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Getränkedose mit roter Aufschrift.
Energy Drink Red Bull: Vitamine sollen gesunden Anstrich verleihen. Bild: A. Konstantinoudi/VKI

Red Bull: Energy Drink – keine Wohltat für die Gesundheit!

Vitamine verleihen dem bekannten Energy Drink Red Bull einen gesunden Anstrich. Eine solche Bewerbung sehen wir jedoch kritisch.

Diesmal im Lebensmittel-Check: Ein Energy Drink verspricht, Müdigkeit und Erschöpfung zu verringern sowie zum normalen Energiestoffwechsel beizutragen. Allerdings enthält das Getränk auch ungünstige Nährstoffe.

Das ist das Problem

Das steht drauf: Red Bull

 

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Hand aufs Herz, wer wünscht sich nicht hin und wieder einen kleinen Energie-Stupser, um Müdigkeit und Erschöpfung ein Schnippchen zu schlagen. Da kommen Energy Drinks wie gerufen. Den Energie-Anstoß liefern sie jedoch meistens mit jeder Menge Zucker und Koffein. So auch Red Bull. Der Drink verleiht nicht nur Flügel, sondern gibt sich mit dem Zusatz von Vitaminen auch einen gesunden Anstrich. Das regt eine Konsumentin ziemlich auf: „Bitte wie kann es sein, dass sich Red Bull mit den Worten ‚Niacin und Vitamin B6 tragen zur Verringerung von Müdigkeit und Erschöpfung sowie einem normalen Energiestoffwechsel bei‘ aufhübschen darf?“, schreibt sie uns und bezieht sich damit auf einen nicht zu übersehenden Satz in roter Schrift auf den Red-Bull-Dosen.

Die Konsumentin weist auf die hohe Dosierung der zugesetzten Vitamine hin: „Wenn ich eine Dose trinke, konsumiere ich ja über 300 Prozent meines Tagesbedarfs an Vitamin B6 – wer garantiert mir, dass das nicht schädlich ist? Was ist dann mit mir los, wenn ich sogar zwei Dosen oder mehr pro Tag trinke?“

Vitamin-Anreicherung verleiht gesunden Anstrich

Hersteller dürfen Lebensmittel grundsätzlich mit Vitaminen oder Mineralstoffen anreichern. Weisen Produkte einen definierten Mindestgehalt dieser Nährstoffe auf, ist ihre Bewerbung mit bestimmten gesundheitsbezogenen Angaben, sogenannten Health Claims, erlaubt. Diese Health Claims sind wissenschaftlich belegt und in einem EU-Register zusammengefasst

Viele Lebensmittel mit einem ungünstigen Nährwertprofil wie zucker- und koffeinreiche Energy Drinks verleihen sich mit zugesetzten Vitaminen oder Mineralstoffen einen gesunden Anstrich.

Red Bull und Health Claims

Rückseite der Red Bull Dose mit Liste der Zutaten.
Red Bull: Darin stecken u.a. Vitamin B6 und Niacin in einer Menge, die das Aufdrucken der Health Claims ermöglicht. Die Health Claims sind auf der Dose in roter Schrift hervorgehoben. Bild: A. Konstantinoudi/VKI

Wie sieht es nun mit Red Bull und der Verwendung von Health Claims aus? In diesem Getränk stecken u.a. Vitamin B6 und Niacin in einer Menge, die das Aufdrucken der Health Claims ermöglicht.

Die Health Claims sind auf der Dose in roter Schrift neben der sonst blauen besonders hervorgehoben. Fast wirkt der Satz wie ein Aufruf, den Inhalt der Alu-Dose als Beitrag für die Gesundheit zu konsumieren. Bei einem derartig „gesunden“ Image eines koffeinhaltigen Dosendrinks mit 115 kcal und 27,5 g Zucker, Aroma und Farbstoff muss man allerdings auch im übertragenen Sinn schlucken.

Überdosis schon mit einer Dose?

Bis heute gibt es in der EU keine einheitlichen Höchstmengen für Mikronährstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln. Das deutsche Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) empfiehlt eine maximale Anreicherung von 0,23 mg Vitamin B6 pro 100 ml Getränk. Das überschreitet Red Bull mit 2 mg/100 ml deutlich. Anders gesagt: Wer eine Dose Red Bull (250 ml) trinkt, nimmt mehr als das Dreifache der empfohlenen Vitamin-B6-Menge zu sich.

Beim Trinken mehrerer Dosen kurz hintereinander und vielleicht dem zusätzlichen Konsum eines Nahrungsergänzungsmittels oder anderer mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherter Produkte kann es durchaus zu Überdosierungen an Vitaminen wie B6 und Niacin kommen.

Eine langfristig überhöhte Zufuhr von Vitamin B6 kann zu Störungen der Nervenfunktionen führen, bei einer Überdosierung von Niacin sind z.B. Hautrötungen möglich.

Koffein

Übrigens ist bei diesem Getränk nach dem Trinken mehrerer Dosen innerhalb kurzer Zeit auch eine Koffein-Überdosis möglich, was sich in unerwünschten Nebenwirkungen wie Unruhezuständen, Nervosität und Schlafstörungen äußern kann.

Nicht mehr als eine Standardantwort

Auf unsere Kritik reagierte Red Bull mit einer Art standardisierten Antwort. Der Energy Drink gelte als sicher, alle Angaben seien korrekt und so weiter und so fort. Eine müde Antwort.

Genug Vitamine in der Nahrung

Mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherte Energy Drinks, Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel zu konsumieren, ist schlichtweg unnötig. Denn mit einer normalen Mischkost nehmen wir ausreichend Vitamin B6 auf. Letzteres ist unter anderem in Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Vollkorngetreide und Gemüse enthalten. Auch ein Niacin-Mangel ist bei gesunden Personen, die sich abwechslungsreich ernähren, selten. Im Gegenteil, die täglich Aufnahme überschreitet meist ohnehin schon den empfohlenen Wert.

Reaktion von Red Bull

Red Bull zählt die verkauften Dosen und berichtet eine Erfolgsgeschichte:

„Red Bull® Energy Drink ist in über 170 Ländern erhältlich, einschließlich aller Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, da Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt zu der Erkenntnis gekommen sind, dass Red Bull® Energy Drink sicher ist. Im letzten Jahr wurden fast 7,9 Milliarden Dosen konsumiert und insgesamt über 90 Milliarden Dosen seit der Erfindung von Red Bull im Jahr 1987.

Alle Zutaten von Red Bull® Energy Drink Produkten werden auf der Dose angegeben. Alle Angaben auf dem Etikett sind korrekt aufgeführt und entsprechen den rechtlichen Vorgaben der EU.“

Red Bull
17.11.2021

Wir meinen

Health Claims werden leider auch oft bei Lebensmitteln mit einem ungünstigen Nährwertprofil verwendet. Die Hersteller polieren damit gerne das Image dieser Lebensmittel auf. Enthalten Lebensmittel „ungesunde“ Nährstoffe in zu hohen Mengen (zum Beispiel Zucker, Koffein oder Alkohol), wie das bei Red Bull der Fall ist, sehen wir eine Bewerbung mit gesundheitsbezogenen Angaben äußerst kritisch. Seien Sie achtsam, wenn Sie auf Lebensmitteln Angaben lesen, die einen Vorteil für die Gesundheit suggerieren.

Selten und in Maßen

Konsumieren Sie Energy Drinks nur selten und in Maßen. Diese Drinks sind in einer ausgewogenen Ernährung keine notwendigen Vitamin- und Mineralstoff-Lieferanten. Sie eignen sich nicht als Durstlöscher, weder in der regulären zuckerreichen Variante noch als „Zero“-Produkt. Besonders bei sportlicher Betätigung und in Kombination mit Alkohol empfiehlt sich der Verzicht auf Energy Drinks.

Gesundheitliche Risiken

Für einige Personengruppen bergen erhöhte Koffeindosen zudem besondere gesundheitliche Risiken. Dazu gehören Kinder, Schwangere, Stillende und koffeinempfindliche Personen (z.B. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen).

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