Diesmal im Lebensmittel-Check
Das steht drauf: Billa Bio Chris Steger Bio-Chips
Erhältlich bei: Billa
Ein Konsument hat uns mit seiner Zuschrift auf die Billa Bio Chris Steger Chips aufmerksam gemacht. Für ihn stellten sich Fragen zur Herkunft. Während auf der Vorderseite die rot-weiß-rote Flagge inklusive der Auslobung „Erdäpfel aus Österreich“ zu sehen ist, findet sich auf der Rückseite das EU-Bio-Siegel mit Angabe einer niederländischen Kontrollstelle.
Das steht drauf: Billa Bio Chris Steger Bio-Chips
Erhältlich bei: Billa
Die Billa Bio Chips werden mit einem Aufdruck des österreichischen Musikers Chris Steger beworben, sind in mehrere Sorten erhältlich und vermitteln auf den ersten Blick einen starken Bezug zu Österreich. Auf der Vorderseite der Packung findet sich die rot-weiß-rote Flagge und die Auslobung „Erdäpfel aus Österreich“. Irritation entsteht jedoch durch die Angabe der niederländischen Bio-Kontrollstelle „NL-BIO-01“ unter dem Bio-Siegel auf der Rückseite der Chips. Für den Konsumenten stellt sich die Frage, warum eine Kontrollstelle im Ausland genannt wird, wenn die Kartoffeln aus Österreich stammen. Eine Angabe des konkreten Herstellungsortes findet sich auf der Packung nicht.
Wie Greenpeace im Sommer 2025 berichtete, ist das Angebot an Bio-Kartoffelchips generell sehr klein. Viele der wenigen erhältlichen Produkte werden in Deutschland oder den Niederlanden hergestellt. Zwar gibt es in Österreich ausreichend Bio-Kartoffeln, doch anscheinend kaum inländische Betriebe, die Bio-Chips in großem Maßstab herstellen können. Jedes Bio-Produkt, das in der EU verkauft wird, wird von einer Kontrollstelle auf die Einhaltung der EU-Bio-Vorgaben kontrolliert. Die zuständige Bio-Kontrollstelle muss mit dem zugehörigen Code auf der Verpackung angegeben werden und kontrolliert jenes Unternehmen, das den letzten Erzeugungs- oder Aufbereitungsschritt vorgenommen hat. Wir haben im Lebensmittel-Check beispielsweise auch schon über Bio-Käse aus Österreich berichtet, der in Deutschland geschnitten und verpackt wurde und deswegen von einer deutschen Kontrollstelle kontrolliert wurde.
Zurück zu den Billa Bio-Chips: Wie uns Rewe in seiner Stellungnahme mitteilte, stammen die verwendeten Kartoffeln aus österreichischem Anbau und werden schlussendlich in den Niederlanden zu Chips verarbeitet. Das erklärt in diesem Fall, warum das Kürzel einer niederländischen Bio-Kontrollstelle aufgedruckt wird. Rewe argumentiert, trotz Bemühungen keinen geeigneten österreichischen Bio-Produzenten für die Chips gefunden zu haben.
Die Herkunft von Lebensmitteln ist für viele österreichische Konsument:innen ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Kauf. Dabei spielt nicht nur der Ursprung der Rohstoffe, sondern auch der Ort der Verarbeitung eine zentrale Rolle.
Für die Kartoffelchips von Billa Bio werden somit österreichisch Kartoffeln in die Niederlande transportiert, um dort zu Chips verarbeitet und verpackt zu werden. Im Anschluss werden die Chipspackungen wieder nach Österreich gebracht und hierzulande verkauft. Das Knabbergebäck legt somit einen weiten Weg zurück, bevor es in der heimischen Chipsschüssel landet. Dieser Check zeigt: Selbst, wenn heimische Zutaten ausgelobt werden, bedeutet das nicht zwingend, dass das Produkt auch in Österreich hergestellt wurde.
"Unsere Chips werden aus österreichischen Bio-Kartoffeln in den Niederlanden hergestellt und verpackt. Beim EU-Bio-Logo wird stets der ISO-Ländercode jenes Landes angegeben, in dem die letzte Kontrolle bzw. der letzte wesentliche Produktionsschritt erfolgt ist. In diesem Fall ist das die Produktion und Verpackung in den Niederlanden.
Wir haben über einen längeren Zeitraum intensiv nach einem geeigneten österreichischen Bio-Produzenten für die Chips gesucht, jedoch leider keinen passenden Partner gefunden. Besonders wichtig war uns dennoch, weiterhin österreichische Bio-Rohware zu verwenden. Daher werden unsere Bio-Kartoffeln aus Österreich nun in den Niederlanden zu Chips verarbeitet."
REWE Group
19.12.2025
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