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Leergutrückgabeautomat
Bild: Recycling Pfand Österreich

Einwegpfand: Weniger Müll, geringere Recyclingmenge

Anfang 2025 wurde das Pfandsystem für Einwegkunststoffflaschen und Dosen eingeführt. 
Zeit für eine erste Bilanz. 

Die PET to PET Recycling Österreich GmbH, Österreichs einzige PET-Recyclinganlage der heimischen Getränkeindustrie, meldete Ende Jänner einen Rekord: 1,34 Milliarden PET-Getränkeflaschen wurden 2025 recycelt – eine Steigerung von rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ausschlaggebend dafür sei die Einführung von Einwegpfandsystemen in europäischen Nachbarländern wie Ungarn und Slowakei sowie jenem in Österreich.  

Allerdings habe man im 2. Halbjahr 2025 einen merkbaren Rückgang der Verarbeitungsmenge beobachtet. Zurückzuführen sei das auf „eine Kaufzurückhaltung der heimischen Konsument:innen“. PET to PET erwarte aber „nach einer gewissen Eingewöhnungszeit [...] die Rückkehr zur Ausgangslage, wie das auch in anderen Märkten bereits der Fall war“.  

2022 statteten wir dem PET to PET-Recyclingwerks in Müllendorf (Burgenland) einen Besuch ab.  

Pet to Pet Anlage in Müllendorf
PET to PET Recycling-Anlage in Müllendorf: Im 2. Halbjahr 2025 Rückgang der Verarbeitungsmenge. Bild: PET to PET Recycling Österreich GmbH

Vöslauer-Chef orakelt im KONSUMENT-Interview 

Für interessierte KONSUMENT-Leser:innen wird diese Meldung keine allzu große Überraschung sein. Schon im Herbst 2025 sagte Vöslauer-Geschäftsführer und Mineralwasser-Verbands-Obmann Herbert Schlossnikl im „Nachhaltigen Interview“ mit KONSUMENT: „Wir sehen eindeutig eine Kaufzurückhaltung, insbesondere im Bereich Vorratsgebinde. […] Aber ich denke schon, dass es sich im Mineralwasserbereich in den nächsten ein, zwei Jahren wieder einschwingen wird.“ 

Ziel: Sammelquote von 90 Prozent  

Als Ziel in der Pfandverordnung ist festgeschrieben, dass die Sammelquote im ersten Jahr 80 Prozent betragen soll. Dieses Ziel wurde mit 81,5 Prozent knapp erreicht. Bis 2027 soll die Sammelquote auf 90 Prozent gesteigert werden.   

Weniger „gelber“ Müll in Wien 

Einen direkten Einfluss des Einwegpfandsystems merkt auch die MA48 in Wien. Laut ORF-Meldung landeten 2024 in Wien knapp 15.500 Tonnen Müll in der Gelben Tonne (bzw. Gelben Sack). 2025 waren es nur noch 13.555 Tonnen. Der Einwegpfand beeinflusse zudem die Befüllung der rund 21.000 Mistkübel im öffentlichen Raum. 2025 landeten dort um rund 30 Prozent weniger Pfandgebinde als im Jahr davor. 

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