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Einmachgläser
Bild: fotoknips / shutterstock.com

Lebensmittel-Verschwendung: Obst- und Gemüse konservieren - Einkochen, einlegen, dörren

Wenn bestimmte Obst- und Gemüsesorten Saison haben und in großen Mengen anfallen, fragt man sich oft, was tun? Wir sagen: einkochen, einlegen, dörren, ...

Wer einen eigenen Garten hat, kennt das Problem: Haben Äpfel, Kirschen, Paradeiser & Co Saison, fallen sie in rauen Mengen an. In besonders ertragreichen Jahren stößt man auch mit Verschenken oder Einfrieren (dazu mehr in der nächsten Folge unserer Serie) rasch an Grenzen. Oft landen überschüssige Früchte im Kompost oder gar im Müll. Dabei gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, Obst und Gemüse über einen langen Zeitraum haltbar zu machen, und dies auch noch auf sehr schmackhafte Weise.

Konservierungsmethoden

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen physikalischen und chemischen Konservierungsmethoden. Zu den physikalischen Verfahren zählen z.B. Einfrieren, Erhitzen und Trocknen. Bei den chemischen Verfahren kommen Substanzen wie Säure, Zucker oder Salz zum Einsatz.


Lesen Sie außerdem nachfolgende Artikel zum Thema Lebensmitttelverschwendung:

Konservierungsarten

Unterschiedliche Konservierungen

Zucker

Zucker reduziert frei verfügbares Wasser. Er entzieht Mikroorganismen durch Osmose die Zellflüssigkeit. So werden sie abgetötet. Andersherum: Je mehr freies Wasser ein Lebensmittel enthält, desto schneller verdirbt es. Zucker kommt etwa beim Kandieren oder bei der Herstellung von Marmelade zum Einsatz. Wie viel Zucker zugesetzt werden muss, hängt vom Wassergehalt des Produktes ab. Bei einem Zuckergehalt von 50 Prozent können sich in der Regel Mikroorganismen nicht mehr vermehren. Sirup benötigt deshalb mehr Zucker als Marmelade.

Salz

Auch beim Salzen wird die konservierende Wirkung dadurch erreicht, dass das freie Wasser in einem Lebensmittel reduziert wird. Salz wird gern zur Konservierung von Gewürzen (Gewürzsalz), Kaviar, Fisch (in Salzlake) oder Fleisch (zum Pökeln) verwendet.

Trocknen

Eines der ältesten Verfahren, um Lebensmittel haltbar zu machen, ist Trocknen; etwa in der Sonne, im Backofen oder im Dörrautomaten. Damit eine konservierende Wirkung eintritt, darf die maximale Restfeuchte je nach Lebensmittel nicht mehr als 8 bis 20 Prozent betragen. Beim Trocknen sind allerdings hinsichtlich Gewebestruktur, Farbe des Lebensmittels, Geschmack sowie Aroma Veränderungen und Verluste möglich. Nicht jedes Lebensmittel ist zum Trocknen geeignet.

Faule Stellen entfernen

Gute Ergebnisse lassen sich mit Obst, Beeren, Gemüse, Pilzen oder Kräutern erreichen. Wichtig ist, dass man faule Stellen vorher entfernt. Die Trocknungszeiten sind abhängig von Größe, Dicke, Konsistenz und Wassergehalt. Während beispielsweise geschnittene Wurzelgemüse und Zwiebeln weniger als 10 Stunden benötigen, dauert es bei ganzen Zwetschken etwa 24 Stunden. Kräuter können gut zu Sträußen gebunden aufgehängt und an der Luft getrocknet werden. Getrocknete Lebensmittel sollten dunkel und trocken in einem verschließbaren Glas gelagert und innerhalb eines Jahres konsumiert werden.

Einkochen

Bei dieser Methode – auch Einrexen oder Einmachen genannt – werden Mikroorganismen durch Hitze abge­tötet. Durch luftdichtes Verschließen wird verhindert, dass das Lebensmittel von neuen Keimen befallen werden kann. Zum Ein­kochen eignen sich Obst und bestimmte Gemüse (z.B. Tomaten als Sugo, aber auch Gemüse- oder Fleischbrühe). Dabei muss man allerdings bestimmte Nährstoffverluste in Kauf nehmen. So wird etwa Vitamin C beim Kochen zerstört.

Zwei Mal einkochen, vor dem Konsumieren nochmals erhitzen

Um eine Lebens­mittelvergiftung zu vermeiden, sollte man Gemüse oder Fleisch zwei Mal einkochen und vor dem Konsumieren nochmals mindestens fünf Minuten lang auf über 80 Grad Celsius erhitzen. So wird die Vermehrung des Bakteriums Clostridium botulinum, das lebensbedrohliche Vergiftungen (Botulismus) auslösen kann, verhindert. Eingekochte ­Lebensmittel sollten auch regelmäßig kontrolliert werden. Sitzt der Deckel lose oder weist der eingekochte Inhalt farbliche Veränderungen auf oder riecht er unnatürlich, ist die Speise unbedingt zu entsorgen.

Einlegen

Beim Einlegen wird oft Essig verwendet, da die meisten Mikroorganismen sich in saurer Umgebung nicht vermehren können. Handelsüblicher Essig mit einem Säuregehalt von 5 Prozent ist dafür geeignet. Damit die Konservierung gelingt, muss der Essigsud vor dem Einlegen aufgekocht werden. So kann man etwa Gemüse oder Pilze einlegen. Auch eine Salzlösung ist fürs Einlegen geeignet.

Einkoch-Tipps

Hygiene

Beim Einkochen und Einlegen besonders auf Hygiene achten. Frisch ge­- waschene Hände, eine saubere Arbeits­fläche und saubere Küchenutensilien sind Voraussetzung dafür, dass keine Keime in die Lebensmittel gelangen.

Frische

Die verwendeten Lebensmittel müssen frisch und von einwandfreier Qualität sein und vor der Verarbeitung gut gereinigt werden. Obst und Gemüse mit matschigen Stellen sowie überreifes Obst und Gemüse aussortieren. Das gilt auch für schimmlige Lebensmittel.

Gefäße

Zum Einkochen oder Einlegen verwendete Flaschen und Gläser müssen sauber sein und zeitnah vor dem Befüllen sterilisiert werden, die verwendeten Deckel ebenfalls. Gläser, Deckel und eventuell notwendige Gummiringe dafür etwa 10 Minuten in kochendes Wasser geben. Danach Gläser und Deckel nur noch an der Außenseite anfassen und das Einkochgut sorgfältig verschließen.

Lagerung

Die konservierten Lebensmittel sollten kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert werden. Weisen die Produkte einen unangenehmen Geschmack oder Geruch, Veränderungen der Kon­sistenz oder sichtbaren Schimmel auf, müssen sie entsorgt werden. Nach dem Öffnen sollten konservierte Lebensmittel prinzipiell im Kühlschrank gelagert und rasch verbraucht werden.

Haltbarmachen

  • Sirup, Saft
  • Likör/Schnaps, Rumtopf
  • Eingerexter Kuchen = Kuchen im Glas
  • Einkochen: Tomatenmark und -ketchup, Sugo, Suppen
  • Einfrieren: Gemüse oder Obst (anschließend Verwendung in Kuchen, Suppen, zum Würzen etc.)
  • Marmelade, Gelee, Kompott, Röster, Chutney, Pesto
  • Einlegen in Essig, Salzlake oder Öl (z.B. Gurken, Tomaten), Sauerkraut
  • Trocknen bzw. Dörren (z.B. Obst wie Äpfel und Birnen; Gemüse für Suppenwürze, Tee, Kräuter)

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