Berichte aus Australien, Neuseeland, Belgien und den Niederlande machten den beunruhigenden Anfang: In mehreren bunt gefärbten Sandprodukten – darunter „Magic Sand“, kinetischer Sand, Bastel- und Dekosand sowie Montessori-Sandspieltische – wurden Asbestfasern nachgewiesen. Teilweise lagen die gemessenen Gehalte laut Medienberichten bei bis zu fünf Prozent.
Betroffen sind überwiegend Produkte aus chinesischer Produktion, die auch über große Onlineplattformen und Spielwarenhändler in Europa, also auch in Österreich vertrieben werden.
Situation in Österreich
Deshalb raten Fachleute und Konsumentenschützer:innen auch in Österreich zu Vorsicht – insbesondere bei gefärbten Sandprodukten für den Innenbereich unbekannter Herkunft.
Einige Händler haben Spielzeug mit Sand bereits zurückgerufen. Sämtliche Produktrückrufe finden Sie auf vki.at/produktrueckrufe.
Hier finden Sie die Rückrufe, die Asbest im Sand betreffen.
- In vielen Geschäften verkauft wurden die sandgefüllten Spielfiguren Stretcherz. Sie wurden u. a. bei Action, Smyths Toys, TK Maxx, Woolworth verkauft.
- Hobbycraft Sandprodukte
- Hema Spiel- und Bastelsand
- PUFFERZ Puffer-Figur Sand dehnbar
Wie gefährlich ist Asbest?
Asbestfasern gelten beim Einatmen als krebserregend. Langfristige und hohe Belastungen können schwere Lungenerkrankungen (Asbestose) sowie bestimmte Krebsarten wie das Mesotheliom verursachen. Entscheidend für das Risiko: Wie lange und wie stark jemand dem Stoff ausgesetzt ist.
Ein einmaliger oder kurzer Kontakt mit möglicherweise belastetem Sand ist nach heutigem Wissen deutlich weniger gefährlich als eine jahrelange Belastung am Arbeitsplatz. Trotzdem gilt: Jeder Kontakt mit Asbest, der sich vermeiden lässt, sollte vermieden werden – besonders in Innenräumen und bei Produkten für Kinder.
Welche Produkte sind betroffen?
Nach aktuellem Kenntnisstand betrifft die Problematik vor allem:
- bunt gefärbten Bastel- und Dekosand
- Magic- und kinetischen Sand
- Sandspieltische mit gefärbtem Sand für den Innenbereich
Nicht betroffen ist nach bisherigem Wissensstand herkömmlicher, ungefärbter Spielsand für Sandkästen im Freien.
Handlungsempfehlungen für Verbraucher:innen
Bis eine eindeutige Klärung vorliegt, wird empfohlen:
- gefärbte Sandprodukte unbekannter Herkunft nicht in Innenräumen zu verwenden
- ungeöffnete Packungen vorsorglich geschlossen zu halten
- Staubentwicklung unbedingt zu vermeiden
Wurde Sand bereits verwendet, sollten Reinigungsmaßnahmen staubfrei erfolgen:
- FFP2-Maske, Handschuhe und möglichst Schutzbrille tragen
- Sand leicht anfeuchten, um Staub zu binden
- mit feuchten Tüchern aufnehmen und Oberflächen feucht reinigen
- keinen Haushaltsstaubsauger verwenden (nur Spezialgeräte der Klasse H mit HEPA-Filter)
- Material luftdicht verpacken und über die zuständige Abfallstelle entsorgen, falls sich eine Belastung bestätigt
Politische Forderungen
Mehrere politische Akteur:innen fordern angesichts der Funde strengere Marktüberwachung, transparente Information und klarere gesetzliche Regelungen – insbesondere im Hinblick auf natürlich vorkommenden Asbest in Rohstoffen. Die Diskussion reiht sich in eine breitere Debatte über die Sicherheit importierter Billigprodukte ein.
QUELLEN:

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