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Matchboxauto zwischen zwei schützenden Frauenhänden
Kfz-Versicherung Vergleich Bild: REDPIXEL.PL / Shutterstock.com

Kfz-Versicherung: Kosten ausbremsen - Großes Sparpotenzial

Bei kaum einer anderen Versicherung lässt sich durch umfassendes Vergleichen so viel einsparen wie hier. Mühsam, aber lohnend! 

In unserem Preisvergleich finden Sie Zahlen und Daten von

  • Allianz
  • Donau
  • Ergo
  • Generali
  • Grawe
  • HDI
  • Helvetia
  • Kärntner LV
  • Muki
  • NÖ Versicherung
  • Nürnberger
  • OÖ Versicherung
  • Wiener Städtische
  • Wüstenrot
  • Uniqa
  • VAV
  • Zürich

Für folgende Automodelle haben wir Preise: Opel Corsa 1.0, Ford Galaxy, Audi A6, VW Passat, Skoda Fabia, Tesla Modell 3. Die Tabelle vergleicht Jahresbruttoprämie in Euro, Haftpflicht, Kasko, Selbstbehalt Kasko.

Lesen Sie nachfolgend unseren Preisvergleich.


Der Anschaffung eines Autos gehen oft viele Stunden des Sichtens, Auswählens, Probefahrens und noch einmal Überden­kens voraus. Ist die Entscheidung gefallen, wird oft noch rasch eine Kfz-Versicherung abgeschlossen, denn ohne die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflicht gibt es keine Taferl.

Sechs Modellbeispiele

Wer dabei auf die Schnelle eine günstige, für seine Bedürfnisse passende Versicherung erzielt, hat entweder einen guten Versicherungsberater oder Glück gehabt. Denn gerade bei der Kfz-Versiche­rung gehen die Preise für gleiche Leistungen enorm auseinander, wie auch dieses Mal unser Vergleich zeigte. Mithilfe des Versicherungsmaklers Chegg.net - Der Versicherungsvergleich für Österreich haben wir für sechs Modellbeispiele Angebote eingeholt.

So wie schon 2017 (siehe dazu Kfz-Versicherungen - Geld auf der Straße) lagen die günstigsten und teuersten Anbieter oft um mehr als 100 Prozent auseinander, bisweilen verrechnete der teuerste Anbieter sogar dreimal so viel, etwa beim Modell Tesla, um das der Ver­gleich heuer erweitert wurde.

VIDEO: Versicherungen

Schnelllebige Branche: Wechseln kann sich auszahlen

Schnelllebige Branche

Das Schwierige für den Einzelnen: Auch wenn sich manche Versicherer tendenziell unter den teuersten Anbietern fanden (etwa Generali fünfmal), können sie unter anderen Umständen wieder zu den eher günstigen gehören (wie Generali beim Modell Opel Corsa). Umgekehrt schneidet zum Beispiel Ergo zweimal am günstigsten ab, ist aber beim Modell Opel Corsa fast doppelt so teuer wie der günstigste Anbieter.

Dazu kommt: Die Beispiele zeigen nur eine Momentaufnahme, eingeholt zu Jahresbeginn – in der Zwischenzeit können sich die Bedingungen bereits wieder geändert haben, sei es, weil die Versicherer selbst ihre Berechnungsmodelle verändert haben, weil sie Rabatte nicht mehr oder jetzt neu anbieten oder auch weil ein Angebot viel­leicht über einen anderen Versicherungs­makler, ein Autohaus, einen Versicherungs­agenten oder über ein Vergleichsportal zu anderen Ergebnissen führen würde.

Wechseln keine Hexerei

Für den einzelnen Versicherten bedeutet das, über möglichst viele unterschiedliche Vertriebswege – also etwa Online-Vergleichsplattformen, unabhängige Makler, bei verschiedenen Versicherern oder Direkt­versicherern und nicht zuletzt beim bisherigen Versicherungshaus – Angebote für die eigene Situation einholen, auf spezielle Jubiläumsaktionen, Stammkunden-/Fami­lienboni achten, aktiv nach Rabatten fra­gen, Deckungen und Selbstbehalte auf das eigene Fahrverhalten (Risikofahrer, häufig kleine Schäden oder Wenigfahrer, Garagenauto usw.) abstimmen und vor allem jährliche Zahlweise wählen, um Aufschläge zu vermeiden.

Sollte sich eine bestehende Polizze als teuer herauskristallisieren, so sollte das Datum der nächsten Kündigungsmöglichkeit im Auge behalten werden: Kfz-Haftpflichtver­sicherungen sind jährlich kündbar, spätes­tens einen Monat vor Ablauf sollte das Kündigungsschreiben beim Versicherer ein­gehen. In der Zeit davor sollte bereits die Hauptarbeit erledigt werden: die Suche nach einem günstigeren Angebot. Beim Wechsel ist oft der neu gewählte Versicherer behilflich.

Sonderfall E-Auto

Sonderfall E-Auto

Möglichst viele Angebote zu vergleichen, empfiehlt sich auch für Besitzer von Elektro­autos, wie unser Modellbeispiel zeigt. Versicherungsrelevante Unterschiede zu den Modellen mit Verbrennungsmotoren gibt es vor allem hinsichtlich Akku und höherem Aufwand im Fall einer Havarie (siehe dazu "E-Autos und Hybride versichern").

Steuer­lich sind die derzeit in der Anschaffung noch deutlich teureren E-Autos hingegen günsti­ger unterwegs: Bei den Verbrennern fallen beim Kauf Normverbrauchsabgabe (NoVA) und im Betrieb Mineralölsteuer (MöSt) je Liter Kraftstoff an. Dazu ist für den Besitz ei­nes Pkws oder Motorrads jährlich die motor­bezogene Versicherungssteuer abzuführen. Ab Oktober dieses Jahres wird es hier für neu zugelassene Kfz zu Änderungen kommen (siehe dazu "Motorbezogene Versicherungssteuer ab Oktober 2020").

Online-Angebote

Übrigens: Wer glaubt, mit einer Online-Kfz-Versicherung auf jeden Fall günstiger zu liegen, könnte sich schneiden. Wir haben unsere Modellvarianten probeweise bei drei Online-Anbietern eingegeben: Manche waren sogar teurer als die über Chegg.net - Der Versicherungsvergleich für Österreich eingeholten Angebote. Der Grund dafür ist einmal mehr die unterschiedliche Provisions- und Rabattgestaltung, aber auch, wie viele Parameter in das Berechnungsfor­mular einzugeben waren und was davon prämienwirksam ist. Ein weiterer Beleg da­für, wie undurchsichtig und breit gefächert die Prämienangebote auf dem Kfz-Versiche­rungsmarkt sind – und noch mehr Grund, sich Zeit für die Auswahl zu nehmen.

6 Modellbeispiele im Überblick

Opel Corsa 1.0Opel Corsa 1.0 (Bild: Wikipedia_M 93)

  • 4 kW, Benzin
  • Erstzulassung: 10.01.2008
  • Versicherungsnehmerin: 20 Jahre alt
  • jährliche Fahrleistung: 10.000 km
  • Zulassungsort Wien
  • Bonus/Malus-Stufe 9 (Einsteigerstufe)
  • Versicherungssumme Haftpflicht: 10 Mio. € 
  • Variante Haftpflicht
  • Versicherungssteuer jährlich 148,80 €

 


Ford GalaxyFord Galaxy (Bild: Media.Ford.com)

  • 103 kW, Diesel
  • Erstzulassung: 01.02.2013
  • Versicherungsnehmer: 30 Jahre alt
  • jährliche Fahrleistung: 20.000 km
  • Zulassungsort: Südoststeiermark
  • Bonus/Malus-Stufe 6
  • Versicherungssumme Haftpflicht: 15 Mio. €
  • Variante Haftpflicht + Teilkasko mit eingeschränktem Selbstbehalt (max. 350 €)
  • Listenpreis: 37.500 €
  • Versicherungssteuer jährlich 594 €

Audi A6 TDI s-tronicAudi A6 40 TDI s-tronic (Bild: Audi AG)

  • 150 kW, Diesel
  • Erstzulassung: 18.12.2019
  • Versicherungsnehmer: 50 Jahre
  • jährliche Fahrleistung: 30.000 km
  • Zulassungsort Graz
  • Bonus/Malus-Stufe 0 (seit mind. 5 Jahren)
  • Versicherungssumme Haftpflicht: 15 Mio. €
  • Variante Haftpflicht + Vollkasko mit eingeschränktem Selbstbehalt (max. 350 €)
  • erweiterte Neuwertentschädigung
  • Listenpreis: 55.880 €
  • Versicherungssteuer jährlich 1.009,44 €

VW Passat Variant Trendline 1,6 TDIVW Passat Variant Trendline 1,6 TDI (Bild: Volkswagen AG)

  • 88 kW, Diesel
  • Erstzulassung: 05.11.2017
  • Versicherungsnehmer: 70 Jahre
  • jährliche Fahrleistung: 20.000 km
  • Zulassungsort: Innsbruck Land
  • Bonus/Malus-Stufe 0 (seit über 5 Jahren)
  • Versicherungssumme Haftpflicht: 10 Mio. €
  • Variante Haftpflicht + Vollkasko mit eingeschränktem Selbstbehalt (max. 350 €)
  • Listenpreis: 32.940 €
  • Versicherungssteuer jährlich 476,16 €

Skoda Fabia Ambition 1.2 12 V KombiSkoda Fabia Ambition 1.2 12 V Kombi (Bild: Skoda Austria)

  • 51 kW, Benzin
  • Erstzulassung: 10.05.2015
  • Versicherungsnehmer: 60 Jahre
  • jährliche Fahrleistung 10.000 km
  • Zulassungsort: Wiener Neustadt
  • Bonus/Malus-Stufe 3
  • Versicherungssumme Haftpflicht: 10 Mio. €
  • Variante Haftpflicht + Teilkasko mit eingeschränktem Selbstbehalt (max. 350 €)
  • Listenpreis: 14.790 €
  • Versicherungssteuer jährlich 200,88 €

Tesla Modell 3 Long RangeTesla Modell 3 Long Range (Bild: valentinphotography/Shutterstock)

  • 211 kW, Strom
  • fabriksneu
  • Versicherungsnehmer: 45 Jahre
  • jährliche Fahrleistung: 15.000 km
  • Zulassungsort: Wien
  • Bonus/Malus-Stufe 0 (seit 2 Jahren)
  • Versicherungssumme Haftpflicht: 10 Mio. €
  • Variante Haftpflicht + Vollkasko mit eingeschränktem Selbstbehalt (max. 350 €)
  • Listenpreis 52.700 €

Tabelle: Opel Corsa

Tabelle: Ford Galaxy

Tabelle: Audi A6

Tabelle: VW Passat

Tabelle: Skoda Fabia

Tabelle: Tesla Modell 3

Motorbezogene Versicherungssteuer ab Oktober 2020

Bei Autos und Motorrädern hebt der Versicherer gemeinsam mit der Prämie die motorbezogene Versicherungssteuer ein und leitet sie umgehend an die Finanz weiter. Die Höhe der Steuer hängt bei Autos von der Motorleistung (kW), bei Motorrädern vom Hubraum ab.

Was ändert sich ab Oktober 2020?

Bei Fahrzeugen, die bis 30. September 2020 erstmals zugelassen werden, bleibt es auch dabei. Für Neuzulassungen ab 01. Oktober 2020 wird hingegen ein neuer Berechnungsmodus aktiv: Zusätzlich zur Motorleistung bzw. zum Hubraum richtet sich die Steuer nach den CO2-Emissionen. Autokäufer tun daher gut daran, schon beim Kauf auf niedrige CO2-Werte, also einen niedrigen Verbrauch zu achten.

Kleiner Vorteil für die Neuzulassungen ab Oktober: Wird die motorbezogene Versicherungssteuer unterjährig bezahlt, fallen keine Zuschläge mehr an. Aktuell werden bei halbjährlicher Zahlung 6 %, bei vierteljährlicher Zahlung 8 % und bei monatlicher Zahlung 10 % draufgeschlagen. Bei Kfz, für die noch die alte Regelung gilt, fallen die Zuschläge weiterhin an, daher möglichst auf jährliche Zahlweise umstellen!

Reine Elektrofahrzeuge (nicht aber Range-Extender und Hybrid-Pkw) sind komplett von dieser Besteuerung befreit.

E-Autos und Hybride versichern

Für Elektroautos und Plug-in-Hybride ist so wie für alle anderen Kraftfahrzeuge eine Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Reine E-Autos sind aber sowohl von der Normverbrauchsabgabe (NoVA) als auch von der motorbezogenen Versicherungssteuer ausgenommen.

Hybride sind bei der motorbezogenen Versicherungssteuer nur für den verbrennungsmotorischen Anteil steuerpflichtig. Vorteilhaft ist auch, dass einige Versiche­rer bei der Kfz-Haftpflicht Spartarife für E-Autos anbieten (bis zu 30 % Umweltbonus). Insgesamt sind E-Auto-Versicherungen aber nicht günstig, speziell im Kaskobereich: Der Akku als teures Bauteil ist oft extra zu versichern, der Abschleppvorgang ist heikel, daher ebenfalls manchmal nicht inkludiert.

Sparpotenzial

  • Rabatte gezielt auswählen. Es gibt unter­schiedlichste Nachlässe (Vorzugs-, Stamm­kunden-, Familien-, Gruppen-, Bonusstufenrabatte usw.), die die Prämie deutlich senken können – manchmal allerdings an Bedingun­gen geknüpft, die man auch einhalten sollte, sonst drohen Nachzahlungen.
  • Selbstbehalte. Da die Erledigung von kleinen Schäden für Versicherer administrativ sehr aufwendig ist, werden hier oft ordentliche Nachlässe geboten. Vor allem wer nur für den absoluten Worst Case (kasko-)versichert sein will, kann durch einen freiwillig höheren Selbstbehalt die Prämie stark reduzieren.
  • Kaskovarianten überdenken. Wer erfah­rungsgemäß sehr vorsichtig unterwegs ist und sein Auto nicht zwingend beruflich braucht, muss nicht zwangsläufig eine Kasko­versicherung abschließen. Ab dem vierten, spätestens fünften Jahr sollte die Kollisions­kasko- auf eine Elementarkasko heruntergefahren werden.
  • Jährlich zahlen. Auch wenn bei Neuzulas­sungen ab Oktober für die motorbezogene Versicherungssteuer keine Unterjährigkeits­zuschläge mehr verrechnet werden, können für die Prämie noch Aufschläge anfallen, daher am besten die Kfz-Haftpflicht samt eventueller Kasko jährlich einzahlen.
  • Extras überprüfen. Assistance-Pakete und Schutzbriefe werden von Versicherern und Autofahrerclubs angeboten und müssen nicht doppelt abgeschlossen werden.

VKI-Tipps

  • Große Ersparnis möglich. Ein Wech­sel der Kfz-Versicherung ist jährlich möglich und kann viel bringen. Die Prämienbandbreite ist riesig, ebenso die Angebotsvielfalt und Gestaltungsmög­lichkeit bei Deckung und Selbstbehalten. Den quer durch alle Kategorien günstigs­ten Anbieter gibt es nicht; zudem werden die Angebote oft jährlich verändert, was schon im Jahr nach Abschluss zu einer anderen Reihung führen kann.
  • Mit Vorbehalt hilfreich. Vergleichsportale bieten einen guten ersten Über­blick, enthalten aber nicht alle Anbieter und sind provisionsabhängig, daher immer über mehrere Vertriebswege Angebote einholen.
  • Unterjährige Zahlung. Auch wenn manche Versicherer bei ihren Prämien auf Unterjährigkeitszuschläge verzichten: Bei der motorbezogenen Versicherungssteuer werden um bis zu 10 % mehr für halb-, vierteljährliche oder monatliche Prämien­zahlungen verrechnet. Für ab 1.10.2020 neu zugelassene Fahrzeuge entfällt dieser Zuschlag.

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