Zum Inhalt

Kotanyi Muskatnuss - Da waren’s nur noch zwei …

Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Muskatnuss-Packungen mit unterschiedlichen Füllmengen, aber gleichem Preis.

Kotanyi - von vorne sehen sie gleich aus (Bild: VKI/K. Schreiner)
Kotanyi - von vorne sehen sie gleich aus (Bild: VKI/K. Schreiner)

Kotanyi - von vorne sehen sie gleich aus (Bild: VKI/K. Schreiner)

Kotanyi - Aus 3 mach 2 (Bild: VKI/K. Schreiner)
Kotanyi - Aus 3 mach 2 (Bild: VKI/K. Schreiner)

Kotanyi - Aus 3 mach 2 (Bild: VKI/K. Schreiner)

Zuerst 13 jetzt nur mehr 9 Gramm

Das steht drauf: Kotanyi Muskatnuss ganz

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Dem Erdäpfelpüree fehlte es noch an Würze und in den Tiefen des Küchenkastens war keine Muskatnuss zu finden. Nach dieser küchentechnischen Niederlage beschloss eine Konsumentin, einen kleinen Vorrat anzulegen und kaufte zwei Muskatnuss-Packungen von Kotanyi. Als sie die beiden Packungen daheim einschlichtete, kam ihr vor, als ob sie unterschiedlich befüllt  wären. Sie tastete die Packungen ab und öffnete sie schließlich: In einer waren, wie bislang üblich, drei Muskatnüsse, in der anderen nur zwei.

Gleicher Preis für weniger Inhalt

Sie schaute die beiden Packungen genauer an. Auf den Vorderseiten konnte sie keinerlei Unterschiede entdecken. Sie drehte die Packungen um. Auch die Mindesthaltbarkeit war bei beiden in etwa gleich. Doch als Füllmenge waren bei einer Packung 13 Gramm, bei der anderen 9 Gramm angegeben. Dass in einer Packung nur zwei Muskatnüsse steckten, war also kein Abpackfehler, sondern Absicht. Gekostet hatten die beiden Packungen gleich viel! Das ist doch pure Mogelei, dachte die Konsumentin zornig und beschwerte sich bei uns.

Mehrkosten weitergeben

Wir fragten bei Kotanyi nach. Man sei gezwungen gewesen, Mehrkosten weiterzugeben. Von den zwei Packungen, die die Konsumentin gekauft hatte, stamme eine aus einer Charge vor der Umstellung, die andere aus einer nach der Umstellung produzierten Charge. Ach so! Aber hätte man bei dieser Gelegenheit nicht auch gleich die Packung anders gestalten können? Wie wäre es beispielsweise mit einer deutlich sichtbaren Gramm-Angabe auf der Vorderseite? Vielleicht könnte man ja zusätzlich statt drei nur mehr zwei Muskatnüsse groß und deutlich ins Bild setzen? Packungsdesignern fällt dazu sicher noch mehr ein.

Reaktion der Firma Kotanyi

Was Kotanyi dazu sagt, dass Muskatnuss-Packungen mit unterschiedlichen Füllmengen zum gleichen Preis verkauft werden.

„Muskatnuss ist für Kotanyi ein wichtiges Produkt: einerseits stellen wir äußerst hohe Ansprüche an Geschmack, Aussehen und Gehalt an ätherischen Ölen; andererseits hat sich die Situation auf dem Beschaffungsmarkt in den vergangenen 3 Jahren dramatisch verändert. Wir beziehen Muskatnüsse aus sorgfältig ausgewählten Ursprungsländern, wodurch das für uns verfügbare Angebot sehr beschränkt ist. Dazu kommt, dass sich seit 2009 die Preise bedingt durch Naturkatastrophen und monopolartige Anbieterstrukturen fast verfünffacht haben. Alleine im vergangenen Jahr waren wir mit Preiserhöhungen von 120 % konfrontiert.

Lange Zeit konnten wir diese angespannte Situation durch vorausschauende Einkaufspolitik kompensieren. Dadurch, dass sich jedoch keine Entspannung abzeichnet, sind auch wir gezwungen, einen Teil der Mehrkosten weiterzugeben. Die getroffene Maßnahme reflektiert lediglich zum Teil die Geschehnisse auf dem Weltmarkt. Die von der betroffenen Konsumentin gekauften Packungen stammen aus dem Zeitraum der Umstellung: eine Charge wurde noch vor der Änderung produziert, die andere danach. Die Haltbarkeit ab Produktion ist für beide Produkte dieselbe. Seitens unserer Verkaufsleitung erging eine entsprechende Information auch an die Konsumentin.“

KOTÁNYI GmbH
6.4.2012

Wir meinen:
Gut, dass Kotanyi nach unserer Beschwerde auch die Konsumentin informiert hat. Besser wäre es gewesen, gleich auf der Packung deutlich auf die geänderte Füllmenge hinzuweisen.

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Das könnte auch interessant sein:

Stibitzer Cider Flasche

Stibitzer Cider: Als typisch österreichisch beworben

Stibitzer Cider setzt ganz auf eine Bewerbung als typisch österreichisches Produkt mit 100 % Äpfeln aus Österreich. Die Brau Union Österreich AG lässt den Apfelschaumwein allerdings in Belgien herstellen. Die Zutaten reisen hin und her!

STAUD’S Reine Frucht Marille: Glas mit Marillenfruchtaufstrich, Auslobung "reine Frucht" sorgt für Beschwerden.

STAUD’S Reine Frucht Marille: Mit Frucht und anderen Zutaten

STAUD’S Reine Frucht Marille ist eine Konfitüre, die auch Geliermittel und Zucker enthält. Die Auslobung „Reine Frucht“ sorgte für zahlreiche Beschwerden. Der Hersteller ließ zwar den falschen Hinweis „ohne Zuckerzusatz“ in einem Onlineshop entfernen, die Produktbezeichnung blieb jedoch gleich.

Fleischregal bei Lidl

Lidl Fleischregal Herkunftswerbung: Pauschale Auslobung in rot-weiß-rot

Die großflächige Lidl Fleischregal Herkunftswerbung "aus Österreich" trifft nur für die Eigenmarke Wiesentaler zu, nicht jedoch für das ganze Sortiment der Fleischvitrinen. Für die Kundschaft ist es irritierend, Fleischprodukte anderer Herkunft unter der Auslobung "zu 100 % aus Österreich" anzubieten.

BILLA Schwarzwälder Schinken Sandwich: Verpacktes Sandwich von Billa.

BILLA Schwarzwälder Schinken Sandwich: Freilandeier ohne Widersprüche

Beim BILLA Schwarzwälder Schinken Sandwich sorgte eine widersprüchliche Kennzeichnung für Verwirrung. BILLA hat den schlecht sichtbaren Hinweis auf die vorübergehende Verwendung von Eiern aus Bodenhaltung bei gleichzeitig deklarierter Herkunft aus Freilandhaltung wieder entfernt.

Ölz Linzer Schnitte: In Plisterpackung gehüllte Backware

Ölz Linzer Schnitte: Zutatenliste jetzt besser lesbar

Die kaum leserliche Beschriftung auf der Ölz Linzer Schnitte hatte für Ärgernis gesorgt. Die braune Schrift der Zutatenliste auf der Rückseite der Verpackung ermöglicht nun mit dem helleren Hintergrund einen stärkeren Farbkontrast. Besser, aber noch nicht optimal.

Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums

Sozialministerium
Zum Seitenanfang