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Darbo Feiner Blütenhonig - Honig aus Übersee

Lebensmittel-Check

Was Konsumentinnen und Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Darbo Feiner Blütenhonig ist weiter gereist, als man denkt. Wo österreichische Herkunft erwartet wird, ist Honig aus Mexiko drin.

Darbo Feiner Blütenhonig; (Bild: A. Konstantinoudi/VKI)
Darbo Feiner Blütenhonig; (Bild: A. Konstantinoudi/VKI)

Darbo Feiner Blütenhonig; (Bild: A. Konstantinoudi/VKI)

Darbo Feiner Blütenhonig: Transparente Kennzeichnung ist erfreulich. Der Umwelt zuliebe sind jedoch kurze Transportwege wünschenswert. (Bild: A. Konstantinoudi/VKI)
Darbo Feiner Blütenhonig: Transparente Kennzeichnung ist erfreulich. Der Umwelt zuliebe sind jedoch kurze Transportwege wünschenswert. (Bild: A. Konstantinoudi/VKI)

Darbo Feiner Blütenhonig: Transparente Kennzeichnung ist erfreulich. Der Umwelt zuliebe sind jedoch kurze Transportwege wünschenswert. (Bild: A. Konstantinoudi/VKI)

Weit gereistes Produkt

Das steht drauf: Darbo Feiner Blütenhonig

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Die Firma Darbo mit Sitz in Tirol vertreibt unter anderem verschiedene Honigsorten, darunter Darbo Feiner Blütenhonig, den ein Konsument bei uns meldete. Da er bei einem Produkt der Tiroler Firma Darbo Honig aus Österreich erwartet hatte, war er von der angegebenen Herkunft des Honigs ziemlich überrascht: Laut Etikett stammt der Blütenhonig gar nicht aus Österreich, sondern aus Ungarn, Rumänien und Mexiko!

Die Enttäuschung darüber ist so groß, dass der Konsument bis auf Weiteres keine Produkte von Darbo mehr kaufen möchte, wie seinem Schreiben zu entnehmen ist: „Darbo Feiner Blütenhonig, laut Etikett aus 3 verschiedenen Ländern: Ungarn, Rumänien, Mexiko. Man sollte meinen, dass ein in Tirol ansässiges Unternehmen mit regionalen Imkern zusammenarbeitet. Diese Fehleinschätzung habe ich leider erst nach dem Einkauf bemerkt. Solange das der Fall ist, werde ich keine weiteren Produkte der Firma Darbo kaufen. Europäische Drittländer könnte ich verstehen, aber Import von Honig aus Übersee?“

Transparenz im Sinne der Honigverordnung

Bei Honig muss das Ursprungsland laut Honigverordnung am Etikett angegeben werden. Die Verordnung besagt: „Auf dem Etikett ist das Ursprungsland, in dem bzw. sind die Ursprungsländer, in denen der Honig erzeugt wurde, anzugeben. Hat der Honig seinen Ursprung in mehr als einem EU-Mitgliedstaat oder Drittland, so kann stattdessen folgende Angabe gewählt werden:

  • Mischung von Honig aus EU-Ländern
  • Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern
  • Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern

Nachhaltigkeit gefragt

Es ist im Sinne der Transparenz erfreulich, dass Darbo die konkreten Ursprungsländer angibt. Dass ändert jedoch nichts daran, dass viele Konsumentinnen und Konsumenten in den Honig-Produkten von Darbo Honig aus Österreich erwarten. Auch im Sinne der Nachhaltigkeit wäre es empfehlenswert, die Transportwege so kurz wie möglich zu halten und sofern möglich heimischen Honig zu bevorzugen.

Sortimentspolitik der Supermärkte und Verfügbarkeit

Hersteller Darbo informierte in seinem Schreiben an uns über den Honigkauf von österreichischen Imkern. Den Hintergrund für das Verwenden von Honig aus verschiedenen Ländern erklärt der Hersteller so: Abgesehen davon, dass das Angebot von heimischem Honig der Sortimentspolitik der Supermärkte unterliege, könne die heimische Honigernte weniger als die Hälfte der österreichischen Nachfrage abdecken. Zudem kündigt Darbo an, daran zu arbeiten, zusätzliche Supermarktketten vom Darbo-Sortiment an österreichischem Honig zu überzeugen. Das ist erfreulich. Wir werden uns davon überzeugen und bleiben dran.

Reaktion der Firma Darbo

Was Darbo zum weit gereisten Honig sagt.

„Wie Sie richtig annehmen, kauft Darbo auch bei österreichischen Imkern ein und ist einer der größten Abnehmer heimischen Honigs. Allein in den letzten zehn Jahren haben wir fast 2.000 t österreichischen Honig abgefüllt. Die Verfügbarkeit unserer heimischen Honige im Handel unterliegt je nach Sortimentspolitik der einzelnen Supermarktketten Änderungen; so finden Sie österreichischen Honig von Darbo (im 500-g-Glas oder 300-g-Dosierspender) aktuell bei MPreis, UNI-Markt, Metro, Transgourmet, Wedl, Kienast und in einigen Nah&Frisch-Märkten.

Die gesamte heimische Honigernte kann jedoch in durchschnittlichen Erntejahren weniger als die Hälfte der österreichischen Nachfrage bedienen, weshalb wir und andere Abfüller den heimischen Konsumenten auch Honig von außerhalb Österreichs anbieten. Da die Honigernte stark wetterabhängig ist, ist ein kleinräumiger Bezug aus nur einer Region schwierig. Um eine gleichbleibend hohe Qualität anbieten zu können, greifen wir daher auf Honig aus unterschiedlichen Ländern zurück.

Für unser Angebot an österreichischem Honig kann ich Sie daher gerne auf die oben genannten Handelsketten verweisen. Selbstverständlich arbeiten wir permanent daran, auch weitere Supermarktketten von unserem Sortiment an österreichischem Honig zu überzeugen.

Der von Ihnen gekaufte Darbo Blütenhonig im 500-g-Glas ist übrigens in einem Test der Zeitschrift Konsument (11/2014) über 20 verschiedene in Österreich angebotene Honige zum Testsieger gekürt worden.”

Darbo AG
20.4.2021

Wir meinen: Darbo kommt der Verpflichtung zur Kennzeichnung der Herkunft des Honigs nach; auf dem Etikett ist darüber hinaus genau deklariert, aus welchen Ländern der Honig stammt. Der Anspruch der gleichbleibend hohen Qualität, den Darbo in seiner Reaktion als einen der Gründe für den Bezug aus unterschiedlichen Ländern anführt, ist begrüßenswert. Dies sollte aber nicht auf Kosten der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes gehen und weite Transportwege in Kauf nehmen. Umweltbewusstsein bedeutet für viele Konsumentinnen und Konsumenten mittlerweile erfreulicherweise eine Kombination aus hoher Qualität und Nachhaltigkeit.

Wir empfehlen: Achten Sie beim Honigkauf auf das Etikett und lesen Sie die Produktdeklaration genau. Bei Honig muss der Ursprung angegeben werden.

Leserreaktionen

Bauernmarkt bevorzugt

Ich kann den Ärger des Lesers durchaus nachvollziehen, jede Menge Text auf den Etiketten, winzig klein und kaum lesbar geschrieben. Wenn man sich doch die Mühe des Entzifferns antut, erlebt man meist unliebsame Überraschungen. Aus diesem Grund gehört Honig neben Käse, Brot, Eiern, Obst und Gemüse zu den Produkten, die ich schon seit längerer Zeit zumeist auf dem Bauernmarkt kaufe.

Bauernmärkte und Wochenmärkte gibt es mittlerweile sowohl in den Städten als auch in ländlichen Gegenden, und die Produkte stammen zum Großteil aus biologischem Anbau in der näheren Umgebung. Der Imker meines Vertrauens kann mir die „Adressen“ der Bienenstöcke für die einzelnen Honigsorten genau nennen, denn für einen kleinen Plausch bleibt immer genug Zeit und mit dem Einkauf unterstützt man auch die kleinen Produzenten, die gegen die Konkurrenz der Supermärkte ohnehin einen schweren Stand haben.

Und zumindest beim Honig ist der höhere Preis kein Argument, denn der Honig besserer Qualität ist auch im Supermarkt teuer.

Edith Drexler
Wien
(aus KONSUMENT 10/2021)

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