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Schärdinger Geheimratskäse
Schärdinger Geheimratskäse ist geschrumpft und um satte 40 Prozent teurer geworden. Bild: VKI

Schärdinger Geheimratskäse: heimlich kleiner und teurer!

Keine runde Sache – wir sehen rot! Der Schärdinger Geheimratskäse setzt auf Schrumpfungstaktik. Mehr oder weniger im Geheimen verkleinert und dabei um über 40 Prozent teurer! Sehr ärgerlich! Zudem: Muss ein Käse mit Paraffin umhüllt sein?

Was alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Der "Schärdinger Geheimratskäse" sieht auf den ersten Blick aus wie immer, doch die Portion ist kleiner und der Preis höher!

Das ist das Problem

Das steht drauf: Schärdinger Geheimratskäse

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Frau S. ärgert sich, dass nun schon wieder ein Lebensmittel plötzlich kleiner daherkommt. „Ein neu geschrumpftes Produkt: ‚Schärdinger Geheimratskäse‘, mit rotem Wachs überzogen: von 250 g auf 220 g verkleinert! Dabei ist die Wachsschicht teilweise bis zu 4 mm dick, kaum zu schneiden, wenn der Laib aus der Kühlung kommt“, beschreibt uns Frau S. die unerfreuliche Überraschung.

„Shrinkflation“: geheime Käse-Schrumpfung

Offensichtlich ist der Geheimratskäse von Berglandmilch auch ein Opfer der momentan um sich greifenden „Shrinkflation“ – weniger Produkt zum gleichen oder höheren Preis und somit heimlich verteuert. Der Käselaib fällt nun eindeutig kleiner aus. Ganze 30 g weniger Käse befinden sich unter der dicken roten Wachsschicht.

Schärdinger Geheimratskäse Mengenangabe
Schärdinger Geheimratskäse ist von 250 g auf 220 g geschrumpft. Bild: VKI

Preissteigerung um über 40 Prozent!

Und was uns besonders rotsehen lässt: der Preis für die jetzt mickrigere Portion Käse ist gestiegen! Kosteten die zuvor üblichen 250 g rund 2,60 Euro (10,40 Euro/kg), zahlt die Kundschaft aktuell 3,29 Euro für 220 g (14,95 Euro/kg). Das entspricht einer Preissteigerung von etwa 44 Prozent.

Laut Stellungnahme der Berglandmilch habe das nichts mit „Shrinkflation“ zu tun. Mit der Übersiedelung an einen neuen Produktionsort sei die Produktionsanlage erneuert und das Abpackgewicht verkleinert worden, erklärt der Hersteller. Der Geheimratskäse wurde also „produktionsbedingt“ kleiner, eine Formulierung, die Hersteller gerne verwenden, wenn wir sie auf Produktänderungen ansprechen. Der Preis sei an das neue Gewicht angepasst. Aha. Weil der Käse nun weniger wiegt, ist er jetzt teurer? Auf seiner Website gibt der Hersteller das Produkt bis jetzt mit „250 g“ an. Hier ist die Umstellung noch nicht erfolgt.

Käselaib im roten „Erdölmantel“

Die typische Wachsschicht des Geheimratskäses ergibt sich aus dem „Paraffinierungsprozess“– der Käse wird mit rotem Paraffin überzogen, das den weichen Laib vor Austrocknung schützen soll. Wer sich bewusst macht, dass dieses Wachs ein gefärbtes Erdölprodukt ist, könnte die Frage stellen: Warum nicht eine Optimierung hin zu einem nachhaltigeren Material überlegen?

Nutri-Score Ergebnis: D

Was nicht geheim bleiben soll: Wir raten zum seltenen Genuss. Beim Nutri-Score erhält der Schärdinger Geheimratskäse das Ergebnis D, also eine im Produktvergleich keine so günstige Nährwertzusammensetzung. Durch den höheren Fett- und Salzgehalt schneiden auch andere Schnitt- und Weichkäsesorten ähnlich ab. Im Käsesortiment haben zum Beispiel Mozzarella „light“, Cottage Cheese oder auch einige Frischkäse einen besseren Nutri-Score.

Die Reaktion der Firma Berglandmilch

Der Hersteller ließ den Käse produktionsbedingt schrumpfen.

„Tatsächlich haben wir den Packungsinhalt unseres Schärdinger Geheimratskäses von ursprünglichen 250 g auf 220 g reduzieren müssen. Diese Reduktion hat produktionstechnische Gründe. Im Zuge der Verlagerung der Käseproduktion vom oberösterreichischen Garsten nach Voitsberg in der Steiermark wurde auch eine neuere Produktionsanlage installiert. Im Zuge dieser Verlagerung und der Inbetriebnahme der neuen Produktionsanlagen musste das Abpackgewicht auf 220 g angepasst werden.

Auch unsere Abgabepreise an unsere Handelspartner wurden natürlich entsprechend der Gewichtsänderung angepasst. Die Stärke der Wachsschicht auf unseren Geheimratskäsen wird laufend geprüft und gegebenenfalls optimiert. Sie dient zur Erzielung des bestmöglichen Produktschutzes. Nachdem Konsumentinnen und Konsumenten in vereinzelten Fällen von aufgesprungenen Paraffinhüllen beim Geheimratskäse berichteten, wurde die Stärke der Wachsschicht optimiert. Selbstverständlich unterliegen alle unsere Käse umfassenden Qualitätskontrollen, welche auch die Schichtdicke der Paraffinhülle des Geheimratskäses beinhalten. Unsere Produktentwicklung arbeitet intensiv an Optimierungsmöglichkeiten betreffend den Paraffinierungsprozess, um eine für unsere Konsumentinnen und Konsumenten optimierte Balance zwischen Produktschutz und Einfachheit der Handhabung langfristig zu gewährleisten.“

Berglandmilch eGen
24.11.2022

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Vergleichen Sie Grundpreise! Achten Sie bestmöglich auf die Füllmenge jener Produkte, die sie gerne öfter kaufen, denn die „Shrinkflation“ ist allgegenwärtig. Melden Sie uns solche Preisänderungen!

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