmitteln über Formaldehyd und Weichmachern bis hin zum Aufspüren von Schwermetallen. Mehr als 1.000 Prüfungen haben wir auf der Fahndung nach etwa 220 Stoffen durchgeführt. Und wir landeten bei jedem Produkt zumindest einen Treffer. Bei acht Spielsachen besteht aber wegen der geringen Mengen keine Gefahr. Sie sind unbedenklich. Fünf Produkte können wir jedoch nicht empfehlen.

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Baby spielt am Boden mit bunter Motorikschleife
Bild: shutterstock - Oksana Kuzmina

Besorgniserregende Stoffe

Krebserregend, fortpflanzungsgefährdend, erbgutschädigend, hormonell schädlich, kritisch für die Umwelt: Viele Chemikalien mit zumindest einer dieser Eigenschaften werden als „besonders besorgniserregende Stoffe“ bezeichnet. Erlaubt sind sie trotzdem. Und sie können sogar in Spielzeug vorkommen.

Wir haben deswegen mit 20 Partnerorganisationen aus 13 EU-Ländern die Scan4Chem-App entwickelt. Mit ihr können Konsument:innen beim Hersteller oder Händler nachfragen, ob diese Schadstoffe zu über 0,1 % enthalten sind. Das übt Druck auf Unternehmen aus. Also: Die App am Smartphone installieren und Produkte scannen. Vielleicht finden sie sich bereits in der Produktdatenbank, die die Hersteller freiwillig befüllen, und Sie bekommen gleich die wichtigen Informationen. Falls nicht, können Sie die Hersteller befragen, die Ihnen laut Gesetz antworten müssen. Weitere Informationen finden Sie unter konsument.at/scan4chem und scan4chem.at.

Zu den hormonell schädlichen Chemikalien gibt es noch kaum gesetzliche Regelungen zum Schutz der Konsument:innen. Dabei sind ihre problematischen Auswirkungen seit Jahren bekannt. Sie werden unter anderem für sinkende Fruchtbarkeit, den Anstieg an bestimmten Krebsarten wie Brust- und Hodenkrebs, steigende ADHS- und Diabetes-Erkrankungen, zumindest teilweise, verantwortlich gemacht. Frankreich verschärft nun die Gesetzeslage: Anbieter, die Produkte auf den Markt bringen, die hormonell schädliche Chemikalien in einer Konzentration von mehr als 0,1 % enthalten, müssen diese Informationen von sich aus der App Scan4Chem zur Verfügung stellen.

So haben wir getestet und bewertet

Im Test

13 exemplarisch ausgewählte Holzspielzeuge für Kinder unter drei Jahren. Wir kauften die Produkte von Mai bis August 2023 ein. Die Preise für das Spielzeug ermittelten wir im November 2023.

Sicherheit vor direkten Gefahren

Wir prüften nach Spielzeugnormen, ob direkte Risiken bestanden, etwa Erstickungsgefahr durch verschluckbare Kleinteile, Strangulationsgefahr und Entflammbarkeit. Auch prüften wir die akustische Sicherheit, falls diese Anforderung laut Norm für ein Spielzeug bestand.

Schadstoffe

Wir untersuchten die Spielsachen auf folgende Substanzen:

  • Biozide Wir untersuchten die Holzteile auf den Gehalt an Holzschutzmitteln.
  • Farbmittel In Lacken und Textilien bestimmten wir den Gehalt sensibilisierender und krebserzeugender Farbstoffe sowie verbotener Azofarbstoffe.
  • Flammschutzmittel, Monomere Kunststoffe prüften wir auf die Freisetzung von Monomeren wie Bisphenol A und Formaldehyd. Textilien und Kunststoffe untersuchten wir auf den Gehalt an bestimmten Flammschutzmitteln.
  • Formaldehyd Textilien prüften wir auf den Gehalt an Formaldehyd. An kunstharzverleimtem Holz – wie in Sperrholzpuzzles verwendet – prüften wir in einer Prüfkammer die Freisetzung von Formaldehyd für eine Dauer von maximal 28 Tagen.
  • Kurz- und mittelkettige Chlorparaffine Kunststoffe analysierten wir auf den Gehalt dieser Chlorparaffine nach Lösemittelextraktion.
  • Nickel und Kobalt Wir ermittelten bei metallhaltigen Teilen die Abgabe der Metalle in Anlehnung an die Nickelprüfnormen.
  • Nitrosamine und nitrosierbare Stoffe Wir prüften, ob Teile aus Elastomeren wie Gummi diese Stoffe abgaben. Bei Gummischnüren entfernten wir die Textilummantelung und versetzten den Gummi mit Speichelprüflösung, ließen sie vier Stundenbei 40 Grad Celsius stehen. Anschließend untersuchten wir die Speichelprüflösung auf N-Nitrosamine und N-nitrosierbare Stoffe.
  • Nonylphenolethoxylate (NPE), Nonylphenol Textilien, Lacke und Kunststoffe analysierten wir auf den Gehalt an Nonylphenolethoxylaten und Nonylphenol.
  • Phthalate Lacke, Kunststoffe und Textilien analysierten wir nach Extraktion mindestens auf alle in der EU geregelten Phthalate, einschließlich der als besonders besorgniserregend eingestuften.
  • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) Wir prüften Lacke, Textilien und Kunststoffe nach den Vorgaben des GS-Zeichens für geprüfte Sicherheit auf PAK.
  • Schwermetalle und weitere Elemente Wir bestimmten aus abgeschabten Lacken, Textilien, Kunststoffen und Metallen die Freisetzung sowie den Gehalt an Blei, Kadmium und Organozinnverbindungen.
  • Speichel- und Schweißechtheit Wir ermittelten mit Speichel- und Schweißprüflösung, ob die Materialien Farbe abgaben.

Abwertungen

Durch Abwertungen wirken sich Urteile verstärkt auf das Urteil Sicherheit aus. Sie sind in der Tabelle mit einer Fußnote gekennzeichnet. Folgende Abwertung haben wir eingesetzt: Das Urteil für die Sicherheit konnte nicht besser sein als die Note für Schadstoffe.

Bunter mehrteiliger Spielzeug-Holzzug
Bild: Stiftung Warentest

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