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Fleischersatz: Veganer Burgerpatty liegt auf weißem Teller neben Kochlöffel, Karotten, Zwiebel und Petersilie
Bild: Shutterstock/Natalia Sem

Fleischersatz: Wie gesund sind vegane und vegetarische Alternativen?

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Wir haben 323 vegane und vegetarische Lebensmittel auf ihre Nährwerte, den Grad der industriellen Verarbeitung und die Verbraucherfreundlichkeit der Kennzeichnung hin überprüft. 22 Produkte konnten uns überzeugen, weniger zufriedenstellend waren nur 3. Aber wie gesund sind die Alternativen im Vergleich zu Fleisch? 

Während der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch in Österreich Jahr für Jahr zurückgeht, drängen immer mehr pflanzliche Alternativen auf den Markt. Besonders Fleischersatz-Produkte wie vegane und vegetarische Schnitzel, Würstel und Nuggets boomen: Deren Umsatz beträgt in Österreich heuer laut Schätzungen rund 45 Millionen Euro – Tendenz steigend. Bereits 2028 soll das Marktvolumen laut Prognosen bei 70 Millionen Euro liegen, was einem jährlichen Umsatzwachstum von 11,30 Prozent entspricht. 

Darauf reagieren Hersteller genauso wie Handelskonzerne und weiten ihr Sortiment zunehmend aus. So hat die vegane und vegetarische Eigenmarke Spar Veggie mittlerweile rund 100 Produkte im Angebot, die vegane Line Vegavita des Rewe-Konzerns um die 80. Seit 2022 gibt es mit Pflanzilla reine vegane Supermarktfiliale von Billa in Wien – mit rund 2.500 Produkten – und seit 2023 auch eine in Graz.  

Laut dem aktuellen Smart Protein Report, einem von der EU geförderten Projekt, leben 15 Prozent der Österreicher:innen fleischfrei – also vegan, vegetarisch oder pescetarisch. Dazu kommen fast 40 Prozent Flexetarier:innen, die bewusst ihren Fleischkonsum reduzieren. Satte 95 Prozent der veganen und 90 Prozent der vegetarischen Produkte werden in Österreich von dieser Käufergruppe erstanden. 

Vegane Fleischersatzprodukte nebeneinander in Schüsseln: Nuggets, Faschiertes, Würstel und Burger-Patties
Die Vielfalt der Fleischersatzprodukte ist mittlerweile sehr groß Bild: Shutterstock/Tatjana Baibakova

Die Motivation für den sinkenden Fleischkonsum ist unterschiedlich, laut einer Befragung stehen gesundheitliche Aspekte im Vordergrund, gefolgt von Tierschutz- und Umweltgründen. Dabei sind die Auswirkungen für die Umwelt nicht außer Acht zu lassen. Forschende der Universität Oxford haben 2022 in einer groß angelegten Studie herausgefunden, dass Fleischersatzprodukte nur ein Fünftel, teilweise ein Zehntel der Umweltfolgen ihrer fleischlichen Pendants verursachen.

Bevor wir zur Bewertung der Produkte kommen, klären wir noch die wichtigsten Fragen zu Ersatzprodukten. 

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Konsument:innen fragen, wir antworten

Was sind Fleischersatzprodukte?

Fleischersatzprodukte ähneln vor allem hinsichtlich ihres Aussehens, Geschmacks und ihrer Konsistenz einer bestimmten Fleisch- oder Wurstsorte. Vegane Produkte bestehen aus pflanzlichen Inhaltsstoffen, meist aus Weizen(gluten), Sojabohnen oder Erbsen. Vegetarisches Fleisch hat auch tierische Bestandteile, wie Milchprodukte oder Eier. 

Warum essen Veganer Fleischersatz? 

Menschen ernähren sich aus unterschiedlichen Gründen vegan, viele mögen den Geschmack von Fleisch, manche gar nicht. Die Personen, die etwa eine ethische Motivation haben, nichts Tierisches zu essen, sind eine große Zielgruppe für Fleischersatzprodukte. 

Wie wird Fleischersatz hergestellt? 

Fleischersatzprodukte sollen den gleichen Biss, Geschmack und dieselbe Farbe wie die tierischen Originale haben. Zudem sollten sie Nährstoffe wie Eiweiß oder Mineralstoffe beinhalten, sättigen und möglichst wenig Zusatzstoffe aufweisen – was eine Herausforderung darstellt

Sind vegane Ersatzprodukte pure Chemie? 

Alle Lebewesen und auch alle Lebensmittel bestehen aus chemischen Stoffen. In der Regel sind die chemischen Verbindungen in Lebensmitteln unschädlich und oftmals sogar erwünscht, etwa Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Proteine, Fette oder Ballaststoffe. 

Chemische Stoffe werden auch herangezogen, um Lebensmittel zu konservieren und länger haltbar zu machen. Generell gilt: Je höher ein Lebensmittel verarbeitet ist, desto mehr chemische Stoffe werden beigemengt. Besonders betroffen sind hochverarbeitete Lebensmittel, die laut Studien Entzündungen fördern, die Zusammensetzung unserer Darmflora verändern und das Risiko für eine Krebserkrankung erhöhen. 

Tofu und Tempeh liegen nebeneinander im rohen Zustand auf einem weißen Teller, darauf Sojabohnen
Wer auf seine Gesundheit achtet, sollte bei Fleischersatz eher zu Tofu, Tempeh und Seitan greifen Bild: Shutterstockk/Virginia Garcia

Vegane Ersatzprodukte auf Basis von Soja- und Erbsenprotein mit Zusatzstoffen wie Methylzellulose, Emulgatoren und Aromen gelten als hochverarbeitet. Aber auch Fertiggerichte mit tierischen Bestandteilen – etwa Wurst oder Fruchtjoghurt – sind hochverarbeitet. Daher gilt: Wer auf seine Gesundheit achtet, sollte möglichst wenig Fertigprodukte und viel Unverarbeitetes zu sich nehmen, also Vollkorngetreide, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte, in Maßen auch Nüsse, Samen und bestimmte Soja- oder Weizenprodukte wie Tofu, Tempeh und Seitan.

Zerstört Soja für Ersatzprodukte den Regenwald? 

Ein hoher Eiweißgehalt und ein relativ günstiger Anbau machen die Sojabohne zu einer optimalen Futterquelle für Nutztiere. Fast 80 Prozent des weltweit angebauten Sojas landen als Schrot in Futtermitteln für Tiere, nur 2 Prozent werden direkt als Bohnen oder etwa zu Tofu verarbeitet verzehrt. Die restlichen 19 Prozent sind als Sojaöl in Convenience- und Non-Food-Produkten zu finden sowie in Kosmetika, Lacken und Bio-Diesel. Da der Selbstversorgungsgrad beim Bedarf von Soja und Sojamehl in der EU nur bei 7 Prozent liegt, werden die restlichen 93 Prozent – fast ausschließlich als Tierfutter – importiert.

Warum ist Fleischersatz teurer als Fleisch? 

Es handelt sich bei den Produkten um eine relativ neue Warengruppe. Hohe Investitions- und Forschungskosten stehen einer geringen Anzahl an verkauften Stück gegenüber – die Hersteller versuchen, dies über den Verkaufspreis auszugleichen. Mittlerweile gibt es aber auch Gegenmaßnahmen: Billa hat Ende 2023 über 20 Artikel der pflanzlichen Eigenmarke Vegavita preislich an vergleichbare Produkte tierischen Ursprungs angepasst und deren Preis gesenkt. Penny Deutschland hingegen hat im Sommer 2023 für Fleischprodukte die „wahren Kosten“ verlangt, der Preis für die Packung Frankfurter hat sich somit fast verdoppelt.

Fleischersatz selbst machen

Wer auf industriell hergestellte Lebensmittel verzichten möchte, kann auch einfach selbst Fleischersatz herstellen. Seitan beispielsweise besteht aus Weizeneiweiß (Gluten) und kann zu Hause produziert werden, indem man Mehl auswäscht. Das entzieht dem Teig Stärke, zurück bleibt Weizeneiweiß. Eine schrittweise Anleitung findet man etwa auf utopia.de.

Online finden sich auch unzählige andere Rezepte: Aus Kidneybohnen und Tofu entsteht vegane Leberstreichwurst, aus Reispapier Speck, aus Kokosfett und Zwiebeln ein veganes Schmalz, rote Linsen können Faschiertes in der Bolognese oder Lasagne ersetzen und Burgerpatties und Braten lassen sich einfach aus Hülsenfrüchten und Schnitzel aus Haferflocken herstellen. 

Selbstgemachter Seitanbraten mit Gewürzen in Scheiben geschnitten
Ein Seitanbraten lässt sich zu Hause selbst aus Mehl herstellen Bild: Shutterstock/Gema Alvarez Fernandez

Welcher Fleischersatz ist gesund? 

Dies ist von der Zusammensetzung der Produkte abhängig. Prinzipiell sind solche mit Nutri-Score A oder B vorzuziehen. Für die tägliche Ernährung sind jedoch Hülsenfrüchte und Tofu besser als hochverarbeitete Ersatzprodukte. 

Um zu bewerten, wie gesund Fleischersatzprodukte sind, haben wir uns den Nutri-Score und die NOVA-Einstufung angesehen. Der Nutri-Score kennzeichnet das Nährwertprofil eines Lebensmittels, wobei A die Bestnote ist. Für die Berechnung haben wir die Tabelle des französischen Gesundheitsministeriums mit dem ab Jänner 2024 gültigen, verbesserten Algorithmus verwendet. Dabei werden positive Inhaltsstoffe (Ballaststoffe, Eiweiß, Obst, Gemüse, Nüsse) negativen (Energie, gesättigte Fettsäuren, Zucker, Salz) gegenübergestellt. 

Verwechslungsgefahr mit Fleisch

Es kommt immer wieder vor, dass Konsument:innen versehentlich zu Fleisch und Wurst greifen, obwohl sie Ersatzprodukte kaufen wollten oder Wurst wollten und ein Ersatzprodukt kauften. Laut einer repräsentativen Umfrage der deutschen Verbraucherzentrale Bundesverband passiert dies jedoch selten – lediglich vier Prozent der Umfrageteilnehmenden ist dies bereits passiert. Diese Erkenntnis deckt sich mit unseren Erfahrungen bei der Plattform Lebensmittel-Check. Beschwerden von Konsument:innen, die sich durch die Aufmachung veganer Produkte getäuscht fühlen, kommen so gut wie nie vor. Es besteht also keine Gefahr, dass Verbraucher:innen durch vegane Ersatzprodukte getäuscht werden und fälschlicherweise ein veganes statt eines tierischen Produktes kaufen.

Eine repräsentative Umfrage von elf europäischen Verbraucherorganisationen zur Einstellung der europäischen Verbraucher:innen zu nachhaltigen Lebensmitteln kam zudem zu der Erkenntnis, dass die meisten Befragten dafür sind, Namen von Fleischwaren auch für pflanzliche Produkte zu erlauben – sofern diese eindeutig als vegetarisch/vegan gekennzeichnet sind. Nur einer von fünf ist dagegen. BEUC, die europäische Verbraucherorganisation, spricht sich daher dafür aus, „fleischige“ Namen für Ersatzprodukte nicht zu verbieten.

Katze kauft Veggie-Mäuse, echte Mäuse freuen sich
Bild: Scheifler/VKI

Platzierung im Lebensmittelgeschäft

Neben der korrekten Kennzeichnung ist die Platzierung im Lebensmitteleinzelhandel wichtig, um einen täuschungsfreien Kauf zu ermöglichen. Häufig werden vegane und vegetarische Ersatzprodukte im Supermarkt gesammelt in eigenen Regalen angeboten. Diese Vorgehensweise befürwortet die Mehrheit der Verbraucher:innen laut einer Umfrage. 

Frau hält im Supermarkt vegane Burgerpatties in Verpackung in den Händen
Bild: Shutterstock/Chay_Tee

Nachdem der Lebensmitteleinzelhandel jedoch die viel größere Zielgruppe der Flexitarier:innen für Ersatzprodukte erkannt hat, hat Rewe eine durchmischte Regalsortierung umgesetzt. Vegane Produkte stehen nicht mehr in einem gesonderten Regal, sondern werden in direktem Vergleich zu ihrem tierischen Pendant angeboten. Hier ist die Unterscheidung nicht immer einfach – und auch die Kennzeichnung am Regal lässt noch zu wünschen übrig. 

So ist auf den ersten Blick anhand der Regalschilder nicht ersichtlich, ob es sich um ein Ersatzprodukt oder Original handelt. Es bleibt abzuwarten, ob Verbraucher:innen dadurch häufiger das „falsche“ Produkt kaufen, erste Beschwerden sind allerdings über den Lebensmittel-Check schon bei uns eingelangt. Wie eine Eingliederung gut funktioniert, zeigt die Bio-Kette Denns: Hier ist am Preisschild eindeutig an einem Symbol erkenntlich, ob es sich um ein veganes oder vegetarisches Produkt handelt. 

So haben wir bewertet

Berechnung des Nutri-Scores 40 %

Für die Berechnung des Nutri-Scores wurde die Berechnungstabelle des französischen Gesundheitsministeriums (Santé Publique France) mit dem adaptierten und ab Jänner 2024 gültigen Algorithmus herangezogen. Ebenso wurden die technischen und wissenschaftlichen FAQs unter anderem zur Berechnung des Obst- und Gemüseanteils berücksichtigt.

Für die Berechnung des Nutri-Scores wird der Ballaststoffgehalt eines Produktes benötigt. Da dieser im Rahmen der Nährwertkennzeichnung nicht verpflichtend anzugeben ist, ist er nicht auf allen Etiketten zu finden. Ist dies der Fall, wurde entweder der auf eine ganze Zahl abgerundete Ballaststoffgehalt eines vergleichbaren Produktes herangezogen oder der auf eine ganze Zahl abgerundete Mittelwert mehrerer vergleichbarer Produkte (z. B. von allen Imitaten von Joghurt).

Der Anteil an Obst und Gemüse, der für die Berechnung des Nutri-Scores zwingend erforderlich ist, ist anhand der Zutatenlisten nicht einfach abzuschätzen. Da er erst ab 40 Prozent bei der Berechnung berücksichtigt wird, wird er nur für jene Produkte geschätzt, die sicher mehr als 40 Prozent Obst und/oder Gemüse enthalten. 

NOVA-Berechnung 20 %

Die NOVA-Einstufung erfolgte unter anderem nach einem wissenschaftlichen Artikel „NOVA. The Star shines bright“ veröffentlicht in World Nutrition Band 7, Nummer 1 - 3, Januar - März 2016. Eine einfache Zusammenfassung ist aber auch auf der Website von Open Food Facts zu finden.

Aufmachung 40 %

Beurteilt wurde die verbraucherfreundliche Aufmachung der Verpackung. Unter anderem wurden bewertet: Ist gut ersichtlich, dass das Produkt vegan/vegetarisch ist, ist die Mindestschriftgröße eingehalten, wie gut sind die Angaben auf der Verpackung lesbar, ist der Kontrast Buchstaben und Hintergrund ausreichend, gibt es – falls notwendig – Angaben, wie das Produkt zuzubereiten ist oder wie lange man es in der geöffneten Verpackung aufheben darf.

Welche Fleischersatzprodukte sind die besten?

Für unseren Test haben wir über 300 bekannte sowie interessante Fleischersatzprodukte ausgewählt. Gekauft haben wir diese bei Billa, Denns, DM, Gurkerl, Hofer, Ikea, Interspar, Lidl, Maran Vegan, Metro, Müller, Penny, Prokopp, Reformstark Martin, Transgourmet, Pflanzilla und auf der Veganmania. Nicht getestet haben wir etwa Trockenmischungen von Sojagranulat.

Gab es vor einigen Jahren noch ein großes Angebot an vegetarischen Produkten, so ist dies in letzter Zeit spürbar zurückgegangen. Die Mehrheit der Ersatzprodukte ist als „vegan“ ausgelobt. Nur 27 der 323 Produkte sind vegetarisch, das heißt sie enthalten entweder Milch- und/oder Ei-Bestandteile. Rund ein Viertel der analysierten Produkte stammt aus biologischer Landwirtschaft, die meisten Produkte (81 Prozent) stammen aus dem Kühlregal, 15 Prozent aus dem Tiefkühlsortiment und nur ein paar wurden ungekühlt verkauft, etwa vegane Salami oder Schmalz. 

Bewertung des Nutri-Scores

Über diesen Score sollen Verbraucher:innen bei verarbeiteten Produkten durch eine vereinfachte Kennzeichnung auf der Vorderseite von Lebensmitteln eine rasch die Nährstoffqualität einschätzen können. Dies ist sinnvoll, da Konsument:innen die Nährwerttabelle auf der Rückseite von Verpackungen oft nicht in einem genügenden Ausmaß interpretieren können, um beispielsweise Fett- und Zuckerbomben zu erkennen. 

Der Nutri-Score kennzeichnet also das Nährwertprofil eines Lebensmittels, wobei A die Bestnote ist. Für die Berechnung haben wir die Tabelle des französischen Gesundheitsministeriums mit dem ab Jänner 2024 gültigen, verbesserten Algorithmus verwendet. Dabei werden positive Inhaltsstoffe (Ballaststoffe, Eiweiß, Obst, Gemüse, Nüsse) negativen (Energie, gesättigte Fettsäuren, Zucker, Salz) gegenübergestellt. 

Nutriscore auf verschiedenen Produkten von A bis C
Bild: Shutterstock/Markus Mainka

Insgesamt weisen 43 Produkte (13 %) in unserer Untersuchung Nutri-Score A auf, 40 Produkte (12 %) Nutri-Score B. Diese Lebensmittel eignen sich für den täglichen Speiseplan, alle schlechteren Werte von C bis E sollten Konsument:innen nur selten oder als Beilage zu Gemüse oder Salat essen.

Bemerkenswert ist, dass jene Hersteller, die schon länger den Nutri-Score auf den Verpackungen abdrucken, auch deutlich günstigere Nährstoffzusammensetzungen haben, da sie vermutlich die Produkte bei Umstellung reformuliert haben. Als Beispiel ist hier die Marke Garden Gourmet genannt. Garden Gourmet ist eine Marke der Firma Nestlé, die in Sachen Nutri-Score eine der Vorreiter der ganz großen Konzerne war. Die von uns angesehenen Produkte weisen entweder einen Nutri-Score A oder B auf. Daran erkennt man, dass der Nutri-Score nicht nur Verbraucher:innen hilft, eine gesündere Wahl zu treffen, sondern auch Anbieter motiviert, die Rezepturen zu ändern – etwa Salz und gesättigte Fettsäuren zu reduzieren.

Vegan besser als vegetarisch

Keine großen Unterschiede gab es beim Nutri-Score von Bio-Produkten und konventioneller Ware. Umso größer ist der Unterschied beim Nutri-Score zwischen veganen und vegetarischen Produkten. Rein pflanzliche haben insgesamt eine deutlich günstigere Nährstoffzusammensetzung als vegetarische. 

Auch unter den Produktgruppen gibt es Differenzen: Vegane Snackwürste und Schmalzimitate weisen besonders oft einen Nutri-Score von E auf. Auf der anderen Seite der Skala liegen Ersatzprodukte von Hühnerfleisch bzw. -filet – sie haben besonders oft einen Nutri-Score A. Wurstimitate (Frankfurter, Knackwurst, Bratwurst) sowie Zubereitungen aus Hackimitaten (Fleischbällchen, Cevapcici) haben verhältnismäßig häufig einen Nutri-Score von C. 

Einstufung in NOVA

Wenig überraschend ist die Zutatenliste bei vielen Fleischersatzprodukten meist lang und reich an Zusatzstoffen. Die NOVA-Bewertung berücksichtigt keine Nährwerte von Lebensmitteln, sondern den Grad ihrer Verarbeitung. Dazu werden Lebensmittel grob in vier Gruppen eingeteilt. In Gruppe 1 fallen frische Lebensmittel wie Gemüse, Obst oder Eier, in Gruppe 2 würzende Zutaten wie Öle, Zucker und Salz. In Gruppe 3 befinden sich verarbeitete Lebensmittel, die nur wenige Zutaten enthalten, etwa Teigwaren. Lebensmittel mit vielen Zutaten und Zusatzstoffen, die viele Verarbeitungsschritte benötigen, sind hochverarbeitet und gehören zu Gruppe 4, etwa Fertigprodukte oder Wurst. Diese sollten nicht oft verzehrt werden, da laut Studien das Krebsrisiko steigt, wenn mehr hochverarbeitete Lebensmittel gegessen werden.

Verschiedene Fleischersatz-Produkte in grünen Verpackungen.
Sämtliche Fleischersatzprodukte hatten in unserer Untersuchung einen NOVA-Score von 3 oder 4. Die meisten davon sind dabei hochverarbeitet. Bild: dropStock/Shutterstock.com

In unserer Untersuchung erreichen alle Ersatzprodukte NOVA 3 oder 4, der Großteil ist dabei hochverarbeitet. 19 Prozent der Fleischersatzprodukte sind mit NOVA 3 auch für den regelmäßigen Konsum in Ordnung, prinzipiell ist es dennoch gesünder, mit unverarbeiteten Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten zu kochen. 81 Prozent fallen in NOVA 4 und weisen oft Zusatzstoffe auf. Aber auch Zutaten wie Weizengluten oder texturiertes Sojaeiweiß können eine NOVA-4-Einstufung verursachen. 

Einsatz von Zusatzstoffen

Generell gilt: Bio-Produkte sind meist weniger stark verarbeitet als konventionelle Lebensmittel, da viele Zusatzstoffe im Bio-Segment verboten sind. Zusatzstoffe, die eine Klassifikation als ultrahochverarbeitetes Lebensmittel auslösen, sind unter anderen Aromen, Verdickungsmittel, Farbstoffe oder Emulgatoren. Besonders häufig sind Aromen in den analysierten Produkten enthalten. Sie sind in den Zutatenlisten von 62 Prozent der Produkte zu finden. Generell ist auch der Einsatz von Verdickungsmitteln häufig. Besonders oft, und zwar in 45 Prozent, kommt Methylcellulose zum Einsatz. 

Methylcellulose (E 461) ist ein Gelier- und Verdickungsmittel, das auch in Tapetenkleister zum Einsatz kommt. Der Stoff wird aus Pflanzenfasern gewonnen, kann im Körper jedoch nicht verwertet werden. Besonders oft verwendet wird er als Verdickungsmittel bei konventionellen Wurst- und Fleischersatzprodukten. Weitere häufige Zusatzstoffe sind die Verdickungsmittel, Carrageen, Johannisbrotkernmehl, Konjak, Xanthan, Guarkernmehl, Natriumalginat und Agar Agar sowie Farbstoffe.

Verwendetes Fett

Kaum Palmöl

Bei mehr als einem Fünftel der Proben kommen Kokosfett und Sheabutter zum Einsatz, Palmöl fanden wir nur in zwei Produkten. Oft enthalten die Produkte auch Sonnenblumenöl, das reich an entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäuren ist. Ein Verzicht darauf verbessert die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren, die bei einer pflanzenbasierten Ernährung ohnehin meist zu kurz kommen. 

Eine Alternative ist Rapsöl mit einem etwas höheren Anteil an Omega-3-Fettsäuren sowie Olivenöl, das reich an einfach ungesättigten Fettsäuren ist. Rapsöl kommt zwar auch häufig zum Einsatz (40 Prozent der Proben), wird jedoch häufig zusammen mit Sonnenblumenöl verwendet. Olivenöl hat in diesen Produkten keine nennenswerte Bedeutung.

Basis der Fleischersatzprodukte

Viel Weizeneiweiß

Die meistgenutzte Basis für Fleischersatzprodukte sind Weizeneiweiß (Gluten) und Seitan, sie kommen bei rund einem Drittel der Ersatzprodukte als primäre Eiweißquelle vor. 27 Prozent enthalten Soja und Tofu, 24 Prozent Erbsen(-protein). Alle anderen primären Zutaten liegen mengenmäßig weit dahinter. Diese restlichen Produkte werden aus unterschiedlichsten Hülsenfrüchten hergestellt, und anderem aus pflanzlichen Rohstoffen wie etwa Sonnenblumenkernen, Hanf, Pilzen oder Biertreber. Bei den vegetarischen Lebensmitteln kommen Milch und Hühnerei(weiß) zum Einsatz. 

Herkunft

Ein Drittel der analysierten Produkte hat entweder die Hersteller und/oder die Vertreiberadresse in Österreich. Ganz vorne dabei ist Spar, der bei seinen Produkten nie den Hersteller angibt. Ein Teil der Wurstwaren kommt jedoch aus den Spar-eigenen Tann-Betrieben. Auf dem zweiten Platz folgt Vegini mit seinen Marken-Erbsenproteinprodukten sowie Handelsmarken. Landhof ist am dritten Platz mit der Marke „Die Ohne“ und ebenfalls Handelsmarken. Diese drei machen mehr als 50 Prozent der im Handel identifizierten österreichischen Produkte aus.

International ganz vorne liegen in unserem Test die Hersteller Greenforce aus München (mit inzwischen eigenem Erbsenanbau in Deutschland), Wheaty (eine klassische Marke des Naturkosthandels) sowie Rügenwalder (ursprünglich und überwiegend ein deutscher Fleischverarbeitungsbetrieb). Der Anteil der fleischverarbeitenden Betriebe ist hier niedriger als bei den österreichischen Anbietern, er liegt bei rund einem Sechstel. 

Fleischersatzprodukte in unterschiedlicher Form von Würstel über Burgerpatties zu Nuggets am Tisch liegend
Ein Drittel der analysierten Produkte kommt aus Österreich Bild: Shutterstock/Tatjana Baibakova

Fleischproduzenten als Hersteller

Interessant ist auch, dass fast ein Viertel der Produkte in unserem Test in Betrieben hergestellt werden, die auch tierische Produkte herstellen – etwa bei Tann, Landhof, Handl Tyrol oder Wojnar. Und dass rund ein Drittel der Produkte aus Österreich stammt. Dieses Bild zeigt sich auch international: Neben Rügenwalder sind weitere wichtige Player im Fleischsektor, wie zum Beispiel JBS (Vivera) oder Wiesenhof (Green Legend, Eigenmarken des Handels), mit veganen Ersatzprodukten sehr aktiv.

Bei der Kennzeichnung haben wir kaum etwas zu beanstanden, meist weisen die Hersteller mehrmals darauf hin, dass es sich um ein veganes oder vegetarisches Produkt handelt, und führen die Eiweißquelle an. Nur bei etwa sieben Prozent ist der Hinweis entweder nicht deutlich lesbar, auf Englisch („plantbased“) oder es fehlt bei „pflanzlich“ die 100-Prozent-Angabe. Nur bei einer Handvoll Verpackungen steht nichts Derartiges auf der Vorderseite.

Vergleich mit Fleisch

Oft beides hochverarbeitet

Bleibt die Frage offen, ob Fleischersatzprodukte gesünder sind als das Original. Prinzipiell gilt: Nur Fleisch am Stück hat NOVA 1 und gilt als nicht oder wenig verarbeitet, etwa Steak, Faschiertes oder Natur-Filets. Hier schneiden die Fleischersatzprodukte mit NOVA 3 und 4 schlechter ab. 

Filet(streifen), Steak, Medaillons

Diese Produktgruppe ist bei den Ersatzprodukten sehr inhomogen, was den Nutri-Score betrifft. Es sind alle fünf Stufen vertreten, NOVA ist 3 und 4. NOVA 3 haben die Produkte aus Tofu und Weizeneiweiß wie die Taifun-Bratfilets Japanische Art. Den hohen Verarbeitungsgrad bedingt meist die Zugabe von Aroma. Darüber hinaus ist in einigen Proben Methylcellulose enthalten. 

Unverarbeitetes Fleisch hat einen NOVA von 1 und meist einen günstigen Nutri-Score (abhängig vom Fettgehalt). Hier hat das tierische Original hinsichtlich der Zusammensetzung einen Vorteil. Als einziges Produkt mit sehr gut wurden die vegetarischen Filet-Streifen von Garden Gourmet bewertet.

Ersatzprodukt, das aussieht wie Naturfilestreifen
Bild: Shutterstock/RcriStudio

Mariniertes, gewürztes Filet und Medaillons

Für den Verarbeitungsgrad ist es unerheblich, ob ein Lebensmittel pflanzlichen oder tierischen Ursprungs ist. Marinade und Zusatzstoffe sorgen in dieser Produktkategorie für NOVA 4. Während in den Ersatzprodukten Verdickungsmittel wie Methylcellulose, Carrageen oder Konjak sowie Aromen stecken, enthalten die tierischen Originale den Säureregulator Natriumlactat. Alles Zusatzstoffe, die ein Lebensmittel zu einem hochverarbeiteten Produkt machen. 

Der Nutri-Score ist bei den pflanzlichen Produkten deutlich besser als bei den tierischen Originalen. Hier ist sogar ein Pfefferfilet von Just Veg! mit einem Nutri-Score B vertreten. Die tierischen Steaks vom Schwein bringen es allesamt nur auf D. Das Testurteil lautet für alle vier Produkte in dieser Gruppe „durchschnittlich“.

Huhn natur

In dieser Produktgruppe ist zwar der Nutri-Score bei den Ersatzprodukten fast genauso gut wie jener beim Original. Allerdings sind die veganen und vegetarischen Produkte im Gegensatz zum Original fast immer hochverarbeitet – außer „Chicken Natur“ von Planted. Sie enthalten Aromen, teilweise auch das Verdickungsmittel Methylcellulose, die den NOVA 4 auslösen.

Sechs von elf getesteten Produkten in dieser Gruppe wurden mit „sehr gut“ beurteilt, darunter bekannte Marken wie Garden Gourmet, Heura, Planted, The Green Mountain und The Vegetarian Butcher. Schlechter als gut schnitt kein Produkt in dieser Gruppe ab.

Huhn mit Marinade gewürzt

Hier sind beide Kategorien vom Verarbeitungsgrad recht ähnlich einzuschätzen. Sowohl ein NOVA von 3 als auch einer von 4 sind möglich – je nachdem, welche Zusatzstoffe eingesetzt wurden. Bei den Fleischersatzprodukten lösen meist Aromen einen NOVA 4 aus, beim Original ist es das Verdickungsmittel Xanthan. 

Der Nutri-Score ist mit A und B beim Original besser, wobei auch bei den Ersatzprodukten die Hälfte der Proben einen Nutri-Score von A oder B aufweist, etwa die „Filetstückchen Mediterran“ von Heura oder „Vegane Knusprige Tenders Hähnchen-Art Southern Fried“ von Vivera. Bestes Produkt in dieser Gruppe sind die Filetstückchen Mediterran von Heura. Nur durchschnittlich beurteilt wurden zwei Produkte von Planted (Chicken Curry und Chicken Lemon & Herb) sowie das Filet von Die Ohne.

Faschiertes, Hack

Reines Faschiertes vom Rind und Schwein gilt als unverarbeitet und hat einen Nutri-Score von C. Von den untersuchten Ersatzprodukten ist keines unverarbeitet, sie schneiden damit hinsichtlich ihres Verarbeitungsgrades deutlich schlechter als das tierische Original ab. 

Der Nutri-Score ist jedoch bei den Imitaten häufig besser, fast die Hälfte der Proben hat einen Nutri-Score von A oder B – etwa „Sensational Hack“ von Garden Gourmet oder „Vegemince“ von Linda McCartney. Allerdings hat die andere Hälfte einen ungünstigen Nutri-Score von D oder E. In dieser Gruppe kommt es somit sehr stark auf die Zusammensetzung an. 7 von 14 Produkten wurden mit „gut“ beurteilt, darunter auch zwei Produkte mit einem NOVA 3, und zwar "Seitan Faschiert" von Hiel und "Gehacktes" von Vegavita.

Veganes Faschiertes angebraten in einer Schüssel
Bild: Shutterstock/barmalini

Burger und Bratlinge

Die beiden analysierten tierischen Originale sind durch den Zusatz von Dextrose hochverarbeitet (NOVA 4) und haben den zweitschlechtesten Nutri-Score von D. Bei den Ersatzprodukten ist die Situation weitaus inhomogener. Rund ein Drittel ist nur verarbeitet (NOVA 3), der Rest hochverarbeitet (NOVA 4). Hier sind es insbesondere Aromen und das Verdickungsmittel Methylcellulose, die den hohen Verarbeitungsgrad auslösen. 

Beim Nutri-Score sind fast alle Ersatzprodukte gleich oder besser als das Original. Nur zwei Proben weisen einen Nutri-Score von E auf und sind damit hinsichtlich ihrer Nährstoffzusammensetzung ungünstiger als das Original: „Plant-Based-Burger“ von The Green Mountain und der Burger von Vegini. Produkte mit Nutri-Score A und NOVA 3: Lupinen-Filets von Alberts, "Original Treber Burger“ sowie "Linsenburger mit Walnüssen" von Easyvegan, "Quinoa-Ackerbohne-Burger" von Soto und "Bio Burger Laibchen" von Vegitastic. 

In dieser Gruppe wurde viermal das Testurteil „sehr gut“, neunmal ein „gut“ und zwölfmal ein „durchschnittlich“ vergeben. Bei den vier sehr guten Produkten handelt es sich um Easyvegan "Original Treber Burger", Easyvegan "Linsenburger mit Walnüssen", Vegitastic "Bio Burger Laibchen" und Soto "Quinoa-Ackerbohne Burger".

Fleischbällchen, Cevapcici und Co

Sowohl die Ersatzprodukte als auch die originalen Fleischwaren sind entweder verarbeitet oder hochverarbeitet, wobei es bei den Ersatzprodukten schon eine deutliche Anzahl an hochverarbeiteten Produkten gibt. Für den hohen Verarbeitungsgrad sind meist Aromen und Verdickungsmittel ausschlaggebend, bei den tierischen Produkten ist es Dextrose. 

Der Nutri-Score ist bei den tierischen Originalen deutlich schlechter als bei den pflanzlichen Produkten. So weist mehr als ein Drittel der Ersatzprodukte einen günstigen Nutri-Score von A oder B auf, nur die Hälfte davon ist hochverarbeitet. Produkte mit Nutri-Score A und NOVA 3 sind etwa das „Lupinen Vevacici“ von Alberts und marinierte „Vegan-Bio-Gehacktes“ von Pro La Terre, unser Testsieger. 

Unter den acht mit „gut“ beurteilten Produkten sind unter anderem auch die "Plant Balls" von Ikea oder die "Veganen Mühlen-Frikadellen Minis" von Rügenwalder zu finden. Die Mehrheit der Produkte in dieser Gruppe (12 von 22) erreichte nur ein durchschnittliches Testurteil.

Nuggets

Alle Nuggets, egal ob es sich um originale Hühnernuggets handelt oder um die veganen Ersatzprodukte, sind hochverarbeitet. Den hohen Verarbeitungsgrad bedingen Aromen und Verdickungsmittel bei den pflanzlichen Produkten und Dextrose bei den tierischen. Hinsichtlich des Nutri-Scores schneiden die pflanzlichen Produkte deutlich besser ab. Hühnernuggets der beiden großen Handelsketten erreichen bei der Nährwertberechnung ein C. 

Bei den pflanzlichen Produkten hat fast die Hälfte einen günstigen Nutri-Score von A oder B, etwa die Nuggets von, Heura oder Iglo Green Cuisine. Diese beiden erhielten das Testurteil „sehr gut“. Nur zwei Produkte haben mit D eine ungünstigere Nährstoffzusammensetzung als die tierischen Originale – die veganen Nuggets von Just Veg! Und Vegini. Unser Tipp: Die 12 guten und 8 durchschnittlichen (laut Testurteil) Nuggets am besten im Backrohr oder Airfryer zubereiten, um zusätzliches Öl einzusparen.

Vegane Nuggets neben Erbsen auf einem Holzbrett
Bild: Shutterstock/DronG

Schnitzel und panierte Streifen

Bei Schnitzel sind die Ersatzprodukte aufgrund der Aromen und Verdickungsmittel meist höher verarbeitet als das tierische Original, wobei Ausnahmen möglich sind – etwa beim Seitan-Schnitzel von Hiel oder „Schnitzel Wiener Art“ von Planted. Die Nährstoffzusammensetzung ist hingegen bei den Ersatzprodukten deutlich besser. 

Fast die Hälfte der Produkte hat einen günstigen Nutri-Score von A oder B und keines einen schlechteren Nutri-Score als die tierischen Originale. Letztendlich hängt die Nährwertzusammensetzung des fertigen Gerichts auch von der Zubereitung ab. Im Backrohr ohne zusätzliches Fett gebacken, bleibt die günstige Nährstoffzusammensetzung. Wird das Produkt in der Pfanne im Fett herausgebacken, ist ein deutlich schlechterer Nutri-Score zu erwarten. 

Vier Produkte erhielten das Testurteil „sehr gut“: Planted "Schnitzel Wiener Art", Dennree "Vegetarische Schnitzel", Rügenwalder "Vegane Mühlen Schnitzel" und Iglo Green Cuisine "2x vegane Schnitzel". Acht weitere erhielten das Testurteil „gut“, drei wurden mit „durchschnittlich“ beurteilt, darunter Food for Future, The Vegetarian Butcher und Vegini.

Frankfurter, Bratwurst und Co

Der Verarbeitungsgrad in beiden Gruppen ist ähnlich, die meisten Produkte sind hochverarbeitet. Der Nutri-Score ist allerdings bei den Ersatzprodukten deutlich besser. Einen sehr guten Nutri-Score A hat die „Lass-Die-Sau-Raus-Bratwurst“ von The Vegetarian Butcher, Nutri-Score B weisen die „Sensational Bratwurst“ von Garden Gourmet, die veganen Bratwürstel von Iglo Green Cuisine sowie die vegane „Brat-Wurst“ von Veggyness auf. 13-mal wurde das Testurteil „gut“ und 29-mal das Testurteil „durchschnittlich“ vergeben.

Salami

Alle analysierten Produkte zählen zu den hochverarbeiteten Produkten. Bei den Ersatzprodukten bedingt durch Aromen, Verdickungsmittel und Gluten, beim tierischen Original etwa durch Dextrose. Beim Nutri-Score schneiden die Ersatzprodukte deutlich besser als die Originale ab, wobei diese trotzdem nur in den beiden schlechtesten Nutri-Score-Gruppen zu finden sind. Jedoch weisen die tierischen Salamis eine noch ungünstigere Nährstoffzusammensetzung auf und wurden alle mit dem Nutri-Score E beurteilt. 

Drei getestete Salamis wurden mit „gut“ beurteilt, acht mit „durchschnittlich“. Bei den „guten“ handelt es sich um: Herbasch "Der Klassiker No 4 nach Salamiart", Wheaty "Veganer Aufschnitt Salami Art" und Veggyness "Veganer Bio-Aufschnitt Salami Art".

Vegetarische Salami und pikante Extrawurst in Scheiben und gerollt nebeneinander auf Holzbrett
Bild: Shutterstock/PhotoSGH

Extrawurst

In dieser Produktgruppe sind alle Proben hochverarbeitet. Fast alle enthalten Aromen, die Ersatzprodukte oft eine Vielzahl an unterschiedlichen Verdickungsmitteln. Die Nährstoffzusammensetzung ist bei den veganen und vegetarischen Lebensmitteln wieder günstiger als bei den Originalen, aber auch hier gibt es keine Probe mit einem günstigen Nutri-Score von A oder B dabei. 

Neun wurden im Test mit „gut“ beurteilt, zehn mit „durchschnittlich“. Unter den „guten“ sind sowohl die veganen Extrawürste der Eigenmarke von Spar (Spar veggie) als auch jene von Rewe (Vegavita) dabei.

Leberkäse

Mit Ausnahme von „Ich bin kein Fleischkäse“ der Marke Soyana sind alle hochverarbeitet. In allen Fällen ist Aroma enthalten, bei den Ersatzprodukten häufig zusätzlich Verdickungsmittel, bei den tierischen Originalen Geschmacksverstärker. Auch hinsichtlich der Nährwerte sind die Produkte ungünstig zusammengesetzt – die Mehrheit, egal ob Imitat oder Original, wurde mit D bewertet. Neben Soyana wurden auch drei von vier Gustl-Varianten der Pflanzerei mit „gut“ beurteilt.

Snackwurst

Diese sind in – egal ob Imitat oder Original – mit einer Ausnahme („Grünkernbeisser“ von Hiel) alle hochverarbeitet. Häufig enthalten sie Aromen und Verdickungsmittel, aber auch Geschmacksverstärker oder Farbstoffe sind in manchen Produkten enthalten. Auch hinsichtlich ihres Nutri-Scores sollten sie nur selten gegessen werden. Kein Produkt wurde mit „gut“ beurteilt.

Speck

Veganer Speck in Scheiben in Pfanne
Bild: Shutterstock/DronG

Auch in dieser Gruppe sind fast alle Produkte hochverarbeitet. Die meisten Proben enthalten Aroma, manche auch Gluten oder Dextrose. Hinsichtlich des Nutri-Scores sind die Ersatzprodukte besser als die tierischen Originale, auch wenn sie für die tägliche Ernährung zu fett- und salzreich sind. Nutri-Score C erreicht nur ein Produkt im Test: „Veganer Bacon“ von Vemondo. Beim Testurteil reichte es trotzdem nur für ein „durchschnittlich“, so wie bei allen anderen Produkten dieser Gruppe.

Pasteten

Auch Pasteten sind mit einer Ausnahme hochverarbeitet. Meist kommen Aromen zum Einsatz, aber auch Emulgatoren oder Geschmacksverstärker. Nur „Leber Horst“ von Goldblatt schneidet hier besser ab und bekam ein „gutes“ Testurteil. Die Pastete basiert auf Roten Bohnen, Sonnenblumenkernen und Kräuterseitlingen. Die übrigen Produkte erreichten nur ein „durchschnittlich“.

Schmalz

In dieser Produktgruppe ist der Verarbeitungsgrad geringer als bei vielen der bisher behandelten Gruppen, das tierische Original erreicht sogar NOVA 1. Dafür ist der Nutri-Score aufgrund des hohen Gehaltes an Fett und gesättigten Fettsäuren in der schlechtesten Kategorie. Nur das Ersatzprodukt „Schnatter Gans“ von Goldblatt mit Champignons, Linsen und Roten Rüben erreicht einen besseren Nutri-Score von C und wurrde mit einem „guten“ Testurteil bewertet. Ebenfalls „gut“ ist der "Bio-Aufstrich Zwiebelschmalz" von Vegavita.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich die Tendenz erkennen, dass unverarbeitetes Fleisch zwar hinsichtlich des NOVA-Scores deutlich bessere Ergebnisse liefert – aber sobald Produkte verarbeitet sind, schneiden Ersatzprodukte entweder besser (hinsichtlich NOVA und Nutri-Score) oder gleich schlecht ab wie die tierischen Originale. Das ist abhängig von der jeweiligen Produktgruppe.

Bessere Nährwehrte haben die Ersatzprodukte, sie schneiden bei Nutri-Score deutlich besser ab. Rund ein Viertel der untersuchten veganen und vegetarischen Produkte hat Nutri Score A oder B – bei den Fleischwaren sind es nur 11 Prozent. Nutri-Score E gibt es bei den Ersatzprodukten nur bei 13 Prozent, bei Fleischwaren sind es 51 Prozent. 

Erklärgrafik: Gezeigt wird, dass Fleischersatzprodukte bessere Nährwerte als Originalprodukte haben. Die Nährwerte aufgeschlüsselt: Nutriscore A - Ersatz 14%, Original 8%. Nutriscore B - Ersatz 12%, Original 3%. Nutriscore C: Ersatz 24%, Original 15%. Nutriscore D: Ersatz 37%, Original 22%. Nutriscore E - Ersatz 13%, Original 51%.
Die blauen Balken zeigen jeweils die Werte für Fleischersatzprodukte, die roten Balken jeweils die Werte für Originalprodukte. Bild: YARUNIV Studio/Shutterstock.com; Marilyn Barbone/Shutterstock.com; Montage: VKI

Testsieger

Von den 22 sehr guten Produkten weisen fast alle einen Nutri-Score A auf, einige sind nicht hoch verarbeitet und zählen zu NOVA 3. Doch aufgepasst: Bei den Lebensmitteln mit Nutri-Score A handelt es sich besonders oft um Ersatz von Hendl(filet), Burger und Schnitzel, die meist in Öl herausgebraten werden. Diese Zubereitungsart ist allerdings noch nicht in der Nutri-Score-Berechnung erfasst, eine fettarme Zubereitung ist von Vorteil.

Testtabelle: Fleischersatzprodukte

Klicken Sie auf den Link. Filtern, vergleichen, sortieren, ausdrucken: In unserem Produktfinder stellen wir Ihnen Testergebnisse von 323 Produkten zur Verfügung. (Stand: Jänner 2024) Eine Anleitung für die Nutzung unserer Produktfinder gibt es unter konsument.at/produktfinder-hilfe.

Produktfinder

KONSUMENT-Tipps

Viele Fleischersatzprodukte sind wie das tierische Original hochverarbeitet und sollten daher selten am Speiseplan stehen. Wer aus ethischen, gesundheitlichen oder Klimaschutz-Gründen kein Fleisch essen, aber nicht auf den Genuss von Schnitzel, Würstel und Co verzichten möchte, sollte bei den Ersatzprodukten auf die Zutatenliste achten. Hochverarbeitete Waren sind einfach zu erkennen (lange Zutatenliste bzw. mehr als fünf Zutaten, Aromen, Verdickungsmittel). 

Und noch ein Tipp: Auch aus Hülsenfrüchten, Haferflocken und Walnüssen lassen sich einfach selbst vegane Bratlinge oder Faschiertes herstellen. 

Reaktion der TOPAS GmbH (Wheaty-Produkte)

Der Produzent wünscht sich einen einheitlichen, wissenschaftsbasierten Score als Standard.

Es gibt aktuell viele unterschiedliche Scores, Tests und Bewertungsformeln. Nicht alle sind aus unserer Sicht objektiv, nicht alle werfen einen ganzheitlichen Blick auf das Produkt. 

Wir als Unternehmen würden einen einheitlichen, Wissenschaft basierten Score sehr begrüßen, der die Verbraucherinnen und Verbraucher umfassend nicht nur über die Qualität eines Lebensmittels, sondern auch über die Zutaten im Sinne einer gesunden Ernährung, ihre Herkunft im Sinne gerechter Lieferketten und zum Beispiel auch den Klima-Fußabdruck im Sinne eines klimafreundlichen Lebenswandels beachtet.

Die Wheaty Produkte stammen von einem seit 1993 in Deutschland produzierendem Familienunternehmen. Die Firma hat sich schon immer und ausschließlich auf die Entwicklung und Produktion bio-veganer Fleischalternativen konzentriert und gehört zu den Pionieren in ihrem Segment. Die Rohstoffe werden soweit möglich aus der Umgebung und der europäischen Landwirtschaft bezogen. Die Produktion selber achtet auf bestmögliche Sozialstandards, oder auch eine Ressourcen- und Energie freundliche Herstellung und Verpackung.

Der Nutri Score ist in seiner heutigen Ausprägung für uns kein kundenfreundlicher Standard, nach dem wir unsere Produkte zertifizieren lassen möchten, da er bei weitem nicht alle Aspekte eines Lebensmittels achtet. Ähnlich verhält es sich mit dem Nova Score, der aus unserer Sicht zu einseitig den Wert eines Lebensmittels betrachtet.

Zu der Kritik an der Verpackung: Die Lesbarkeit der verpflichtenden Verpackungsangaben ist immer gewährleistet und wurde bis dato von noch keiner Seite beanstandet. Unsere Umverpackungen werden allerdings im Sinne des geringstmöglichen Rohstoffverbrauchs auch so klein wie möglich gehalten. Des Weiteren sind alle Informationen zu unseren Produkten barrierefrei auf der Homepage www.wheaty.de einsehbar.

TOPAS GmbH

24.01.2024

Reaktion der Tofutown.com GmbH

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung zu unserem Produkt Viana Döner Kebab. Seit einigen Wochen steht dieses Produkt nicht mehr im Handel zur Verfügung. Das Produkt wird nun exklusiv unter der Marke Tofutown präsentiert, nachdem wir uns entschieden haben, die Marke Viana aus unserem Produktportfolio zu nehmen. Im Zuge diese Umstellung werden wir auch die Rezeptur, besonders den Salzgehalt betrachten, welcher maßgeblich für den NS „E“ verantwortlich ist. 

Ihre konstruktiven Anmerkungen zur Lesbarkeit unserer Verpackungselemente sind äußerst wertvoll für uns. Bisher waren uns keine derartigen Herausforderungen bekannt, und wir haben das Design auch auf unsere anderen Produkte angewendet. Wir werden Ihre Hinweise sorgfältig in unsere Überlegungen für zukünftige Layouts einbeziehen.

Es ist wichtig zu betonen, dass eine umfassende Änderung unseres Designs nicht von heute auf morgen erfolgen kann. Dennoch nehmen wir Ihre Kritik ernst und werden sie mit großem Engagement in unsere künftigen Überlegungen zur Gestaltung einfließen lassen. Wir schätzen Ihr konstruktives Feedback und danken Ihnen für die Anregungen zur Verbesserung unserer Verpackung und Rezeptur. 

Tofutown.com GmbH

25.01.2024

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