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ÖBB: Fahrplan 2019 - Teurere Tickets, mehr Verbindungen

Im Dezember 2018 wechselt der Fahrplan und die Ticketpreise steigen. Es kommen ein neues Sparschiene-Angebot, neue Züge nach Berlin und in die Slowakei, Familienabteile im Nachtzug sowie mehr Züge im Nahverkehr, besonders in der Ostregion. 

Am 9. Dezember 2018 tritt europaweit der neue ÖBB-Fahrplan in Kraft – immer Anlass für die Bahn, die Preise zu erhöhen und geplante Neuerungen gesammelt bekannt zu machen.

Westbahnstrecke überdurchschnittlich teurer

Mit dem Fahrplanwechsel erhöhen die ÖBB die Preise um durchschnittlich 1,9 Prozent. Das sei, so die ÖBB-Sprachregelung, weniger als die vorhergesagte Inflation von 2,1 Prozent. Die ÖBB-Preissteigerung liegt jedoch bei zahlreichen stark frequentierten Distanzen, z.B. auf der Westbahnstrecke, mit rund 3 Prozent deutlich über der Inflationsrate.

So kostet das 50 Prozent ermäßigte Halbpreisticket mit ÖBB-Vorteilscard ab dem Fahrplanwechsel zum Beispiel auf der Strecke Wien–St. Pölten 5,70 Euro statt 5,50 Euro, das sind plus 3,6 Prozent; oder 18,70 Euro statt 18,10 Euro für die Strecke Wien–Linz, auch das sind plus 3,6 Prozent. Die Strecke Wien–Salzburg kostet 27,80 Euro statt 27,10 Euro, das sind plus 2,6 Prozent; oder 36,70 Euro statt 35,90 Euro für die Strecke Wien–Innsbruck, das sind plus 2,2 Prozent.

Unveränderter Preis auf kurzen Strecken

Als Beispiele für Distanzen, wo der Preis gleich bleibt, führen die ÖBB kurze Strecken wie Feldkirch–Bregenz, Leoben–Judenburg und Payerbach-Reichenau–Wr. Neustadt an. In Summe ergibt das nach der ÖBB-Logik im Österreich-Durchschnitt über alle Strecken die genannten 1,9 Prozent. Wenig tröstlich die Nachricht von ÖBB-Chef Matthä, dass die Tarife der Verkehrsverbünde nicht erhöht werden: Der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) hat seine Preise bereits mit 1. Juli 2018 um durchschnittlich 4 Prozent hinaufgesetzt.

Österreichcards deutlich teurer

Ebenfalls deutlich teurer werden wieder einmal die Österreichcards der ÖBB, die ein Jahr lang zur Nutzung aller ÖBB-Züge und einiger Privatbahnen berechtigen: Sie werden in der 2. Klasse-Version  durchwegs um 3 Prozent teurer, in der 1.Klasse-Version sogar um 6 Prozent! (Beispiel: Österreichcard Classic 2. Klasse von 1.834 Euro auf 1.889 Euro; Österreichcard Familie von 1.964 Euro auf 2.024 Euro.

Was dabei zusätzlich verstimmt, ist dass die Österreichcard-Erhöhung auch diesmal wieder mit dem irreführenden Hinweis "Tarife für Österreichcards liegen deutlich unter internationalen Vergleichsangeboten: ÖC Classic: 1.889,-/SBB Generalobo:3.386,-/DB BahnCard 100: 4.270 ,-" argumentiert wird. Denn hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, da das SBB Generalobo neben den Zügen auch die Nutzung der Busse, Stadtverkehre, Schiffe und Seilbahnen in der Schweiz einschließt und da das Schienennetz der DB rund achtmal so lang ist wie jenes in Österreich.

Die gute Nachricht: Die Preise der ÖBB Vorteilscards bleiben gleich. Auch jene der Sparschiene-Tickets.

Neue Ticketkategorie „Sparschiene Komfort“

Mit der „Sparschiene-Komfort“ wird im Februar 2019 eine neue Tarifkategorie eingeführt. Dieser Tarif kommt Leuten entgegen, denen das nicht stornierbare Sparschiene-Ticket zu riskant ist. Sparschiene-Komfort-Tickets können bis 15 Tage vor Reiseantritt kostenlos storniert werden und bis einen Tag vor dem ersten Gültigkeitstag gegen eine Stornogebühr von 50 Prozent. Das gilt ab einem Ticketpreis von 15 Euro. Die Sitzplatzreservierung ist hier inkludiert. Der Preis der Sparschiene-Komfort-Tickets wird zwischen dem von „klassischen“ Sparschiene-Tickets und Normalpreistickets liegen, formulieren es die ÖBB vage. Er wird also je nach Strecke variieren.

Wer rasch das billigste Ticketangebot für die gewünschte Strecke an einem bestimmten Kalendertag finden will, dem hilft ab Ende November 2018 auf Ticketangebote und in der ÖBB-App beim elektronischen Ticketkauf eine „Preis-Checker“-Funktion: Reisetag eingeben, Verbindungen nach Preis sortieren lassen. Die Funktion reiht an oberster Stelle jenes Angebot, das auf der gewünschten Strecke das günstigste ist – allerdings nur Angebote der ÖBB. 

Preiszuckerln: zeitlich begrenzt

Auch zeitlich begrenzte Preiszuckerl sollen immer wieder das Bahnfahren schmackhaft machen: So erhalten derzeit ÖBB-Vorteilscard-Kundinnen und -Kunden noch bis 31. Dezember 2018 bei Online- oder mobiler Buchung am ÖBB-Kundenkonto in den ÖBB-Fernverkehrszügen (ausgenommen Nightjet) für 1. und 2. Klasse im Inland und ins Ausland die Sitzplatzreservierung um 1 Euro.

Neue Fernzüge

Neue Zugkategorie „Railjet xpress“ (RJX)

Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 gibt es die neue Zugbezeichnung Railjet xpress – im Fahrplan und am Bahnsteiganzeiger in der Zugnummer mit „RJX“ abgekürzt. RJX signalisiert die schnellste ÖBB-Verbindung auf einer Strecke (beispielsweise von Wien nach Salzburg in nur 2 Stunden 22 Minuten). Die Züge fahren zwar keine höhere Geschwindigkeit als die normalen Railjets, sie bleiben aber weniger oft stehen und kommen so auf eine kürzere Gesamtfahrzeit.

Neue Fernzüge national und international

Die ÖBB sind täglich mit rund 300 Fernverkehrszügen unterwegs, mehr als die Hälfte davon fahren über die Landesgrenzen. Ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 gibt es wieder neue Fernzugverbindungen. So werden Wien und Berlin zweimal täglich direkt verbunden. Es handelt sich dabei um eine Verbindung am Tag (im ICE), in nur rund 7 Stunden und 40 Minuten, sowie eine Nachtverbindung (Nightjet). An Wochenenden kommen neue IC-Züge von Innsbruck via München nach Hannover und Hamburg und via Frankfurt nach Köln und Dortmund dazu.

Mit der neuen Direktverbindung zwischen Bratislava, Wien und Zürich mit dem Railjet xpress (RJX) wird die Slowakei direkt an den Fernverkehr Richtung Westen angebunden – ebenso durch eine Direktverbindung Wien–Kosice. Ab Ostern 2019 gibt es eine neue Direktverbindung Wien–Krakau. Und nach Rumänien wird ein IC Wien–Budapest–Cluj Napoca eingerichtet.

Zusätzliche Railjets zwischen Osttirol und Wien

Innerhalb Österreichs gibt es ab 9. Dezember 2018 zwischen Osttirol und Wien zusätzliche Railjet-Direktverbindungen Lienz–Villach–Wien und retour. Von Klagenfurt nach Salzburg gibt es eine neue Abendverbindung (ab Klagenfurt um 20:45 Uhr, an Salzburg um 23:48 Uhr), ebenso von Graz nach Wien (ab Graz um 21:26 Uhr, an Wien um 00:02 Uhr).

Nightjets

Seit zwei Jahren heißen Nachtzüge Nightjets. Damals übernahmen die ÖBB einige Nachtzüge, die die Deutsche Bahn aus ihrem Angebot strich – und die ÖBB bezeichnen die Nightjets als Erfolgsgeschichte. Dort, wo sie in Konkurrenz zu Billigfliegern fahren, sei die Situation naturgemäß schwieriger. Insgesamt 13 neue Nightjet-Garnituren sollen die alten Waggons der DB attraktiver machen. Seit Dezember 2016 wurden bereits 2,7 Millionen Kunden verzeichnet. Privatabteile im Nightjet für Familien zum Pauschalpreis sollen die Nachtzüge für Familienreisen attraktiver machen: Nightjet-Liegewagen für bis zu drei Erwachsene plus Kinder (maximal 6 Personen) kosten auf innerösterreichischen Strecken ab 136 Euro, international ab 199 Euro.

Mehr Nahverkehrsangebote vor allem im Osten

Die ÖBB bringen auch regional und national neue Verbindungen. So sind von den Verkehrsdienstebestellern in den Bundesländern im Nahverkehr Ausweitungen von rund 1,1 Millionen Zugkilometern geplant. Ein Stundentakt auf Regionalbahnen ist das Ziel, die Rex-plus-Verbindungen Wien Westbahnhof–Amstetten sollen verdichtet werden. Ebenso die Regionalbahn-Verbindungen nach Puchberg am Schneeberg und Gutenstein sowie die Erlauf- und Kamptalbahn. 

 

Weitere Neuerungen: Wagenmaterial, Gepäcksicherung, Rail & Drive

Neues Wagenmaterial

Auch im Jahr 2019 bringen die ÖBB wieder neue Züge zum Einsatz. So wird etwa die aktuelle Tranche der 165 ÖBB-Cityjets vom Typ Desiro ML in Betrieb genommen. Ab der zweiten Jahreshälfte 2019 werden 21 weitere ÖBB-Cityjets vom Typ TALENT3 in Vorarlberg eingesetzt. Für Tirol wurden im Juli 2918 bereits 25 ÖBB-Cityjets vom Typ TALENT3 bestellt, wobei die ersten ab 2020 unterwegs sein werden. Schrittweise modernisiert werden im kommenden Jahr Garnituren vom Typ TALENT1 und Desiro Classic. Sie sollen bis 2022 an den Cityjet-Standard angeglichen sein. Die Verbesserungen betreffen neue Sitze, Fahrgastinformationssysteme sowie im TALENT1 kostenfreies WLAN. In Summe investieren die ÖBB nach eigenen Angaben 1,8 Milliarden Euro in die Flottenerneuerung. Bis Ende 2022 sollen alle geplanten neuen Züge im Einsatz sein.

Weitere Neuerungen: Gepäcksicherung, Rail & Drive

Im Laufe des Jahres 2019 sollen die Ruhe- und Familienzonen in Railjets auch außen am Zug ersichtlich gemacht werden. Getestet wird in einzelnen Zügen sowohl eine digitale als auch eine analoge Form der Sicherung von Reisegepäck gegen Diebstahl. Das im Jahr 2017 eingeführte Angebot Rail & Drive, das Carsharing der ÖBB, hat mittlerweile 3.500 registrierte Kunden und 4.500 Buchungen pro Monat. Es wird mit dem neuen Fahrplan 2018 von 18 auf 22 Bahnhöfe ausgeweitet. 

Mobilfunkausbau auf der Südstrecke

Nachdem der Mobilfunkausbau auf der Westbahnstrecke abgeschlossen ist, folgt jetzt der Ausbau auf der Südstrecke und den S-Bahnen österreichweit.
Mit dem Kundenservice.direkt gibt es seit Sommer 2018 am Hauptbahnhof Wien eine zusätzliche Anlaufstelle für ÖBB-Kundinnen und -Kunden, wo speziell geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Themen wie Fahrgastrechte, Erstattungsansuchen, Verspätungsbestätigungen und Umbuchungen beraten sowie Anregungen entgegennehmen. Bis Mitte 2019 werden solche Kundenservice.direkt-Schalter auch auf den Hauptbahnhöfen in Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg und Villach eröffnet.

Bei dem neuen Pilotprojekt Voice2Train bringt die lokale Zugdisposition Information direkt in den Zug. Das soll die Berechenbarkeit der Reise für die Fahrgäste erhöhen.


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