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Dank der Cookie-Banner können Nutzer entscheiden, ob Cookies gesetzt werden.
Dank der Cookie-Banner können Nutzer entscheiden, ob Cookies gesetzt werden. Bild: gotphotos/Shutterstock.com

Cookies: nervende Banner

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‚ÄěWann bekomme ich endlich die ganzen Cookies, denen ich st√§ndig zustimme?"

So lautet ein in den Sozialen Medien kursierender Scherz, der damit spielt, dass Cookies das englische Wort f√ľr Kekse ist. Zugleich wird angesprochen, was viele Internetnutzer seit einiger Zeit mitunter nervt: die auf jeder Website eingeblendeten gro√üformatigen Hinweise, sogenannte Banner, welche die Zustimmung zum Einsatz von Cookies einfordern.  

Seit 1994 

Manche Nutzer meinen nun sogar, dass Cookies davor gar nicht existiert h√§tten. Das ist ein Irrtum, denn ihre technischen Grundlagen reichen bis ins Jahr 1994 zur√ľck. 2002 gab es die ersten gesetzlichen Regelungen dazu, die in der Zwischenzeit mehrfach versch√§rft wurden. Die nun vermehrt auffallenden Bannereinblendungen sind auf eine Entscheidung des Europ√§ischen Gerichtshofs vom 1. Oktober 2019 zur√ľckzuf√ľhren, der voreingestellte Ankreuzk√§stchen f√ľr unzul√§ssig befunden hat und eine aktive Handlung der Nutzer als wirksame Einwilligung fordert.  

Begr√ľ√üenswert 

M√∂gen die Einblendungen mitunter auch als st√∂rend empfunden werden ‚Äď sie machen nun sichtbar und nachvollziehbar, was sich fr√ľher im Verborgenen abgespielt hat, und geben den Nutzern erstmals die M√∂glichkeit, selbst dar√ľber zu bestimmen, ob personenbezogene Daten erhoben und weitergegeben werden oder nicht. Die Cookiebanner sind daher aus Sicht des Datenschutzes begr√ľ√üenswert.  

Notwendig oder neugierig 

Isoliert betrachtet ist ein Cookie eine harmlose Textdatei, die beim Aufrufen einer Internetseite bzw. erst nach erfolgter Zustimmung durch den Nutzer direkt in seinem Browser abgespeichert wird. Entscheidend ist in weiterer Folge, f√ľr welchen Zweck das Cookie eingesetzt wird. Vereinfacht dargestellt gibt es notwendige und neugierige Cookies. Notwendige (auch: Sitzungscookies) stellen sicher, dass die Website √ľberhaupt wie erwartet funktioniert. Erg√§nzend dazu existieren funktionelle Cookies, die lediglich den Nutzerkomfort erh√∂hen, aber verzichtbar sind. Die neugierigen hingegen ‚Äď auch Analyse- und Trackingcookies genannt ‚Äď dienen dem Sammeln von Daten, entweder durch den Betreiber der Website selbst oder durch Dritte wie typischerweise Google und Facebook. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Drittanbietercookies.  

‚ÄěB√∂se‚Äú

Wenn man es so ausdr√ľcken m√∂chte, dann sind die Analyse- und Trackingcookies tats√§chlich die ‚ÄěB√∂sen‚Äú in diesem Spiel. Diese Cookies zeichnen das gesamte Nutzerverhalten auf, und zwar konkret jeden einzelnen Klick, kombiniert mit der genauen Uhrzeit und nach M√∂glichkeit dem jeweiligen Standort. Einige Cookies zeichnen sogar den kompletten Websitebesuch als Video auf. Mittels dieser Daten werden genaue Kundenprofile erstellt, die in weiterer Folge an die Werbewirtschaft verkauft werden. Solche Daten √ľber das Such-, Surf- und Einkaufsverhalten der einzelnen Nutzer werden quer √ľbers Internet erhoben, weil die gleichen Drittanbietercookies de facto auf allen g√§ngigen Websites platziert werden.  

Blockieren 

Fr√ľher konnte man dem Tracking, also der Nachverfolgung im Internet, eine Spur weit entkommen, indem man in den Browsereinstellungen die Drittanbietercookies blockierte. Dies machen die aktuellen Browser mittlerweile sogar standardm√§√üig. Wer gezielter vorgehen und dabei auch den Gro√üteil der Werbeeinblendungen loswerden m√∂chte, kann eine Erweiterung wie Ghostery oder uBlock Origin installieren.  

Opt-in 

Und schlie√ülich hat man mittlerweile die besagte Auswahlm√∂glichkeit im Cookiebanner, die man auch nutzen sollte. Wichtig ist: Es handelt sich dabei um ein Opt-in-Modell. Ohne Zustimmung des Nutzers d√ľrfen Analyse- und Trackingcookies also nicht gesetzt werden. Ausgenommen davon sind lediglich die oben erw√§hnten technisch notwendigen Cookies bzw. unbedingt erforderliche. Alles Weitere hat der Nutzer in der Hand. Wer dann allerdings nicht genau schaut und automatisch auf den gr√∂√üten oder farbenpr√§chtigsten Button klickt, stimmt s√§mtlichen Cookies samt Datenweitergabe zu.  

Stolperfallen 

Leider gibt es ein paar Stolperfallen hinsichtlich der grafischen Gestaltung der Banner sowie der leichten Auffindbarkeit und genauen Bezeichnung der Auswahlm√∂glichkeiten. Hier agieren manche Anbieter im eigenen Interesse etwas manipulativ. Ob eine derartige Darstellung rechtskonform ist, werden die Gerichte entscheiden m√ľssen. Es gibt auch Websites, auf denen man die Verwendung von Cookies lediglich mit ‚ÄěOK‚Äú best√§tigen kann und keine M√∂glichkeit hat, sie abzulehnen. Dies k√∂nnte bedeuten, dass der Anbieter gegen die g√ľltigen Vorschriften verst√∂√üt. Verbraucher k√∂nnen sich in solchen F√§llen mit einer Beschwerde kostenlos an die √∂sterreichische Datenschutzbeh√∂rde wenden.  

Zus√§tzlicher Aufwand 

Ohne zus√§tzlichen Aufwand f√ľr die Nutzer geht es jedenfalls nicht, aber er lohnt sich. Die f√ľr eine bestimmte Website gew√§hlten Einstellungen bleiben au√üerdem (in Form eines Cookies) gespeichert, sofern man im Browser nicht festgelegt hat, dass er s√§mtliche Cookies beim Schlie√üen standardm√§√üig entfernen soll. M√∂chte man verhindern, dass bei h√§ufig besuchten Websites die Cookiebanner regelm√§√üig auftauchen, muss man die betreffenden Adressen gezielt als permanente Ausnahmen hinzuf√ľgen. Auch das wird in den Browsereinstellungen vorgenommen.

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