Vorzeitiges Ende durch Software-Obsoleszenz
Das Thema Obsoleszenz, also Sollbruchstellen in Produkten, begleitet uns schon lange. Mittlerweile ist es um einige Aspekte reicher geworden.
Über 100 Jahre geplante Obsoleszenz
Der offizielle Startschuss der geplanten Obsoleszenz liegt 101 Jahre zurück, als in geheimer Absprache beschlossen wurde, die maximale Leuchtdauer von Glühbirnen zu begrenzen: konsument.at/100-jahre-obsoleszenz.
Minderwertige Bauteile und fehlende Ersatzteile
Natürlich kann man nicht pauschal unterstellen, dass Verkürzungen der Produktlebensdauer seitens der Hersteller bewusst erfolgen. Sie werden nur oft genug in Kauf genommen, indem man an den Bestandteilen spart. Besteht ein Verschleißteil statt aus Metall aus Kunststoff, leidet die Haltbarkeit. Dazu kommt die Frage, ob Ersatzteile verfügbar sind und die Reparatur möglich ist.
Wenn Updates fehlen und Geräte unbrauchbar werden
Die technische Weiterentwicklung vom PC über das Smartphone bis zum Internet der Dinge hat der Obsoleszenz zusätzlichen Auftrieb verschafft. Der Begriff Software-Obsoleszenz meint, dass funktionsfähige Produkte nutzlos werden, weil sie der Hersteller nicht mehr mit Updates versorgt oder die für die Programmierung notwendigen Apps nicht mehr unterstützt. Oder ein anderer Anbieter, von dem der Hersteller eine essenzielle Dienstleistung bezieht, trägt seinen Teil zur Obsoleszenz bei.
Sicherheitsrisiko ohne Updates: Smarte Produkte ohne Support weiter nutzen?
So oder so kann es mit der „Smartness“ schnell vorbei sein. Und selbst wenn die Nutzung weiter möglich sein sollte, steigen ohne Updates die Sicherheitsrisiken. Sofern möglich, verzichtet man besser auf die Internetanbindung und verwendet das Produkt nur noch in seinen Basisfunktionen.
Manchmal ist man ohnehin (fast) machtlos. So wollte Bose den Cloudservice für die Soundtouch-Lautsprecher einstellen. Massive Proteste von Kund:innen haben zumindest einen Teil der smarten Funktionen gerettet.
All das kennt man auch aus dem Computerbereich, von den Handys, den Smart-TVs oder den smarten Thermostaten von Google Nest, deren erste und zweite Generation vom Anbieter nicht mehr unterstützt werden.
Insolvenz als Risiko
Und noch ein Szenario gibt es, das zwar auch in der analogen Welt eintreten kann, aber gerade im schnelllebigen Elektronikbereich keine Seltenheit ist: Der Anbieter schlittert in die Pleite. So geschehen bei iRobot, dem Hersteller der Roomba-Saugroboter.
Wenn Hersteller pleitegehen und der Support endet
Auch in einem solchen Fall können die Produkte innerhalb kurzer Zeit unbrauchbar werden oder zumindest die smarten Funktionen verlieren. Laut Medienberichten wird iRobot während des Insolvenzverfahrens dafür sorgen, dass dies nicht der Fall ist und Geräte und App weiterhin technischen Support bzw. Ersatzteile erhalten. Auch eine Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen steht im Raum, das dann die Marke weiterführen soll.
Kurzfristig sind das gute Nachrichten, welche Pläne der neue Eigentümer mittel- bis langfristig verfolgt, ist eine andere Frage.

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