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Lidl Kalbsbutterschnitzerl: Verpackung mit Sichtfenster, durch das lins Faschiertes zu sehen ist, rechts steht auf dem blickdichten Teil der Verpackung Wiesentaler Kalbsbuterschnitzerl
Lidl Kalbsbutterschnitzerl: Ein Produkt mit dieser Bezeichnung, das aber hauptsächlich Kalbfleisch enthält. Lidl überprüft Produktbenennung. Bild: VKI

Lidl Kalbsbutterschnitzerl: mehr Schweine- als Kalbfleisch

Wenn sich ein Produkt Kalbsbutterschnitzerl nennt, aber dann vor allem Schweinefleisch enthält, fühlen sich Konsumentinnen und Konsumenten getäuscht. Der kleingedruckte Hinweis darauf ist schlecht lesbar und auch leicht zu übersehen. Lidl überdenkt nun die Kennzeichnung.

Was alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Kalbsbutterschnitzerl steht auf der Packung, doch im Faschierten bei Lidl ist der Hauptbestandteil Schweinefleisch.

Das ist das Problem

Das steht drauf: Lidl Kalbsbutterschnitzerl

Gekauft bei: bei Lidl erhältlich

„Eine Ungeheuerlichkeit!“, Herr J. ist äußerst verärgert. Ein Kalbsbutterschnitzerl habe nach allgemeinem Verständnis aus Kalbfleisch zu bestehen. Doch bei einer Lidl-Aktion hat er faschierte Laibchen unter diesem Produktnamen gekauft und unvermutet Faschiertes erhalten, das zum überwiegenden Teil aus Schweinefleisch besteht. Was ihn besonders ärgert: Der Hinweis auf das enthaltene Schweinefleisch ist auf der Verpackung so klein gedruckt, dass er ihn erst nach dem Kauf zu Hause mit Lesebrille und bei gutem Licht entziffern konnte.

Herr J. fühlt sich durch die Produktbenennung „Kalbsbutterschnitzerl", die keine Andeutung von Schweinefleisch enthält, hinsichtlich des Kaufs manipuliert. „Wenn schon gepantscht, dann sollte zumindest der namensgebende Bestandteil die große Mehrheit ausmachen. Auch dann hätte ich mich noch kräftig geärgert, aber wahrscheinlich keine Email (an das LM-Check -Team, Anm.) verfasst. Aber so was geht gar nicht!“, findet Herr J. und hat uns sowie gleichzeitig das Marktamt informiert.

Schweinefleisch als Hauptbestandteil

Auch im Lidl-Prospekt findet sich die Werbung zur Aktion „Frische faschierte Kalbsbutterlaibchen“. In sehr viel kleinerer Schrift ist darunter „Mit Kalb- und Schweinefleisch“ gerade mal auszumachen. Auf der Packung ist auf der Schauseite groß „Kalbsbutterschnitzerl“ zu lesen. Das „Kleingedruckte“ auf der Rückseite ist leicht zu übersehen. Durch diesen Produktnamen auf der Vorderseite sowie die Bewerbung im Prospekt könnten Konsumentinnen und Konsumenten annehmen, dass das Produkt gänzlich aus Kalbfleisch besteht.

Erst auf der Rückseite der Verpackung gibt Lidl die Beschreibung „Faschierte Butterschnitzel vom Schwein und Kalb, zum Braten“ an. Darunter ist der Zutatenliste zu entnehmen, dass das Produkt 42 Prozent Schweinefleisch und nur 25 Prozent Kalbfleisch enthält.

Lidl-Werbeprospekt und Zutatenliste

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Keine rechtliche Definition

Es gibt zwar keine rechtlich festgelegte Definition oder obligate Zusammensetzung von „Kalbsbutterschnitzel“. Auch im Österreichischen Lebensmittelbuch gibt es keinen Eintrag dazu. Wer im Internet nach „Kalbsbutterschnitzel“ sucht, stellt beim schnellen Durchforsten der Rezepte jedoch fest: Für Kalbsbutterschnitzel verwenden Köchinnen und Köche Kalbfleisch, andere Fleischsorten werden nicht erwähnt.

Namensänderung wünschenswert

Produkt entspricht nicht der Erwartung

Billigeres Schweinefleisch als hauptsächlichen Fleischanteil einzusetzen, entspricht demnach nicht der allgemeinen Erwartung, wenn ein Produkt mit dem Namen Kalbsbutterschnitzerl angeboten wird. Für Menschen, die kein Schweinefleisch essen wollen oder es aus religiösen Gründen ablehnen, könnte eine Verwechslung mit reinem Kalbfleisch zudem problematisch sein.

Unserer Meinung nach wäre die Änderung des Produktnamens angebracht, um kein falsches Bild über die Zusammensetzung des Produktes zu vermitteln. Erfreulich, dass Lidl die Beanstandung zum Anlass nehmen will, die Kennzeichnung gemeinsam mit dem Lieferanten nochmal zu prüfen und die Produktausstattung entsprechend anpassen möchte. Es sei selbstverständlich keine täuschende Absicht dahinter, schreibt Lidl.

Mit Aromen und Farbe nachgeholfen

Außerdem zu kritisieren: In der Zutatenliste finden sich Aromen, die aus synthetischer Erzeugung stammen dürften. Auch Rote-Bete-Pulver ist angeführt. Dieses rote Rüben Pulver verwendet der Hersteller vermutlich für eine intensivere Farbgebung. Eine positive Erwähnung zum Schluss: Das faschierte Schweine- und Kalbfleisch stammt laut Etikett aus Österreich.

Reaktion von Lidl

Der Hersteller nimmt die Beanstandung zum Anlass, die Kennzeichnung zu überprüfen.

„Es ist selbstverständlich nicht unsere Absicht, Kund:innen in irgendeiner Form zu täuschen. Gleichzeitig verstehen wir die Ansicht des Kunden. Wir nehmen die Beanstandung daher zum Anlass, die Kennzeichnung gemeinsam mit dem Lieferanten nochmal zu prüfen und werden die Produktausstattung entsprechend anpassen.

Bei dem faschierten Butterschnitzel handelt es sich um eine klassische Speise aus der Wiener Küche, die es in unterschiedlichen Ausführungen gibt. Basierend auf den Bedürfnissen unserer Kund:innen bieten wir den beliebten Klassiker mit Schweinefleisch und Kalbfleisch und einer für dieses Produkt speziellen Gewürzzubereitung an.

Wie in der Zutatenliste klar angegeben, enthält unser Produkt neben 42 % Schweinefleisch auch 25 % Kalbfleisch. Der Hinweis auf die Zusammensetzung ist zusätzlich im Flugblatt, auf unserer Webseite und direkt auf der Verpackung (in Form eines Stickers) klar ersichtlich angebracht. Auch die Etikettierung wurde selbstverständlich vor dem Inverkehrbringen auf Korrektheit und Verkehrsfähigkeit überprüft.“

Lidl
3.3.2022

 

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Wenn eine Zutat besonders beworben wird, vor allem auch bei Aktionsangeboten, lesen Sie am besten in der Zutatenliste nach. Nur in dieser erfahren Sie den tatsächlichen Anteil der Zutaten. So lassen sich auch unerwünschte Zusätze ausschließen.

Übrigens: Möglichst helles Kalbfleisch sehen vielen Konsumentinnen und Konsumenten als hochwertig an. Doch weißes Fleisch kann auf Mangelernährung der Kälber hindeuten.

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