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Sonnenschutzmittel: UV-Schutz geht vor - Keine Preisfrage

, aktualisiert am

Sonnenschutzmittel

Im Test: 16 Sonnenschutzmittel

Wir haben insgesamt 16 Sonnenschutzmittel 30, 50 sowie 50+ unter die Lupe genommen. Folgende Produkte finden Sie in unserem Test:  

LICHTSCHUTZFAKTOR 30

  • Annemarie Börlind Sun Care Sonnen-Fluid
  • Biosolis Sonnen Spray
  • Cetaphil Sun Sensitive Gel-Creme
  • dm Alverde Sensitiv Sonnenmilch
  • dm Sundance Sensitiv Sonnenbalsam
  • Hawaiian Tropic Satin Protection
  • Lavera Sensitiv Sonnenspray
  • Müller Lavozon Sonnenmilch
  • Nivea Sun UV Dry Protect Sport Creme-Gel
  • Piz Buin Moisturizing Sun Lotion

LICHTSCHUTZFAKTOR 50 und 50+

  • Avène Eau Thermale Sonnenmilch
  • Eucerin Oil Control Dry Touch Sun Gel-Creme
  • Garnier Ambre Solaire Sensitive Expert+
  • La Roche Posay Anthelios Invisible Spray
  • Spar Sun Kiss Sensitiv Sonnen-Spray
  • Vichy Capital Soleil Sonnenspray mit Hyaluron

Unsere Testtabelle informiert Sie u.a. über:

Angebotsform, Inhalt, Preis pro Packung, Preis/100 ml, Konservierungsstoffe, Parfümierung, Sonnenschutzfaktor, Einhalten des ausgelobten Schutzes, Feuchtigkeitsanreicherung, Anwendung (Entnahme, Einziehen, Hautgefühl, Wärme- und Kältebeständigkeit) Beschriftung und Verpackung.

Lesen Sie nachfolgend unseren (kostenpflichtigen) Testbericht.


Test: Sonnencremes, Sprays, ...

Lange haben wir ein Ende der Reise­be­schränkungen herbeigesehnt, nun ist Urlaub am Meer oder in den Bergen endlich wieder möglich. Egal wohin es uns auch zieht: Neben dem Schutz vor dem Coronavirus sollte man sich unbedingt auch gegen gefährliche UV-Strahlung wappnen. Tut man das nicht, drohen frühzeitige Haut­alterung und langfristig Hautkrebs. Wie ­jedes Jahr liefern wir Ihnen auch heuer im gemeinsamen Test mit der Stiftung Warentest die besten Sonnenschutzmittel für ­einen zumindest in dieser Hinsicht sorglosen Urlaub.

Lichtschutz­faktor 30, 50 und 50+

Diesmal haben wir insgesamt 16 Produkte mit hohem und sehr hohem Lichtschutz­faktor (30, 50 und 50+) unter die Lupe genommen. Erfreulich: 13 der Sonnenschutzmittel schützen sehr gut vor UVA- und UVB-Strahlung und sind dazu auch noch teilweise sehr preiswert. Drei dieser Produkte schaffen es zudem, die Haut optimal mit Feuchtigkeit anzureichern. Für diesen wichtigen Pflegebonus sprang am Ende des Tests eine sehr gute ­Gesamtbewertung heraus.


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Teure Verlierer

Großteils erfreuliche Ergebnisse

13 der Sonnenschutzmittel schützen sehr gut vor UVA- und UVB-Strahlung und sind dazu auch noch teilweise sehr günstig zu haben. Drei davon (dm Sundance, Müller Lavozon, Spar Sun Kiss) reichern zudem die Haut optimal mit Feuchtigkeit an. Für dieses Extra erhielten die drei Mittel eine sehr gute ­Gesamtbewertung.

Teurer Verlierer

Die Verlierer im Test sind die beiden Naturkosmetik-Sprays von Biosolis und Lavera sowie das Apothekenprodukt der Marke Vichy. Das teuerste getestete Mittel, der Sonnenspray von Biosolis, wirbt mit „optimalem Schutz“ vor UVA- und UVB-Strahlung, versagt aber bei beidem. Der Sensitiv Sonnenspray von Lavera hält den ange­gebenen Sonnenschutzfaktor 30 nicht ein. Und beim Capital Soleil Sonnenspray mit Hyaluron von Vichy fällt der UVA-Schutz zu gering aus. Dass die Oil Control Dry Touch Sun Gel-Creme von Eucerin nur eine durchschnittliche Bewertung erreichte, lag nicht am mangelhaften UV-Schutz, sondern daran, dass dieses Produkt bei der Feuchtigkeits­anreicherung der Haut versagte.

Nachcremen unerlässlich

Doch selbst die besten Produkte können nur dann sicher schützen, wenn man ausreichend viel davon verwendet. Bei einem erwachsenen Menschen sollten es für den ganzen Körper pro Eincrem-Durchgang schon drei Esslöffel sein. Dabei ist darauf zu achten, dass alle Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind, ausreichend eingecremt werden – also etwa auch Ohren oder Zehenzwischenräume. Ebenfalls wichtig ist, dass im Verlauf des Tages immer wieder einmal nachgecremt wird. Das gilt insbesondere, wenn man stark schwitzt oder oft ins ­Wasser geht.

Sonnenempfindliche Kinderhaut

Zwar werden viele Mittel als „wasserfest“ beworben, doch wie bereits frühere Tests zeigten, ist es damit teilweise nicht weit her. Besondere Sorgfalt ist bei Kindern geboten. Ihre Haut ist deutlich sonnenempfindlicher als die von Erwachsenen. Bei kleineren Kindern sollte man deshalb zusätzlich auf textilen Schutz achten und auch darauf, dass sie sich möglichst nicht in der prallen Sonne aufhalten.

UV-Filter: Für Gesundheit und Umwelt sicher?

UV-Filter in der Kritik

Immer wieder geraten einzelne der eingesetzten Filter in die Kritik. Diskutiert wird, ob ihr Einsatz für Gesundheit und Umwelt sicher ist. Zuletzt betraf es den UV-Filter ­Octocrylene. Wissenschaftler der französischen Universität Sorbonne hatten octocrylenehaltige Kosmetika im Labor bei 40 Grad Lagertemperatur künstlich altern lassen, um herauszufinden, ob und wie die Produkte sich dadurch verändern. Das Ergebnis: In den Mitteln war die Verbindung Benzophenon nachweisbar. Dabei handelt es sich vermutlich um ein Abspaltprodukt der Octocrylene. In Tierversuchen hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass Benzophenon – in größeren Mengen aufgenommen – möglicherweise die Entstehung von Krebs begünstigen kann.

Entwarnung hinsichtlich möglicher Gesundheitsrisiken

Sieben der von uns geprüften Sonnenschutzmittel enthalten Octocrylene. Wir wollten ­natürlich wissen, ob sich in ihnen Benzophe­non nachweisen lässt. Unsere Experten entwickelten deshalb eine Analysemethode, um die Produkte daraufhin zu untersuchen. Wir bewahrten die Mittel ebenfalls mehrere Tage bei 40 Grad Celsius auf. Dann ließen wir im Labor die Benzophenon-Konzentra­tionen in den Lotionen und Sprays messen. Die ­Werte waren mit jenen der franzö­sischen Unter­suchung vergleichbar. Um die Daten einordnen zu können, haben wir das deutsche Bundesamt für Risikobewertung (BfR) um eine Einschätzung gebeten. Das BfR gab inzwischen allerdings Entwarnung, was direkte mögliche gesundheitliche Risiken angeht.

Auswirkungen auf die Umwelt

Octocrylene und andere UV-Filter stehen im Verdacht, sogenannte endokrine Disruptoren zu sein. So bezeichnet man Substanzen, die im Körper hormonähnlich wirken und so das hormonelle Gleichgewicht stören und negativ beeinflussen. Darüber hinaus sind sie biologisch schlecht abbaubar und sie ­reichern sich in der Umwelt an. In den von uns getesteten Produkten standen diesbezüglich drei UV-Filter besonders im Fokus. Es sind Butyl Methoxydibenzoylmethane, Octocrylene und Homosalate (siehe Kasten). Diese drei Chemikalien weisen ein besonders hohes Gefahrenpotenzial für die Umwelt auf. Demgegenüber sind von den UV-Filtern Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine, Phenylbenzimidazol-Sulfonsäure und Titandioxid (normal und nano) die ­geringsten Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten.

Welche Sonnenschutzmittel sind umweltverträglich?

Dass wir die pure An- bzw. Abwesenheit von problematischen Chemikalien nicht in die Bewertung aufnehmen, ist dem Umstand geschuldet, dass viele ­Mittel mehrere UV-Filter enthalten und die Konzentrationen der jeweiligen Stoffe nicht bekannt sind. Ginge man rein nach den enthaltenen Substanzen, dann wären von den Mitteln mit sehr gutem UV-Schutz am ehesten Müller Lavozon, Cetaphil Sun, Annemarie Börlind, Piz Buin und Avène Eau Thermale umweltverträglich.

Testtabelle: Sonnenschutzmittel (Test 2021)

Testtabelle: noch erhältliche sehr gute Sonnenschutzmittel für Kinder (Test 2020)

Testtabelle: noch erhältliche gute Sonnenschutzmittel für Kinder (Test 2020)

Testtabelle: noch erhältliche sehr gute Sonnenschutzmittel (Test 2019)

Testtabelle: noch erhältliche gute Sonnenschutzmittel (Test 2019)

Besonders problematische UV-Filter

Butyl Methoxydibenzoylmethane

 Die Verbindung ist biologisch schwer abbaubar, hat allerdings eine geringe Wasserlöslichkeit. Gegenüber Fischen und Algen zeigt sie eine geringe Toxizität. Zur möglichen Schädigung von Korallen gibt es noch keine ausreichenden Daten.

Octocrylene

Der Stoff befindet sich auf der Liste der potenziell endokrinen Disruptoren. In den in Sonnenschutzmitteln einge­setzten Konzentrationen wird er zwar als sicher eingeschätzt, dennoch wird gerade überprüft, ob diese Substanz der Gruppe der sogenannten „PBT“-Stoffe zuzuordnen ist (persistent, bioakkumulierend, toxisch).

Homosalate

Auch bei diesem Stoff besteht der Verdacht auf endokrine Wirkung. Er ist giftig für Fische, Algen und Korallen und reichert sich in der Umwelt an. Die Chemikalie wird als besonders besorgniserregend eingestuft, weil sie weltweit in einer Vielzahl von Produkten und Herstellungsprozessen verwendet wird.

VKI-Tipps

Schutz vor UV-Strahlung

Beim Sonnenschutz kommt es primär auf den Schutz vor UV-Strahlung und damit letztlich vor Hautkrebs an.

Umweltverträglichkeit

Einige der eingesetzten UV-Filter sind hormonwirksam bzw. biologisch nur schwer abbaubar, sie reichern sich in der Umwelt an. Vor allem Wasserorganismen werden durch diese Chemikalien geschädigt. Neben UV-Filtern enthalten Sonnenschutzmittel zudem eine Vielzahl anderer Stoffe, die von der Europäischen Chemikalienagentur als Mikroplastik eingestuft werden.

Testkriterien

Im gemeinsamen Test von VKI und Stiftung Warentest wurden 16 Sonnenschutzmittel mit Sonnenschutzfaktor 30, 50 und 50+ getestet.

Einhalten des ausgelobten Schutzes

Den Sonnenschutzfaktor (UVB) und den UVA-Schutz ermittelten wir mithilfe der HDRS-Methode (Hybrid Diffuse Reflectance Spectroscopy). Dabei wird ein In-vitro-Test mit einer Prüfung an freiwilligen Testpersonen kombiniert. Aus den Ergebnissen beider Messungen berechneten wir den Sonnenschutzfaktor und den UVA-Schutz. Dieser muss laut Empfehlung der EU-Kommission mindestens ein Drittel des auf dem Produkt deklarierten Sonnenschutzfaktors betragen.

Feuchtigkeitsanreicherung

Die Feuchtigkeitsanreicherung bestimmten wir durch Messen des Wassergehalts in der Hornschicht der Haut mit einem darauf spezialisierten Gerät, dem Corneometer. Wir trugen die Mittel an den Unterarminnenseiten von je 20 Probandinnen und Probanden auf und maßen den Wassergehalt über sechs Stunden hinweg stündlich. Wir verglichen die Werte mit denen einer Creme, die die Haut gut mit Feuchtigkeit anreichert, sowie mit denen eines unbehandelten Hautfelds.

Anwendung

Entnahme bei 20 °C und 40 °C: Je fünf Probanden beurteilten, wie gut sich die Mittel mit nassen und mit trockenen Händen bei diesen Temperaturen entnehmen ließen. Auftragen, Einziehen, Hautgefühl: Je 20 Probanden bewerteten unter anderem Konsistenz, Verteilbarkeit, Klebrigkeit, Einziehen der Produkte sowie das Hautgefühl nach dem Auftragen. Wärme- und Kältebeständigkeit: Wir lagerten die Mittel 24 Stunden bei –5 Grad Celsius, dann zehn Tage bei +40 Grad. Drei Experten prüften visuell, ob sie sich verändert hatten.

Mikrobiologische Qualität

Wir bestimmten die Keimzahl in den Produkten und untersuchten, ob sie hinreichend konserviert waren.

Kritische Duftstoffe

Wir überprüften, ob die Produkte BMHCA (Lilial) oder HICC (Lyral) enthielten.

Beschriftung und Verpackung

Wir prüften, ob die empfohlenen Anwendungshinweise der EU und des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel (IKW) deklariert waren. Drei Experten bewerteten Leserlichkeit und Übersichtlichkeit. Einer überprüfte die Werbeaussagen, ein weiterer, ob die Angaben der Kosmetik- und Fertigpackungsverordnung sowie dem deutschen Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch entsprachen. Wir erfassten, ob die Verpackungen eine Originalitätssicherung aufwiesen. 20 Probanden bewerteten, wie gut sie sich öffnen und schließen ließen.

Weitere Untersuchungen

In Abhängigkeit von der Inhaltstoffliste prüften wir, ob und gegebenenfalls in welcher Konzentration bestimmte Bestandteile von Mineralölen enthalten waren (Moah und Mosh). Diese haben wir nicht nachgewiesen. Des Weiteren untersuchten wir Produkte, die den UV-Filter Octocrylen enthalten, auf ihren Benzophenon-Gehalt nach mehrtägiger Lagerung bei 40 °C. Kein Wert war kritisch. Zwei Sachverständige prüften die Inhaltstofflisten auf Stoffe, die der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der Europäischen Union (SCCS) als kritisch bewertet hat; gegebenenfalls bestimmten wir ihre Konzentration. Kein Produkt war auffällig.

Testplakette

Achten Sie beim Kauf auf die KONSUMENT-Testplakette.

Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

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