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Gentherapie zur Krebsbehandlung, Konzept Krebstherapie mit T-Zellen und Pipette
Bild: CI Photos / Shutterstock.com

Mikroimmuntherapie

Verbessert die Mikroimmuntherapie Beschwerden bei Allergien, Krebs, Gelenksentzündungen, Autoimmunkrankheiten, Demenz oder verschiedenen Virusinfektionen?

Wissenschaftliche Belege fehlen. Die Wirksamkeit der Mikroimmuntherapie wurde bislang nur gegen Heuschnupfen und Krebs untersucht. Die Aussagekraft der vorliegenden Studien ist jedoch zu gering, um auf eine Wirksamkeit der Therapie schließen zu können. Der Nutzen der Mikroimmuntherapie ist somit für keine einzige Erkrankung belegt.

Wirkungsweise des Immunsystems

Unser Immunsystem schützt uns vor Krankheitserregern, wehrt Fremdstoffe ab und bekämpft Krebszellen. Damit das funktioniert, müssen die verschiedenen Arten von Immunzellen im Körper gut zusammenarbeiten. Dazu kommunizieren sie miteinander über verschiedene Botenstoffe und produzieren Antikörper.

Viele Immuntherapien - etwa jene gegen Krebs - beeinflussen gezielt Botenstoffe des Immunsystems oder nutzen Antikörper. Das gilt auch für Krankheiten wie Rheuma oder Allergien, die durch ein überaktives Immunsystem verursacht werden. Bei einer Allergie gegen Pollen oder Hausstaubmilben kann auch eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) helfen, das Immunsystem an die Allergie-Auslöser zu gewöhnen und so die Beschwerden zu lindern.

Einsatz von Globuli

Die sogenannte Mikroimmuntherapie setzt auf Globuli, die unter die Zunge gelegt werden sollen und sich dort auflösen. Sie enthalten sehr stark verdünnte Mengen an Immun-Botenstoffen oder nicht näher beschriebenen Stücken der Erbsubstanz DNA. Die Verdünnung ist so stark, dass die Substanzen im Präparat kaum oder nicht mehr nachweisbar sind - wie auch bei anderen homöopathischen Mitteln. Derzeit sind mehr als 40 verschiedene Präparate auf dem Markt, die bei unterschiedlichsten Erkrankungen helfen sollen, darunter Allergien, Krebs, rheumatische Entzündungen und andere Autoimmunkrankheiten, unterschiedlichste Virusinfektionen sowie verschiedene Formen von Demenz. Die Mittel sollen auch deutlich weniger Nebenwirkungen haben als herkömmliche Medikamente.

Keine Belege für die Wirksamkeit

Unsere Kooperationspartner von medizin-transparent.at haben für uns untersucht, was an der Mikroimmuntherapie dran ist. Dazu suchten sie in mehreren Studiendatenbanken Belege für die Wirksamkeit der Methode. Ohne Erfolg. Es fanden sich keine Hinweise, die auf einen Nutzen der Mikroimmuntherapie schließen lassen. Um diesen nachweisen zu können, ist ein Vergleich mit einer Scheintherapie (Placebo) notwendig. Derartige Studien scheinen jedoch rar zu sein. Es wurden nur zwei Arbeiten mit von Pollenallergie Betroffenen und eine mit an Krebs erkrankten Personen ausfindig gemacht. Doch keine der drei Studien erwies sich als aussagekräftig, weil sie alle mangelhaft durchgeführt waren. Die veröffentlichten Daten sind in allen Arbeiten unvollständig.

Dass die Mikroimmuntherapie-Präparate selbst schädlich sein können, erscheint zwar aufgrund der hohen Verdünnung der enthaltenen Wirkstoffe unwahrscheinlich, gefährlich kann es allerdings werden, wenn Personen mit einer schweren Erkrankung wie Krebs auf eine erwiesenermaßen wirksame Behandlung verzichten und stattdessen nur auf die Mikroimmuntherapie vertrauen.

Kooperation mit medizin-transparent.at

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Bild: medizin transparent

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Beinahe täglich berichten Medien von Behandlungsmethoden, diagnostischen Tests und Studien. Wie aber steht es mit den Fakten hinter diesen Meldungen? Können wir glauben, was wir lesen? In unserer Rubrik "Fakten-Check Medizin" finden Sie Informationen, ob es für Medienberichte zu medizinischen Themen echte wissenschaftliche Beweise gibt.

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