Zum Inhalt
Hochspannungsleitung mit hellen Stromdrähten
Beim Stromsparen kommt es auch auf den Zeitpunkt an Bild: arturnichiporenko Shutterstock

Strom sparen: Auch das Wann ist entscheidend

Lastspitzen glätten. Energiespartipps sind in aller Munde. Wenig wird über den Zeitpunkt des Strom­sparens berichtet. Hier in unserer Rubrik ÖKO.LOGISCH einige Tipps für Wäschewascher, E-Autobesitzer & andere.

Stromsparen ist nicht gleich Strom­sparen. Denn eine Kilowattstunde eingespart am Vormittag oder am frühen Abend wiegt gleich doppelt. Werktags zwischen 8–12 Uhr und 17–19 Uhr, in der Zeit der sogenannten Lastspitzen, wird nämlich besonders viel Strom verbraucht. Entsprechend stark belastet werden die Stromnetze, insbesondere von der Industrie.

Tipps für zu Hause

Aber auch die rund vier Millionen heimischen Privathaushalte tragen ihr Scherflein dazu bei, dass die Leitungen glühen. Dann, wenn, salopp gesprochen, alle zur selben Zeit kochen, Wäsche waschen, Geschirr ­spülen, duschen etc.

Weniger Strom, weniger Gas

Wer zu diesen Spitzenzeiten seinen Stromverbrauch zurückfährt, hilft nicht nur dabei, die Netzstabilität zu verbessern. Auch der Gasverbrauch wird dadurch reduziert. Denn in diesen Spitzenzeiten sind für die Stromerzeugung ­(neben Pumpspeicherkraftwerken) vor allem Gaskraftwerke essenziell. Nur sie können die Energie im benötigten Umfang bereitstellen. Die Rechnung ist recht einfach: Je ­weniger Nachfrage, desto weniger Gas muss verfeuert werden.

Wann Wäsche waschen?

Die einfachste Methode, um die Spitzen zu glätten, ist den Stromverbrauch vom Wochentag ins Wochenende zu verlagern. Das funktioniert beim Wäschewaschen mitunter recht einfach. Wenn es nicht anders geht und die Wäsche unter der Woche gewaschen werden muss, dann sollte man es tunlichst nicht zur Lastspitzenzeit erledigen. Die in den Maschinen integrierten Zeitschaltuhren können dabei helfen. Wobei es nicht anzuraten ist, die Wäsche über Nacht in der Trommel zu belassen. Berufstätige programmieren die Zeitschaltuhr lieber so, dass die Wäsche am frühen Nachmittag gewaschen wird, dann ist sie fertig, wenn man von der Arbeit nach Hause kommt.

Schnellprogramme sind Stromfresser

Beim Geschirrspüler schaut es diesbezüglich wieder anders aus. Das ­Geschirr kann auch erst in der Früh ausgeräumt werden. Beachten Sie Hinweise von Herstellern und Haushaltsversicherungen für den sicheren (unbeaufsichtigten) Betrieb von Geschirrspüler und Waschmaschine. Von Schnellprogrammen übrigens die Finger lassen, sie sind Stromfresser. Verwenden Sie stattdessen Eco- bzw. Energiesparprogramme.

Wann soll ich duschen?

Hohe Lasten werden von Durchlauferhitzern verursacht. Wer also einen besitzt, möge die abendliche Dusche etwas nach hinten verschieben. Auch bei Untertischboilern gibt es Möglichkeiten zu sparen. Beispielsweise mit dem Einbau einer Zeitschaltuhr oder eines Ein-Aus-Schalters, der ein paar Minuten vor Gebrauch betätigt wird und das Gerät nach Gebrauch wieder deaktiviert.

Wie soll ich mein E-Auto richtig laden?

Der mitunter größte Hebel schlummert in den Garagen und Carports des Landes: zu Hause aufge­ladene E-Autos. Da Elektroautos inzwischen selten bis gar nicht mehr über Schuko-, sondern über Starkstromstecker geladen werden (in Kombina­tion mit einer sogenannten Wallbox), ist ihre Netzinanspruchnahme vergleichsweise hoch.

Mehr als 100.000 E-Autos

Insgesamt ist der heimische E-Auto-Fuhrpark bereits auf mehr als 100.000 Stück angewachsen – ein großes Potenzial, zumal 80 bis 90 Prozent aller Ladungen zu Hause erfolgen. Für Elektrofahrzeuge gilt daher die Prämisse: Stromtanken optimalerweise über Nacht, frühestens ab 19 Uhr. Auch mit der richtigen Wallbox und dem passenden Kabel kann Leistung eingespart werden. Denn wir erinnern uns: Hohe Ladeleistungen belasten das Stromnetz.

Besser geringe Lade­leistungen

Im Privatbereich, anders als bei Schnellladestationen z. B. an Autobahnen, sollten deshalb eher geringe Lade­leistungen zum Einsatz kommen (max. 11 Kilowatt, in der Regel reichen 3,7 Kilowatt, was auch kostengünstiger ist). Geladen werden sollte generell eher langsam und mit geringen Leistungen (am besten dreiphasig).

Verbrauch privater Photovoltaikanlagen

In der Königsklasse können private Photovoltaikanlagen-Besitzer agieren. Und zwar, indem der erzeugte ­Sonnenstrom möglichst vollumfänglich selbst genutzt wird. Das setzt natürlich voraus, dass viel untertags verbraucht werden kann. Im Durchschnitt liegt der Eigenverbrauch einer privaten Photovoltaikanlage allerdings bei lediglich 40 Prozent.

LINKS

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Das könnte auch interessant sein:

Hände eines Arbeiters montieren Solarpanele am Dach premium

FAQ Photovoltaik: Der Sonne entgegen

Wer eine Photovoltaikanlage am eigenen Dach installieren möchte, braucht einen langen Atem. Die Wartezeit beträgt bis zu einem Jahr.

Schlot der Fernwärme Wien und Pixibuch "Was passiert in der Spittelau?" BLOG

Fernwärme: Märchenstunde bei Wien Energie

Mit einem Pixi-Buch versucht Wien Energie, die Müllverbrennungsanlage Spittelau kindgerecht zu beschreiben. Was nach der Lektüre aber ebenfalls hängen bleibt: Das Wiener Fernwärmesystem wird falsch erklärt. Von Gas als Haupt-Wärmequelle ist im Pixi-Buch nichts zu lesen. Das ärgert nicht nur mich.

Kommentieren

Sie können den Text nach dem Abschicken nicht nachträglich bearbeiten, Länge: maximal 3000 Zeichen. Bitte beachten Sie auch unsere Netiquette-Regeln.

Neue Kommentare können nur von angemeldeten Benutzern veröffentlicht werden.

Anmelden

0 Kommentare

Keine Kommentare verfügbar.
Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums

Sozialministerium
Zum Seitenanfang