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Gruppenbild von auf Temu, Shein & co erhältlichen Sonnencremen
Diese Produkte wurden auf den Online-Plattformen aus Fernost bestellt. Empfehlen können wir kein einziges. Bild: QCE

Sonnencreme von Temu, Shein & Co im Test: Finger weg!

Wir haben Sonnencremen bei asiatischen Onlineplattformen bestellt und getestet. Das Ergebnis ist katastrophal.  

Empfehlenswerte Produkte finden Sie hier

Die zum Teil irrwitzig niedrigen Preise und die riesige Produktauswahl auf chinesischen Onlineplattformen ist verführerisch – auch viele Österreicher:innen werden da bisweilen schwach und bestellen auf Shein, Temu & Co.

Neben Kleidung landen immer häufiger auch Kosmetik‑ und Pflegeprodukte, darunter auch Sonnenschutzmittel, im Warenkorb.

Gesundheit im Fokus

Da Sonnencremen gesundheitsrelevante Produkte sind, auf deren Wirksamkeit sich Verbraucher:innen verlassen müssen, sehen wir diese Marktentwicklung kritisch. Denn durch eines haben sich diese asiatischen Onlineplattformen in der Vergangenheit nicht ausgezeichnet: Durch hohe Produktqualität. 

Um herauszufinden, wie es um die Produktqualität von Sonnencremen bei Shein & Co bestellt ist, haben wir im Rahmen eines internationalen Gemeinschaftstests 14 „No-Name“ Sonnenschutzprodukte auf diesen Plattformen bestellt. Zum Einkaufszeitpunkt kosteten die Cremen zwischen 27 Cent (!) und 7,59 Euro.

Federführend wurde der Test von Kolleg:innen der französischen Verbraucherschutzorganisation QCE betreut, entsprechend orderten sie diese 14 Produkte bei Temu, Shein und AliExpress. In weiterer Folge zeigte unsere Marktrecherche, dass einige der Sonnencremen auf den Österreich-Seiten dieser Plattformen nicht erhältlich waren – sehr wohl aber auf den Plattformen Alibaba und Joom. Das nur als ein interessantes Detail am Rande, jetzt zum eigentlichen Testergebnis.

Smartphone mit China-Apps am Display
Online-Marktplätze aus China: Auch in Österreich inzwischen weit verbreitet. Bild: PixieMe/stock.adobe.com

Die Testergebnisse

Von insgesamt 14 bestellten Produkten konnten unterm Strich nur sieben getestet werden. Warum?  

  • Manche wurden nicht geliefert (oder erst nach unserer Testung).  
  • Gewisse Marken hatten wir zur Sicherheit doppelt bestellt, dann aber nur ein Produkt je Marke getestet.  
  • UND: Drei Produkte beinhalten laut Inhaltsstoffliste den in der EU verbotenen Stoff „4-MBC“, sie hätten also gar nicht erst in Umlauf gebracht werden dürfen. Somit schlossen wir diese Produkte von einer weiteren Testung aus.  Für 4-MBC gilt seit Mai 2026 ein vollständiges Verkaufsverbot, es gibt ernsthafte Sicherheitsbedenken, vor allem bezüglich der hormonellen Wirkung und unklaren Langzeitrisiken. 

Nur Bodylotion, keine Sonnencreme  

Die verbliebenen sieben Produkte testeten wir nach dem gleichen Verfahren, das wir auch bei unseren „normalen“ Sonnencreme-Tests anwenden. Dabei wird ein In-vitro-Test mit einer Prüfung an freiwilligen Testpersonen kombiniert. Aus den Ergebnissen beider Messungen berechneten wir den Sonnenschutzfaktor (UVB) und den UVA-Schutz.  

Das ernüchternde Ergebnis: Vier Produkte sind nicht als Sonnenschutzmittel einzustufen. Zwar werden sie auf den Verpackungen mit Lichtschutzfaktor 50, 50+ oder sogar 90 bzw. 90+ angepriesen. In Wahrheit erfüllen sie die Mindestanforderungen an Sonnenschutzmittel (LSF 6 und/oder UVA-Lichtschutzfaktor 2) nicht. Sie sind somit eigentlich Bodylotions und keine Sonnencremen.  

Kein Produkt empfehlenswert 

Lediglich ein einziges Produkt ist hinsichtlich des UV-Schutzes okay. Empfehlen würden wir es aber dennoch nicht, da es den UV-Filter OMC enthält. OMC ist ein potenzieller endokriner Disruptor, der auch mit Korallenschäden und Meeresbelastung in Verbindung gebracht wird. 

Laut Inhaltsstofflisten enthalten alle getesteten Produkte UV-Filter. Einige enthalten nur physikalische Filter, andere auch chemische Filter. In früheren Untersuchungen anderer Organisationen waren teilweise erfundene Inhaltsstoffe gelistet. Das war im aktuellen Testfeld nicht der Fall. Was aber das Ergebnis dieser Untersuchung jedenfalls zeigt: Dass anhand der Inhaltsstoffliste keine Schlussfolgerung hinsichtlich der Wirkung gezogen werden kann.

Frau mit Sonnenbrand am Rücken
Riskieren Sie keinen Sonnenbrand! Bild: New Africa/stock.adobe.com

Fazit

Fehlender oder deutlich zu geringer UVSchutz kann zu Sonnenbrand, vorzeitiger Hautalterung und langfristig zu einem erhöhten Hautkrebsrisiko führen. Und genau so einen Sonnenbrand holt man sich sehr wahrscheinlich, wenn man eine „Sonnen“-Creme auf diesen Onlineplattformen bestellt. Deshalb lautet unsere klare Empfehlung: Finger weg! 

Update Sonnencreme-Test 2025 

Es besteht auch keine Notwendigkeit nach günstigen No-Name-Produkten auf Temu, Shein & Co. zu suchen. Auch hierzulande gibt es günstige Produkte zu kaufen. Produkte, die einen Top-Schutz bieten, wie unsere unabhängigen Tests zeigen. 

Wir haben kürzlich ein Update unseres Sonnencreme-Test aus 2025 veröffentlicht, klicken Sie rein! 

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