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Kieferorthopädie kompakt: junge Frau mit geöffnetem Mund, Zahnspange, Hände in blauen Handschuhen, EInstellung der Zahnspange
KONSUMENT-Buch Kieferorthopädie kompakt: Welche Spange für wen? Bild: RusAKphoto/Shutterstock.com

Kieferorthopädie kompakt

Kieferorthopädie kompakt bietet einen Überblick zum Thema Zähne im Allgemeinen, über die wichtigsten Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch. Außerdem: Was Sie selbst für Ihre Zahngesundheit tun können sowie Wissenswertes zur Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen. 

Diagnose, Möglichkeiten der Behandlung und Kosten - "Kieferorthopädie  kompakt", das in Zusammenarbeit mit dem Verband Österreichischer Kieferorthopäden entstanden ist, informiert ausführlich und in verständlicher Sprache u. a. über nachfolgende Themengebiete:

  • Wann mit der Zahnfehlstellung zum "Fachzahnarzt für Kieferorthopädie"?
  • Kieferorthopädische Diagnose und Behandlung 
  • Welche Spange eignet sich für wen? 

 

Besser zum Spezialisten

In Österreich wird demnächst das Berufsbild des „Fachzahnarztes für Kieferorthopädie“ etabliert werden. Nur jene Zahnärzte dürfen dann diese Berufsbezeichnung führen, die eine mindestens dreijährige volluniversitäre Zusatzausbildung im Spezialgebiet „Orthodontie und Kieferorthopädie“ absolviert haben. Bei einfachen Fehlstellungen ist es kein Problem, sich selbst oder sein Kind von einem gut fortgebildeten Zahnarzt behandeln zu lassen.

Für eine erfolgreiche Therapie ist es aber entscheidend, zu erkennen, ob es sich um eine einfache oder um eine komplexe Fehlstellung handelt. Ein Spezialist hat in dieser Hinsicht weit mehr Wissen und Erfahrung.

Kieferorthopädische Diagnose

Am Beginn jeder kieferorthopädischen Behandlung steht die Diagnose. Der Kieferorthopäde scannt mithilfe eines Intraoralscanners (= 3D-Kamera) Ober- und Unterkiefer oder nimmt Abdrücke; danach wird mittels 3D-Drucker oder durch Ausgießen der Abdrücke ein exaktes, naturgetreues Zahnmodell hergestellt.

Panoramaröntgen

Bei jugendlichen Patienten und bei Erwachsenen unbedingt erforderlich ist eine Panoramaröntgenaufnahme des gesamten Gebisses. Gibt es Karies, fehlen Zähne, liegen Zähne im Kiefer quer, wie gesund ist der Zahnhalteapparat (Kieferknochen)? Kieferhöhlen und Kiefergelenke werden ebenfalls auf dem Röntgenbild beurteilt. Gesichts- und Zahnfotos dokumentieren den Ausgangszustand, dienen aber auch als Grundlage für ästhetische Zielsetzungen und zur Dokumentation der Mundhygiene oder von vorhandenen Zahnschäden.

Schädelröntgen

Fast immer kommt eine seitliche Fernröntgenaufnahme des Schädels hinzu. Sie zeigt den knöchernen Aufbau des Kopfes sowie die Stellung der Zähne und der Weichteile und ist wichtig für die Vorhersage des Kieferwachstums und die Analyse des Profils.

Zunge, Kiefergelenk, Atmung, Nase und Lippen

Ebenso wichtig ist die klinische Funktionsdiagnostik: Wie liegt die Zunge im Mund, quillt sie über die Zahnränder, drückt sie auf die Zahnreihen? Passen die Zahnreihen korrekt ineinander? Funktioniert das Kiefergelenk richtig? Stimmt die Atmung durch die Nase? Schließen die Lippen? Erst nach Auswertung aller Unterlagen kann der Kieferorthopäde das Behandlungsziel festlegen und Therapievorschläge sowie einen Heil- und Kostenplan erstellen.

Welche Spange für wen?

Selten leiden Patienten nur unter einer einzigen Fehlbildung. Oft bestehen verschiedene Probleme gleichzeitig. Dementsprechend ist in vielen Fällen eine Kombination verschiedener Behandlungsformen erforderlich. Herausnehmbare Spangen. Sie werden in zwei Varianten bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt: Aktive Platten sind Einzelkiefer-Apparaturen (für Oberoder Unterkiefer). Funktionskieferorthopädische Apparaturen sind „Doppelspangen“ für Ober- und Unterkiefer gleichzeitig.

Diese allgemein auch als „Aktivatoren“ bezeichneten Geräte können die Kieferlage beeinflussen. Es gibt nur wenige Fehlstellungen, bei denen mit abnehmbaren Apparaturen allein ein gutes Ergebnis erreicht werden kann.

Kunststoffschienen. Auch: Aligner, Folientechnik

Sie sind entgegen so mancher Werbeaussage nur für die Korrektur von einfachen bzw. moderat komplexen Zahnfehlstellungen im bleibenden Gebiss geeignet. Dabei handelt es sich um durchsichtige Kunststoffschienen (Aligner), die Tag und Nacht getragen werden. Alle zwei bis drei Wochen werden die Schienen gewechselt. Jede Schiene übt in mittels Computer vorbestimmter Art und Weise Druck auf einzelne Zähne aus.

Häufig sind zusätzlich auf der Außenseite der Zähne weiße Kunststoff-Knöpfchen (Fachausdruck: Attachments) erforderlich, damit die Kraftübertragung von der Schiene auf die Zähne wirken kann. Manchmal werden auch Gummizüge oder andere Hilfsteile benötigt, damit sich die Zähne wie gewünscht bewegen. Seit einigen Jahren gibt es Software-Firmen, die Zahnkorrekturen mit Alignern „auf dem Postweg“ ohne Beachtung zahnmedizinisch-kieferorthopädischer Standards vermarkten. Mehr darüber finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag in KONSUMENT 3/2022.

Festsitzende Apparaturen

Brackets

Mit festsitzenden Zahnspangen (Brackets) sind bei Jugendlichen und Erwachsenen auch ausgeprägte und komplexe Zahn- und Kieferfehlstellungen gut korrigierbar. Brackets bestehen aus vielen unterschiedlichen Bestandteilen. Federnde (elastische) oder starre Drähte, Druck- oder Zugfedern, Gummiringe oder Gummiketten oder spezielle Schlaufen, die der Kieferorthopäde individuell biegt, etc. bewegen die Zähne.

Brackets sind Hightech-Plättchen, die vom Kieferorthopäden direkt oder indirekt (mittels spezieller Übertragungsschienen) auf die Zähne geklebt werden. Sie sind quasi die „Haltegriffe“ auf den Zähnen. Brackets gibt es aus Metall, Keramik und Kunststoff (selten). Edelstahl ist für Brackets das optimale Material. Kunststoffbrackets verformen und verfärben sich. Keramikbrackets sehen besser aus, sind aber spröde, können brechen und sind dicker und größer als Metallbrackets. Außerdem sind Keramikbrackets hart. Sie könnten sogar die Zähne des Patienten beschädigen, wenn er auf solche Brackets beißt

Lingualtechnik

Wenn Brackets auf die Innenseite der Zähne geklebt werden, handelt es sich um sogenannte Lingualbrackets. Diese Apparatur ist nicht sichtbar, das ist ihr großer Vorteil. Aus medizinischer Sicht bietet sie keine Vorteile. Lingualbrackets sind nur im bleibenden Gebiss und nicht bei allen Zahnfehlstellungen verwendbar. Nachteil: Die Zunge stößt an die innen liegenden Brackets, Essen und Sprechen sind erschwert.

Headgear

Kieferorthopädisch sinnvoll, aber wenig beliebt ist der Gesichtsbogen (Headgear), beispielsweise beim Verschieben von Oberkieferzähnen nach hinten. Meist genügt es, diese Spange 2 bis 3 Stunden pro Tag (nur zu Hause) und nachts zu tragen. Gesichtsmaske und Kopf-Kinn- Kappe wiederum werden bei Kieferwachstumsstörungen eingesetzt.

Hightech-Hilfsmittel

Seit einigen Jahren verwenden Kieferorthopäden sogar Miniimplantate (Minischrauben) als Hilfsmittel bei bestimmten Bewegungen. Vor allem bei der Behandlung von Erwachsenen werden vorübergehend (meist im Gaumen) kleine Schrauben angebracht; beispielsweise, um die anderen Zähne nicht zu überlasten oder um mehrere Bewegungen gleichzeitig durchführen zu können.

Buchtipp: Kieferorthopädie kompakt

Buch: Kieferorthopädie kompakt
Bild: VKI

Diagnose, Behandlungs-Methoden und Kosten

Dieses Buch entstand aus der Zusammenarbeit von KONSUMENT mit dem Verband Österreichischer Kieferorthopäden. Ziel ist es, für Patientinnen und Patienten ein Maximum an Verständlichkeit zu erreichen – gepaart mit Aktualität und fachlicher Richtigkeit. Das Buch verschafft Ihnen einen kompakten und verständlichen Überblick über Zähne im Allgemeinen, über die wichtigsten Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch sowie darüber, was Sie selbst für Ihre Zahngesundheit tun können; und es enthält alles Wissenswerte zur Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen.

Leseprobe im Shop: Buch: Kieferorthopädie kompakt | KONSUMENT.AT
 

Mit Abo günstiger:

Ab sofort für Abonnenten zum Preis von € 10,– + Versand bis 20. Juli 2022 bestellbar. Danach regulärer Preis von € 15,–.
2. Auflage, 96 Seiten, Flexcover

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1 Kommentar

Zahnkorrektur - Erfahrung

simonchen, 28. Juni 2022, 12:06

Hallo!
Schon vor ca. 10 Jahren ließ ich mich (41 J) von einer Kieferorthopädin wegen meiner Zahnfehlstellung beraten. Schon bei der kieferorthopädischen Analyse zeigte sich, dass bei mir ohne operative Korrektur des Unterkieferknochens auch technische Hilfmittel (Brackets) keinen Erfolg zeigen würden. Grob gesagt, hätte ich mir vom Chirurgen zunächst "den Kiefer brechen lassen" und in eine andere Position rücken lassen müssen, um dann mit der eigentlichen Korrektur der Zahnstellung beginnen zu können. Das war mir dann doch zu aufwändig, nur um "schön" zu sein.
Liebe Grüße und allen, die eine Zahnkorrektur vor sich haben, alles Gute!
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