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Pfanni Kartoffel Püree: Verpackung mit Kartoffelpürree in einer Schüssel; in der rechten oberen Ecke der Verpackung - Abbildung eines Kartoffelsacks mit rot-weiß-roter Fahne und AMA-Gütesiegel
Pfanni Kartoffel Püree: Das Produkt scheint laut Aufdruck auf der Verpackung aus heimischen Erdäpfeln produziert zu sein. Wir erfahren, sie stammen aus Europa. Bild: A. Konstantinoudi/VKI

Pfanni Kartoffel Püree: Woher kommen die Kartoffeln?

, aktualisiert am

Auf der Pfanni Kartoffel Püree-Packung ist ein Kartoffelsack mit rot-weiß-roter Fahne und AMA-Gütesiegel abgebildet. Das lässt heimische Kartoffeln auch im Püree vermuten. Die beworbenen österreichischen Kartoffeln passen aber nicht mit der Auskunft des Herstellers zusammen: Denn die Kartoffeln für das Püree kommen „aus Europa“. Woher genau erfahren wir nicht. Ärgerlich! In Deutschland wird das Pfanni-Fertig-Produkt übrigens als Püree aus 100 Prozent deutschen Kartoffeln verkauft.

Was alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Pfanni Kartoffel Püree scheint laut Verpackungsaufdruck aus heimischen Kartoffeln hergestellt zu sein. Tatsächlich ist die Herkunft unklar. Werbung und Inhalt passen nicht zusammen.

Das ist das Problem

Das steht drauf: Pfanni Kartoffel Püree

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Frau H. wunderte sich über die Aufmachung des Pfanni Kartoffel Pürees. Es handelt sich um ein Trockenprodukt in einer Kartonverpackung. In der rechten oberen Ecke der Verpackung ist klein ein Sack mit Kartoffeln der Marke „Pfanni Beste Ernte“ abgebildet. „Schon probiert?“ steht unmittelbar daneben. Es ist nicht klar, ob sich diese Frage auf das Püree oder die Erdäpfel im abgebildeten Sackerl bezieht auf dem eine rot-weiß-rote Flagge und das AMA-Gütesiegel (Agrarmarkt Austria) zu erkennen sind. „Würde mich stark interessieren, woher die Kartoffeln für dieses Produkt stammen“, schreibt uns Frau H. „Ich finde keinen Hinweis auf der Verpackung, außer dieser Werbung für AMA-Kartoffeln.“

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Werbung mit Österreich-Herkunft

Also, wenn die auf der Verpackung beworbenen frischen Erdäpfel augenscheinlich aus Österreich stammen, ist doch anzunehmen, dass dies auch auf die im Trockenprodukt verarbeiteten Erdäpfel zutrifft, oder nicht? Auf der Kartonverpackung ist kein weiterer Hinweis auf die Herkunft der Kartoffeln zu finden. Wir haben bei Unilever, dem Hersteller von Pfanni Püree, nachgefragt und zusätzlich auch bei der AMA nachgehakt. Schließlich ist ein Kartoffelsäckchen mit dem AMA-Gütesiegel auf der Verpackung abgebildet, das mit der Herkunft Österreich wirbt.

Kartoffeln „aus Europa“

Während wir auf Antwort gewartet haben, ist uns bei der Recherche noch etwas aufgefallen: In deutschen Lebensmittel-Onlineshops ist auf der Pfanni-Packung der Hinweis „100 % deutsche Kartoffeln“ zu sehen. Dieser befindet sich genau an jener Stelle, an der das Kartoffelsackerl auf der österreichischen Packung abgebildet ist. Das legt die Vermutung nahe, dass jeweils heimische Kartoffeln zum Einsatz kommen. Also, sind demnach auch österreichische Erdäpfel im heimischen Produkt? Leider falsch. Unilever lässt uns wissen, die Kartoffeln stammen „aus Europa“. Mehr aber auch nicht. Von der AMA erhielten wir die Information, dass es sich bei diesem Kartoffelpüree nicht um ein AMA-Gütesiegel-Produkt handle. Nur die im Säckchen am oberen Packungsrand abgebildeten frischen Speisekartoffeln seien AMA-zertifiziert.

Kennzeichnung der Herkunft sinnvoll

Unserer Meinung nach sollte es einen zusätzlichen Hinweis am Produkt geben, der klar anführt, woher die verwendeten Kartoffeln stammen. Damit würde das abgebildete Kartoffelsackerl mit seinen Herkunftsangaben zu keinen falschen Rückschlüssen führen. Andernfalls wären Sinn und Absicht nationaler Werbung in Frage gestellt.

Aromen und Zusatzstoffe

Seitlich auf der Verpackung befindet sich der Hinweis „Die Kartoffeln werden so schonend verarbeitet, dass die Haupt-Nährstoffe und der typische Kartoffelgeschmack weitgehend erhalten bleiben. Wir haben uns die Zutatenliste des Produktes genau angeschaut: 99 % Kartoffeln, Emulgator: Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, Stabilisator: Diphosphat, Aromen, Antioxidationsmittel Natriummetabisulfit. Ärgerlich: Dem Produkt sind Aromen beigemengt, die mit großer Wahrscheinlichkeit künstlich hergestellt werden. Das Püree scheint also nicht so kartoffelig zu schmecken wie es der seitlich auf der Verpackung angeführte Hinweis suggeriert. Für den „typischen Kartoffelgeschmack verlässt sich der Hersteller demnach nicht auf den natürlichen Kartoffelgeschmack.

Was enthält das Püree außerdem?

Stabilisatoren und Emulgatoren sorgen für die cremige Konsistenz des zubereiteten Produkts und sollen eine möglichst homogene Konsistenz, ohne Absetzen von Flüssigkeit oder Klumpenbildung, bewirken.

Ebenfalls enthalten: Natriummetabisulfit, ein Antioxidationsmittel, das eine unerwünschte Braunfärbung des Kartoffelbreis verhindern soll. Für die meisten Menschen sind Sulfite unbedenklich, weil ein körpereigenes Enzym für den schnellen Abbau sorgt. Bei empfindlichen Menschen kann es jedoch zu Kopfschmerzen oder Übelkeit sowie bei Asthmatikern sogar zu Asthmaanfällen kommen. In seltenen Fällen wurden allergische oder allergieähnliche Reaktionen beobachtet.

Reaktion von Unilever

Der Produzent gibt keine Details zur Herkunft der Kartoffeln an

„Für unsere umfangreiche Produktpalette gelten, unabhängig vom Produktionsstandort, die gleichen strengen Produktionsbedingungen und Qualitätskriterien für Produkte und Rohwaren. Die Kartoffeln für unser Produkt stammen aus Europa. Wir bitten um Verständnis, dass wir über diese Informationen hinausgehend keine weiteren Details geben können, aus welchem Land z.B. bestimmte Rohwaren bezogen werden.“

Unilever Deutschland Holding GmbH,
7.7.2022

 

Reaktion der AMA (Agrarmarkt Austria)

Wir dürfen Ihnen mitteilen, dass es sich bei dem Produkt Kartoffelpüree um kein AMA-Gütesiegel-Produkt handelt. Die am Packstück abgebildeten frischen Speisekartoffeln „Beste Ernte“ sind im Rahmen des AMA-Gütesiegel-Programmes zertifiziert.

Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH
29.8.2022

Wir empfehlen

Nicht jeder Aufdruck auf Lebensmittelverpackungen zeigt die wahre Herkunft – Bleiben Sie bei nationalen Symbolen skeptisch!

Unser Tipp: Kartoffelpüree selbst machen ist ganz einfach und Sie sparen natürlich unerwünschte Zutaten wie Zusatzstoffe: Einfach mehlige Erdäpfel weich kochen, schälen und zerstampfen. Anschließend mit Milch, einer Prise Muskat und Salz cremig rühren. Fertig!

 

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1 Kommentar

Trockenfutter

skipper54, 14. September 2022, 03:09

Selbst gemacht schmeckt´s am besten.
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