Unsicher. Viele Produkte von Billigplattformen wie Shein und Temu sind unsicher. Gleichzeitig erreichen täglich Millionen Pakete aus Drittstaaten die EU – zu viele, um sie alle zu kontrollieren. Darauf reagiert jetzt die EU mit einer Zollreform. Ein zentraler Baustein ist die EU-Verordnung 2026/382. Sie gilt ab 1.Juli 2026 und betrifft vor allem günstige Online-Bestellungen aus Nicht‑EU‑Ländern.
Zollreform: Pakete aus Fernost
Mit der Zollreform will die EU die Flut billiger und unsicherer Importwaren aus Fernost besser kontrollieren. Päckchen könnten teurer werden.
Illegal und unsicher
Die ICRT (International Consumer Research & Testing) hat 2025 Ladegeräte, Spielzeug, Schmuck getestet. Gekauft haben die Tester bei Shein und Temu. Ergebnis: 69 Prozent der 162 Produkte waren illegal und unsicher.
- Spielzeug: 53 von 54 Spielzeugen stellten ein Risiko dar (Erstickungsgefahr, zu laut, gefährliche Chemikalien)
- Ladegeräte: 52 von 54 getesteten Ladegeräten wiesen Sicherheitsmängel auf (Überhitzung, Stromschläge, fehlende CE-Kennzeichnung)
- Halsketten: 5 von 54 getesteten Halsketten von Shein enthielten bis zu 8500-mal so viel Cadmium oder Nickel wie zulässig. Beides sind gefährliche Allergene.
Drei Euro pro Warenkategorie
Für Kleinsendungen bis 150 Euro wird ein pauschaler Zoll fällig – drei Euro pro Warenkategorie im Paket. Enthält ein Paket etwa Kleidung und Elektronik, fallen sechs Euro an. Bisher waren solche Sendungen oft zollfrei.
Kurzlebige Produkte weniger attraktiv
Ziel ist es, die Flut billiger und unsicherer Importwaren besser zu kontrollieren und Wettbewerbsnachteile für europäische Händler zu verringern. Die Abgabe soll diese oft kurzlebigen Produkte weniger attraktiv machen - ein Dienst an der Nachhaltigkeit.
Teil einer größeren Reform
Die Verordnung ist Teil einer größeren Reform: Künftig sollen Daten besser genutzt und Kontrollen gezielter erfolgen. Die EU plant auch, Online-Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen, wenn sie Waren in die EU verkaufen.
Eventuell teurer
Für Konsument:innen bedeutet das: Einkaufen bei solchen Plattformen kann eventuell teurer werden – und transparenter. Behauptete Preise sollten künftig eher den tatsächlichen Endkosten entsprechen.
Nicht verwechseln
Für Herbst 2026 ist in Österreich zusätzlich eine nationale Paketabgabe von zwei Euro in Diskussion. Sie soll – Stand 6/2026 - nur große Händler über 100 Millionen Euro betreffen und die Senkung der Mehrwertsteuer gegenfinanzieren.
Hingegen gilt die EU-Zollreform (drei Euro pro Warenkategorie, siehe oben) für Einfuhren aus Drittstaaten.

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