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Exoische Früchte wie Mangos, Granatäpfel, Kakis, Kumquats
Exotische Früchte: Wann sind sie reif und wie werden sie gegessen? Bild: Konstantinoudi/VKI

Exotische Früchte - eine kleine Gebrauchsanleitung

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Exotische Früchte schauen gut aus, aber was steckt eigentlich in ihnen? Woher weiß ich, wann sie reif sind und wie werden sie gegessen? 

In der Adventzeit und rund um Weihnachten finden zahlreiche Feste und Feiern statt. Familie, Freunde und Kolleg:innen werden mit einem feinen Festmahl verwöhnt. Auch beruflich sind diese Wochen die Hochsaison für gesellschaftliche Zusammenkünfte, ob man das nun mag oder nicht, sei dahingestellt. Ich persönlich bin ein Weihnachtsfan und habe große Freude an Feierlichkeiten aller Art!

Gerne wird etwas Besonderes für die Gäste serviert. Exotische Früchte finden daher großen Anklang. Sei es als Dekoration am festlichen Teller, als Dessert oder auch in Getränken. Oft wird das Obst gekauft, ohne zu wissen, worum es sich eigentlich handelt, wann es gerade richtig reif ist und wie man es verarbeitet. Dem Rätselraten wollen wir Abhilfe schaffen und haben im Folgenden ein paar nützliche Infos zusammengefasst.

Was heißt eigentlich "reif"?

Wenn Früchte reifen, wird das Chlorophyll (grüner Farbstoff) in Fruchtfleisch und Schale abgebaut, und die gelben und roten Pigmente treten in den Vordergrund. Stärke wird zu Zucker, Säuren werden ab- und Aromastoffe aufgebaut, und die meisten Früchte werden weicher und saftiger.

Reife Früchte sind also in der Regel nicht mehr grün, sie duften und geben auf Druck leicht nach. Meist werden Exoten in noch nicht genussreifem Zustand geerntet, da sie dann fester sind und den Transport besser überstehen. Daher sollte man sie bei Raumtemperatur (20 bis 25 °C) nachreifen lassen. Doch Vorsicht, nicht alle Früchte reifen nach.

Granatapfel (Punica granatum)

Granatapfel
Granatapfel Bild: Konstantinoudi/VKI

Die Bezeichnung Granatapfel und der lateinische Artname Granatum (granum, „Korn“, „Kern“, „Samen“) wurde wegen der zahlreichen in den Früchten enthaltenen Samenkörner gewählt. In den ersten Monaten des Jahres stammen die Granatäpfel bei uns meist aus Marokko, Israel oder Tunesien, ab Oktober aus Spanien und Italien.

😊 Innere Werte:

  • hoher Kaliumgehalt (= lebenswichtiger Nährstoff)
  • reich an Gerbstoffen (sekundäre Pflanzenstoffe, dienen der natürlichen Abwehr)

🛒 Einkauf und Lagerung:

Granatäpfel reifen nicht nach. Reife Früchte sind rot bzw. gelb. Bei Zimmertemperatur lässt sich der Granatapfel 2 bis 3 Wochen lagern. Die Schale schrumpft, das Innere bleibt jedoch saftig.

🍴 Verwendung:

Gegessen werden nur die Samen des Granatapfels. Der Abfallanteil ist allerdings beachtlich und liegt bei rund 65 %. Granatapfelkerne werden gerne für Salate, Bowls, Müslis, Porridge, Desserts oder Smoothies verwendet. Mit Zucker zu Sirup gekochter Granatapfelsaft ist als Grenadine Bestandteil vieler Cocktails und Drinks.

Vorsicht beim Öffnen der frischen Früchte. Flecken lassen sich in der Wäsche nicht beseitigen! Methoden wie man ihn öffnet, ohne ein Schlachtfeld zu hinterlassen gibt es viele. Auf jeden Fall einen Versuch wert ist die Klopfmethode. Dazu den Granatapfel quer halbieren. Eine Hälfte mit der Schnittfläche nach unten über eine größere Schüssel halten. Mit der anderen Hand einen Esslöffel nehmen und von oben auf die Granatapfelhälfte klopfen. Die einzelnen Kerne fallen dann nach und nach in die Schüssel. Oder man probiert es mit einem Granatapfelentkerner.

Grapefruit (Citrus × paradisi)

Grapefruit
Grapefruit Bild: Konstantinoudi/VKI

Ist die Frucht des Grapefruitbaumes (selten auch als Paradiesapfel oder Adamsapfel genannt). Sie ist eine Kreuzung, die aus der Orange und Pampelmuse entstanden ist. Der Name Grapefruit ist eine Zusammensetzung der englischen Wörter „Grape“ für Traube und „Fruit“ für Frucht. Traube wegen der weinrebenartigen Form, in der die Früchte am Baum wachsen.

😊 Innere Werte:

  • reich an Vitamine A, B1, B2 und B6 sowie die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Magnesium.

🛒 Einkauf und Lagerung:

Reife Früchte können gut 14 Tage bei Zimmertemperatur oder im Obstfach des Kühlschranks gelagert werden.

🍴 Verwendung:

Die Frucht ist nicht nur pur zum Roh essen geeignet. Sie ist auch eine ideale Zugabe für Cocktails, Säfte, Süßspeisen, Kuchen, Eiscremes, Sorbets und Salate. Und können Grillgerichten, Geflügel, Fischspezialitäten und zu Meeresfrüchten eine pikante Note zu verleihen.

Kaki (Diospyros kaki)

Kaki
Kaki Bild: Konstantinoudi/VKI

Kakis stammen ursprünglich aus China. Der Gattungsname bedeutet „Götterfrucht“ oder „Götterspeise“. Die meisten der 500 Sorten kommen vorwiegend in den Tropen und Subtropen vor und wachsen an Sträuchern oder auf Bäumen. Das Fruchtfleisch ist geleeartig und erinnert an Marillen und Tomaten.

😊 Innere Werte:

  • reichlich Kalium und Provitamin A, Vitamine der B-Gruppe sowie Vitamin C

🛒 Einkauf und Lagerung:

Kakis reifen nach. Vollreif sind sie, wenn das Fruchtfleisch weich ist und glasig durch die Haut schimmert. Unreife Kakis haben einen hohen Gehalt an Tanninen. Diese bilden einen pelzigen Belag auf der Zunge und trocknen den Mund aus.

🍴 Verwendung:

Man zerteilt die frische Frucht und zieht die dünne Schale ab oder wenn sie ganz weich sind, können sie auch halbiert und gelöffelt werden. Kakis verwendet man u.a. für Obstsalat und in Sirupen. Als Trockenobst kommen sie als Kakifeigen wegen ihrer Ähnlichkeit mit gedörrten Feigen auf den Markt.

Kumquat (Fortunella)

Kumquats
Kumquats Bild: Konstantinoudi/VKI

Kumquats werden in China seit circa 4 000 Jahren kultiviert. Ein englischer Botaniker namens Robert Forture brachte diese Frucht nach Europa und gab ihnen auch ihren Namen. Kumquats werden das ganze Jahr über erhältlich. In der Haupterntezeit von November bis Mai sind Kumquats aus Italien oder anderen Mittelmeerländern erhältlich. In den übrigen Monaten werden sie in China, Japan, Nord- und Südamerika sowie Afrika geerntet.

😊 Innere Werte:

  • hoher Vitamin C Gehalt und reichlich Mineralstoffe wie unter anderem Kalzium

🛒 Einkauf und Lagerung:

Wenn die Früchte leicht glänzen, die Schale glatt und fest ist, haben sie den idealen Reifegrad erreicht. Sie zeichnen sich durch eine hohe Haltbarkeit von bis zu vier Wochen aus, wenn sie kühl gelagert werden (im Kühlschrank ist es ihnen aber zu kalt). In Stückchen geschnittene Kumquats lassen sich im eingefrorenen Zustand einige Monate konservieren.

🍴 Verwendung:

Kumquats haben einen süß-säuerlichen Geschmack, ähnlich wie Orangen. Das Fruchtfleisch der Kumquats kann bei manchen Sorten etwas bitter sein, während die essbare Schale süß schmeckt. Sie können frisch oder als Trockenfrucht verzehrt werden. Eignen sich hervorragend für Marmelade, Gelee und Obstsalat. Gern werden mit den optisch ansprechenden Früchten Speisen hübsch dekoriert, und sie sehen auch in Bowlen und anderen Getränken attraktiv aus. Geschmacklich passt die Kumquat ausgezeichnet zu vielen Fleischgerichten, besonders zu Geflügel, Ente und Lamm.

Mango (Mangifera indica)

Mango
Mango Bild: Konstantinoudi/VKI

Mangos sind die Steinfrüchte eines bis zu 100 Jahre alt werdenden, immergrünen Baumes. Der Stein löst sich nur schwer vom Fruchtfleisch. Sie sind ursprünglich im tropischen Regenwald zuhause. Der größte Produzent weltweit ist Indien, in Europa werden sie hauptsächlich in Spanien kultiviert.

😊 Innere Werte:

  • viel Provitamin A, daneben auch B-Vitamine, Vitamin E und C

🛒 Einkauf und Lagerung:

Eine essreife Mango gibt auf leichten Fingerdruck nach und duftet angenehm, die Farbe der Schale ist dagegen nicht aussagekräftig. Unreife Exemplare kann man nachreifen lassen.

🍴 Verwendung:

Man stellt die frische Frucht hochkant, schneidet mit einem großen Messer links und rechts dicht am Stein entlang und hebt dann mit einem Esslöffel das Fruchtfleisch aus der Schale und schneidet es in Scheiben oder Würfel. Oder man schneidet die halbierte Frucht, nach dem der Kern entfernt wurde, kreuzweise an der Schnittfläche ein und stülpt dann das Innere nach außen. Es entstehen viele kleine Mangowürfel die mit einem Messer von der Schale abgetrennt werden.

Tipp: Für Mango-Chutney (Beilage zu Reis, Linsen, Braten, Käse, Schinken oder Lachs) werden halbreife Früchte mit Essig, Zucker, Salz und Gewürzen wie Ingwer, Chili, Knoblauch und Zwiebeln zu einem marmeladeartigen Mus gekocht.

Papaya (Carica papaya)

Papaya
Papaya Bild: Konstantinoudi/VKI

Die Kulturform der Papaya stammt ursprünglich aus Südamerika und ihr Name Papaya aus der Sprache der Arawak (indigenes Volk der Nordküste Südamerikas). Sie kann bis zu 9kg schwer werden. In Europa kommt fast ausschließlich die hawaiische oder brasilianische Papaya in den Handel, deren Exemplare lediglich 0,5 kg erreichen

😊 Innere Werte:

  • reich an Provitamin A und Vitamin C, daneben noch B-Vitamine
  • das Eiweiß spaltende Enzym Papain ist von wirtschaftlicher Bedeutung. In der Küche dient es als Zartmacher für Fleisch und in der Textiltechnik wird Papain als Hilfsmittel bei der Herstellung von Wolle und Seide zur Verhinderung des Verfilzens und Schrumpfens eingesetzt.

🛒 Einkauf und Lagerung:

Papayas sind druckempfindlich, werden viertelreif geerntet, reifen nach und kommen in der Regel essreif auf den Markt. Reif sind die Früchte, wenn die Schale sich gelb bzw. gelborange verfärbt und auf leichten Fingerdruck nachgibt.

🍴 Verwendung:

Ihr Fruchtfleisch erinnert an Zuckermelonen, ist süß ohne ausgeprägtes Eigenaroma Sie wird der Länge nach halbiert und die Kerne ausgeschabt. Zur Geschmacksverbesserung kann sie eventuell mit Zitronensaft beträufelt werden. Sie wird gerne für asiatische Salate und unter Bowls gemischt. Papayas werden auch in getrockneter Form in Würfel geschnitten in exotischen Trockenfruchtmischungen angeboten. Unreife Papayas werden in den Anbauländern als Gemüse verkocht. Wer die Kerne nicht entsorgen möchte kann sie ähnlich wie Pfeffer zum Würzen verwenden. Dafür müssen die Kerne im Backofen bei ca. 50 Grad 2 -3 Stunden getrocknet werden. Die getrockneten Kerne anschließend in eine Mühle füllen und wie Pfeffer verwenden.

Passionsfrucht/Maracuja (Passiflora edulis)

Passionsfrucht
Passionsfrucht Bild: Konstantinoudi/VKI

Sie ist eine Gattung der Passionsblume (Passiflora), „edulis“ bedeutet essbar. Ursprünglich stammt die Passionsfrucht, auch Maracuja genannt, aus Brasilien, Paraguay und Argentinien. Wegen ihrer Früchte wird sie inzwischen weltweit in den Tropen und Subtropen kultiviert.

😊 Innere Werte:

  • wertvoll durch die Mineralstoffe Kalium, Eisen und Phosphor sowie die Vitamine B1, B2, C und Provitamin A

🛒 Einkauf und Lagerung:

Im Handel findet man das Obst meist prall mit einer glatten, runden Oberfläche. Beim Nachreifen wird die Schale schrumpelig, was sie nicht besonders appetitlich aussehen lässt. Aber erst dann erhält die Frucht ihren süßen, aromatischen Geschmack.

🍴 Zubereitung:

Die Früchte werden halbiert und mit Hilfe eines Löffels das Fruchtfleisch mitsamt den Kernen ausgelöffelt. Wer die Kerne nicht so mag, kann sie durch Passieren entfernen. Bekannt ist die Passionsfrucht bzw. Maracuja als Bestandteil von Getränken und Jogurt-Zubereitungen.

Tipps

  • Jedes Obst, egal woher es stammt und die Schalle gegessen wird, sollte vor dem Verzehr gründlich mit warmem Wasser gewaschen werden. Schadstoffe wie Pestizide befinden sich vorwiegend auf der Schale!
  • Auch wenn die Schale nicht konsumiert wird, gelangen Schadstoffe von ungewaschen Früchten über Hände, Messer und Schneidbretter in die Frucht und somit in unseren Körper!
  • Exotische Früchte sollten nur selten gegessen und wenn aus biologsicher Landwirtschaft bevorzugt eingekauft werden. Nur jene waren frei von Pestiziden!
  • Heimisches Obst ist nicht so anfällig für Krankheiten und muss daher weniger mit Pestiziden behandelt werden!

 

Wie es um die Schadstoffbelastung in den von uns gekauften Exoten steht, kann man im aktuellen KONSUMENT (Jänner Ausgabe 2023) und online nachlesen.

Fröhliche Weihnachten! 🎄

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