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Sommerreifen - 205/55 R 16 und 225/50 R 17

Die beiden getesteten Dimensionen gehören zu den am meisten verbreiteten. Erfreulich: Nur einer von 32 Pneus fiel durch. 

Bild: ADAC

Diese Sommerreifen haben wir getestet:

Dimension 205/55 R 16

  • Apollo Allnac 4G
  • BF Goodrich Advantage
  • Bridgestone Turanza T005
  • Continental PremiumContact 6
  • Fulda EcoControl HP 2
  • Goodyear EfficientGrip Performance 2
  • Hankook Ventus Prime 3 K125
  • King Meiler Sport 1
  • Kumho Ecsta HS51
  • Maxxis Premitra 5 HP5
  • Nokian Wetproof
  • Petlas Imperium PT515
  • Pirelli Cinturato P7 C2
  • Semperit Speed-Life 3
  • Uniroyal RainSport 5

Dimension 225/50 R 17

  • Barum Bravuris 5HM
  • Bridgestone Turanza T005
  • Continental PremiumContact 6
  • Dunlop Sport Maxx RT2
  • Esa+Tecar Spirit Pro
  • Falken Azenis FK510
  • Firestone Roadhawk
  • Giti GitiPremium H1
  • Kleber Dynaxer HP4
  • Kumho Ecsta PS71
  • Laufenn S-Fit EQ+ LK01
  • Michelin Primacy 4
  • Nexen N Fera Sport
  • Pirelli Cinturato P7 C2
  • Sava Intensa UHP 2
  • Semperit Speed-Life 3
  • Viking ProTech NewGen

Unser Produktfinder informiert Sie über: Trocken- & Nassfahrbahn (Fahrverhalten - Stabilität, Fahrsicherheit - Handling, Bremsen, Aquaplaning, Seitenführung), Kraftstoffverbrauch, Verschleissfestigkeit, Geräusch

Reifentests sind besonders aufwendig und kostspielig. Daher können wir in jeder Testserie zumeist nur zwei Reifendimensionen testen. Testergebnisse anderer Dimensionen aus der jüngeren Vergangenheit, ein Video, wie wir testen und die Testkriterien finden Sie unter Autoreifen im Test - Auto Extra . - Im Folgenden unser aktueller Testbericht.


Sommerreifen im Test

Obwohl es erlaubt wäre, mit Winterreifen einfach den Sommer über weiterzufahren, bis das Profil aufgebraucht ist – zu emp­fehlen ist das sicher nicht. Sommerreifen verhalten sich mit ihren härteren Gummi­mischungen und steiferen Profilblöcken bei höheren Temperaturen doch deutlich besser. Klar besser übrigens auch im Vergleich mit Ganzjahresreifen. Nicht zuletzt, weil sie auch in puncto Rollwiderstand besser sind. Somit ist man mit Sommerreifen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch klüger unterwegs – Stichwort: weniger Spritverbrauch.

Dimensionen 205/55 R 16 und 225/50 R 17

Die beiden diesmal getesteten Reifendimensionen gehören zu den am weitesten verbreiteten; die Dimension 205/55 R 16 ist mittlerweile überhaupt die meistverkaufte Größe, in unserem Fall montiert auf einem VW Golf VII. Die zweite Dimension, 225/50 R 17, getestet auf einem Audi A4, findet ebenfalls große Verbreitung, nämlich in der Mittelklasse.

Markenimage sagt nichts aus 

Eine generelles Urteil über beide Reifen­dimensionen hinweg lässt sich jedenfalls in einer Hinsicht treffen: Die Sicherheit, mit einer prominenten Marke auch tatsächlich ein Top-Produkt zu erhalten, schwindet ­zusehends. Oder andersrum formuliert: ­Immer öfter rücken in unseren Tests weniger traditions­behaftete Reifen-Marken in die vorderen Ränge auf.

So findet sich zum Beispiel der Sommerreifen von Pirelli im schwachen Mittelfeld, während der ­koreanische Kumho in beiden ­Dimensionen relativ weit vorn gelandet ist – in der breiteren Dimension sogar an dritter Stelle mit der Note "gut". Hintergrund ist der harte Wettbewerb in der globali­sierten Reifenbranche. Auch prominente Marken entkommen dem Preiskampf nicht und müssen bisweilen Kompromisse bei der Qualität eingehen. 

205/55 R 16

Untere Mittelklasse: 205/55 R 16 

Im Spitzenfeld der drei Besten gab es eine durchaus große Überraschung: Semperit, bei Reifentests in der jüngeren Vergangenheit eher auf dem absteigenden Ast, zeigt wieder Zähne. Die ehemals österreichische Traditionsmarke, mittlerweile seit Jahrzehnten im deutschen Continental-Konzern eingeparkt, konnte Platz eins erringen. Der Speed-Life 3 schnappte seinem Konzern­bruder Continental PremiumContact 6 den Platz an der Spitze hauchdünn weg. Im Grunde sind beide Reifen gleich gut. Deutlich die Nase vorn hat der Semperit freilich beim Preis – er ist um 10 Euro günstiger als sein großer Bruder von Conti.

An dritter Stelle, ebenfalls nur um eine Nuance "schlechter", findet sich der Bridgestone Turanza T005. Auch er verhält sich auf trockener wie nasser Fahrbahn gut und bietet einen geringen Rollwiderstand.

Beachtliche Ergebnisse gibt es aber auch im Mittelfeld. Zum Beispiel, was die weite Spreizung der Talente anbelangt. So schaffte der Goodyear EfficientGrip Performance 2 kurze Bremswege und eine gute Beherrschbarkeit auf nasser Fahrbahn. Und das bei bester Laufleistung, nämlich gleich 10.000 Kilometer mehr als der Zweitplatzierte in dieser Disziplin, der EcoControl HP2 von Fulda, bei dem die Verschleißgrenze bei rund 43.000 Kilometern liegt.

Einen weiten Spagat schafft auch der ­Kumho Ecsta HS51, mit geringer Aquaplaningneigung und gleichzeitig niedrigstem Rollwiderstand. Als schlecht im Verschleiß erwiesen sich vier Reifenmodelle, nämlich jene von Maxxis, Nokian, Pirelli und Uni­royal. Letzterer schnitt aber besonders gut bei Nässe ab, vor allem beim Bremsen. Allerdings zeigte er deutliche Schwächen auf trockener Fahrbahn. Am unteren Ende jener Reifen, die wir mit einem "durchschnittlich" bewerteten, ist die bisher weitgehend unbekannte Marke Petlas mit dem Imperium PT 515 zu finden.

Runderneuerter Reifen

Ein runderneuerter Reifen wurde heuer auch mitgetestet. Wie zu erwarten war, schnitt dieser nicht besonders berauschend ab. Der King Meiler Sport 1 wurde von den Testern als generell schwammig und unpräzise im Fahrverhalten klassifiziert, stürzte mit seinem "weniger zufriedenstellend" aber trotzdem nicht komplett ab. 

225/50 R 17

Mittelklasse: 225/50 R 17 

Ein Reifenquerschnitt, nur halb so hoch wie breit, der vor nicht allzu langer Zeit Sportwagen vorbehalten war, ist in der Mittelklasse angekommen – und ist nun sehr verbreitet auch bei ähnlichen Fahrzeugen wie unserem Testauto Audi A4. Hier zeigt sich ein vergleichbares Bild wie bei den schmaleren Reifen: ein breites "durchschnittliches" Mittelfeld und dazu vier "gute" an der Spitze. Darüber hinaus findet sich ein Totalversager.

Bremsen bei Nässe: große Unterschiede

Das Verhalten bei Nässe ist eine Schlüsselgröße bei Reifentests. Denn auf nasser Fahrbahn kommt es im Straßenverkehr am häufigsten zu kritischen Fahrsituationen. Zum Teil sehr große Unterschiede waren im Test beim Bremsen bei Nässe zu verzeichnen.

Als Bester in dieser Disziplin erwies sich ein Reifen aus dem Mittelfeld, nämlich der Semperit Speed-Life 3. Der schlechteste Nassbremser, der Firestone Roadhawk, rutschte bei der Vollbremsung aus 80 Stundenkilometern gleich um zwei Fahrzeuglängen weiter, was einer ­Geschwindigkeit von 36 Stundenkilometern entspricht, wenn der Semperit schon steht. Aber nicht nur hier zeigte der Firestone Schwächen. Insbesondere das miserable Handling auf kurven­reicher ­Strecke bescherte ihm das Testurteil "nicht zufriedenstellend".

Und an der Spitze? Die Marke Falken klingt irgendwie deutsch, ist aber japanisch und hat diesmal sogar den Sprung ganz oben aufs Treppchen geschafft. Der Falken ­Azenis FK510 zeigte sich besonders ausge­wogen bei Nässe wie auch bei trockener Fahrbahn und wies lediglich einen etwas erhöhten Kraftstoffverbrauch aus.

Testergebnisse Sommerreifen 1/2021

Klicken Sie auf den Link. Er führt Sie zur Tabelle.

Filtern, vergleichen, sortieren, ausdrucken: In unserem Produktfinder stellen wir Ihnen Testergebnisse und Ausstattungsmerkmale von 32 Modellen zur Verfügung (Stand 1/2021).

Zu wenig Profil: Kasko zahlt nicht

Zu wenig Profil auf den Reifen kann sehr teuer werden, wie ein konkretes Beispiel zeigt.

Dabei ist nicht immer sofort klar, welche Profiltiefe in welchem Fall nun wirklich gilt. In Österreich zum Beispiel muss ein Winterreifen mindestens vier Millimeter aufweisen, damit er als solcher gilt; in Deutschland liegt das Limit für Winter- wie für Sommerreifen bei mindestens 1,6 Millimeter.

Ein österreichischer Autofahrer hatte in Deutschland bei winterlichen Straßenverhältnissen einen Unfall und forderte von der Kaskoversicherung die Bezahlung des Schadens von 32.000 Euro. Die Versicherung zahlte nicht; mit der Begründung, das Fahrzeug habe an den Hinterrädern nur eine Profiltiefe von 2,2 Millimetern aufgewiesen.

Für Deutschland hätte das ausgereicht, nach österreichischem Recht aber nicht. Die Anwendung österreichischen Rechts war aber im Kaskovertrag vereinbart; ebenso die Bedingung, dass die Versicherung bei Gefahrenerhöhung nicht zahlen muss. Abgefahrene Reifen gelten laut Oberstem Gerichtshof als Gefahrenerhöhung.

VKI-Tipps

- Markentreue nicht immer vorteilhaft: Immer öfter finden sich wenig prominente Reifenhersteller, die in der Reihung ganz vorne landen, und Marken mit gutem Qualitätsimage, die über das Mittelfeld nicht hinauskommen. Was man daraus lernen kann? Blind einer Marke zu vertrauen, kann trügerisch sein.

- Verschleiß und Rollwiderstand: Die beiden Kriterien haben nicht nur hohe Relevanz für das Geldbörsel, sondern auch für die Umwelt. Hoher Verschleiß bedeutet auch viel Gummi auf der Straße und Staub in der Luft. Schlechter Rollwiderstand heißt mehr CO2-Ausstoß.

- Auch Nutzungsverhalten zählt: Bei geringer Kilometerleistung kann ein Reifen mit hohem Verschleiß und höherem Rollwiderstand die bessere Wahl sein, zumindest finanziell. 

Umfangreich: 28 Reifen je Modell wurden gekauft und auf Teststrecken und Prüfständen genau unter die Lupe genommen. (Bild: ADAC / isp-grube)
Umfangreich: 28 Reifen je Modell wurden gekauft und auf Teststrecken und Prüfständen genau unter die Lupe genommen. (Bild: ADAC / isp-grube)

Umfangreich: 28 Reifen je Modell wurden gekauft und auf Teststrecken und Prüfständen genau unter die Lupe genommen. (Bild: ADAC / isp-grube)

Testautos: Die 16-Zoll-Reifen wurden auf einem VW Golf VII, die 17-Zoller auf einem Audi A4 getestet. (Bild: ADAC / isp-grube)
Testautos: Die 16-Zoll-Reifen wurden auf einem VW Golf VII, die 17-Zoller auf einem Audi A4 getestet. (Bild: ADAC / isp-grube)

Testautos: Die 16-Zoll-Reifen wurden auf einem VW Golf VII, die 17-Zoller auf einem Audi A4 getestet. (Bild: ADAC / isp-grube)

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