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8 Häufchen von buntem Spielsand in unterschiedlichen Farben
Bild: stock.adobe.com/New-Africa

Sandspielprodukte: 6 von 18 enthalten Asbest

Betroffen sind 3 Dekosande, 2 Sande für Sandbilder und 1 kinetischer Sand.

Asbest in Sandprodukten: Untersuchung von 18 Artikeln

Die Stiftung Warentest hat 18 Sandprodukte aus verschiedenen Anwendungsbereichen prüfen lassen. Dazu gehörten farbige Dekosande, Sand für Klebebilder, künstlich feucht gehaltene bzw. kinetische Sande sowie flexible Spieltiere, die mit Sand gefüllt sind. Hintergrund der Untersuchung waren frühere Asbestfunde in mehreren Ländern. Wir haben darüber berichtet. Eingeatmete Asbestfasern können Krebs erzeugen.

Im Labor zeigte sich, dass 6 von 18 Produkten Asbestfasern enthielten. Betroffen waren drei Dekosande, zwei Sande für Sandbilder und ein kinetischer Sand. In fünf Fällen lagen die festgestellten Asbestgehalte unter einem Prozent, in einem Fall zwischen einem und fünf Prozent. Die untersuchten sandgefüllten Spielfiguren waren dagegen frei von Asbest. 

Höchste Belastung im Dekosand von Heku

Der „Hochwertige dunkelblaue Dekosand“ des Anbieters Heku wies die höchste Belastung auf. Das Labor fand Tremolit-Asbest in der Klasse zwischen einem und fünf Prozent. Chrysotil wurde in unterschiedlichen Mengen festgestellt: je nach Packung nicht nachweisbar oder ebenfalls in der Klasse zwischen einem und fünf Prozent.

Weitere Produkte mit Asbestanteilen

Zusätzlich wurden folgende Produkte mit Asbestfasern der Art Tremolit identifiziert, jeweils mit Gehalten unter einem Prozent:

  • Deco Farbsand pink der Eurosand GmbH (gekauft bei Bauhaus)
  • Deko-Sand von Idee Creativmarkt
  • SabLimage Sandbilder Mini Tiere von Sentosphère (gekauft bei Thalia)
  • Pei You Toy Sand Painting Model: 0218 (gekauft bei Shein)
  • Phänomint Magischer Space Sand pink von Moses

Eine Übersicht aller geprüften Produkte und der jeweiligen Ergebnisse findet sich in der Tabelle der Stiftung Warentest.

Vorgehen bei belastetem Sand

Produkte mit Asbest sollten nicht weiterverwendet werden. Empfohlen wird, sie sicher zu verschließen und staubarme Bedingungen beim Verpacken herzustellen. Bereits geöffnete Packungen sollen befeuchtet und anschließend doppelt verpackt oder in einen Behälter mit fest schließendem Deckel gegeben werden. Rückstände sollen feucht abgewischt, Spielgeräte gereinigt und die Räume gelüftet werden. Das Material gilt als Sondermüll, zuständige Entsorger geben Auskunft zur Annahme.

Weitere Untersuchungsergebnisse

In zwölf der getesteten Produkte wurden keine Asbestfasern gefunden. Dazu gehörten weitere Dekosande, Sandbilder sowie knetbare oder künstlich feucht gehaltene Sande. Künstliche Mineralfasern wurden in keinem Produkt festgestellt.

Herkunft der Verunreinigungen

Die betroffenen Produkte bestehen häufig aus gemahlenem Kalkstein. Asbest kann in solchen Gesteinen natürlicherweise vorkommen. Die Analyse zeigte, dass in Quarzsanden, wie sie für Spielplätze oder Baustellen verwendet werden, keine Asbestfasern gefunden wurden. Eine Kennzeichnung der Materialzusammensetzung war auf den geprüften Produkten nicht vorhanden.

Hintergrund zu den internationalen Funden

Asbest in Sandprodukten war bereits zuvor Thema internationaler Untersuchungen. Erste Nachweise meldeten Australien und Neuseeland im November 2025. In Australien kam es zu Schulschließungen und Reinigungsmaßnahmen. Auch in den Niederlanden wurden in Dekosanden und Spielwaren Asbestgehalte von bis zu fünf Prozent festgestellt. Belgien meldete bei 20 untersuchten Sandartikeln 3 Produkte mit sehr geringen Konzentrationen. Über die Situation in Österreich haben wir berichtet.

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