DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.

Zum Inhalt

nöm Butter Marke "Goodmilk" - Nicht "gentechnikfrei erzeugt"

  Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Teebutter eines Herstellers, der mit gentechnikfreiem Sortiment wirbt, obwohl diese Butter nicht als "gentechnikfrei erzeugt" deklariert ist.

nöm verkauft auch unter der Marke "Goodmilk" Produkte. Bild: K. Schreiner/VKI
nöm verkauft auch unter der Marke "Goodmilk" Produkte. Bild: K. Schreiner/VKI

nöm verkauft auch unter der Marke "Goodmilk" Produkte. Bild: K. Schreiner/VKI

Angaben für ein gentechnikfreies Sortiment gelten nur für Produkte mit dem nöm-Logo, nicht aber für Produkte der Zweitmarke "Goodmilk". Bild: K. Schreiner/VKI
Angaben für ein gentechnikfreies Sortiment gelten nur für Produkte mit dem nöm-Logo, nicht aber für Produkte der Zweitmarke "Goodmilk". Bild: K. Schreiner/VKI

Angaben für ein gentechnikfreies Sortiment gelten nur für Produkte mit dem nöm-Logo, nicht aber für Produkte der Zweitmarke "Goodmilk". Bild: K. Schreiner/VKI

Milch eventuell nicht aus gentechnikfreier Fütterung

Das steht drauf: Goodmilk Teebutter

Gekauft bei: Merkur

Das ist das Problem

Die niederösterreichische Molkerei nöm brüstet sich im Internet damit, dass ihr gesamtes Sortiment aus gentechnikfreier Erzeugung stammt: "Europas 1. gentechnikfreies Sortiment – diesen Europameistertitel kann und darf sich nur die nöm auf die Fahnen heften. Schließlich waren wir es, die seit 1. Mai 2009 als europaweit erste Molkerei unsere gesamte 'nöm Milch Palette' auf gentechnikfreie Produktion umgestellt haben ...", heißt es auf der Homepage des Unternehmens unter dem Stichwort "gentechnikfrei". Und: "... Sie als Konsument erkennen das durch das grüne Kontrollzeichen 'Ohne Gentechnik hergestellt' ...".

NÖM: "gentechnikfrei erzeugt" gilt nicht ...

nöm verkauft aber auch unter der Marke "Goodmilk" Produkte. Als eine Konsumentin, die mit Erzeugnissen der Molkerei nöm die im Internet beworbene gentechnikfreie Herstellung fix assoziierte, die Verpackungsaufschriften der "Goodmilk" Teebutter genauer studierte, wurde sie stutzig: Auf der Packung war kein "gentechnikfrei erzeugt"-Siegel aufgedruckt. Sie fragte bei nöm nach und erfuhr, dass aufgrund von Milchengpässen Milch aus Deutschland zugekauft wurde, die eventuell nicht aus gentechnikfreier Fütterung stammt.

... für die Zweitmarke "Goodmilk"

Wie passt das denn zu dem auf der Homepage angepriesenen gentechnikfreien Sortiment? Laut nöm ganz problemlos: Demnach gelten diese Angaben nur für Produkte mit dem nöm-Logo, nicht aber für Produkte der Zweitmarke "Goodmilk". So einfach kann man es sich als Hersteller also auch machen.

Gütesiegel beachten

Wer gentechnikfrei erzeugte Lebensmittel kaufen will, verlässt sich somit besser nicht auf schön gestaltete Werbetexte. Achten Sie auf die Produktdeklaration und auf Gütesiegel: Produkte aus gentechnikfreier Erzeugung haben das grün-weiße Siegel "gentechnik-frei erzeugt" auf der Verpackung. Bio-Produkte stammen übrigens grundsätzlich aus gentechnikfreier Produktion.

Reaktion der Firma nöm

Was nöm dazu sagt, dass auf der Verpackung der "Goodmilk" Butter kein Siegel für gentechnikfreie Herstellung aufgedruckt ist.

"Wir bedauern sehr, dass für unsere Konsumentin nicht klar ersichtlich ist, dass für unsere nöm Markenprodukte nur bester, garantiert österreichischer und gentechnikfreier Rohstoff verwendet wird. Klarer Absender hierfür ist neben dem AMA Gütesiegel sowie dem ,Gentechnikfrei‘ Siegel, auch unser nöm Logo auf den Produkten.

Unsere Zweitmarke ,Goodmilk‘, für die wir dieses Versprechen nicht abgeben und auch nicht kommunizieren, wird hauptsächlich für den Export verwendet. Wie der Konsumentin bereits mitgeteilt wurde, war und ist die ,Goodmilk‘ Butter eine vorübergehende und alternative Lösung, um Ausverkaufssituationen in den Supermärkten zu vermeiden.

Die ohnehin geringe Milchanlieferungsmenge wurde durch die außergewöhnlichen Witterungsverhältnisse im heurigen Jahr (zuerst das kalte und feuchte Frühjahr und dann der extrem heiße Sommer) nochmals reduziert, dies führte zu Rohstoffengpässen. Gerade für Produkte, bei denen viel Milcheinsatz notwendig ist, wirkt sich diese geringere Milchmenge massiv aus (für 1 kg Butter ist der Rahm von 21 Liter Milch notwendig).
Für die Marke ,Goodmilk‘ müssen wir daher vorübergehend auch Rohstoff aus Deutschland zukaufen. Deshalb werden bei dieser Marke weder das nöm Logo noch die Kennzeichnungen ,Ohne Gentechnik hergestellt‘ und das AMA Gütesiegel auf der Verpackung angebracht.

Derzeit können wir aber bereits wieder eine Erholung der Anlieferungsmengen feststellen und sowohl unsere Milchlieferanten als auch wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Milchanlieferungen wieder entsprechend zu erhöhen.
Wir versichern Ihnen hiermit, dass die Milch für unsere nöm Markenprodukte zu jeder Zeit ausschließlich aus Österreich stammt und von der Futtermittelherstellung bis zum Endprodukt strengstens geprüft wird."

nöm ag
28.10.2013

Wir meinen: Ein Hersteller – zwei verschiedene Marken. Von vornherein allgemein zugängliche Informationen über die Ausgangsprodukte beider Marken bereitzustellen wäre allemal besser, als im Nachhinein gewunden zu erklären, warum das gentechnikfreie Sortiment nur von einer Marke gebildet wird.

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Das könnte auch interessant sein:

Fleischregal bei Lidl

Lidl Fleischregal Herkunftswerbung: Pauschale Auslobung in rot-weiß-rot

Die großflächige Lidl Fleischregal Herkunftswerbung "aus Österreich" trifft nur für die Eigenmarke Wiesentaler zu, nicht jedoch für das ganze Sortiment der Fleischvitrinen. Für die Kundschaft ist es irritierend, Fleischprodukte anderer Herkunft unter der Auslobung "zu 100 % aus Österreich" anzubieten.

BILLA Schwarzwälder Schinken Sandwich: Verpacktes Sandwich von Billa.

BILLA Schwarzwälder Schinken Sandwich: Freilandeier ohne Widersprüche

Beim BILLA Schwarzwälder Schinken Sandwich sorgte eine widersprüchliche Kennzeichnung für Verwirrung. BILLA hat den schlecht sichtbaren Hinweis auf die vorübergehende Verwendung von Eiern aus Bodenhaltung bei gleichzeitig deklarierter Herkunft aus Freilandhaltung wieder entfernt.

Ölz Linzer Schnitte: In Plisterpackung gehüllte Backware

Ölz Linzer Schnitte: Zutatenliste jetzt besser lesbar

Die kaum leserliche Beschriftung auf der Ölz Linzer Schnitte hatte für Ärgernis gesorgt. Die braune Schrift der Zutatenliste auf der Rückseite der Verpackung ermöglicht nun mit dem helleren Hintergrund einen stärkeren Farbkontrast. Besser, aber noch nicht optimal.

Knusperli Knusper Müsli Waldbeer: Packung zeigt Schale mit Müsli und darum hermum kullernden blauen und roten Beeren

Knusperli Knusper Müsli 0 % Zuckerzusatz Waldbeer

Das Symbolfoto verspricht weit mehr Beeren als das Knusperli Knusper Müsli 0 % Zuckerzusatz Waldbeer bietet. Konsumentinnen und Konsumenten ärgern sich über nur 1,6 Prozent enthaltene gefriergetrocknete Beerenstückchen sowie über Palmöl und Aromen im Müsli.

Pfanni Kartoffel Püree: Verpackung mit Kartoffelpürree in einer Schüssel; in der rechten oberen Ecke der Verpackung - Abbildung eines Kartoffelsacks mit rot-weiß-roter Fahne und AMA-Gütesiegel

Pfanni Kartoffel Püree: Woher kommen die Kartoffeln?

Pfanni Kartoffel Püree zeigt auf der Verpackung einen Kartoffelsack mit rot-weiß- roter Fahne und das AMA-Gütesiegel als kleine Abbildung. Die Herkunft der Kartoffeln für das Püree ist aber nicht deklariert. Sind nun österreichische Erdäpfel enthalten? Leider nein! Zudem ist das Püree-Pulver mit Aromen und anderen Zusatzstoffen versetzt.

Sojade So Soja! Natural: grüner Becher

Sojade So Soja! Natural: Bitte etwas genauer!

Auf der milchproduktähnlichen Verpackung von Sojade So Soja! Natural wäre ein Hinweis auf die Art des Produktes hilfreich. Der Produzent will nun eine genauere Bezeichnung anbringen.

Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums

Sozialministerium
Zum Seitenanfang