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Trinkflaschen - Wasserspender to go

Sie gelten als nachhaltige Alternative. Die meisten sind sehr gut oder gut. Nur eine fiel bei der Schadstoffprüfung durch.

 

Diese Trinkflaschen haben wir getestet:

Trinkflaschen-Test Gruppenbild (Bild: VKI)

  • Camelbak - Eddy
  • Dora‘s - Edelstahlflasche
  • Emil - Bio-Stern
  • Klean - Kanteen Classic
  • Mc Kinley - Edelstahlflasche
  • Nalgene - OFT
  • Oxybag - Unicorn
  • Sigg - Glow Moon Dinos
  • SimPex - Color
  • Tedi - Flasche mit Trinkhalm
  • Tupperware - EcoEasy Trinkflasche

In der Testtabelle finden Sie Infos und Bewertungen zu: Schadstoffe (Weichmacher, Siloxane), Haltbarkeit/Dichtigkeit, Falltest, Ersatzteile, Füllvolumen, Geschmacks- und Geruchsveränderungen, Handhabung, Spülmaschinenbeständigkeit, Deklaration. - Nachfolgend unser Testbericht.


Trinkflaschen als nachhaltige Alternative

Der oft gehörte Ratschlag, ausreichend zu trinken, zeigt Wirkung. Immer mehr Men­schen haben im Alltag oder in der Freizeit eine Wasserflasche dabei. Einige greifen für diese Fälle gern auf PET-Flaschen aus dem Supermarkt zurück. Aus Gründen der Nachhaltigkeit sind diese Produkte aller­dings im täglichen Gebrauch zu vermeiden. Auch sollten diese für den einmaligen Ein­satz produzierten Flaschen nicht mehrmals verwendet werden (siehe Kapitel "Warum keine PET-Einwegflaschen wiederbefüllen?"). Aber welche wiederverwendbaren Trinkflaschen sind als Alternative zu empfehlen?

11 Trinkflaschen im Test

Um diese Frage beantworten zu können, haben wir aus der Menge an angebotenen Produkten elf ausgewählt und in Kooperation mit der Arbeiterkammer Steiermark getestet. Die Preisspanne reichte von 3,50 bis 29,95 Euro, das Füllvolumen von 400 bis 750 Milliliter. Hergestellt sind die Trinkflaschen aus Kunststoff, Metall oder Glas. Auch die Trinkverschlüsse unterscheiden sich: Die Palette reicht vom einfachen Schraubverschluss bis hin zum ein­händig bedienbaren Schnellverschluss.

Wir wollten für unseren Test wissen, ob die ausgewählten Produkte Schadstoffe enthalten und wie es mit der Praxistauglichkeit ausschaut. Weiters haben wir uns die Kennzeichnung bzw. Beschreibung und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen näher angesehen.


 

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Schadstoffe, Praxistauglichkeit

Schadstoffe

Die chemische Prüfung brachte für den Großteil der Flaschen ein sehr beruhigen­des Ergebnis. Bei drei Flaschen allerdings wurden Schadstoffe entdeckt. In der Oxy­bag konnten geringe Mengen eines Weich­machers nachgewiesen werden. Der Stoff gilt zwar als sicher und ungefährlich, da aber bei keiner anderen Flasche Weichmacher über der Nachweisgrenze gefun­den wurden, erhielt Oxybag deshalb nur die Note „gut“ in dieser Kategorie.

Weiters wurden für diesen Test bei allen Produkten jene Silikon-Teile getestet, die in direkten Kontakt mit dem Mund oder der eingefüllten Flüssigkeit kommen. Gesucht wurde nach schädlichen Siloxanen. Das sind Bestandteile des Silikons.

Silikonbestandteile entdeckt

Bei der Flasche von Tedi wurden wir fündig. Allerdings lagen alle Siloxane, die die EU als „besonders besorgniserregende Stoffe“ einstuft, unter dem Grenzwert. Daher wurde Tedi in der Kategorie „Schadstoffe“ mit „durchschnittlich“ beurteilt.

Überdurchschnittlich hoch fiel jedoch das Prüfungsergebnis bei der Trinkflasche von Nalgene aus. Die große, weiche Dichtung im Deckel enthielt alle gesuchten Siloxane. Von den nicht besonders besorgniserregenden Stoffen waren hohe Mengen vorhanden. Von einem als „besonders besorgniserregend“ eingestuften Siloxan wurde sogar eine Konzentration nachge­wiesen, für die bereits Scan4Chem: Schadstoffe in Alltagsprodukten - Fragen Sie nach! besteht. Aus diesem Grund fiel die Nalgene in der Kategorie Schadstoffe mit „nicht zufriedenstellend“ durch.

Praxistauglichkeit

Der zweite Bereich, in dem sich eine Trink­flasche bewähren sollte, ist der tägliche Gebrauch. Die ideale Trinkflasche soll dichthalten, leicht zu handhaben und zu reinigen sein (am besten im Geschirrspü­ler), gut stehen, Stürze aushalten und nicht den Geschmack der eingefüllten Flüssigkeit verändern.

Die praktische Prüfung brachte ein erfreuliches Ergebnis. Zwei Mal vergaben wir in diesem Bereich ein „sehr gut“ (Emil, Nalgene), sonst waren alle „gut“. Nur Tedi wurde mit „durchschnittlich“ beurteilt. Diese Flasche zeigte Schwächen im Punkt Geschmacks- und Geruchsveränderung so­wie beim Falltest. Durch den Sturz öffnete sich der Verschluss und war danach nicht mehr dicht. Noch trauriger endete der Fall­test aus 80 cm Höhe auf harten Boden für die SimPex. Die Glasflasche zersplitterte.

Testsieg

Am Prüfungs-Ende vergaben unsere Exper­ten drei „sehr gut“. Der Testsiegerin Emil Bio-Stern konnte keine das Wasser reichen. Am nächsten kam ihr die Sigg. Den dritten Platz auf dem Siegerstockerl erreichte die Klean Kanteen. Die restlichen Flaschen wurden für „gut“ befunden, bis auf die Tedi und die Nalgene. Diese beiden konnten aufgrund der entdeckten Siloxane nur mit „durchschnittlich“ benotet werden.

Nach unserer umfassenden Untersuchung wissen wir: Die ideale Flasche ist transpa­rent, mit einer großen Einfüllöffnung und einer eigenen Vorrichtung zum Trinken – und schadstofffrei. Wir haben sie noch nicht gefunden.

Warum keine PET-Einwegflaschen wiederbefüllen?

Warum keine PET-Einwegflaschen wiederbefüllen?

In jüngsten Untersuchungen enthielt Wasser aus PET-Flaschen immer Mikroplastik. Wird eine Einwegflasche wiederbefüllt, können sich durch die mechanische Beanspruchung wie Einfüllen, Schütteln oder Knicken erneut Mikropartikel lösen.

(Kohlen-)Säurehaltige Getränke greifen das Material zusätzlich an. Dadurch kann sich auch Acetaldehyd lösen. Acetaldehyd im Wasser riecht und schmeckt bereits in sehr geringen Mengen fruchtig-aromatisch. Die EU verdächtigt Acetaldehyd der krebserregenden Wirkung. Weichmacher sind kein Problem, da nicht enthalten. Generell sind Einwegflaschen nicht aufs Wiederbefüllen ausgerichtet. Sie müssen nur bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum den Inhalt bewahren können.

Testtabelle: Trinkflaschen

Steckbriefe: Glasflaschen


Emil

  • Type: Bio-Stern
  • Füllmenge: 400ml
  • Testergebnis: Sehr gut (87)
  • glasschützende Isolierung und Beutel aus Bio-Baumwolle, damit bruchsicher
  • sehr gut zu reinigen, absolut dicht, geschmacksneutral
  • Ersatzteile verfügbar
  • muss beim Öffnen und Schließen direkt am Glas festgehalten werden.
  • enge Einfüllöffnung
  • schwer, daraus zu trinken

Die Glas-Trinkflasche Emil ("Bio-Stern") schnitt besonders gut im Test ab. (Bild: VKI)


SimPex 

  • Type: Color
  • Füllmenge: 560 ml 
  • Testergebnis: Gut (65)
  • sehr gut zu reinigen, geschmacksneutral
  • keine Ersatzteile verfügbar
  • schwerste Flasche im Test
  • schwer, daraus zu trinken
  • bei heißem Inhalt extrem heiß
  • Totalschaden bei Falltest

Die Glas-Trinkflasche SimPex ("Color") hielt dem Falltest nicht stand. (Bild: VKI)

Steckbriefe: Metallflaschen


Sigg

  • Type: Glow Moon Dinos
  • Füllmenge: 400 ml
  • Testergebnis: Sehr gut (84)
  • aus beschich­tetem Alu
  • leicht, absolut dicht, geschmacksneutral 
  • Ersatzteile verfügbar
  • nicht für Geschirrspüler geeignet
  • schwer, dar­aus zu trinken
  • schlecht beim Einfüllen und Rei­nigen

Die Metall-Trinkflasche von Sigg wurde im Test mit "sehr gut" bewertet. (Bild: VKI)


Klean Kanteen

  • Type: Classic
  • Füllmenge: 532 ml
  • Testergebnis: Sehr gut (80)
  • aus Edelstahl
  • geschmacksneutral
  • unterschiedliche Verschlussarten
  • Trinkverschluss nur beidhändig oder mit den Zähnen zu öffnen
  • Ersatzteile verfügbar
  • Trinkverschluss schwer zu reinigen
  • nicht für Kohlensäurehaltiges

Die Edelstahl-Trinkflasche von Klean Kanteen wurde im Test mit "sehr gut" bewertet. (Bild: VKI)


Dora's

  • Type: Edelstahlflasche
  • Füllmenge: 500 ml
  • Testergebnis: Gut (75)
  • aus Edelstahl
  • absolut dicht, geruchsneutral
  • Edelstahldeckel mit Bambus-Einsatz nicht spülmaschinenfest
  • nicht ganz leicht, daraus zu trinken
  • keine Ersatzteile verfügbar

Die Edelstahl-Trinkflasche von Dora


McKinley

  • Type: Edelstahlflasche
  • Füllmenge: 750 ml
  • Testergebnis: Gut (70)
  • aus Edelstahl
  • leicht zu reinigen, absolut dicht, geschmacksneutral
  • verkantet leicht beim Zudrehen
  • schwer, daraus zu trinken
  • wenig standfest nach Falltest
  • keine Ersatzteile verfügbar

Die Edelstahl-Trinkflasche von McKinley wurde im Test mit "gut" bewertet. (Bild: VKI)

Steckbriefe: Kunststoffflaschen


Tupperware

  • Type: EcoEasy Trinkflasche
  • Füllmenge: 500 ml
  • Testergebnis: Gut (75)
  • aus Kunststoff
  • sehr leicht
  • leicht, daraus zu trinken
  • sehr gut zu reinigen
  • Ersatzteile verfügbar
  • schwer zu öffnen und zu befüllen, leer kippt sie leicht
  • nicht für Kohlensäurehaltiges
  • Verschluss öffnete sich bei Falltest
  • nicht geschmacksneutral

Die Kunststoff-Trinkflasche Tupperware wurde mit "gut" beurteilt. (Bild: VKI)


Camelbak

  • Type: Eddy
  • Füllmenge: 400 ml
  • Testergebnis: Gut (75)
  • aus Kunststoff
  • leicht, daraus zu trinken
  • Ersatzteile verfügbar
  • nicht dicht
  • Fremdgeschmack nach 24 Stunden

Die Kunststoff-Trinkflasche Camelbak wurde ebenfalls mit "gut" beurteilt. (Bild: VKI)


Oxybag

  • Type: Unicorn
  • Füllmenge: 500 ml
  • Testergebnis: Gut (63)
  • aus Kunststoff
  • leichteste Flasche
  • Flaschenkörper leicht zu reinigen, Deckel schwer
  • keine Ersatzteile verfügbar
  • nicht für Kohlensäurehaltiges
  • schwer, daraus zu trinken
  • Einzige mit (unbedenklichen) Weichmachern

Die Kunststoff-Trinkflasche Oxybag wurde ebenfalls mit "gut" beurteilt. (Bild: VKI)


Tedi

  • Type: Flasche mit Trinkhalm
  • Füllmenge: 600 ml
  • Testergebnis: Durchschnittlich (47)
  • aus Kunststoff
  • sehr leicht, daraus zu trinken
  • vor dem Falltest absolut dicht
  • keine Ersatzteile verfügbar
  • leer kippt sie leicht
  • Fremdgeschmack nach 24 Stunden
  • leichter Schadstoffgehalt

Die Kunststoff-Trinkflasche Tedi wies einen leichten Schadstoffgehalt auf, was sich auch auf ihre Bewertung im Test auswirkte. (Bild: VKI)


Nalgene

  • Type: OFT
  • Füllmenge: 650 ml
  • Testergebnis: Durchschnittlich (46)
  • aus Kunststoff
  • Beste beim Einfüllen
  • leicht, daraus zu trinken
  • absolut dicht
  • Ersatzteile verfügbar
  • Flaschenkörper am leichtesten zu reinigen, Deckel schwer
  • Silikon-Dichtung im Deckel stark schadstoffbelastet
  • Verschluss umständlich zu öffnen
  • leer kippt sie leicht

Die Silikon-Dichtung im Deckel der Kunststoff-Trinkflasche Nalgene war stark schadstoffbelastet. (Bild: VKI)

VKI-Tipps

  • Ausprobieren. Die für Sie passende Flasche finden Sie am ehesten durch Ausprobieren in einem Geschäft.
  • Glasflaschen. Füllmenge leicht zu erkennen, weil Flasche transparent. Am besten zu reinigen. Geschmacksneutral. Ohne Schutz nicht für stärkere Beanspruchung geeignet. Schwer.
  • Metallflaschen. Geschmacksneutral – vor allem Edelstahl. Pulverbe­schichtung oder Lackierung außen schützt vor Hitze. Bruchsicher. Nach Stürzen bleiben Dellen zurück, die Standfestigkeit kann darunter leiden.
  • Kunststoffflaschen. Leicht. Bei Transparenz Vorteile siehe oben. Meist anfällig für Geruchs- und Geschmacksveränderung des Getränks.
  • Öffnung. Eine große Einfüllöffnung erleichtert das Eingießen und Reini­gen. Kleine Trinköffnungen und Mundstücke vermeiden ein Verschütten.
  • Silikonteile. Wegen möglicher schädlicher Siloxane: Silikonanteile sollten gering sein, das Silikon sollte nicht in Kontakt mit Mund oder Getränk kommen.
  • Billigprodukte. Diese Flaschen bieten meist keine Ersatzteile – das ist nicht nachhaltig und kommt in Summe auch teurer.

Testkriterien

Die Flaschen wurden einer praktischen Prüfung und einer chemischen Prüfung auf Schadstoffe unterzogen. Es wurde für alle Produkte das gleiche praktische Prüfprotokoll angewandt, die chemische Prüfung wurde jedoch an das Produkt angepasst. Des Weiteren wurde recherchiert, ob Ersatzteile erhältlich sind. Die Möglichkeit, Dichtungen, Deckel oder Trinkhalme zu tauschen, erhöht die Lebensdauer einer Trinkflasche und trägt somit weiter zur Nachhaltigkeit einer wiederverwendbaren Flasche bei. Zusätzlich wurde überprüft, ob essenzielle Informationen direkt am Produkt oder auf der Hersteller-Website zu finden sind.

1. Deklaration: 10 %

Es wurde überprüft, ob folgende wesentliche Informationen direkt auf dem Produkt oder auf der Hersteller-Website angegeben sind: Füllvolumen, Eignung für heiße Getränke, Eignung für kohlensäurehaltige Getränke, Eignung für Saft, Eignung für die Reinigung im Geschirrspüler.

Folgende Benotungen waren möglich:

  • Alle wesentlichen Informationen direkt beim Produkt dabei (Aufdruck auf dem Produkt oder auf der Verpackung), Zusatz-Information auf dem Produkt oder auf der Website des Herstellers erhältlich
  • Wesentliche Information nicht auf dem Produkt, aber auf der Hersteller-Website erhältlich
  • Keine Information erhältlich

Abwertungen: Bei einem Produkt wurde in der Deklaration angegeben, dass es für heiße Getränke geeignet sei. Die Flasche wurde allerdings zu heiß, um sie mit bloßen Händen angreifen zu können. Dieses Produkt wurde daher in der Deklaration auf „weniger zufriedenstellend“ abgewertet.

2. Ersatzteile: 5 %

Es wurde recherchiert (Herstellerangaben beim Produkt, Hersteller-Website, Händler-Website und Amazon Marketplace), ob es Ersatzteile für mögliche Verschleißteile gibt.

Folgende Benotungen waren möglich:

  • Verschiedene Einzelteile erhältlich (z.B. Trinkhalm, Mundstück, Dichtungsringe)
  • Deckel mit allen Einzelteilen als Gesamt-Paket erhältlich
  • Keine Ersatzteile erhältlich

Abwertungen: keine

3. Praktische Prüfung: 40 %

Folgende Parameter wurden überprüft:

a) Herstellerangaben (0 %)

  • Marke, Modell, Type
  • Füllvolumen: Herstellerangabe
  • Eignung für verschiedene Flüssigkeiten (kohlensäurehaltige Flüssigkeiten, Säfte)
  • Information zur Spülmaschineneignung

b) Allgemeine Messungen (0 %)

  • Abmessungen: größter Außendurchmesser, Höhe, Durchmesser der Einfüllöffnung
  • Füllvolumen
  • Gewicht: leer und gefüllt bis Max.-Markierung

c) Handhabung (20 %)

  • Öffnen/Schließen
  • Befüllen
  • Trinken
  • Kippstabilität
  • Reinigen

d) Haltbarkeit / Dichtigkeit (40 %)

  • Dichtigkeitsprüfung nach DIN EN 12546-1, Abschnitt 3.6.1
  • Es werden 2 Prüfungen durchgeführt, in Anlehnung an DIN EN 12546-1:2000, Isolierbehälter zum Gebrauch im Haushalt, Abschnitt 3.6.1
    • 1. Prüfung: mit Wasser (ohne Kohlensäure). Basierend auf den Herstellerangaben zu Eignung/Ausschluss von heißen Flüssigkeiten wird die Temperatur des Wassers gegebenenfalls gegenüber der Norm abgeändert.
    • 2. Prüfung: mit kohlensäurehaltigem Wasser (sprudelndes Mineralwasser), welches Raumtemperatur hat.
  • Dauerhaltbarkeit des Verschlussmechanismus: Klappbare oder verschiebbare Verschlüsse werden 1.000 Mal manuell betätigt. Danach erneute Dichtigkeitsprüfung.
  • Falltest (nach DIN EN 12546-1, Abschnitt 5.8) | Abwertung: Wenn der Falltest als „weniger zufriedenstellend“ oder „nicht zufriedenstellend“ bewertet wurde, konnte der Parameter „Haltbarkeit/Dichtigkeit“ maximal eine Note besser sein.

e) Geschmacks- und Geruchsänderungen (30 %)

  • Geruch im Neuzustand: Der Geruch der neuen und leeren Flasche wird bewertet. Im Falle eines starken Neugeruchs wird eine kurze Geruchs-Beschreibung gegeben.
  • Geschmack/Geruch: Geschmacksveränderung des eingefüllten Getränks. Zwei Laborexperten führen einen sensorischen Geschmackstest durch – bei unterschiedlichen Ergebnissen bewertet ein dritter Experte zusätzlich, ob es zu Geschmacksveränderungen kommt:
  • Die Flaschen werden mit Leitungswasser gefüllt. Es wird eine sensorische Prüfung durchgeführt, bei der das Wasser in den Flaschen gelagert wird – 1 Stunde und 24 Stunden.
  • Die Prüfung des Wassers im Vergleich zum in einer Glasflasche gespeicherten Referenzwasser wird ausgewertet. Falls Geschmacksveränderungen festgestellt werden, wird eine kurze Geschmacks-Beschreibung gegeben.
  • Annahme von Fremdgerüchen: Die Flaschen werden mit einem isotonischen Sportgetränk gefüllt und 6 Stunden stehen gelassen. Nach dem Auswaschen mit Wasser und Spülmittel wird sensorisch bewertet, ob die Flaschen den Geruch des Getränks angenommen haben.

f) Spülmaschinenbeständigkeit (10 %)

  • Es werden 25 Spülmaschinenzyklen durchgeführt, um zu prüfen, ob die Materialien einem Standard-Reinigungsvorgang in einer Geschirrspülmaschine standhalten.
  • Änderungen an Materialoberflächen wie Legierungsbestandteilen, Dichtungen und Kunststoffen werden dokumentiert.

Angewandte Norm: DIN EN 12546-1:2000-09 – Materialien und Gegenstände in Kontakt mit Lebensmitteln – 3 Isolierbehälter zum Gebrauch im Haushalt – Teil 1: Spezifikation für Isoliergefäße, Isolierflaschen und -kannen; Deutsche Fassung EN 12546-1:2000.

4. Schadstoffe (chemische Prüfung): 45 %

Da die 11 Produkte aus unterschiedlichen Komponenten und diese wiederum aus unterschiedlichen Materialien bestehen, wurde für jedes Produkt ein eigenes Prüfprogramm erstellt. Dabei wurden die Expertise des Testlabors sowie bereits bekannte Ergebnisse anderer Testorganisationen herangezogen. Folgende Parameter standen zur Auswahl:

a) BPA

  • Frei und freisetzbar: bestimmt mittels GC/MS nach Extraktion und Derivatisierung. Dieser Test bestimmt den Gesamtgehalt an BPA, der aus dem Material unter Extrembedingungen freigesetzt werden kann.
  • Spezifische Migration: bestimmt in Anlehnung an die DIN EN 15136 mittels HPLC-FLD. Bei dieser Bestimmung wird das freigesetzte BPA unter realistischen Bedingungen bestimmt. Dieser Wert spiegelt den zu erwarteten BPA-Gehalt in Getränken, die in der Flasche gelagert werden, wider. Die Untersuchung wird in diesem Test nur bei beschichteten Metall-Produkten angewandt, da hier die Gehaltsbestimmung von BPA nicht möglich ist. Die Migration wird mit zwei unterschiedlichen Simulantien durchgeführt: 50 % Ethanol (simuliert fettige Getränke wie z.B. Milch) und 3 % Essigsäure (simuliert saure Getränke wie z.B. Fruchtsäfte).

b) BADGE und Hydrolyseprodukte

  • Spezifische Migration: bestimmt in Anlehnung an die DIN EN 15136 mittels HPLC-FLD.
  • Die Bestimmung erfolgt gleichzeitig mit der oben angeführten BPA-Bestimmung mittels spezifischer Migration.

c) Weichmacher: Bestimmt mittels GC/MS nach Extraktion und Derivatisierung.

d) Siloxane: Bestimmt mittels GC/MS nach Extraktion.

e) Metalle: gemäß DIN EN ISO 17294-2 mittels ICP-MS.

f) Polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

Abwertungen: Das Urteil des Parameters Schadstoffe kann nicht besser sein als das schlechteste Urteil der Untergruppen BPA, BADGE und Hydrolyseprodukte, Weichmacher, Siloxane, Metalle, PAK.

 

Folgende Prüfungen wurden im Detail durchgeführt:

  • Nalgene: Das Flaschenmaterial wurde auf BPA getestet, die weiche Dichtung auf Weichmacher und Siloxane und das Mundstück auf Weichmacher.
  • Tupperware: Das Flaschenmaterial und das Mundstück wurden auf BPA und Weichmacher getestet.
  • Tedi: Das Flaschenmaterial und das Mundstück wurden auf BPA getestet, der Trinkhalm und die Dichtungen im Deckel wurden auf BPA und Weichmacher getestet. Die Dichtungen um Deckel wurden zusätzlich auf Siloxane untersucht.
  • Camelbak: Das Flaschenmaterial wurde auf BPA getestet, der Trinkhalm auf BPA und Weichmacher. Das Mundstück und die Dichtungen innen im Deckel wurden auf BPA, Weichmacher und Siloxane getestet.
  • Dora’s: Das Flaschenmaterial wurde auf Migration unerwünschter Metalle getestet.
  • Klean Kanteen: Das Flaschenmaterial wurde auf Migration unerwünschter Metalle getestet. Das Mundstück, die Dichtung zum Verschluss des Luftlochs und der harte Kunststoff des Verschlusses wurden auf BPA, Weichmacher und PAK getestet.
  • McKinley: Das Flaschenmaterial wurde auf Migration unerwünschter Metalle getestet, der Verschluss auf PAK.
  • Sigg: Beim Flaschenmaterial wurden die Migration von BPA, BADGE und den Hydrolyseprodukten davon geprüft. Dies geschah mit verschiedenen Lösungen die eine Befüllung mit sauren Getränken (wie Fruchtsäften) und fettigen Getränken (wie Milch) nachahmen. Der weiße und schwarze Kunststoff des Mundstücks wurden auf Weichmacher und PAK getestet.
  • Oxybag: Flasche, Deckel und Mundstück wurden auf Weichmacher und BPA getestet.
  • Emil: Das Flaschenmaterial wurde auf Migration unerwünschter Metalle getestet, der Verschluss auf PAK.
  • Simpex: Das Flaschenmaterial wurde auf Migration unerwünschter Metalle getestet, der Deckel inklusive der Dichtung wurde auf Weichmacher und BPA getestet.

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